Jean Chastel

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Statue von Jean Chastel, im Dorf de La Beyssière-Sainte-Marie

Jean Chastel (* 31. März 1708 in La Besseyre-Saint-Mary, Frankreich; † 1790 in Frankreich) war ein französischer Gastwirt, der durch das Erlegen der Bestie vom Gévaudan bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Chastel wuchs als Sohn eines Bauern auf. Später wurde er in seinem Dorf Gastwirt und heiratete 1735 Anne Charbonnier. Zusammen bekamen sie neun Kinder.

Zwischen den Jahren 1764 und 1767 wütete in Frankreich die so genannte Bestie vom Gévaudan. Der Marquis d’Apcher veranstaltete regelmäßig Jagden auf die Bestie, an denen Chastel teilnahm. Am 19. Juni 1767 erlegte dieser ein riesiges Tier.[1] Da die Morde anschließend aufhörten, glaubte man, Chastel habe die wahre Bestie getötet. Es verbreitete sich jedoch das Gerücht, er habe sie selbst aus einem Wolf und einem Hund gezüchtet und zum Morden abgerichtet, wodurch versucht wurde, die Methodik des Mordens, die häufig eher einem Menschen zugeschrieben wurde, mit den Augenzeugenberichten zu vereinbaren, die zweifelsfrei von einem Tier sprachen.

Eine der vielen Interpretationen vom Aussehen der „Bestie“. Chastel tötete sie 1765.

Der Wirt brachte die erledigte Bestie nach Versailles zum König, der sie dort begraben ließ, ohne Chastel zu belohnen.

Die Söhne Antoine und Pierre[Bearbeiten]

Chastels Söhne Antoine und Pierre sorgten 1765 für Aufruhr. Am 16. August 1765 beschuldigten zwei königlich vereidigte Wildhüter die beiden Brüder, sie in ein Schlammloch geführt zu haben, wo sie angeblich beinahe den Tod gefunden hätten; die beiden Chastels hätten daneben gestanden und nichts unternommen. Die Brüder wurden Ende August verhaftet. Dass die Bestie während der Haft untätig blieb, sollte die späteren Gerüchte nähren, die Chastels hätten das Tier gezüchtet. Da die beiden jedoch nur 12 Tage inhaftiert waren, eine Zeitspanne also, in der die Bestie des Öfteren „untätig“ blieb (und teilweise deutlich länger), kann dies auch schlicht als Zufall gewertet werden.

Literarische und filmische Verarbeitung[Bearbeiten]

Der deutsche Schriftsteller Markus Heitz veröffentlichte 2006 einen zweiteiligen Roman über die Bestie vom Gévaudan, indem er die Geschichte von Jean Chastel anhand von historischen Fakten und reiner Fiktion nacherzählt.

In dem 2002 erschienenen Film Pakt der Wölfe von Christophe Gans wurde Jean Chastel von Philippe Nahon verkörpert, 2003 übernahm Jean-François Stévenin die Rolle Chastels in dem Fernsehfilm Die Bestie der alten Berge von Patrick Volson.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Canepa, Nancy: Out of the Woods: The Origins of the Literary Fairy Tale in Italy and France. Wayne State University Press, 1997. S.314