Ixil

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Die Ixil sind ein indigenes Volk in Guatemala, dem knapp 100.000 Menschen angehören.[1]

Sie gehören zur Großgruppe Maya und leben im Departamento Quiché insbesondere in den Gemeinden Santa Maria Nebaj, San Gaspar Chajul und San Juan Cotzal im nordwestlichen Hochland Guatemalas. Die Region wird nach diesen drei Ixil-Städten auch „Ixil-Dreieck“ (triángulo ixil) genannt.

Die Ixil-Sprache zählt zum Quiché-Mam-Zweig der Maya-Sprachen.

In den 1970er und 1980er Jahren war das Gebiet der Ixil wichtiger Kriegsschauplatz im Guatemaltekischen Bürgerkrieg, wobei die Militärregierungen durch eine Politik der „Verbrannten Erde(tierra arrasada) den Aufständischen den Boden zu entziehen suchten. Besonders unter der Diktatur von General Efraín Ríos Montt kam es zu schweren Massakern, bei denen ein Sechstel der Ixil-Bevölkerung ums Leben kam.[2] Die Interessenvertretung der indigenen Völker Waqib Kej schrieb 2011 einen Brief an die UN, die Pérez Molina vorwarfen, aktiv am Völkermord, der Folter und der Zerstörung etlicher Dörfer beteiligt gewesen zu sein.[3][4][5] 2013 verpflichtete der oberste Gerichtshof die Regierung, sich bei den Ixil zu entschuldigen und bezeichnete das Vorgehen während des Bürgerkrieges als Völkermord[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 95.315 (0,8 %) laut XI Censo Nacional de Población y VI de Habitación (Censo 2002) - Pertenencia de grupo étnico. Instituto Nacional de Estadística. 2002. Abgerufen am 22. Dezember 2009.
  2. Guatemala: Memoria del Silencio - Agudización de la violencia y militarización del Estado (1979-1985)
  3. Allegation Letter sent to UN. Guatemala Human Rights Commission. 6. Juli 2011. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. Ian Bremmer: In Guatemala, troubles ahead and troubles behind. Foreign Policy. 21. Juli 2011. Abgerufen am 23. Juli 2011.
  5. Denuncian a Pérez Molina por genocidio y tortura de indígenas en Guatemala (Spanish) Europa Press. 20. Juli 2011. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  6. Artikel in der TAZ über den Gerichtsentscheid des Obersten Gerichtshofes

Literatur[Bearbeiten]

  • Benjamin N. Colby (1976): The Anomalous Ixil - Bypassed by the Postclassic? American Antiquity (Menasha, WI: Society for American Archaeology) 41 (1): pp. 74–80. ISSN 0002-7316. OCLC 1479302.
  • Benjamin N. Colby, Lore M. Colby (1981): The Daykeeper: The Life and Discourse of an Ixil Diviner. Cambridge, MA: Harvard University Press. ISBN 0-674-19409-8.
  • Benjamin N. Colby, Pierre L. Van Den Berghe (1969): Ixil Country: A Plural Society in Highland Guatemala. Berkeley: University of California Press.

Weblinks[Bearbeiten]