Hubli-Dharwad

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Hubli-Dharwad
Hubli-Dharwad (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Karnataka
Distrikt: Dharwad
Lage: 15° 25′ N, 75° 1′ O15.42444444444475.016388888889Koordinaten: 15° 25′ N, 75° 1′ O
Fläche: 200,23 km²
Einwohner: 943.857 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 4714 Einw./km²

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Die Karnatak University in Dharwad

Hubli-Dharwad bzw. Hubballi-Dharwad (Kannada: ಹುಬ್ಬಳ್ಳಿ-ಧಾರವಾಡ Hubbaḷḷi-Dhāravāḍa [ˈhubːʌɭːi ˈd̪ʱaːrʌʋaːɖʌ]) ist eine Doppelstadt im indischen Bundesstaat Karnataka. Mit rund 944.000 Einwohnern (Volkszählung 2011) ist sie die zweitgrößte Stadt Karnatakas. Hubli-Dharwad entstand 1962 durch Vereinigung der Städte Hubli (auch Hubballi) und Dharwad (auch Dharwar). Die Stadt ist Verwaltungssitz des Distriktes Dharwad.

Lage[Bearbeiten]

Die Schwesterstädte Hubli und Dharwad liegen im Nordwesten Karnatakas 410 Kilometer nordwestlich von Bangalore auf einer Höhe von 670 bis 760 Metern am Westrand des Dekkan-Plateaus. Hubli und Dharwad sind rund 20 Kilometer voneinander entfernt.

Verkehr[Bearbeiten]

Hubli-Dharwad verfügt über eine gute Verkehrsanbindung: Durch die Stadt führt der National Highway 4 von Chennai über Mangalore und Pune nach Mumbai. Hubli ist Sitz der South Western Railway, einer Regionalgesellschaft der Indian Railways. Vom Flughafen Hubli bestehen Verbindungen nach Bangalore, Mumbai und Hyderabad.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hubli ist in erster Linie ein Industrie- und Handelszentrum und beherbergt im Wesentlichen Textil-, Leder-, Papier-, Werkzeug-Fabriken; auch ein IT-Park wurde eingerichtet. Dharwad fungiert hauptsächlich als Verwaltungszentrum und ist − als Sitz der Karnatak University und der University of Agricultural Sciences sowie anderer kultureller Institutionen − ein wichtiger Bildungsstandort. Auf den Feldern in der Umgebung werden vor allem Baumwolle und Erdnüsse angepflanzt. Dharwad ist berühmt für sein Dharwad peda, ein milchbasiertes Zuckerbrot.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Hubli und Dharwad gehörte im 11. und 12. Jahrhundert zum Herrschaftsgebiet der Chalukyas von Kalyani. In Dharwad befindet sich eine Festung, die der lokalen Tradition nach 1403 von einem General des Vijayanagar-Königs namens Dhar Rao gegründet worden sein soll. 1573 eroberte das Sultanat Bijapur die Festung nach sechsmonatiger Belagerung. 1685 nahm der Mogul-Herrscher Aurangzeb Dharwad ein. Im späten 18. Jahrhundert und frühen 19. Jahrhundert wechselte Dharwad mehrfach den Besitzer: 1753 wurde es von den Marathen, 1778 von Mysore erobert, ehe es 1791 wieder an das Marathenreich kam. Als Resultat des Dritten Marathenkriegs (1817–1818) fielen Hubli und Dharwad an die Briten. Während der britischen Kolonialzeit gehörten die Städte zur Präsidentschaft Bombay. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 kamen sie 1956 durch den States Reorganisation Act an den nach den Sprachgrenzen des Kannada neuformierten Bundesstaat Mysore, der 1973 in Karnataka umbenannt wurde.

Chandramouleshwara-Tempel in Hubli

Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags der Gründung des Bundesstaats im Jahr 2006 beschloss die Regierung von Karnataka nach einem Vorschlag des Schriftstellers U. R. Ananthamurthy, den englischen Namen Hubli in ihre Kannada-Namensform Hubbali umzubenennen. Da die indische Zentralregierung der Namensänderung bisher nicht zugestimmt hat, ist der Umbenennungsprozess noch nicht abgeschlossen.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Hubli selbst sowie in einigen Ortschaften in der näheren und ferneren Umgebung von Hubli-Dharwad sind mehrere − in Europa weitgehend unbekannte − Hindu-Tempel aus der späten Chalukya-Zeit (11./12. Jh.) erhalten (siehe Weblinks): Gadag, Lakkundi, Dambala, Annigeri, Itgi, Kuknur, Lakshmeswar, Bankapura, Hirekerur u. a.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Cities having population 1 lakh and above. (PDF; 154 kB)
  2. The Hindu: Centre mum on ‘Bengaluru’, 18. Dezember 2007.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hubli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien