Isabelle Dinoire

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Isabelle Dinoire (* 1967, aus Valenciennes, Frankreich) ist der erste Mensch, dem erfolgreich ein Gesicht transplantiert wurde. Die Mund- und Nasenpartie ihres eigenen Gesichts war im Mai 2005 durch einen Biss ihres Labrador-Mischlings vollkommen zerstört worden. Am 27. November 2005 führten französische Ärzte die Operation durch, bei der der Patientin die untere Gesichtspartie einer bereits hirntoten Frau verpflanzt wurde. Die Transplantation umfasste die Haut von Nase, Mund, Kinn und Teilen der Wangen.

Am 6. Februar 2006 wandte sie sich erstmals nach der Operation in Form einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit. Sie sagte, dass die über fünfmonatige Wartezeit bis zur Operation sehr schwierig für sie war. Sie äußerte die Hoffnung, dass ihr Fall dazu beitrage, künftig auch „anderen zu helfen, wieder zu leben“. Auch hoffe sie, bald wieder „ein normales Leben führen“ zu können, obwohl noch viele Rehabilitationsanstrengungen vor ihr lägen. Sie dankte den Ärzten und der toten Organspenderin, welche ihr durch die Spende ermögliche, ein „zweites Leben“ zu führen.

Ende November 2006 konnte sie das transplantierte Gesicht so weit kontrollieren, dass ein Lächeln möglich wurde. Innerhalb dieses Zeitraumes hatte ihr Immunsystem das Transplantat jedoch zwei mal fast abgestoßen, die Mediziner konnten dies jedoch mit Medikamenten unterbinden.

Kritiker halten die Gesichtstransplantation in diesem Fall für verfrüht, da man auch durch Eigenhautverpflanzungen hätte versuchen können, ein akzeptables Resultat zu erzielen. Die Transplantation von Fremdhaut berge große Abstoßungsgefahren und gehe daher mit einer lebenslangen starken Medikation zur Immunsuppression einher, die weitere Gesundheitsrisiken berge, so die Kritiker. Die ausführenden Ärzte hingegen halten die Gesichtstransplantation nach wie vor für die richtige Entscheidung und für einen Erfolg.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Gesichtstransplantation: Das Lächeln ist zurück“, F.A.Z., 27. Dezember 2007

Weblinks[Bearbeiten]