Maubeuge

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Maubeuge
Wappen von Maubeuge
Maubeuge (Frankreich)
Maubeuge
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Avesnes-sur-Helpe
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Koordinaten 50° 17′ N, 3° 58′ O50.2769444444443.9725130Koordinaten: 50° 17′ N, 3° 58′ O
Höhe 122–167 m
Fläche 18,85 km²
Einwohner 31.103 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.650 Einw./km²
Postleitzahl 59600
INSEE-Code
Website www.ville-maubeuge.fr
.

Maubeuge (niederländisch Mabuse) ist eine französische Stadt mit 31.103 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Nord in der Region Nord-Pas-de-Calais. Sie liegt auf beiden Seiten des Flusses Sambre, der hier kanalisiert ist.

Als eine Stadtfeste [1] ist Maubeuge eine alte Bastionsbefestigung, die als Zentrum eines umfassten Lagers mit ca. 25 Kilometer Durchmesser diente. Sie wurde zum größten Teil nach dem Krieg von 1870/71 erbaut; nach dem Aufkommen der Brisanzgranate um 1890 wurde sie modernisiert und verstärkt (wie viele andere Festungen auch, siehe z.B. Barrière de fer).

Geschichte[Bearbeiten]

Sieger von Wattignies

Maubeuge (Malbodium) verdankt seinen Ursprung einem Doppelkloster für Mönche und Nonnen, das im 7. Jahrhundert von der Heiligen Adelgunde, einer Merowingerin, gegründet wurde, deren Reliquien in der Kirche verwahrt werden. Die Stadt gehörte in der Folge zur Grafschaft Hainaut. Sie wurde niedergebrannt von Ludwig XI., von Franz I. und von Heinrich II. von Frankreich. Schließlich wurde sie 1678[2] im Frieden von Nimwegen Frankreich (damals unter Ludwig XIV.) zugesprochen.

Ludwig XIV. ließ die Stadt von Vauban zur Festung ausgebaut. Im Ersten Koalitionskrieg wurde sie 1793 vom österreichischen Prinzen Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld belagert. Diese Blockade endete dank des Sieges der Franzosen in der Schlacht bei Wattignies[3] vom 15. und 16. Oktober 1793. An diese Ereignisse erinnert ein Denkmal in der Stadt. Auch im Juni 1794 fand eine Schlacht bei Maubeuge statt.[4]

1814 wurde Maubeuge von einem Heer der Koalition erfolglos belagert. Bei einer erneuten Belagerung kapitulierte sie am 18. Juni 1815, drei Tage nach der Schlacht von Waterloo.

Deutsche Soldaten während der Besetzung im Ersten Weltkrieg, 1914

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von Juli 1870 bis Mai 1871 entstanden nach Plänen des Generals und Militäringenieurs Séré de Rivières der Festungsring von Maubeuge: das Fort von Leveau in Feignies und fünf weiteren Festungen und sechs Zwischenbauten. Sie wurde um die von Vauban (1633–1707) erbaute Zitadelle angelegt und galt als große Stütze der Grenzverteidigung.[5]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Dem Schlieffen-Plan folgend marschierte die deutsche Armee am 4. August 1914 in Belgien ein. Sie wollte das neutrale Belgien mit Infanterie, Kavallerie und Artillerie durchqueren, um danach Paris einzunehmen. Davon erhoffte man sich einen raschen Sieg über Frankreich. Obwohl die Alliierten versuchten, die deutschen Truppen bei Lüttich und Namur aufzuhalten (siehe Grenzschlachten#Erster_Weltkrieg), ging der deutsche Vormarsch in Richtung französisch-belgischer Grenze weiter.

Vom 28. August bis 8. September 1914 wurde die Festung Maubeuge von der Armee des Deutschen Kaiserreichs belagert (Belagerung von Maubeuge). Diese erste Belagerung im Ersten Weltkrieg auf dem Territorium Frankreichs endete durch Kapitulation der Festung.[6]

Am 28. August 1914 stießen 60.000 deutsche Soldaten auf den Festungsring von Maubeuge und begannen sofort mit dessen Belagerung. Die Artillerie beschoss und zerschoss die Verteidigungsanlagen nach und nach mit ihren Granaten. Mit ihrem veralteten Material konnte die französische Verteidigung sich nicht adäquat wehren. Am 7. September gab der Festungsgouverneur General Joseph Fournier die Kapitulation bekannt; diese wurde am 8. September wirksam.[7] Die Belagerung von Maubeuge dauerte mehr als zwei Wochen; die Deutschen machten bei der Kapitulation der Festungsstadt etwa 45.000 Gefangene.[7]

Ein Museum im Fort de Leveau in Feignies informiert heute über die Geschichte der Festungsanlage.[7]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs belagerten Truppen der Wehrmacht Maubeuge ab dem 21. Mai 1940.[8] Sie schossen das historische Zentrum in Brand; danach waren 90 % der Gebäude zerstört.

Am 26. August 1944 hatte Paris kapituliert; in den Tagen danach rückten die westalliierten Truppen sehr zügig vor. Am 2. September 1944 befreiten US-Truppen unter General Maurice Rose Maubeuge; am gleichen Tag schlossen sie im Kessel von Mons zahlreiche deutsche Truppen ein.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gibt bedeutende Gießereien, Schmiedebetriebe und Hochofenbetriebe, sowie Hersteller von Werkzeugmaschinen und Porzellan. Von 1902 bis 1951 war die Stadt durch eine elektrische Straßenbahn mit der Nachbarstadt Hautmont verbunden, die ebenfalls ein Zentrum der Metallindustrie darstellt. Nahe Maubeuge findet sich ein Renault-Werk (Maubeuge Construction Automobile), wo unter anderem der Renault Kangoo und in Kooperation der Mercedes-Benz Citan hergestellt werden. Vor 1959 wurden hier Autobusse der Marke Chausson gebaut.

Institutionen und Schulen[Bearbeiten]

Die Stadt hat ein Handels-Schiedsgericht sowie ein städtisches College, eine Handelsschule und eine Berufsschule.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Maubeuge unterhält Partnerschaften mit

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maubeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf.
  2. www.ville-maubeuge.fr (französisch)
  3. Bataille de Wattignies.; Wattignies 1793.
  4. Dabei könnte es - die Quellen sind unklar am 2. (sowie 11. und 13.) Juni 1794 die erste Luftaufklärung gegeben haben
  5. Die Belagerung von Maubeuge (25. August bis 8. September 1914).
  6. Fort Cerfontaine Postkarte.
  7. a b c Feignies – das Fort de Leveau. In: Wege der Erinnerung des Ersten Weltkriegs im Nord-Pas de Calais. Regionales Fremdenverkehrsamt des Nord-Pas de Calais, abgerufen am 24. November 2012.
  8. Kriegstagebuch
  9. zur Lage und zum weiteren Vormarsch siehe auch The Drive Beyond the Seine, S. 660 und 672 sowie S. 682