Johannes Justus von Landsberg

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Johannes Justus von Landsberg (Lanspergius, Johannes Justus de Landsberga) OCart (* um 1490 in Landsberg am Lech; † 10. August 1539 in Köln) war ein deutscher Kartäusermönch, der mit seinen Schriften eine herausragende Bedeutung in der Herz-Jesu-Frömmigkeit und -Theologie besitzt.

Landsberg ist nicht mit dem etwa eine Generation älteren Humanisten Johannes Landsberger zu verwechseln, der ebenfalls aus Landsberg am Lech stammte und 1494 im Umfeld der Universität Leipzig einen „Dialogus“ zur Ehrenrettung der Dichtkunst schrieb.[1]

Leben[Bearbeiten]

Lanspergius besuchte die Artistenfakultät der Kölner Universität und wurde dort am 12. Juli 1508 zum Bakkalaureus promoviert. Der Zeitpunkt seines Eintritts in den Kartäuserorden ist ungewiss, jedoch wurde er 1509 zur Profess in der Kölner Kartause zugelassen, wo er 1523 zum Vikar und Novizenmeister der Kölner Kartause ernannt wurde. Von 1530 bis 1534/1535 war er Prior in der Kartause Vogelsang bei Jülich. Aufgrund seiner schlechten Gesundheit kehrte er nach Köln zurück und wurde dort erneut Vikar. Seine Gesundheit verbesserte sich aber nicht. Landsberg starb im Jahr 1539.

Sein Kennzeichen war seine glühende Herz-Jesu-Verehrung, für die er die damals jungen Jesuiten Petrus Faber und Petrus Canisius begeistern konnte. Über das Herz Jesu schrieb er zahlreiche Werke, die noch lange großen Einfluss hatten, z. B. die Divini amoris pharetra (Pfeile der Liebe Gottes). Er war der erste Herausgeber der Offenbarungen der Gertrud von Helfta. Die Werke des Lanspergius sind sehr umfangreich und wurden vielfach übersetzt, so dass er den Platz als eine der bedeutendsten Figuren der frühen katholischen Reform einnimmt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Dialog zwischen einem lutherischen Soldaten und einem Mönch über das Klosterleben
  • Ansprachen Christi für eine gläubige Seele (Alloquia Christi ad animam fidelem)
  • Enchiridion Militate christianae
  • Minora Opera (Die kleineren Werke)
  • Anleitung zur Gottseligkeit

Ausgaben Gesammelter Werke[Bearbeiten]

  • Bruno Loher (Hrsg.): Opera omnia, 4 Bände; Köln 1554–1555
  • Georges Garnefeld (Hrsg.): Opera omnia, 5 Bände; Köln 1630; weitere Ausgaben in 5 Bänden Köln 1693 und Montreuil-sur-Mer 1888–1890

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Vgl. Franz Josef Worstbrock (Hrsg.): Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon. Band 2, Berlin 2009, Sp. 1–3.