Cetraria islandica

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Isländisches Moos)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Isländisches Moos ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die manchmal auch so bezeichnete Rentierflechte siehe Cladonia rangiferina.
Isländisches Moos
Isländisches Moos (Cetraria islandica)

Isländisches Moos (Cetraria islandica)

Systematik
Klasse: Lecanoromycetes
Unterklasse: Lecanoromycetidae
Ordnung: Lecanorales
Familie: Parmeliaceae
Gattung: Cetraria
Art: Isländisches Moos
Wissenschaftlicher Name
Cetraria islandica
(L.) Ach.
Illustration des Isländischen Moos (Cetraria islandica) aus Köhler's Medizinal-Pflanzen von 1887
Isländisches Moos in Form der Moosdroge (Lichen islandicus)
Braun gefärbtes Exemplar an vollsonnigem Standort.

Cetraria islandica – auch Isländisches Moos , Islandmoos, Irisches Moos (nicht zu verwechseln mit Irisch Moos), Lichen Islandicus, Blutlungenmoos, Fiebermoos, Hirschhornflechte oder Graupen (österr.) – ist eine polsterförmig wachsende Strauchflechte.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Flechte wird 4 bis 12 Zentimeter hoch, ihre einzelnen Triebe verzweigen sich geweihartig, sind starr, schuppig und oft rinnig verbogen, auf der Oberseite braungrün, auf der Unterseite weißgrün gefärbt. Die 3 bis 6 Millimeter flachen Bänder sind am Rand regelmäßig gezähnt.

Je nach Lichtexposition lagern die Flechten unterschiedliche Mengen eines braunen Pigments ein, das als Sonnenschutz dient. Flechten der Hochgebirge sind daher dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Sie ist in ganz Europa verbreitet, im Süden jedoch nur in höheren Lagen. Die größten Vorkommen gibt es im Gebirge, in den Schweizer Alpen meist zwischen 1500 und 2500 m Höhe und in Island (Polster bis zu 20 cm Dicke), wo sie eine Gefahr für Wanderer darstellen, da sie Spalten im Lavafeld verdecken; man findet die Pflanze aber auch im Flachland an offenen Standorten auf sandigen Böden. Sie ist typisch für Moore, lichte Kiefernwälder und Zwergstrauchheiden. In der Tundra oder an windexponierten Stellen im Hochgebirge bildet die Art gemeinsam mit anderen Flechten flächendeckende Rasen aus.

Isländisches Moos in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die erste bekannte Beschreibung findet sich in einem Arzneimittelverzeichnis von 1672. Isländisch Moos galt als Mittel gegen Abmagerung, Durchfall und Erkrankungen der Atemwege wie Keuchhusten, Asthma und Lungentuberkulose. In der modernen Medizin ist Isländisch Moos vor allem indiziert bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum[1] und darum Bestandteil vieler Lutschtabletten[2] und Erkältungstees.

Die Flechte wird im Spätsommer und Herbst bei trockener Witterung gesammelt. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu schonen, sollte das Kraut langsam an einem abgedunkelten Ort trocknen.

Inhaltsstoffe und Wirkungen[Bearbeiten]

Als therapeutisch wirksame Bestandteile enthält Isländisch Moos Bitterstoffe, Flechtensäuren, Iod, Schleimstoffe und die Vitamine A, B1 und B12.[3]

Es wirkt reizlindernd und stärkend auf die Schleimhäute im Mund und Rachen[3], auch bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut wird es verwendet. Weiter wirkt es gegen Brechreiz, appetitsteigernd, belebend und kräftigend (tonisierend). Den Flechtensäuren wird leicht antibakterielle Wirkung nachgesagt.[3]

Bei hartnäckiger Akne kann eine Therapie mit Isländisch Moos versucht werden.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marbach / Kainz: BLV Naturführer Moose, Farne und Flechten, München 2002, ISBN 3-405-16323-4
  • Nash, T. H. III (ed.) 'Lichen Biology', Cambridge University Press, Cambridge, 2010, ISBN 978-0-521-87162-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. B. Rahfeld: Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen; 1. Aufl.; Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, 2009, ISBN 978-3-8274-1951-4; S.282; Bezugnahme auf Monographie der Kommission E
  2. Werbung für Broncholind bei Klosterfrau
  3. a b c d Isländisches Moos in Heilpflanzenpraxis heute bei books.google.de (abgerufen am 11. April 2009)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cetraria islandica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!