Jia Zhangke

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Jia Zhangke (2009)

Jia Zhangke (chinesisch 賈樟柯 / 贾樟柯Pinyin Jiǎ Zhāngkē; * 1970 in Fenyang, Shanxi) ist ein chinesischer Regisseur.

Jia studierte zunächst Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Taiyuan. 1991 veröffentlichte er einen ersten Roman. Später wechselte er an die Filmakademie in Peking, wo er eine Gruppe für experimentellen Film ins Leben rief, die als erste unabhängige Produktionsstätte für Filme in China gilt. Seine bisherigen fünf Spielfilme, die dem chinesischen Underground-Film zugerechnet werden, wurden auf verschiedenen internationalen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet. So gewann 1998 sein Debütfilm Xiao Wu den im Rahmen der Berlinale verliehenen NETPAC Award sowie den Wolfgang-Staudte-Preis. 2000 stand sein Film Zhantai bei den Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Ebenso 2004 der Film Shijie. Schließlich wurde Jia 2006 für Still Life der Goldene Löwe zuerkannt. 2007 gewann er für den Dokumentarfilm Wuyong in Venedig den Orizzonti-Doc-Preis. 2008 war er mit dem Spielfilm 24 City im Wettbewerb der 61. Filmfestspielen von Cannes vertreten, wo dieser erfolglos um die Goldene Palme konkurrierte.

Die Filme von Jia Zhangke zeichnen sich durch einen betonten Realismus aus. Seine Themen findet er im täglichen Leben der semi-urbanen Zonen Chinas, wo er die Kehrseite dessen auf die Leinwand bringt, was das offizielle chinesische Kino entwirft. Folge seiner Arbeit ist eine hohe Popularität in Europa, während er in seiner Heimat einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist.

2011 wurde er bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Venedig als Jurypräsident der offiziellen Sektion Orizzonti berufen.

2013 erhielt Jia für Tian zhu ding seine dritte Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der Spielfilm dokumentiert anhand von vier Personen in vier verschiedenen Provinzen die zunehmende Gewalt, die der wirtschaftliche Erfolg im zeitgenössischen China mit sich bringt.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1995: Xiao Shan Going Home, Xiaoshan Huijia
  • 1997: Pick Pocket, Xiao Wu (小武)
  • 2000: Platform (站台, Zhantai)
  • 2001: In Public, Gong Gong Chang Suo (Kurzfilm)
  • 2002: Unknown Pleasures (任逍遙, Ren xiao yao)
  • 2004: The World (世界, Shijie)
  • 2006: Still Life (Sān Xiá hǎorén)
  • 2006: Dong
  • 2007: Useless, Wuyong (无用wúyòng)
  • 2007: Our ten years, Women de shi nian (Kurzfilm)
  • 2008: 24 City (二十四城, Er shi si cheng ji)
  • 2008: Rememberance, Shi nian (Kurzfilm)
  • 2008: Cry me a river, Heshang aiqing (Kurzfilm)
  • 2010: I wish I knew, Hai shang chuan qi
  • 2013: A Touch of Sin, Tian zhu ding[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmprofil bei festival-cannes.fr (englisch; abgerufen am 17. Mai 2013).
  2. Die harte Klinge der Armut in FAZ vom 18. Mai 2013, Seite 34