YIVO

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Das YIVO an der 16th Street in Manhattan, New York

Das Yidisher visnshaftlekher institut (ייִדישער װיסנשאַפֿטלעכער אינסטיטוט, Akronym: YIVO/ייִוואָ, dt. „Jiddisches (oder Jüdisches) Wissenschaftliches Institut“, englisch YIVO Institute for Jewish Research, früher Yiddish Scientific Institute) wurde 1925 nach Konferenzen in Berlin im damals polnischen Vilnius als akademische Einrichtung zum Studium jiddischer und ostjüdischer Kultur geschaffen. Zu den Gründern gehörten unter anderem Max Weinreich (1894–1969), Elias Tcherikower (1881–1943) und Nochum Shtif (1879–1933).

Das YIVO wurde durch seine Arbeiten zur jüdischen Geschichte, jiddischen Literatur und jiddischen Orthographie etc. zur Autorität im Bereich der jiddischen Sprache. Zu den Mitarbeitern gehörten unter anderem berühmte Wissenschaftler wie Simon Dubnow und Saul Ginsburg.

Der ursprüngliche Hauptsitz des Institutes war im seinerzeit polnischen Vilnius, Außenstellen gab es in Berlin, Warschau und New York City. 1940, nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde der Sitz nach New York verlegt, bevor die Nationalsozialisten 1941 das Institut in Vilnius plünderten. Die Außenstelle in Buenos Aires, die Fundación IWO, gibt es heute noch.

In den 1990er Jahren wurde älteres YIVO-Material aus Vilnius nach New York gebracht, das Bibliothekare während der sowjetischen Zeit versteckt hatten.

Heute beherbergt der Hauptsitz in New York eine Bibliothek mit mehr als einer Million Titeln, darunter Manuskripte, seltene Bücher etc. Hier wurden auch folgende Periodika herausgegeben: YIVO Bleter (gegründet 1931), Yedies fun YIVO (1929) und Yidishe Sprakh (1941).

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Gallas: »Das Leichenhaus der Bücher.« Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945. V&R, Göttingen 2013 (über die Verlagerung des Gutes in die USA, passim).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yidisher visnshaftlekher institut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien