Jakob Lestschinsky

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Jakob Lestschinsky (auch Jacob Lestschinsky; * 26. August 1876 in Horodyschtsche, Ukraine; † 22. März 1966 in Jerusalem) war ein zumeist in Jiddisch, aber auch in Deutsch schreibender Statistiker und jüdischer Gelehrter, der sich besonders mit der wirtschaftlichen Lage der Juden Europas befasste.

Lestschinsky war ein Autodidakt, der 1903 eine erste Veröffentlichung zur Statistik hatte. Ab 1910 hielt er sich zum Studium in Zürich auf und kehrte 1913 nach Russland zurück. Ab 1920 war er Korrespondent der New Yorker jiddisch-sprachigen Zeitung Forverts in Berlin. 1925 gehörte er zu den Gründern des YIVO und leitete dessen Sektion für Wirtschaftsstatistik in Berlin. Obwohl er litauischer Staatsangehöriger war, wurde er am 11. März 1933 vier Tage lang von den Nationalsozialisten inhaftiert und wurde danach ausgewiesen. 1938 emigrierte er in die USA, 1959 ging er nach Israel.

Schriften[Bearbeiten]

  • Jüdische Bevölkerungsbewegung, 1926
  • Die Umsiedlung und Umschichtung des jüdischen Volkes im Laufe des letzten Jahrhunderts, Weltwirtschaftliches Archiv 30 (1929) 123-155
  • Das wirtschaftliche Schicksal des deutschen Judentums, 1932
  • Der wirtschaftliche Zusammenbruch der Juden in Deutschland und Polen. Paris: Exekutivkomitee für den jüdischen Weltkongreß 1936
  • Dos sovietishe Yudentum, 1941
  • Balance Sheet of Extermination, 1946 (berechnet die jüdischen NS-Opfer auf 5 978 000)

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Walk (Hrsg.), Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. München : Saur, 1988 ISBN 3-598-10477-4
  • Maria Kühn-Ludewig: Jiddische Bücher aus Berlin (1918-1936): Titel, Personen, Verlage, Kirsch, Nümbrecht, 2008 ISBN 978-3-933586-56-8
  • Gennady Estraikh: Jakob Lestschinsky: A Yiddishist Dreamer and Social Scientist. in: Science in Context, 2007 S. 215-237

Weblinks[Bearbeiten]