Landsberg am Lech

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landsberg am Lech
Landsberg am Lech
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landsberg am Lech hervorgehoben
48.04944444444410.877777777778587Koordinaten: 48° 3′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Höhe: 587 m ü. NHN
Fläche: 57,89 km²
Einwohner: 28.069 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 485 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 86899,
86932 (Thalhofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 08191, 08246 (Ellighofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 130
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech
Webpräsenz: www.landsberg.de
Oberbürgermeister: Mathias Neuner (CSU)
Lage der Stadt Landsberg am Lech im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Landsberg am Lech ist eine Große Kreisstadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. Das Mittelzentrum liegt rund 55 Kilometer westlich von München und etwa 38 Kilometer südlich von Augsburg an der Romantischen Straße und zählt laut Deutschem Wetterdienst zu den sonnigsten Städten Deutschlands. Landsberg ist das Zentrum des Lechrains, der Grenzlandschaft zwischen Altbayern und Schwaben. Die Stadt liegt am Hochufer des Lechs und besitzt eine gut erhaltene und sehenswerte Altstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum von Landsberg, die historische Altstadt, liegt eingebettet zwischen dem Lech und seinem östlichen Hochufer. Die Stadtviertel westlich des Lechs (Katharinenvorstadt, Neuerpfting, Weststadt, Schwaighofsiedlung – heute der weitaus größte Teil des Stadtgebietes) und auf dem östlichen Hochufer (Bayervorstadt) entstanden erst ab dem 19. Jahrhundert.

Zur Stadt Landsberg gehören die Weiler Sandau und Pössing sowie die bis zur Gemeindegebietsreform selbstständigen Gemeinden Ellighofen, Erpfting (mit Friedheim, Geratshof und Mittelstetten), Pitzling (mit Pöring) und Reisch (mit Thalhofen).

Lechwehr mit der Altstadt von Landsberg am Lech im Hintergrund

Klimatabelle[Bearbeiten]

Landsberg am Lech
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Landsberg am Lech
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 3 6 10 15 18 20 19 17 12 6 3 Ø 11
Min. Temperatur (°C) −5 −4 −1 2 6 9 11 11 8 4 0 −4 Ø 3,1
Niederschlag (mm) 89 84 91 127 161 216 199 177 118 89 94 85 Σ 1.530
Regentage (d) 16 15 15 16 17 19 18 18 14 13 14 15 Σ 190
Luftfeuchtigkeit (%) 81 78 74 72 72 75 75 77 79 81 82 82 Ø 77,3
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Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Um 1135 wurde eine Siedlung namens Phetine auf dem späteren Stadtgebiet Landsbergs urkundlich erwähnt, die aber noch kein Stadtrecht hatte. Herzog Heinrich der Löwe verlegte im Jahre 1158 die bedeutende Salzstraße auf eine südlichere Route, wobei er bei Phetine eine Brücke über den Lech bauen ließ. Zuvor führte die Salzstraße bei Kaufering mittels einer Furt über den Fluss. Zum Schutz dieser Brücke errichtete er unter Einbeziehung der Burg Phetine eine neue größere Anlage, genannt „Castrum Landespurch“. Die Burg war zum einen Vogtburg des Wessobrunner Klosters (heute Landkreis Weilheim-Schongau) und zum anderen Schutz der Grenze zum Hochstift Augsburg.

Im Schutz dieser Burg entstand eine rasch wachsende Ansiedlung, die schon im 13. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt und bald „Landesperch“ genannt wurde. Daraus entwickelte sich die heutige Stadt Landsberg am Lech.
siehe auch Burgstall Sandau

Lechwehr mit der Altstadt von Landsberg am Lech im Hintergrund

1315 ist die Stadt im Krieg zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen abgebrannt. Da die Stadt eine wichtige strategische Lage hatte, wurde sie wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau wurde vom Herzog von Bayern unterstützt.

Im Jahr 1320 wurde der Stadt das Recht gegeben, Salzzölle zu erheben. Auf diese Weise gelangte die Stadt durch den so genannten Salzpfennig zu einem ansehnlichen Wohlstand.

1353 wurde der erste Salzstadel gebaut, bis zum 17. Jahrhundert waren es insgesamt drei. In diesen Salzstadeln wurde das Salz gelagert und auch verkauft. Im 20. Jahrhundert wurde der Salzstadel von der Landsberger Feuerwehr als Standort genutzt, in den 1990er Jahren zog die Stadtbücherei Landsberg in den Lechstadel.

Auch der sonstige Handel entwickelte sich bestens, vorwiegend mit Getreide und Holz, das über den Lech transportiert wurde. Die Stadt wurde ständig ausgebaut und erweitert, so dass zwischen 1415 und 1435 ein weiterer Stadtmauerring notwendig wurde. Dadurch wurde das Gebiet im Norden und Osten Landsbergs erheblich erweitert. 1419 genehmigte Herzog Ernst den Flusszoll, die Stadt durfte nun von jedem passierenden Floß 3 Pfennige Zoll kassieren, die Einnahmen wurden für die Landsberger Wehrbauten verwendet. Im Jahr 1425 entstand das Bayertor als Einlass in die Stadt von Osten her. Durch dieses Tor führte auch die Salzstraße (von München kommend) in die Stadt hinein.

1429 verlieh Herzog Ernst der Stadt das bis heute gültige Stadtwappen. 1434 stiftete er nach dem Tanz mit den Landesberger Bürgerfrauen den Forellentrunk. 1437 stiftete er das Jungferngeld. Jedes Jahr mussten nun die Landsberger von ihren Steuereinnahmen 40 Pfennige an zwei unbescholtene Jungfrauen als Heiratsgeld übergeben.

Neuzeit[Bearbeiten]

Landsberg am Lech um 1580 (kolorierte Federzeichnung)

Herzog Albrecht V. initiierte 1556 in Landsberg die Gründung des Landsberger Bundes unter maßgeblicher Beteiligung von Ferdinand I.. Es handelt sich dabei um den Zusammenschluss überwiegend katholischer Territorien und Städte (Bayern, Ober- und Vorderösterreich, die seit 1525 lutherische Reichsstadt Nürnberg, Salzburg, den Hochstiften Augsburg, Bamberg und Würzburg, dem später auch Kurmainz und Kurtrier beitraten), um sich gegen die protestantischen Reichsstände, insbesondere Fürsten wie Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach zu organisieren. Den katholischen Fürsten ging es darum, ein weiteres Vordringen des Protestantismus zu verhindern. Der Rekatholisierung diente auch die Gründung des 1576 eröffneten Jesuitenkollegs in Landsberg.

Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt ein Massaker. Schwedische Truppen des Generals Lennart Torstensson belagerten ab dem 11. April 1633 das Gemeinwesen. In der Nacht vom 19. auf den 20. April erstürmten auf Befehl des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar die auf protestantischer Seite kämpfenden Truppen den Ort. Sie metzelten in der Folge alle Bewohner bis auf 500 Rekruten nieder, die sich ihnen anschlossen.[2]

Aus dem Jahr 1762 stammen die ersten schriftlichen Nachweise einer Hausnummerierung. Die bis heute gültige Zählung wurde dann im Jahr 1790 festgelegt. Unabhängig von den heutigen Straßennamen verläuft diese Nummerierung von Nr. 1 am Hauptplatz bis Nr. 496a im Hofgraben. Zusätzlich existieren Nebennummern mit a, b, c oder 1/2, 1/3 und 1/4, die bei Teilungen bzw. zusätzlichen Bebauungen entstanden.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel Landsberg am Lech zur Zeit des Nationalsozialismus

Landsberg spielte, aufgrund der von Adolf Hitler hier nur teilweise verbüßten Haftzeit, eine besondere Rolle im Nationalsozialismus. 1924 schrieb er während der Festungshaft sein Buch „Mein Kampf“. Von 1937 bis 1945 stilisierte sich Landsberg am Lech mit der „Hitlerzelle“, neben München und Nürnberg, als dritte zentrale Stätte des Nationalsozialismus. Es wurde mit der Verleihung des Titels „Landsberg – Stadt der Jugend“ als Treffpunkt der Hitler-Jugend bekannt (gemacht). Die vom Stadtrat geplanten, von Kreis-, Gau- und Landesleitung wohlwollend geförderten Bauten wurden nur teilweise umgesetzt.

Im Jahr 1944 wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs um Landsberg und Kaufering mit elf Standorten der größte Konzentrationslagerkomplex im Deutschen Reich errichtet (sonstige große Lager waren in den besetzten Gebieten gebaut worden). Sämtliche dortigen KZs trugen den Namen „Kaufering“, auch wenn die Kommandantur in Landsberg war. Am 18. Juni 1944 traf der Transport mit den ersten 1000 Häftlingen aus Auschwitz in Kaufering ein. Sie sollten im Rahmen des Rüstungsprojekts „Ringeltaube“ drei gigantische unterirdische Bunker zur Produktion des neuen Düsenstrahljägers Messerschmitt Me 262 bauen. Wegen der menschenunwürdigen Unterbringung, aufgrund von Hunger, Kälte und Krankheiten wie zum Beispiel Typhus, der Ausbeutung der Arbeitskraft bis zur Vernichtung, bezeichneten die Häftlinge die KZ-Lager als „kalte Krematorien“. Bis Ende Oktober 1944 wurde, wer nicht mehr arbeiten konnte, zurück nach Auschwitz in die Gaskammern geschickt. Ab November 1944 (die Gaskammern waren demontiert) starben die Häftlinge im Lager. Die Leichen wurden in der Umgebung in Massengräbern vergraben. Im April 1945 versuchte man, mit einem sog. Todesmarsch den Großteil der noch gehfähigen Häftlinge aus dem Vormarschbereich der Amerikaner zu „evakuieren“. Der Elendszug führte quer durch die Landsberger Altstadt und die Neue Bergstrasse hinauf. Ein Gedenkstein im oberen Teil der Neuen Bergstraße erinnert an die Opfer. Nur etwa 15.000 Häftlinge überstanden die letzte Phase der Judenvernichtung und erlebten die Befreiung durch die US-Armee am 27. April 1945.

Trotz der damaligen, zentralen Bedeutung der Stadt im Nationalsozialismus und der militärischen Einrichtungen, die sich in der Nähe (seit 1935 unter anderem der Fliegerhorst Penzing) oder innerhalb des Stadtgebietes befunden haben (zum Beispiel Saarburgkaserne), blieb Landsberg am Lech als eine der wenigen Kreisstädte Deutschlands von alliierten Luftangriffen verschont. Nach Aussagen von Zeitzeugen verlor im April 1944 lediglich ein Kampfflugzeug, welches zum Angriff nach München unterwegs war, einen kleineren Sprengkörper der ein mittelalterliches Haus am heutigen Georg-Hellmair-Platz traf und zerstörte. Dieses Haus mit der Nummer 169, in dem heute ein Café untergebracht ist, wurde erst zu Beginn der 1980er Jahre unter Kriterien des Denkmalschutzes wieder aufgebaut.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

1945 waren sehr viele der jüdischen KZ-Überlebenden aus den Konzentrationslagern um Landsberg am Lech entwurzelt und heimatlos. Oft hatten sie ihre Angehörigen verloren oder wussten nicht, wo diese geblieben waren. Tausende dieser Displaced Persons (DPs) wurden von den Alliierten in Landsberg untergebracht und versorgt. Die jüdischen Überlebenden bezeichneten sich selbst als „She’erit Hapletah“ – den Rest der Geretteten.

