Berliner Ringbahn

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Dieser Artikel behandelt die Bahnstrecke Berliner Ringbahn. Zu weiteren Infrastrukturringen siehe Berliner Ring (Begriffsklärung).
Berliner Ringbahn
Strecke der Berliner Ringbahn
Kursbuchstrecke (DB): 200.41, 200.42
Streckennummer (DB): 6020 (S-Bahn)
6170 (Fern- und Gütergleise)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750 V =
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Streckenverlauf (im Uhrzeigersinn)
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36,9
0,0
Berlin-Moabit
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nach HuL Umschlagbf / Berlin Westhafen
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0,7 Berlin Westhafen Berlin U9.svg
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nach Berlin Hbf, S21 (geplant)
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Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal
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von Berlin Hbf, S21 (geplant)
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2,5 Berlin-Wedding Berlin U6.svg
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Panke
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von Berlin Nordbahnhof
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4,2 Berlin Gesundbrunnen Berlin U8.svg
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ehemalige Grenze West-Berlin / Ost-Berlin
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von/nach Bernau, von/nach Oranienburg
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5,8 Berlin Schönhauser Allee Berlin U2.svg
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6,8 Berlin Prenzlauer Allee
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7,8 Berlin Greifswalder Straße
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9,4 Berlin Landsberger Allee
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(Überwerfungsbauwerk)
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10,4 Berlin Storkower Straße
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11,7 Berlin Frankfurter Allee Berlin U5.svg
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(von und) nach Berlin-Lichtenberg
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nach Berlin Warschauer Straße (bis 2006)
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13,2 Berlin Ostkreuz Ostbahn, Frankfurter Bahn
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von Berlin Warschauer Straße (im Umbau)
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Spree
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14,3 Berlin Treptower Park
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nach Berlin Baumschulenweg
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Bahnstrecke Berlin–Görlitz
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ehemalige Grenze Ost-Berlin / West-Berlin
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15,7 Berlin-Treptow Gbf
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Industriebahn Berlin
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Neuköllner Schiffahrtskanal
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16,5 Berlin Sonnenallee
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von Berlin Baumschulenweg
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17,7 Berlin-Neukölln Berlin U7.svg
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18,5 Berlin Hermannstraße Berlin U8.svg
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NME nach Berlin-Rudow
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21,9 Berlin-Tempelhof Berlin U6.svg
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nach Berlin-Marienfelde
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22,510
22,522
Kilometersprung -0,012 km
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23,2 Berlin Südkreuz Anhalter Bahn,
 Anhalter Vorortbahn, Dresdener Bahn
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von Marienfelde über Tempelhof Rbf.
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Südringspitzkehre (bis 1944)
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Bahnstrecke Berlin–Magdeburg
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24,6 Berlin-Schöneberg (seit 1. März 1933)
  Wannseebahn
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Berlin Ebersstraße (bis 1. März 1933)
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25,3 Berlin Innsbrucker Platz Berlin U4.svg
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25,5 Berlin Wilmersdorf Gbf
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26,1 Berlin Bundesplatz Berlin U9.svg
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27,4 Berlin Heidelberger Platz Berlin U3.svg
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28,6 Berlin Hohenzollerndamm
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29,7 Berlin Halensee
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nach Berlin-Grunewald (Gütergleis)
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nach Berlin-Charlottenburg
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Bahnstrecke Berlin–Blankenheim
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30,4 Berlin Westkreuz Berlin–Blankenheim
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von Berlin-Charlottenburg (bis 1944)
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von Berlin-Grunewald
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31,2 Berlin Messe Nord/ICC (Witzleben) Berlin U2.svg
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32,4 Berlin-Westend
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nach Berlin-Spandau
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(Überwerfungsbauwerk)
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von Berlin-Spandau
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von Berlin-Gartenfeld (bis 1980)
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Spree
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34,6 Berlin Jungfernheide Berlin U7.svg
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Charlottenburger Verbindungskanal
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36,7 Berlin Beusselstraße
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36,9
0,0
Berlin-Moabit

Die Berliner Ringbahn ist eine rund 37 Kilometer lange Bahnstrecke, die um die Innenstadt von Berlin herum verläuft. Sie besteht aus einem geschlossenen Ring mit zwei Gleisen für die S-Bahn und weiteren Gleisen, die abschnittsweise dem Fern-, Regional- und Güterverkehr dienen. Mehrere Gleisverbindungen schließen den Ring an die innerhalb des Rings in ost-westlicher Richtung verkehrende Stadtbahn sowie an die radial auf die Innenstadt zulaufenden Strecken an. An Werktagen nutzen über 400.000 Fahrgäste den S-Bahn-Ring.[1]

Die markante Form der Ringbahnstrecke wird auch Hundekopf oder Großer Hundekopf genannt. Diese Bezeichnung ist sogar in den Sprachgebrauch der Berliner Politik eingezogen. Das von der Ringbahn umschlossene Gebiet hat auch verwaltungstechnische Bedeutung:

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgangslage[Bearbeiten]

1851 wurde als Vorläufer der Ringbahn die Königliche Bahnhofs-Verbindungsbahn zwischen den Kopfbahnhöfen der in Berlin endenden Eisenbahnstrecken fertiggestellt. Diese unmittelbar auf den Straßen des Stadtbereichs gebaute Bahn konnte ihren Aufgaben bald nicht mehr gerecht werden und behinderte den Straßenverkehr immer stärker.

Daher wurde bald der Bau einer neuen leistungsfähigeren Verbindungsbahn vor allem für den Güterverkehr geplant, die außerhalb der damaligen Stadtgrenzen auf eigenem Bahnkörper verlaufen sollte. Die Mittel für den Bau konnten jedoch erst nach dem siegreichen Krieg gegen Österreich 1866 bewilligt werden. Der Bau begann 1867, fertiggestellt wurde die Ringbahn im Jahr 1877. Mit dem Bau und der Betriebsführung war die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn beauftragt.

Streckenführung[Bearbeiten]

Berliner Ringbahn auf einer Karte von 1885.
Die als dicke Punkte eingetragenen Kopfbahnhöfe der Fernbahnen sind nördlich der Spree im Uhrzeigersinn der Lehrter, Hamburger, Stettiner, der Ost- und der Schlesische Bahnhof; südlich der Spree der Görlitzer und der Anhalter Bahnhof, der Dresdener Bahnhof sowie der Potsdamer Bahnhof

Der erste Teilabschnitt der Ringbahn ging am 17. Juli 1871 von den Bahnhöfen Moabit über Gesundbrunnen, Central-Viehhof (heute Storkower Straße), Stralau-Rummelsburg (heute Ostkreuz), Rixdorf (heute Neukölln) und Schöneberg (später Kolonnenstraße, heute Julius-Leber-Brücke) zum Potsdamer Ringbahnhof, einem Flügelbahnhof des Potsdamer Bahnhofs in Betrieb. Von dort kehrten die Züge wieder in die Gegenrichtung um. Dieser Abschnitt war unter dem Begriff Südringspitzkehre bekannt. Die Gleise der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn (und später auch der Militäreisenbahn) wurden dabei mit Brücken überquert.

Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn richtete am 1. Januar 1872 zur Neuen Verbindungsbahn einen Personenpendelverkehr vom Haltepunkt Niederschlesisch-Märkischer Anschluss ein, der später in Stralau umbenannt wurde.

Mit der Verbindung des Bahnhofs Schöneberg über das seit dem 1. Januar 1877 einen eigenen Stadtkreis bildende Charlottenburg (heute Bahnhof Westend) bis nach Moabit wurde am 15. November 1877 der Ring geschlossen, wobei der Potsdamer Bahnhof weiterhin über die Südringspitzkehre an den Personenverkehr der Ringbahn angeschlossen war.

Entwicklung bis 1961[Bearbeiten]

Am 27. Juni 1922 stürzten zahlreiche Trittbrettfahrer in der Nähe des Bahnhofs Berlin Schönhauser Allee von einem Abteilwagenzug der Ringbahn. Über 40 Tote waren die Folge.

Im Zweiten Weltkrieg waren die Bahnanlagen am Potsdamer und Anhalter Bahnhof mehrfach von schweren Bombardierungen betroffen, sodass die Südringspitzkehre ab 1944 nicht mehr befahren werden konnte.

Ab 1944 bis zum Mauerbau 1961 fuhren die S-Bahnzüge über die schon bestehende unmittelbare Gleisverbindung zwischen den Bahnhöfen Papestraße und Schöneberg (1933 an der Ringbahn eröffnet) als Vollring-Züge.

Geteilt[Bearbeiten]

Durch den Mauerbau wurde die Ringbahn an zwei Stellen unterbrochen:

Nach dem Reichsbahnerstreik 1980 ruhte der S-Bahn-Betrieb auf dem westlichen Dreiviertelring für rund 13 Jahre.

Am 9. Januar 1984 wurden die Betriebsrechte für die S-Bahn im Westteil Berlins auf die BVG übertragen. In diesem Zusammenhang war zunächst geplant, den Ringabschnitt zwischen Westend und Sonnenallee (wegen der besseren Erschließungswirkung dieses Bahnhofs anstelle von Köllnischer Heide) wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.

Vereinigung[Bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 änderte man diese Pläne, um 1993 zunächst vom Südring mit dem Abzweig über Köllnische Heide einen Anschluss an die Görlitzer Bahn herzustellen. Der Wiederaufbau der Verbindung von Sonnenallee zum Treptower Park erforderte Umbauarbeiten größeren Ausmaßes, die nicht kurzfristig realisierbar waren. In den folgenden Jahren wurde der westliche Teil der Ringbahn in mehreren Etappen wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 2002 wurde der S-Bahn-Ring wieder geschlossen.

Betriebsorganisation[Bearbeiten]

S-Bahn[Bearbeiten]

Ehemaliger S-Bahnhof Papestraße, 1993

Zunächst wurde nur Güterverkehr angeboten, erst ab 1. Januar 1872 waren zusätzlich auch separate Bahnhöfe für den Personenverkehr verfügbar. Die Personenverkehrsgleise der Ringbahn wurden ab 1926 elektrifiziert, 1930 wurde der Ringbahn-Betrieb zusammen mit den Berliner Stadt- und Vorortbahnen zur Berliner S-Bahn zusammengefasst.

Der Mauerbau 1961 unterbrach den durchgehenden Betrieb, worauf auf West-Berliner Seite die Fahrgastzahlen zwischen Gesundbrunnen und Sonnenallee immer weiter abnahmen. Grund waren auch politisch motivierte Boykottaufrufe, da mit den Einnahmen der unter DDR-Regie betriebenen West-Berliner S-Bahn-Strecken die DDR direkt finanziell unterstützt würde. Die Ost-Berliner Strecke von Schönhauser Allee nach Treptower Park entwickelte sich hingegen zu einer wichtigen Nord-Süd-Tangente.

Der S-Bahn-Betrieb auf dem westlichen Ringteil wurde 1980 aufgrund des Reichsbahnerstreiks eingestellt und erst am 17. Dezember 1993[3] auf dem Abschnitt (Baumschulenweg –) NeuköllnWestend wiederaufgenommen. Abschnittweise wurde der Ring auf den Teilstücken Westend – Jungfernheide (15. April 1997),[3] Neukölln – Treptower Park (18. Dezember 1997)[3] und Jungfernheide – Westhafen (19. Dezember 1999)[3] wieder in Betrieb genommen. Seit dem 17. September 2001[3] fahren wieder S-Bahnen über die ehemalige Grenze zwischen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen.

Wiederhergestellte S-Bahntrasse am Bahnhof Beusselstraße, 2006

Am 15. Juni 2002 wurde der letzte Abschnitt der Ringbahn, zwischen Westhafen und Gesundbrunnen, durch Bundesverkehrsminister Bodewig und Bahnchef Mehdorn feierlich wiedereröffnet.[4] Am Folgetag[3] ging der Abschnitt, mit der Zwischenstation Wedding, wieder in Betrieb. In der Werbung wurde dieser Tag auch als Wedding-Day bezeichnet, in Anspielung auf das englische Wort wedding (Hochzeit). Seitdem verkehrt die S-Bahn wieder durchgehend, es wurde vorerst jedoch kein Vollring, sondern nach dem Schneckenkonzept gefahren: Die Züge kamen von Süden in Neukölln auf den Ring und umrundeten ihn anderthalb mal, bis sie auf einem Ringbahnhof endeten. Dies lag vor allem daran, dass die Fahrt damals genau 63 Minuten dauerte, wodurch sich kein günstiger Takt ergab.

Seit dem 28. Mai 2006 fährt die S-Bahn auf der Ringbahn wieder nach dem Vollring-Konzept. Die Züge der Linien S41/S42 brauchen für eine Runde 60 Minuten mit einer Taktung von fünf Minuten in der Hauptverkehrszeit und zehn Minuten in der Normal- und Spätverkehrszeit. Dies wird durch durchgängigen Einsatz von beschleunigungsstarken Zügen der Baureihe 481/482 erreicht. Einige Abschnitte des Ringes werden von weiteren Linien befahren. Auf dem südlichen Ring enden, von der Görlitzer Bahn aus Richtung Südosten kommend, S45 in Südkreuz, unter der Woche zum Teil auch in Bundesplatz, die S46 in Westend und die S47 in Hermannstraße. Auf dem östlichen Ring verkehren zwischen Treptower Park und Schönhauser Allee die Linien S8, S85 und S9.

