Jahreszeitenklima

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Das Jahreszeitenklima ist das Klima aller Klimazonen (außer den Tropen), in dem sich warme und kalte Jahreszeiten deutlich voneinander unterscheiden sowie die Tageslänge über die Dauer eines Jahres variiert. Die Jahrestemperaturamplitude (Temperaturschwankungen innerhalb eines Jahres) ist höher als die Tagestemperaturamplitude (Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages), weil der Einstrahlungswinkel von Sonnenstrahlen im Laufe des Jahres durch die Umdrehung der Erde um die Sonne variiert (siehe Jahreszeiten). Das Gegenteil herrscht in den Tropen und wird als Tageszeitenklima bezeichnet.

Entstehung des Jahreszeitenklimas[Bearbeiten]

Umlauf der Erde im die Sonne2.png

Diese jahreszeitabhängige Abweichung lässt sich auf den Neigungswinkel der Erdachse und den Umlauf derselben um die Sonne zurückführen. Ein Neigungswinkel der Erdachse von 0° verursacht demnach keine Jahreszeiten. Je stärker jedoch der Neigungswinkel ausfällt, desto größeren Einfluss hat der Neigungswinkel der Erde auf die auf der Erdoberfläche auftretende Strahlungsenergie.

Der Neigungswinkel der Erdachse beträgt 23,5°. Dies führt dazu, dass ein Strahlenpaket auf die polarnahen Breiten stets in einem anderen Winkel auftrifft als auf die tropischen: Es bedient durch den geringen Einfallswinkel eine relativ große Fläche und verliert auf seinem nun relativ langen Weg durch die Erdatmosphäre Energie: Je nach Jahreszeit – hervorgerufen durch die „Abneigung“ oder „Zuneigung“ der Hemisphäre – vergrößert oder verkleinert sich die zu versorgende Erdoberfläche und verlängert (oder verkürzt) sich der Weg der Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre, sodass eine relativ geringe (oder hohe) bodennahe Erwärmung erzielt werden kann: Entsprechend einer Heizung die ein kleines Zimmer mit Wärmeenergie versorgen muss, bedient die Energie im „Sommer“ eine relativ kleine Oberfläche (das ist am eindeutigsten zur Sommersonnenwende am 21. Juni der Fall), während auf der südlichen Hemisphäre während des Winters ein größeres Zimmer „bestrahlt“ werden muss – mit entsprechend niedriger Energieausbeute.

  • Der Effekt der Erdachsenneigung fällt in der polaren Zone besonders stark aus, sodass hier weniger von Jahreszeiten, sondern von Polartag und Polarnacht gesprochen werden kann: Dies sind am Nordpol halbjährliche Helligkeit (im Aphel), bzw. Dunkelheit (im Perihel).
  • In den subpolaren Breiten gliedern ein kurzer, relativ niederschlagsarmer Sommer sowie ein trockener und langer Winter das Jahr.
  • Mit zunehmender Annäherung zum Äquator untergliedern in den gemäßigten Breiten mildernde Übergangsbereiche – Frühling und Herbst – das Jahr: Hier ist die Äquinoktiallinie die Referenz, die – wie der Name sagt – das Datum der Tag-Nacht-Gleiche markiert: im Frühling, wie im Herbst.
  • In den Subtropen spricht man von Trockenzeit und Regenzeit: Diese wechseln halbjährlich ab und bilden eine „Verschärfung“ der jahreszeitlich bedingten Klimaverhältnisse: Es bilden sich extrem niederschlagsarme bis niederschlagsfreie Trockenzeiten und niederschlagsreichere Regenzeiten aus. In den Tropen letztlich bildet sich die innertropische Konvergenzzone (ITC) als zwar entscheidender Faktor mit erheblichem Einfluss auf die Klimazonierung und die globale, bzw. geozonale Ausprägung des Jahreszeitenklimas.

Am Äquator selbst entstehen jedoch aus genannten Gründen keine Jahreszeiten: Der Neigungswinkel hat hier den geringsten Effekt, sodass die Sonne ganzjährig nach zwölf Stunden sehr schnell unter und nach Ablauf der Nacht sehr schnell wieder aufgeht. So haben nur die Tageszeiten einen Effekt auf die Entwicklung der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit: Die Tagestemperaturamplitude bleibt ganzjährlich gleich (Tageszeitenklima). Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto größer fällt die Differenz jedoch aus, bis hin zur Polarnacht bzw. zum Polartag.

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