Internationale Jugendgemeinschaftsdienste

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Logo der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste

Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) Bundesverein e.V. – Gesellschaft für internationale und politische Bildung – ist ein kirchlich und parteipolitisch unabhängiger, gemeinnütziger Verein der internationalen Jugendarbeit und eine der größten und ältesten Workcamp-Organisationen der Bundesrepublik Deutschland. Heute sind die ijgd auch Träger von Langzeitfreiwilligendiensten wie u.a. dem Freiwilligen Jahr, dem Bundesfreiwilligendienst oder dem Internationalen Freiwilligendienst.

Vereinsstruktur und Vereinsziele[Bearbeiten]

Die ijgd bestehen aus einem Bundesverein, an den 13 Landesvereine angeschlossen sind. Der Vorstand des Vereins arbeitet ehrenamtlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten Schüler aus Hannover die ersten Workcamps, um den Wiederaufbau zu unterstützen, Feindbilder durch internationale Kontakte abzubauen und nach neuen, demokratischen Lebensformen zu suchen. Unterstützung bekamen die Schüler damals vom niedersächsischen Kultusministerium. 1949 fanden die ersten beiden Workcamps in Eschershausen und Dassel mit insgesamt 43 Jugendlichen statt und 1950 beteiligten sich 542 Teilnehmer in 26 Camps.

Zu den Workcamps sind im Laufe der Jahre weitere Aktivitäten hinzugekommen, die heute in 14 Landesvereinen mit sechs Geschäftsstellen und deren Regionalbüros organisiert werden. Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren können sich bei ijgd auch mittel- und längerfristig freiwillig im In- und Ausland engagieren: zum Beispiel im sozialen und ökologischen Bereich oder in der Denkmalpflege durch Bauhütten, ein besonderes Programm als Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege[1] in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz[2] als „Dekaden-Projekt“ der Deutschen UNESCO-Kommission.

1983 fand der erste Zyklus Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei ijgd in Nordrhein-Westfalen statt und 1993 erweiterte ijgd sein Spektrum mit dem Dienst Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Seit Juli 2011 kann auch der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei ijgd absolviert werden.

Durch die Aktivitäten des Vereins mit Sitz in Berlin sollen jungen Menschen gesellschaftliche Verhältnisse bewusst gemacht werden, so dass sie in einer demokratischen Gesellschaft eigenverantwortlich Entscheidungen treffen können, handeln und zur internationalen Völkerverständigung beitragen können. Diese Ziele umfassen die Förderung des Verständnisses und den Abbau von Vorurteilen zwischen Angehörigen verschiedener Nationen, sozialer Schichten, Religionen und Weltanschauungen. Für die Orientierung und Arbeit wurden Leitbilder für die ideelle Orientierung und Handlungs-Orientierung entwickelt, als „Säulen“ für die Arbeit der ijgd wurden definiert: interkulturelles Lernen, Freiwilligenarbeit, Selbstorganisation, Emanzipation der Geschlechter, ökologisches sowie soziales Lernen.

Leitbild von IJGD[Bearbeiten]

Alle von ijgd durchgeführten Projekte orientieren sich an pädagogischen Prinzipien, die die „sechs Säulen“ genannt werden. Dabei handelt es sich um Interkulturelles Lernen, Freiwilligenarbeit, Selbstorganisation, Soziales Lernen, Emanzipation der Geschlechter und Ökologisches Lernen:

Interkulturelles Lernen

In den international zusammengesetzten Gruppen in ijgd-Projekten finden interkulturelle Begegnungen statt. Die Teilnehmer lernen dabei gegenseitig ihre jeweilige Mentalität und Kultur kennen und verstehen. Im Projektalltag sollen so internationale Verständigung, gegenseitiger Respekt bei unterschiedlichen Einstellungen, Überwindung von Sprachbarrieren, demokratisches Verhalten, Offenheit und Toleranz gelernt werden.

Freiwilligenarbeit

Die Teilnehmer unterstützen durch ihren freiwilligen Einsatz ein Projekt, das für die lokale Bevölkerung oder für den Erhalt der Natur wichtig ist. Sie erhalten keinen Arbeitslohn, aber – je nach Projekt – meistens freie Kost und Logis.

Selbstorganisation

Die Gruppe organisiert z.B. Einkauf, Kochen und Freizeitprogramm selbst. Der Alltag wird nicht von der Gruppenleitung vorgegeben, sondern von den Teilnehmer weitgehend eigenverantwortlich gestaltet.

Soziales Lernen

Beim Zusammenleben in einer Gruppe kann es zu Interessenkollisionen kommen. In einer Gruppe müssen daher Kompromisse gefunden werden, die abweichende Meinungen zulassen, Eigenheiten von Teilnehmer tolerieren und auch Spannungen bewältigen. All dies fördert Selbst- und Mitverantwortung und initiiert soziales Lernen.

Emanzipation der Geschlechter

In der Begegnung mit Anderen können Teilnehmer an ijgd-Projekten beginnen, erlernte rollenspezifische Verhaltensweisen („typisch Mann - typisch Frau“) in Frage zu stellen und andere Formen des gleichberechtigten Umgangs miteinander finden. „Emanzipation der Geschlechter“ wurde 1986/87 als fünfte Säule in die ijgd-Pädagogik aufgenommen.

Ökologisches Lernen

Viele ijgd-Projekte haben ein ökologisches Thema als Arbeitsschwerpunkt. Aber auch im alltäglichen Zusammenleben in der Seminar- oder Workcamp-Gruppe stellen sich Fragen zu Ökologie und Müllvermeidung, zum Umgang mit Ressourcen etc. Im Jahr 2000 kam „Ökologisches Lernen“ als sechste Säule zur ijgd-Pädagogik hinzu.

Geschäftsstellen und Regionalbüros[Bearbeiten]

Die Arbeit der ijgd wird von sechs Geschäftsstellen und deren Regionalbüros aus organisiert.

Geschäftsstellen[Bearbeiten]

  • Die Geschäftsstelle Berlin ist Sitz der Landesvereine Berlin e.V. und Sachsen e.V.;
  • Die Geschäftsstelle Bonn ist Sitz der Landesvereine Baden-Württemberg e.V., Hessen e.V., Nordrhein-Westfalen e.V., Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., Süddeutschland e.V. (Bayern).
  • Die Geschäftsstelle Halberstadt ist Sitz der Landesvereine Sachsen-Anhalt e.V. und Thüringen e.V. betreut.
  • Die Geschäftsstelle Hildesheim ist Sitz der Landesvereine Hamburg/Schleswig-Holstein e.V. und Niedersachsen e.V.
  • Die Geschäftsstelle Potsdam ist Sitz des Landesvereins Brandenburg e.V.
  • Die Geschäftsstelle ist Wismar Sitz des Landesvereins Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Regionalbüros[Bearbeiten]

  • Regionalbüro Agathenburg: Jugendbauhütte im Landkreis Stade
  • Regionalbüro Duisburg: Jugendbauhütte Duisburg/ Raesfeld
  • Regionalbüro Erfurt: ijgd – FÖJ Thüringen
  • Regionalbüro Görlitz: Jugendbauhütte Görlitz
  • Regionalbüro Hamburg
  • Regionalbüro Lübeck
  • Regionalbüro Magdeburg
  • Regionalbüro Marburg: Jugendbauhütte Romrod
  • Regionalbüro Mühlhausen: Jugendbauhütte Mühlhausen
  • Regionalbüro Potsdam: Jugendbauhütte Brandenburg/ Berlin, Gartendenkmalpflege und FÖJ
  • Regionalbüro Regensburg: Jugendbauhütte Regensburg
  • Regionalbüro Soest: Jugendbauhütte Soest
  • Regionalbüro Stralsund: Jugendbauhütte Stralsund/ Szczecin

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD)
  2. Jugendbauhütten