Wilhelm III. (Sachsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm III., der Tapfere (* 30. April 1425 in Meißen; † 17. September 1482 in Weimar) war ein Fürst aus dem Hause Wettin. Er war ein Sohn des Kurfürsten von Sachsen Friedrich I. und der Katharina von Braunschweig-Lüneburg und führte den Titel „Herzog von Sachsen“.

Leben[Bearbeiten]

Bei der Altenburger Teilung des wettinischen Besitzes im Jahr 1445 erhielt er den fränkischen und thüringischen Teil des Kurfürstentums (Landgraf in Thüringen), während sein älterer Bruder Friedrich II. „der Sanftmütige“ den meißnischen Teil und vor allem die Kurwürde behielt. Streitigkeiten über die Verteilung führten jedoch 1446 zum Sächsischen Bruderkrieg, der erst am 27. Januar 1451 mit dem Frieden von Naumburg ein Ende fand.

Zum Streit führten auch 1456 die Münzprägungen der Kurfürstin Margaretha, der Gattin seines Bruders Friedrich II., in ihrer eigenen Münzstätte Colditz, da Wilhelm nicht wie in den Münzstätten Freiberg und Leipzig seinen Anteil am fälligen Schlagschatz hatte. Herzog Wilhelm erhob mit Erfolg Einspruch gegen die Münzprägungen seiner Schwägerin (siehe Margarethengroschen). Der zunächst stillgelegte Münzbetrieb wurde jedoch bald wieder aufgenommen, jedoch durfte die Kurfürstin zunächst nicht als Münzfürstin erscheinen. Erst nach dem Ableben Kurfürst Friedrichs II. am 7. September 1464 änderte sich die Einstellung Wilhelms zur Kurfürstin. Er prägte ab 1465 wieder in Gemeinschaft mit seinen Vettern in den Münzstätten Freiberg, Gotha, Leipzig, Wittenberg und Zwickau sowie mit der Kurfürstin Margaretha in Colditz.

1439 wurde Wilhelm mit Anna von Österreich, der Tochter des späteren deutschen Königs Albrecht II. verlobt. Sie heirateten 1446 in Jena. Wilhelm wollte die mit dieser Ehe erworbenen Erbansprüche auf das Herzogtum Luxemburg sowie Böhmen und Ungarn durchsetzen und besetzte bereits 1441 das Herzogtum. Damit geriet er in Konflikt mit Philipp dem Guten von Burgund, der ihn nach einigen Gefechten zum Abzug zwang. Nach dem Tod von Annas Bruder Ladislaus Postumus im Jahr 1457 führte Wilhelm den Titel „Herzog von Luxemburg“. Seine Ansprüche auf Böhmen musste er an König Georg von Podiebrad aufgeben, seine Tochter Katharina wurde mit dessen Sohn Heinrich von Münsterberg verheiratet. Wilhelms Ehe mit Anna blieb ohne männliche Erben, er setzte Anna auf der Eckartsburg gefangen, wo sie 1462 starb. Danach heiratete er 1463 seine Mätresse Katharina von Brandenstein. Um diese nicht standesgemäße Ehe zu stärken, schenkte er ihrer Familie unter anderem die Burg Ranis.

Im Vertrag von Eger 1459 legten Kurfürst Friedrich und Herzog Wilhelm von Sachsen und der König von Böhmen Georg von Podiebrad die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen auf der Höhe des Erzgebirges und der Mitte der Elbe fest, die noch heute größtenteils gültig ist. Sie gehört somit zu den ältesten noch bestehenden Grenzen Europas.

Wilhelm war der letzte Wettiner, unter dem die Landgrafschaft Thüringen ein selbstständiges Herrschaftsgebiet war. Da er keine Söhne hinterließ, fielen seine Besitzungen an seine Neffen Ernst und Albrecht. Sein luxemburgisches Erbe fiel an die Habsburger. Mit dem Tod Wilhelms musste die Gothaer Münze ihren Betrieb einstellen.[1] Seine Münzstätte Weimar ließ er bereits 1465 schließen, als er wieder in Gemeinschaft mit seinen Verwandten Münzen schlagen ließ.

In Jerusalem erhielt er 1461 den Ritterschlag zum Ritter vom Heiligen Grab.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Streguweit: Geschichte der Münzstätte Gotha vom 12. bis zum 19. Jahrhundert, Weimar 1987, S. 38
  2. Johann Georg Kohl: Pilgerfahrt des Landgrafen Wilhelm des Tapferen von Thüringen zum heiligen Lande im Jahre 1461, Müller 1868

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich V. Landgraf von Thüringen
1445–1482
Ernst
Maria Herzog von Luxemburg
1457–1482
Maximilian I.