Janov u Litvínova

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Janov
Janov führt kein Wappen
Janov u Litvínova (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Most
Gemeinde: Litvínov
Geographische Lage: 50° 35′ N, 13° 34′ O50.58916666666713.5625Koordinaten: 50° 35′ 21″ N, 13° 33′ 45″ O

Janov (deutsch Johnsdorf) ist ein Ortsteil der tschechischen Stadt Litvínov (Ústecký kraj).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Janov liegt in einer Höhe von 280 m ü. NN auf den südöstlichen Hängen des böhmischen Erzgebirges, etwa zwei Kilometer von Litvínov (Oberleutensdorf) und ca. neun Kilometer von Most (Brüx) entfernt. Nördlich von Janov bei Křížatky (Kreuzweg) befindet sich die Talsperre Mostecka přehrada (Brüxer Talsperre).

[Bearbeiten] Geschichte

Der Ort, in alten Urkunden Jahnsdorf (Janovic) genannt, wurde vermutlich früher gegründet als viele Orte in der Umgebung, da er an dem Wege lag, der vom Erzgebirge durch das Tal in die nordböhmische Ebene hinab führte.

In einer Urkunde vom Jahre 1399, in welcher es sich um einen Verkauf an einen in Johnsdorf Sesshaften handelt, kommt sein Name zum ersten Mal vor. Im Jahre 1450 kam der Ort in den pfandrechtlichen Besitz des Herzogs von Sachsen, der ihn einem Herrn Nikolaus |von Rechenberg übergab. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts besaß der protestantische Grundherr Jahn von der Weitmühl Johnsdorf. Von ihm hat es auch seinen Namen Jahnsdorf (Johnsdorf) erhalten. Infolge der Rekatholisierung Böhmens nach der Schlacht am Weißen Berge verließ Jahn das Land und Johnsdorf ging an den streng katholischen Freiherrn Wenzel Martin Michna, auch Michna von Waitzenau genannt. Dieser erbaute 1670 in Janov ein Barockschloss, in dessen Hof eine Statue Madonna mit dem Kind steht. Die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk unweit des Schlosses ist von 1695. Sie gehört zu den ältesten Plastiken ihrer Art im Bezirk Most. Als Michna 1722 starb, fiel sein Besitz als Erbe der Gräfin Kolowrat Krakovsky zu, welche ihn 1726 für 70.000 Gulden an die Stadt Brüx verkaufte, von der Johnsdorf mit dem Gut Kopitz vereinigt wurde.

Die Gruppenstatue der heiligen Dreifaltigkeit an der Hauptstraße Richtung Obergeorgenthal wurde 1765 errichtet; sie wird auch als Steinkreuz bezeichnet. Über die Errichtung dieser Statue erzählt die Sage Folgendes: Ein Frächter, namens Frank, hatte ein Heringsfässchen zu überbringen. Er fand aber weder den Adressaten, noch wusste er, wer es aufgegeben hatte. Er erhielt es daher von der Ortsobrigkeit als Eigentum zugesprochen. Als er das Fässchen öffnete, fand er es mit Goldmünzen gefüllt. Da er ein sehr frommer Mann war, ließ er zum Zeichen seiner Dankbarkeit die Statue errichten.

Ursprünglich lag die Verwaltung des Ortes in den Händen des jeweiligen Gutsherren, der später auch von einem Richter unterstützt wurde. 1848 trat die Selbstverwaltung der Gemeinde ein. Damals gehörten zur Gemeinde: Kreuzweg, Göhren, Einsiedl und Launitz. Göhren wurde ab 1876 Oberleutensdorf zugeteilt. 1850 fand die erste Gemeindewahl statt.

Am 5. August 1901 wurde die Straßenbahnstrecke Brüx–Oberleutensdorf–Johnsdorf dem allgemeinen Verkehr übergeben. Sie war bis 1956 in Betrieb.

[Bearbeiten] Literatur

  • Heimatkunde des Brüxer Schulbezirkes – Gerichtsbezirke Brüx, Oberleutensdorf, Katharinaberg. Verlag des deutschen Lehrervereines im Bezirke Brüx, Brüx 1908

[Bearbeiten] Weblinks

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