Humanistische Partei

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Logo der Humanistischen Partei
Gründung 1984
Gründungs­ort In 30 verschiedenen Ländern
Website *HP Deutschland

Die Humanistische Partei (Kurzbezeichnung: HP) ist eine am 23. September 1984 in Berlin gegründete Kleinpartei. Sie ist der politische Arm der 1978 von Mario Rodríguez Cobos gegründeten internationalen Organisation „Die Gemeinschaft“ („La Comunidad“) und ging aus der Humanistischen Bewegung hervor, deren Aktivitäten und ideologisch-philosophische Inhalte vom Neuen Humanismus geprägt sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Partei ging aus der 1969 vom argentinischen Schriftsteller Mario Rodríguez Cobos, genannt Silo, in Mendoza (Argentinien) gegründeten „Gemeinschaft für Ausgeglichenheit und Entwicklung des Menschen“ hervor, Die Organisation änderte mehrfach ihren Namen und nennt sich seit 1978 „Die Gemeinschaft“ („La Comunidad“). Als politischer Arm der streng hierarchisch gegliederten Gruppe wurde am 23. September 1984 in Berlin die „Humanistische Partei“ gegründet, die mehrfach erfolglos an Wahlen in der Bundesrepublik teilnahm.[1][2]

Programm[Bearbeiten]

Die deutsche HP präsentiert sich programmatisch als linksliberale, basisdemokratische Partei, deren Inhalte hauptsächlich auf die Ideen Silos, zurückgehen. Inhaltlich wird vorrangig ein neues Modell einer „solidarischen und gewaltfreien Gesellschaft“ vertreten, wobei die HP alle Politikfelder auf der Basis des von Silo entworfenen "Neuen Humanismus" bearbeitet, gemäß dessen Motto: „Nichts über dem Menschen und kein Mensch unter einem anderen.“ So werden alle gewaltlosen Aktionen gegen Gewalt und Diskriminierung befürwortet. Im Einzelnen tritt die HP in ihrem Parteiprogramm für Minderheitenrechte, Vorrang für Gesundheit und Bildung und gegen Privatisierung in diesen Bereichen ein. Das Eintreten für ein gerechteres Wirtschaftsmodell ist ein Kernanliegen, wonach die Beziehung zwischen Kapital und Arbeit grundlegend verändert werden soll, um eine Verteilung der Gewinne an alle zu ermöglichen. Die Partei setzt sich für die Integration von Ausländern ein und will mit ihrem Programm vor allem junge Wähler ansprechen.[3]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Partei verfügt über keine flächendeckende Organisationsstruktur und unterhält Landesverbände in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Erstmals trat die HP 1985 zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Es folgten acht Landtags-, zwei Europa- und vier Bundestagswahlen. Von Studentenvertretern, der evangelischen Kirche und linken Kreisen initiierte Protestkampagnen gegen die Humanistische Partei führten bis Mitte der 1990er-Jahre zu einem fast vollständigen Rückzug der Partei.[4]

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Beim 1. Kongress 1989 in Florenz bildeten die Humanistischen Parteien die Humanistische Internationale. 1999 wurde der Europäische Regionalverband in Madrid gegründet. In Europa bestehen Humanistische Parteien in gegenwärtig 14 Staaten.

Seit 1984 besteht die Humanistische Partei der Schweiz. Sie hat sich an zahlreichen Wahlen auf Gemeinde-, Kantons- und nationaler Ebene beteiligt, ohne aber Sitze zu erreichen. Der Wähleranteil betrug zwischen 0,1 und 0,5 %.

Kritik[Bearbeiten]

Der Partei wird zuweilen vorgeworfen, eine Tarnorganisation der Humanistischen Bewegung zu sein, die im Verdacht stünde, eine nach radikalem Führerkult organisierte „frühfaschistische“ Psycho-Sekte zu sein.[5][2] Die Humanistische Partei habe in einigen südamerikanischen und europäischen Ländern Parteien gleichen Namens gegründet, die als Tarnorganisationen zur weiteren Mitgliederrekrutierung für die Humanistische Bewegung dienten und zur Kaschierung des Sektenimages fungierten. Direkte Verbindungen zwischen der HP und der streng autoritär geführten Siloistischen Bewegung sind zwar umstritten, die „Evangelische Informationstelle Kirchen - Sekten - Religionen“ habe jedoch direkte Befehlsketten zwischen der Siloistischen Bewegung und der HP nachweisen können.[3] Andere Parteien würden mit einer offenen Koalitionspolitik sowie Schlagworten wie Humanismus und dem Adjektiv „grün“ für die eigenen Ziele vereinnahmt.[5] Der in den 1980er-Jahren von der HP verwendete Name Grüne Zukunft (GZ) sei bewusst gewählt worden, um eine Verwechselung mit der Grünen Partei zu provozieren.[6]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Bundestagswahlen[Bearbeiten]

Europawahlen[Bearbeiten]

Landtagswahlen[Bearbeiten]

Bayern[Bearbeiten]
Berlin[Bearbeiten]
Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Island[Bearbeiten]

Parlamentswahlen

  • Unter dem Namen Flokkur mannsins
    • 1987 1,6 %
    • 1991 1,8 % (gemeinsam mit Þjóðarflokkurinn)
  • Unter dem Namen Húmanistaflokkurinn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die "Bewegung" und die Humanistische Partei. relinfo.ch. Abgerufen am 8. Juli 2013.
  2. a b Frank Decker und Viola Neu: Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007. S. 307.
  3. a b Frank Decker und Viola Neu: Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007. S. 307-308.
  4. Frank Decker und Viola Neu: Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007. S. 308-309.
  5. a b Julio de la Vega: El complejo mundo de las sectas
  6. Frank Decker und Viola Neu: Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007. S. 308.

Weblinks[Bearbeiten]