Internierungslager Hwasŏng

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Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 화성 제16호 관리소
chinesische Schriftzeichen: 化城 第十六 號管理所
Revidierte Romanisierung: Hwaseong Je16ho Gwalliso
McCune-Reischauer: Hwasŏng Che16ho Kwalliso

Das Internierungslager Hwasŏng (auch Hwasong) ist ein Arbeitslager in Nordkorea überwiegend für politische Gefangene. Der offizielle Name ist Kwan-li-so (Straflager) Nr. 16.

Lage[Bearbeiten]

Das Lager liegt im Kreis Hwasŏng, Provinz Hamgyŏng-pukto in Nordkorea. Es liegt etwa 10 km westlich der Stadt Hwasŏng in einem abgelegenen Bergtal am Oberlauf des Flusses Hwasongchon. Die westliche Begrenzung ist der Berg Mantap-san (2205 m). Im Norden und Osten reicht das Lager bis an das Tal des Flusses Orangchon.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Lager Hwasŏng ist als lebenslange Strafkolonie angelegt, aus der es keine Entlassung gibt. Das Eingangstor an der Straße von Hwasŏng und die Umzäunung mit einigen Wachtürmen sind auf Satellitenbildern gut zu erkennen.[2] Das Lager ist ca. 549 km² groß[3] und damit das flächenmäßig größte Lager in Nordkorea. Insgesamt leben im Lager Hwasŏng etwa 10.000 Gefangene, viele davon innerparteiliche Gegner von Kim Jong-il und ihre Familien.[4]

Funktion[Bearbeiten]

Das Lager dient dazu politische Gegner lebenslang aus der Gesellschaft auszuschließen. Darüber hinaus werden diese Menschen so weit wie möglich für harte und gefährliche Arbeit ausgebeutet. Das nordkoreanische Atomversuchsgelände P'unggye-ri am Berg Mantap-san[5] liegt nur ca. 2 km westlich des Lagers. Mehrere Dissidenten hatten davon gehört, dass politische Gefangene zur Errichtung der Tunnel und unterirdischen Anlagen gezwungen würden, sowie zu Arbeiten, bei denen sie radioaktiver Strahlung ausgesetzt gewesen seien.[6]

Menschenrechtssituation[Bearbeiten]

Bisher ist noch keinem Gefangenen die Flucht ins Ausland gelungen, sodass es keine Augenzeugenberichte über die Menschenrechtssituation im Lager gibt. Es gibt Berichte über eine Massenflucht,[7] nach der die meisten Flüchtlinge allerdings wieder gefasst wurden.

Gefangene (Augenzeugen)[Bearbeiten]

Bisher ist noch keinem Gefangenen die Flucht aus dem Lager ins Ausland gelungen, sodass es keine Augenzeugenberichte von Insassen über das Lager gibt. Allerdings berichtete ein geflohener Wärter über die Umstände in dem Lager.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel/Luftbild “Nordkoreas Geheimnisse: Gefangenenlager 16”, Der Spiegel, 25. Mai 2009
  2. Google Maps: Eingangstor mit Umzäunung und Wachtürmen, Stand: 5. August 2009
  3. Artikel „North Koreas Hard Labor Camps“ mit interaktiver Karte, Washington Post, 20. Juli 2009
  4. The Hidden Gulag: Kwan-li-so Political Panel Labor Colonies (Abschnitt: Other Kwan-li-so ) (Seite 78 -79). The Committee for Human Rights in North Korea, abgerufen am 21. September 2012 (PDF; 5,5 MB, englisch).
  5. Google Maps: Tunneleingang mit Versorgungseinrichtungen südlich des Gipfels, Stand: 5. August 2009
  6. Artikel “The Terrible Secrets of N. Koreas Mount Mantap”, Chosun Ilbo, 3. Juni 2009
  7. Artikel “120 Prisoners Escape a North Korean Political Concentration Camp”, Daily NK, 6. Februar 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

41.268505129.391211Koordinaten: 41° 16′ 7″ N, 129° 23′ 28″ O