Islamischer Dinar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Islamische Dinare und Dirhams der indonesischen Edelmetallraffinerie Logam Mulia.

Der Islamische Dinar ist eine auf Gold basierende Ersatz-Währung.

Der Islamische Gold-Dinar ist eine Medaille, die von Mitgliedern der sufistischen Tariqa der Murabitun als Ausprägung einer goldgedeckten Ersatzwährung angeregt wurde. Ein Islamischer Dinar besteht aus 4,25 Gramm 22-karätigem Gold. Außerdem gibt es eine Medaille aus 3,0 Gramm Silber (Dirham), die als kleinere Einheit der Währung dienen soll. Die Medaille aus Gold zeigt die al-Haram-Moschee mit der Kaaba in Mekka, die Medaillen aus Silber zeigt die Prophetenmoschee mit Mohammeds Grab in Medina auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist bei beiden Medaillen die Schahada dargestellt.[1]

Als Zahlungsmittel propagiert, soll der Dinar als Ersatz- oder Gegenwährung zum US-Dollar Verwendung finden und diesen im Rahmen des islamischen Bankwesens und des islamischen Finanzwesens in der Umma ersetzen. Da der Koran ungedecktes Papiergeld („Schulden“, Fiat Money) verbiete, soll nach Ansicht der Murabitun die 100-prozentige Golddeckung wieder eingeführt werden. Damit werde die islamische Welt unabhängig vom Zinskapitalismus westlicher Prägung. Die Währung unterliege keiner Inflation. Allerdings werden die Probleme ignoriert, die seinerzeit die Aufgabe des Goldstandards erzwangen (insbesondere die unterschiedliche Entwicklung des Gold- und Silberpreises und die zu geringen weltweiten Gold- und Silberreserven).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee einer „Wiedereinführung“ der Goldbindung stammt von dem spanischen Professor Umar Ibrahim Vadillo, dem Gründer der Murabitun. Die ersten Medaillen wurden 1993 geprägt und an Mitglieder der Organisation verkauft. Seit 1997 gibt es den e-Dinar, für den Handel im Internet.

Vadillo erhielt die Unterstützung der Dubai Islamic Bank und der Regierung Malaysias. Die Bank bietet über ihre Tochterfirma e-dinar[2] (Niederlassungen in Dubai und Labuan) ein Online-Zahlungssystem an, dessen Verrechnungseinheit e-Dinar durch hinterlegtes Gold gedeckt sein soll. Gleichzeitig werden in der Dubaier Firma Islamic Mint auch Dinar-Medaillen geprägt und seit 2001 in der ganzen Welt verkauft. In Ostdeutschland wurde nach Angaben der Organisation eine nicht unbeträchtliche Anzahl Medaillen verkauft.

Malaysia hat mehrfach versucht, andere islamische Staaten für den bilateralen Handel in Golddinaren zu gewinnen, um vom US-Dollar unabhängiger zu werden; zuletzt im Juni 2005 bei einem Treffen der Organisation der Islamischen Konferenz. Außer einer unverbindlichen Absichtserklärung des Iran gab es jedoch keine Resonanz.

Status der Medaille[Bearbeiten]

Die Medaillen sind weder offizielles Zahlungsmittel noch eine Währung. Ihr Preis wird vom Materialwert und den Herstellungskosten bestimmt. Ihr Wert allein vom Materialwert abzüglich Verwertungskosten. Sie sind folglich am ehesten mit den seiner zeitigen Ausprägungen des ECU vor der Euroeinführung vergleichbar.

Obwohl die Medaille aus Gold einen hohen Goldanteil hat, wird sie zumindest in der westlichen Welt nicht als Anlagemünze verwendet. Da sie kein legales Zahlungsmittel ist, erkennt sie die EU nicht als Anlagemünze an. Als Konsequenz ist der Islamische Dinar nicht von der Einfuhrumsatzsteuer ausgenommen, was den legalen Kauf in Europa zusätzlich verteuert. (Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Oktober 1977, geändert durch die Richtlinie 98/80/EG des Rates vom 12. Oktober 1998; Bekanntgabe der Liste der von der Einfuhrumsatzsteuer befreiten Anlagemünzen gemäß Art. 26b Buchstabe A Ziffer ii) im Amtsblatt der Europäischen Union unter ABL. EU 2005 Nr. C 300 S.10).

Andere Verwendung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Islamischer Dinar findet bei der Islamic Development Bank Verwendung, hat aber mit dem Gold-Dinar nichts zu tun. Sie ist die interne Verrechnungseinheit der Bank und entspricht einem Sonderziehungsrecht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.e-dinar.com: Available Set, vgl. www.chiefacoins.com: Islamic Mint und Indonesische Wikipedia: Dinar emas Islam
  2. Website zu dem e-dinar Abgerufen: 8. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten]