Palisander

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Palisander ist der Handelsname für diverse Holzarten von Bäumen der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Palisander ist seit Jahrhunderten ein hoch bewertetes Edelholz.

Etymologie[Bearbeiten]

Es herrscht Verwirrung beim Begriff Palisander, der auf Französisch palissandre, auf Englisch rosewood und auf Portugiesisch jacarandá heißt. Der englische Begriff rosewood wird fast immer falsch mit „Rosenholz“ übersetzt, entspricht aber nicht dem deutschen Begriff Rosenholz, der eine einzelne Art unter den Palisanderhölzern benennt, das so genannte Bahia-Rosenholz (Dalbergia decipularis). Auch die Gattung Jacaranda, in der es überdies auch einen so genannten Palisanderholzbaum (blaublühender Jacaranda) gibt, ist von der Gattung Dalbergia verschieden und hat darum mit Palisander nichts zu tun.

Palisander-Arten[Bearbeiten]

  • Rio-Palisander (Dalbergia nigra) wird im englischen Sprachraum auch Brazilian Rosewood genannt. In Brasilien besteht seit 1968 ein Ausfuhrverbot für Rundholz dieser Art. 1992 wurde Rio-Palisander unter Artenschutz und 1998 unter den verschärften Artenschutz (Cites-Liste, Anhang I) gestellt (CITES-gelistet). Bis zu diesem Zeitpunkt war es für hochwertige Möbel und gehobene Raumausstattungen sowie wegen seiner einzigartigen Klangeigenschaften für akustische Gitarren und andere Musikinstrumente sehr begehrt. Nach Einsetzen des Handelsverbots ist das Holz praktisch wertlos geworden, da jeder Verkauf ohne gültige Cites-Dokumente verboten ist und dieser ggfs. von den Naturschutzbehörden mit hohen Geldbußen sanktioniert wird.
  • Ostindisches Palisander (Dalbergia latifolia). Es stammt ursprünglich aus Indien, ist dort aber wegen der Übernutzung sehr selten geworden und wird daher seit ca. 1980 in Indonesien auf Plantagen nachgezüchtet. Dieses Holz ist unter dem Namen Sonokeling im Handel vertreten, weist aber nicht die gleichen guten Eigenschaften wie echtes ostindisches Palisanderholz auf.
  • Sheesham (Dalbergia sissoo) ist eine ursprünglich in Indien heimische Art, die dort auch Sissoo oder Thali genannt wird. Heute wird dieses Holz besonders in Pakistan auf riesigen Plantagen angebaut, da die große Nachfrage nach dem Holz nur noch durch Plantagen dieses schnellwüchsigen Baumes befriedigt werden kann. Diese gepflanzten Bäume werden selten älter als 20 Jahre, weshalb die aus diesem Plantagenholz gebauten nach Europa importierten Möbel meist nur zu etwa 30 % aus dem Kernholz dieses Baumes bestehen, der größte Teil des angeblich wertvollen Holzes besteht aus Splintholz, welches minderwertig und farblos ist.
  • Santos-Palisander (Machaerium spp.) ist kein echtes Palisander, wird jedoch oft fälschlicherweise von Holzhändlern so bezeichnet und gehört zur Familie der Leguminosen.
  • Honduras-Palisander (Dalbergia stevensonii) wächst in Mittelamerika zu Bäumen großer Durchmesser heran und hat eine eher untypisch helle rosarote Farbe.
Holz des Rio-Palisanders

Verwendung[Bearbeiten]

Palisanderholz hat – je nach Sorte – eine hellbraun-schwarze bis fast ganz schwarze (Rio-Palisander) oder dunkel violettbraune (Ostindischer Palisander) Färbung und hohe Härte. Daher wird es vorzugsweise für Furniere, Messerhefte und bei der Drechslerei verwendet.

Eine große Bedeutung hat Palisander im Musikinstrumentenbau. Es wird wegen seiner Dichte, Härte und Klangeigenschaften für Marimbaphone und Xylophone verwendet. Im Gitarrenbau nutzt man diese herausragenden Eigenschaften für Griffbretter, Zargen und Böden. Auch Blockflöten werden häufig aus Palisander gedreht. Zur Gestaltung von Spieltischen großer Pfeifenorgeln kommt es seit dem frühen 20. Jahrhundert ebenfalls zum Einsatz und verleiht den Instrumenten einen edlen Charakter.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Palisander – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen