The Washington Post

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The Washington Post
Beschreibung US-amerikanische Tageszeitung
Sprache Englisch
Verlag The Washington Post Company, Washington, D.C. (Vereinigte Staaten)
Erstausgabe 6. Dezember 1877
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(ABC)
werktags ca. 400.000,
sonntags ca. 600.000[1] Exemplare
Chefredakteur Marcus Brauchli
Herausgeberin Katharine Weymouth
Weblink www.washingtonpost.com
ISSN 0190-8286
Redaktionsgebäude der Washington Post
Das Gebäude der Washington Post im Jahr 1948
Im Jahr 1902 in der Washington Post publizierter Ursprung vom Teddybär

The Washington Post ist die größte Tageszeitung in Washington, D.C. in den USA. Die „Post“ wurde 1877 gegründet und ist damit die älteste noch erscheinende Zeitung in der Hauptstadt der USA. Sie ist Teil der Washington Post Company, zu der unter anderem auch verschiedene Fernsehsender gehören.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Ein Mädchen liest die Washington Post vom 21. Juli 1969 mit der Schlagzeile „The Eagle Has Landed – Two Men Walk on the Moon“ (Der Adler ist gelandet – zwei Menschen spazieren auf dem Mond) über die ersten Menschen auf dem Mond.

Die Washington Post erschien am 6. Dezember 1877 in einer erstmaligen Auflage von zehntausend Exemplaren und hatte damals einen Gesamtumfang von vier Seiten. Zeitungsgründer war der Demokrat und Journalist Stilson Hutchins.

Zu den Autoren der Anfangszeit gehörte unter anderem der damals noch relativ unbekannte spätere US-Präsident Theodore Roosevelt.

Nach dem Verkauf an den Republikaner Frank Hatton zwölf Jahre später schwenkte sie auf einen konservativeren Kurs. Dieser änderte sich wiederum 1905, als der Demokrat John McLean die „Post“ kaufte. Die Zeitung erlebte einen Aufschwung in Auflage und Anzeigenerlösen. Doch nachdem McLean jun. die Zeitung übernommen hatte, ging es mit ihrem Erfolg abwärts. Tiefpunkt war die Versteigerung 1933.

Der Kalifornier Eugene Meyer erwarb die Zeitung. Der Bankier machte daraus ein florierendes Unternehmen, so dass nach dem Zweiten Weltkrieg täglich über 160.000 Exemplare erschienen. Sein Schwiegersohn Philip Graham übernahm die Leitung des Unternehmens. Er konnte dabei auf ein gewachsenes Team guter Journalisten bauen. Dazu gehörte auch seine Frau Katharine, die 1939 als Journalistin (mit familiär bedingten Unterbrechungen) ihren Weg im Konzern begann, und ihn nach dem Suizid ihres Mannes 1963 zu einem Medienimperium ausbaute, zu dem Rundfunk- und TV-Sender ebenso wie Tageszeitungen und Magazine gehören. 1954 war der in Washington ebenfalls als Morgenzeitung ehemals in größerer Auflage erscheinende Washington Times-Herald (hervorgegangen aus der Fusion der Washingtoner Zeitungen Times und Herald) erworben worden. Nach der Zusammenlegung erschien die Zeitung zunächst unter beider Namen, bis der Titel Times-Herald immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwand. 1960 übernahm die Washington Post Company zudem das in New York erscheinende Magazin News-Week (später: Newsweek).

Im Juni 1971 riskierte die Washington Post viel für die Pressefreiheit, als sie die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere fortsetzte, was der New York Times bereits verboten worden war.[2] Ihre beiden Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein verschafften ihr durch die Aufdeckung der Watergate-Affäre im Jahr 1972 Weltruhm.

1973 stieg Investor Warren Buffett mit 10 % bei der Post ein und übernahm bis zu seinem Ausscheiden in den Ruhestand 2011 die Leitung des Aufsichtsrats. Er verlieh dem Unternehmen das Erscheinungsbild des wirtschaftlichen Erfolgs.

Mit der New York Times zusammen gab die „Post“ die weltweit erscheinenden „International Herald Tribune“ heraus. Am 30. Dezember 2002 übernahm die New York Times Company jedoch den Aktienanteil der „Post“ und gibt die „Tribune“ seitdem allein heraus. 2010 gab die Post Newsweek für einen symbolischen Dollar ab.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Washington Post leidet darunter, dass sie zwar nationale Verbreitung hat, aber ihre langjährigen Mehrheitseigentümer regional orientiert sind.[3] Weltweit Büros zu unterhalten, war primär ein Service für die regionale Leserschaft, den sich die Zeitung leisten konnte, bis mit zunehmender Akzeptanz des Internets ihre Auflage binnen einzelner Jahre im sechsstelligen Bereich reduziert werden musste. Die Zeitung hat seit 2003 in mehreren Runden die Mitarbeiterzahl abgebaut und auswärtige Büros geschlossen. Ab Ende 2009 verblieben im Newsroom noch nur 700 statt sechs Jahre zuvor 900 Redakteure, und neben dem Stammsitz nur noch Büros im Ausland.[4] In Europa verblieb das Büro der Washington Post in London.[5] Die Notwendigkeit für radikale Einschnitte wurde zunächst gemindert, weil die Post 1984 im Rahmen einer Diversifizierungsstrategie das Unternehmen Kaplan gekauft hatte, das private und gewinnorientierte Colleges betreibt. Da Kaplan in den 1990er Jahren einen gewaltigen Aufschwung nahm, konnten die Verluste der Post im Gesamtunternehmen lange quersubventioniert werden.

Literatur [Bearbeiten]

  • Deborah Davis: Katharine the Great. Katharine Graham and Her Washington Post Empire, Sheridan Square Press, New York 1991, ISBN 0-941781-14-3.
  • Martin L. Fleming: Inside the Washington Post, Vintage Press, New York 1996, ISBN 0-533-11818-2.
  • Katharine Graham: Wir drucken! Die Chefin der Washington Post erzählt die Geschichte ihres Lebens, Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-61199-6.

Weblinks [Bearbeiten]

Belege [Bearbeiten]

  1. Top 25 U.S. Newspapers for September 2012. Alliance for Audited Media. Abgerufen am 19. Januar 2013.
  2. Douglas O. Linder: The Daniel Ellsberg (Pentagon Papers) Trial: A Chronology. University of Missouri–Kansas City. Abgerufen am 19. Januar 2013.
  3. Sarah Ellison: Ghosts in the Newsroom. Vanity Fair. April 2012. Abgerufen am 19. Januar 2013.
  4. Bill Carter: Washington Post to Shut U.S. Bureaus. The New York Times. 24. November 2009. Abgerufen am 19. Januar 2013.
  5. Washington Post Foreign Bureaus. The Washington Post. Abgerufen am 19. Januar 2013.