Johann Christoph Jeckel

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Johann Christoph Jeckel (* 1731 in Gondetz im heutigen Polen; † 1813) war ein Instrumentenmacher. Er wurde bekannt als Hersteller von Hammerklavieren.

Leben[Bearbeiten]

Jeckel arbeitete von 1750 bis 1754 als Schreinergehilfe in Posen. Ab 1763 ist er in Worms nachweisbar, wo er sich um das Bürgerrecht bewarb und wahrscheinlich schon zuvor für den Orgelmacher Johann Georg Linck (1724-1762) gearbeitet hatte. Nachdem Jeckel dessen Witwe geheiratet hatte, arbeitete er von 1763 bis 1767 bei einem bisher nicht identifizierten Orgelmacher in Frankfurt. Dieser dürfte Philipp Ernst Wegmann gewesen sein, zu dem eine besondere Verbindung bestand: Der Orgelbauer Johann Christian Köhler (1714-1761) in Frankfurt, dessen eigener Sohn jung starb, bildete seinen Stiefsohn Philipp Ernst Wegmann (1734-1778) zum Werkstattnachfolger aus, und in den Jahren ca. 1747-1758 war Johann Georg Linck sein wichtigster Mitarbeiter, der besondere, vertrauenswürdige Aufgaben übertragen bekam. Jeckel erhielt erst 1767 das Bürgerrecht in Worms. Sein Sohn (Johann) Christian Jeckel (1763-1820) arbeitete und signierte ab 1789 gemeinsam mit seinem Vater, der 1813 starb.

Jeckel wurde bekannt als Hersteller von Hammerklavieren. Im Kurphälzisches Museum der Stadt Heidelberg ist ein solches Meisterwerk von Jeckel aus dem Jahr 1785 ausgestellt. Im Schloss Homburg in Triefenstein ist ein Tafelklavier aus dem Jahre 1770 zu sehen. Es ist mit großem Aufwand und mit feinstem Geschmack dekoriert. Für die Marqueterie des Instruments verarbeitete Jeckel Nußbaum, Zwetschge, Ahorn, Rosenholz (Palisander) und Padouk, die Klaviatur ist kunstvoll mit Ebenholz und Bein belegt. Sein Umfang ist F1 - f3. Inv. Nr. 6