Auf dem Gelände des ehemaligen S-Bw Papestraße (gelegen zwischen den Bahnhöfen Tempelhof und Südkreuz), dessen Gleisanlagen und Hallen vollständig abgeräumt worden waren, begannen im Mai 2012 Bauarbeiten zur Errichtung der Zugbildungsanlage Tempelhof. In diesem Zusammenhang wurde südlich des Streckengleises Tempelhof – Südkreuz eine Lärmschutzwand errichtet.

Fern- und Gütergleise[Bearbeiten]

Die Ringbahn in Berlin-Wilmersdorf, Blick vom Funkturm. S-Bahn-Gleise (links) und Gütergleise (rechts).

Im Rahmen des sogenannten Pilzkonzepts sind die Ferngleise im nördlichen Teil der Ringbahn für den Regional- bzw. Fernverkehr ausgebaut und elektrifiziert worden. Im Bereich der Ringbahn dient der Bahnhof Berlin Gesundbrunnen dem Regional- und Fernverkehr und der Haltepunkt Jungfernheide dem Regionalverkehr.

Die Fern- und Gütergleise der Ringbahn sind seit vielen Jahren nicht mehr durchgängig befahrbar. Regelmäßig befahren ist derzeit (Stand Juni 2012) der Nordring zwischen Westkreuz (Abzweig zur Wetzlarer Bahn), Jungfernheide, Abzweig zum Hauptbahnhof, Gesundbrunnen und Frankfurter Allee (Abzweig zum Bahnhof Lichtenberg) sowie ein kurzes Stück des Südrings zwischen Neukölln (Abzweig zur Görlitzer Bahn) und Tempelhof (Abzweig zur Anhalter Bahn).

Im Bereich Schöneberg und Ostkreuz sind die Ferngleise der Ringbahn derzeit unterbrochen. Ursächlich waren und sind die Bauarbeiten am Ostkreuz (neuer Umsteigebahnhof der S-Bahn), die Bauarbeiten am Südkreuz (neuer Fernbahnhof) und die in den 1970er Jahren veränderten Gleistrassen am Treptower Kreuz, die den Ringschluss der Gütergleise erschweren. Außerdem wurde vom September 2010 bis Frühjahr 2012 die Brücke für die Gütergleise am Bahnhof Schöneberg erneuert, um zukünftig auch wieder den südlichen Teil des Innenrings nutzen zu können.[5] Die Gütergleise des Südrings sowie die Verbindungskurven zur Anhalter Bahn und zur Görlitzer Bahn sind bislang auch noch nicht elektrifiziert. Die Wiederherstellung der Befahrbarkeit und die Elektrifizierung des südlichen Innenrings sowie der Aufbau eines Elektronischen Stellwerks wird derzeit konzipiert. Die Wiederaufnahme des Fernbahn- und Güterverkehrs war ursprünglich für das Jahr 2014 vorgesehen.[6] Mitte 2013 wurde bekannt, dass eine Wiederinbetriebnahme nicht vor 2017 erfolgen wird. Eine Elektrifizierung des Streckenabschnitts ist nicht mehr vorgesehen, da ein hierfür nötiges Planfeststellungsverfahren umfangreiche Schallschutzmaßnahmen erzwingen würde, was die Elektrifizierung insgesamt unwirtschaftlich macht.[7]

Die Mehrzahl der ehemaligen Ring-Güterbahnhöfe ist stillgelegt beziehungsweise abgebaut worden. Noch in Betrieb ist der Güterbahnhof Neukölln – Anschluss (über Treptow Gbf) an die Industriebahn Berlin und Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn, für diesen werden noch Teile des ehemaligen Güterinnenrings im Bereich von Neukölln und Tempelhof genutzt. An den Güterbahnhof Moabit ist der Westhafen über ein Anschlussgleis angebunden.

Personenverkehr mit Regional- oder Fernbahnzügen ist auf dem südlichen Teil der Ringbahn derzeit nicht geplant, noch Mitte der 1990er Jahre wurde am Bahnhof Hermannstraße die Option für den späteren Bau eines Regionalbahnsteigs planerisch berücksichtigt.

Seitenäste und Verbindungskurven[Bearbeiten]

Die Südringspitzkehre in Schöneberg um 1893

S-Bahn[Bearbeiten]

Von den Ringgleisen der S-Bahn gehen und gingen Seitenäste in folgende Richtungen:

Verbindungskurven zwischen der Ringbahn und der Stadtbahn gibt es an den Bahnhöfen Ostkreuz und Westkreuz.

  • Die Südringkurve in Ostkreuz wurde bis zum Abend des 28. August 2009 regelmäßig von der S-Bahn-Linie 9 befahren, es hielten jedoch nur die stadteinwärts fahrenden Züge. Diese Verbindungsstrecke wird derzeit abgerissen und komplett neu errichtet. Sie war bis zuletzt zweigleisig und soll auch mit zwei Gleisen, jedoch ohne Bahnsteige, wiederaufgebaut werden.
  • Die Nordringkurve in Ostkreuz ist seit dem 28. Mai 2006 stillgelegt und abgebaut. Bereits zuvor konnte nur noch das Gleis von der Ringbahn in Richtung Stadtbahn befahren werden; das Gleis Richtung Ringbahn war bereits gesperrt.
  • Eine Verbindung von Charlottenburg nach Westend (Nordringkurve) wurde bis 1944 genutzt und nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut.
  • Die Verbindungskurve von Charlottenburg nach Halensee (Südringkurve) wurde Anfang der 1990er Jahre nur noch eingleisig für Überführungs- und Sonderfahrten wiederaufgebaut. Momentan regelmäßig werktags im Personenverkehr von einigen ein- und aussetzenden Zügen der Linien S41/S42 und S46 genutzt.

Die Südringspitzkehre zum Potsdamer Bahnhof wurde 1944 nach Kriegsschäden unterbrochen und nicht wiederaufgebaut. Ein Wiederaufbau wird allerdings perspektivisch in den Planungsoptionen der S21 diskutiert.

Fern- und Gütergleise[Bearbeiten]

Von den Fern- und Gütergleisen der Ringbahn gibt und gab es folgende Verbindungen:

Literatur[Bearbeiten]

  • Leo Favier, Aisha Ronniger, Andrea Schulz, Alexander Schug (Hg.): Ring frei! Erkundungstour Ringbahn Berlin, Vergangenheitsverlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-940621-04-7.
  • Berliner S-Bahn Museum: Strecke ohne Ende – Die Berliner Ringbahn, Verlag GVE, Berlin 2002, ISBN 3-892-18074-1.
  • Michael Bienert, Ralph Hoppe: Eine Stunde Stadt, Berlin Edition, Berlin 2002, ISBN 3-814-80096-6.
  • Peter Bley: 50 Jahre Berliner S-Bahn, In: Berliner Verkehrsblätter, 21. Jg. 1974.
  • Peter Bley: Die Berliner S-Bahn: Gesellschaftsgeschichte eines industriellen Verkehrsmittels, 7. Auflage, Alba, Düsseldorf 1997.
  • Peter Bley: Berliner S-Bahn: vom Dampfzug zur elektrischen Stadtschnellbahn, Alba, Düsseldorf 1980.
  • Waldemar Suadicani: Berliner Ringbahn bei Zeno.org. Artikel aus: Viktor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, 2. Aufl. 1912–1923, Bd. 2, S. 243 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berliner Ringbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung Neues Ringbahnkonzept und Fußball-WM lockten 2006 fünf Prozent mehr Fahrgäste in die rot-gelben Züge der S-Bahn Berlin GmbH, 28. Dezember 2006
  2. Luftreinhalte- und Aktionsplan Berlin 2005–2010. Abgerufen am 1. August 2013 (PDF; 736 kB). „Berliner Innenstadt innerhalb des S-Bahnringes (‚Großer Hundekopf‘)“
  3. a b c d e f Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Projekte zwischen Berlin und Ostsee. Broschüre mit Stand vom 1. Februar 2006, Berlin, S. 5.
  4. Christian Tietze: „Schlussstein“ am Berliner S-Bahn-Ring. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2002, ISSN 1421-2811, S. 363 f.
  5. Südring wird Umleiterstrecke. In: Signal (Verkehrszeitschrift) 6/2010. S. 12, abgerufen am 24. August 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDrucksache 17/10373. Abgeordnetenhaus Berlin, 7. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 (PDF; 43 kB).
  7. Südringaufbau reduziert und verzögert. In: Signal (Verkehrszeitschrift) 3/2013. S. 16, abgerufen am 24. August 2014.