Humboldthöhe

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Humboldthöhe
Die Humboldthöhe im April 2007

Die Humboldthöhe im April 2007

Höhe 85 m ü. NN
Lage Berlin (Deutschland)
Koordinaten 52° 32′ 50″ N, 13° 23′ 4″ O52.54734722222213.38435555555685Koordinaten: 52° 32′ 50″ N, 13° 23′ 4″ O
Humboldthöhe (Berlin)
Humboldthöhe
Typ Trümmerberg
Besonderheiten Überschüttung eines Flakbunkers, der nicht vollständig gesprengt wurde

Die Humboldthöhe ist einer der ehemaligen Trümmerberge, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin entstanden. Er ist 85 Meter hoch und Teil des Volksparks Humboldthain.

Geschichte[Bearbeiten]

In den Jahren 1941–1942 wurden auf der Grundlage eines Wehrmachtsbeschlusses im Volkspark Humboldthain, den es bereits seit 1869 gibt, die beiden Flaktürme im Humboldthain errichtet, von denen der kleinere als Kommando- bzw. Leitturm und der größere zur Fliegerabwehr mit vier Flakgeschützen an den Ecken diente. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Bunker bis 1947 vielfältig genutzt unter anderem als Lagerräume, Labore, Nähstube etc. Danach waren sie – wie alle anderen Bunker in Berlin auch – in Umsetzung einer Vereinbarung der alliierten Siegermächte zu beseitigen.

Im Humboldthain erfolgten die Sprengungen durch französische Spezialisten. Der kleine Bunker stürzte am 14. Dezember 1947 ein und ergab durch Aufschüttung mit Trümmern abgetragener Häuserruinen und Erde den heutigen Rodelberg.

Der große Bunker wurde im März 1948 zweimal teilgesprengt, wodurch die zwei südlichen Flaktürme einstürzten. Die zwei nördlichen, dicht am Bahngelände stehenden, Türme blieben aus Sicherheitsgründen stehen, um die Gleise der Ringbahn nicht zu beschädigen.

Aufschüttung des Berges[Bearbeiten]

Nach Planungen des Architekten Günter Rieck, der viele kleine Firmen und sogenannte Notstandsarbeiter einsetzen konnte, erfolgte nun die Umgestaltung des Bunkers mit seinem Umfeld. Pferdefuhrwerke, Lastautos und vor allem die Trümmerbahn brachten dann ebenfalls Trümmerschutt hierher, die Bunkerteile verschwanden größtenteils darunter. Die Nordtürme wurden verfüllt, ihre Außenwand blieb jedoch frei und dient seitdem dem Alpenverein als Kletterwand. So entstand insgesamt ein „Berg“ von 85 m Höhe; die Zulieferfahrten der Trümmer wurden 1951 eingestellt.

Für diese neue Erhebung wurde nun ein Name gesucht, ein öffentlicher Aufruf ergab 980 Vorschläge. Daraus wählten die Verantwortlichen im Bezirksamt Wedding den schlichten Namen Humboldthöhe. Nachdem noch weitere Teile des Parks mit einigen Ladungen Trümmer umgestaltet oder neu gebaut worden waren, wie ein Freibad, Buddelplätze und Liegewiesen, wurden im gesamten Parkgelände somit 1,6 Mio. m³ Trümmer- und Industrieschutt endgelagert.

Fertigstellung und Nutzung[Bearbeiten]

Nach der Beendigung der Ablagerungen wurde Muttererde aufgebracht und viele junge Bäume angepflanzt; die alten Baumbestände waren größtenteils von den notleidenden Berlinern abgeholzt worden. Am 13. September 1952 wurde die Anlage mit dem neuen Berg der Öffentlichkeit als Naherholungseinrichtung übergeben. Später wurde auf einem Geschützturm eine Skulptur, das Mahnmal für die Einheit Deutschlands aufgestellt und am sechsten Jahrestag des Berliner Mauerbaus eingeweiht.

Mahnmal für die Einheit Deutschlands
auf der Humboldthöhe

Die erste und hauptsächliche Nutzung des ehemaligen Trümmerberges bestand natürlich in der Erholung. Auf die Höhe führen zwei Spazierwege hinauf, der eine ist recht steil und mit 163 Treppenstufen ausgestattet, der andere windet sich sanft ansteigend spiralförmig auf den Gipfel, er ist auf der damaligen Gleisführung der Trümmerbahn angelegt.

Nach umfangreichen Inspektions- und Sicherungsarbeiten (1954, 1982/1983, 1988–1990) dient die obere Deckplatte des Flakturms als offizieller Aussichtspunkt mit entsprechenden Erklärungstafeln.

Der Verein Berliner Unterwelten bietet Interessierten Führungen in das Innere des Flakbunkers an, der von den Vereinsmitgliedern in freiwilliger Arbeit beräumt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Angela M. Arnold, Gabriele von Griesheim: Trümmer, Bahnen und Bezirke. Berlin 1945 bis 1955. Eigenverlag, 2002, ISBN 3-00-009839-9

Weblinks[Bearbeiten]