Dinar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dinar (Begriffsklärung) aufgeführt.
heutiges Verbreitungsgebiet des Dinars:
  • Gegenwärtige Währung
  • Frühere Währung.
Dinar des Abbasiden-Kalifen al-Amin aus dem Jahre 811
Dinar des Fatimiden-Kalifen al-Muizz aus dem Jahre 969

Dinar (arabisch ‏دينار‎, DMG Dīnār) ist das historische Goldnominal im islamischen Kulturkreis. Die Bezeichnung lässt sich sprachlich vom römischen Denarius (Denarius aureus) herleiten. Geprägt wurde der Dinar erstmals im Zuge der Münzreform des Umayyaden Abd al-Malik im Jahre 696. Auch heute noch ist Dinar die Bezeichnung verschiedener Landeswährungen, meist arabischsprachiger Länder.

Die Anfänge des Dinar durch die Münzreform des Abd al-Malik[Bearbeiten]

In den ersten fünfzig Jahren der Islamischen Expansion hatten die erobernden Araber in den eroberten Gebieten zunächst die Münzen, die dort im Umlauf waren, nachgeahmt. Im Sassanidenreich wurde eine monometallische Silberwährung verwendet, die Byzantiner hingegen prägten ausschließlich Gold- und Kupfermünzen. In den früheren sassanidischen Provinzen wurden nach der islamischen Expansion weiterhin Münzen mit der Abbildung der Köpfe von Chosrau II. oder Yazdegerd III. auf dem Avers und einem Feuertempel auf dem Revers geprägt. Geändert wurde nur das Datum, sowie wurde eine kurze fromme Legende in Kufi und der Name des arabischen Herrscher hinzugesetzt. Vereinzelt gab es auch experimentelle Versuche islamische Symbole oder Portraits muslimischer Herrscher abzubilden. Erst ab 696, dem Jahr der Münzreform des Umayyaden Abd al-Malik, wurde in seinem Herrschaftsbereich ein bimetallisches Währungssystem, bestehend aus Goldmünze und Silbermünze, verwendet. Bei dem 696 eingeführten Dinar handelt es sich um die Goldmünze in diesem System: Hierfür wurde der byzantinische Solidus als Vorbild genommen und das Portrait des Kaisers Herakleios durch das Bildnis des Kalifen ersetzt. Im Anschluss wurden die bebilderten Münzen vollkommen durch anikonische, rein epigraphische Stücke ersetzt und somit das islamische Bilderverbot auch für Münzen durchgesetzt. Die islamische Expansion brachte es mit sich, dass der Dinar im frühen und hohen Mittelalter zur bedeutendsten Goldwährung der Welt wurde. Über einen Zeitraum von 750 Jahren bewies der Dinar hohe Stabilität. Mit Beginn der Renaissance schwand jedoch seine Bedeutung - außer in Nordafrika - durch die Verbreitung von Münztypen aus dem christlichen Kulturkreis. Wie früher die Kelten die griechischen und römischen Währungen imitierten, so ahmten auch die christliche Herrscher in Spanien, Sizilien und Jerusalem die arabischen Münzen nach. Als Beispiel wäre hier insbesondere der Tari, welcher in Sizilien, Malta und Süditalien verwendet wurde und stark vom arabischen Vierteldinar beeinflusst ist, zu nennen.

Moderne Währungen dieses Namens[Bearbeiten]

Nicht mehr in Gebrauch[Bearbeiten]

Auch die Unterteilung des iranischen Rial heißt Dinar, sie ist jedoch durch Inflation bedeutungslos geworden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip Grierson: The Monetary Reform of 'Abd al-Malik. in: Journal of the Economic and Social History of the Orient (JESHO), 3, 1960 S.241-264
  • Joseph Gilbert Manning: The ancient economy. Evidence and models, Stanford 2005
  • John Walker: A Catalogue of the Arab-Sassanian coins in the British Museum, London 1941

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dinare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien