Indium(III)-selenid

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Kristallstruktur
Struktur von Indium(III)-selenid
__ In2+     __ Se2−
Allgemeines
Name Indium(III)-selenid
Verhältnisformel In2Se3
CAS-Nummer 12056-07-4
PubChem 6390731
Kurzbeschreibung

schwarze Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 466,516 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,67 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

890 °C[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​373​‐​410
P: 261​‐​273​‐​301+310​‐​311​‐​501 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23/25​‐​33​‐​50/53
S: (1/2)​‐​20/21​‐​28​‐​45​‐​60​‐​61Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Indium(III)-selenid ist eine Verbindung aus Indium und Selen. Durch ihre fotovoltaischen Eigenschaften ist die Verbindung Gegenstand intensiver Forschung.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Indium(III)-selenid kann durch Reaktion von Indium mit Selen gewonnen werden.[6]

\mathrm{2 \ In + 3 \ Se \longrightarrow In_2 Se_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Indium(III)-selenid ist ein schwarzer, ziemlich weicher Feststoff, der leicht löslich in starken Säuren ist.[6] Es sind in Summe fünf verschiedene Formen von Indium(III)-selenid bekannt, welche als α-, β-, γ-, δ-, κ- bezeichnet werden. Die beiden am stärksten verbreiteten Formen α- und β- weisen eine Wurtzit-Struktur mit Leerstellen im Kationengitter auf. Der Bandabstand von γ-In2Se3 beträgt ungefähr 1,9 eV [7].

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  G. A. Shaw, I. P. Parkin: Liquid Ammonia Mediated Metathesis:  Synthesis of Binary Metal Chalcogenides and Pnictides. In: Inorganic Chemistry. 40, Nr. 27, 2001, S. 6940-6947, doi:10.1021/ic010648s.
  2. a b Datenblatt Indium(III) selenide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. April 2011 (PDF).
  3. Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1195.
  4. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Selenverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Selenverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 5. März 2010 (JavaScript erforderlich)
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. a b  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 872.
  7. J. Jasinski, W. Swider, J. Washburn, Z. Liliental-Weber, A. Chaiken, K. Nauka, G.A. Gibson, C. Yang: Crystal structure of κ-In2Se3., In Applied Physics Letters, Volume 81, Ausgabe 23, UD 4356, 2002 doi:10.1063/1.1526925