Hauptplatz, in der Mitte der Marienbrunnen, im Hintergrund das historische Rathaus (vor der Neugestaltung 2013)

Am 9. Mai 1945 richtete die US-Armee in der Saarburgkaserne ein DP-Lager (Displaced Persons Camp) ein. In diesem lebten Ende 1945 etwa 7000 DPs. Während seines Bestehens durchliefen es etwa 23.000 jüdische DPs.

Von 1947 bis 1948 entstand unter anderem auf dem Gelände des DP-Lagers Landsberg am Lech der deutsche, in jiddischer Sprache gedrehte Film über das Schicksal von Holocaust-Überlebenden „Lang ist der Weg“ mit Israel Beker in der Hauptrolle. Nach ihm wurde an selbigem Ort eine Straße benannt.

Nach Gründung des Staates Israel entwickelte sich das DP-Lager Landsberg mehr und mehr zum Durchgangslager. Viele der ehemaligen KZ-Häftlinge bereiteten sich auf ihre Wiedereingliederung und Auswanderung nach Israel, USA oder andere Länder ihrer Wahl vor. Im DP-Lager Landsberg gab es unter anderem Schulen, Werkstätten, neun Kibbuzim und zudem eine Lagerzeitung, die „Jiddische Landsberger Cajtung“.

Bis zum April 1950 sank die Belegungszahl des DP-Lagers auf 1500 Personen. Landsberg wurde zu einem Lager, in das sich die Bewohner anderer DP-Lager, die aufgelöst wurden, zurückzogen, bis schließlich das Landsberger DP-Lager am 1. November 1950 aufgelöst wurde.

Zwischen 1945 und 1958 diente das Landsberger Gefängnis der amerikanischen Besatzungsmacht für die Unterbringung deutscher Kriegsverbrecher. 1946 wurde es zum War Criminals Prison No. 1 der Amerikaner. Bis 1951 wurden in Landsberg verurteilte deutsche Kriegsverbrecher hingerichtet. Deren genaue Zahl ist umstritten und schwankt zwischen 279 bis knapp über 300. Am 7. Januar 1951 kam es in Landsberg zu einer Demonstration von ca. 4.000 Einwohnern zugunsten der Begnadigung der NS-Verbrecher, die in eine antisemitische Kundgebung umschlug.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Pitzling und Reisch eingegliedert.[4]

Landsberg am Lech von Westen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Landsberg am Lech erhöhte sich von 1988 bis 2008 um 7904 Personen bzw. um ca. 40%.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2010
Einwohner[5] 4.103 5.431 7.032 8.887 11.084 13.551 15.239 16.641 19.230 25.564 27.064 28.350

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Stadtrat
Jahr CSU SPD Grüne UBV FW ÖDP BAL UBV/FW LM gesamt Wahlbeteiligung
2014 8 4 6 1 1 6 4 30 43,3 %
2008 11 6 5 1 1 6 30 44,1 %
2002 13 7 3 3 2 1 1 30 48,3 %

BAL = BürgerAktion Landsberg
LM = Landsberger Mitte
UBV = Unabhängige Bürgervereineingung

Es haben sich 2014 sechs Fraktionen gebildet. BAL und ÖDP sind eine Fraktionsgemeinschaft eingegangen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Landsberger Oberbürgermeister ist seit 2012 Mathias Neuner (CSU).

Bisherige Stadtoberhäupter:[6]

Wegweiser zur ehemaligen Partnerstadt Failsworth am Mutterturm

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Landsberg am Lech

Blick vom Schlossberg auf die hintere Altstadt

In der Altstadt[Bearbeiten]

Vor allem die Altstadt von Landsberg kann mit einer Reihe bedeutender und sehenswerter Bauwerke aufwarten.

Zentrum der Stadt ist der Hauptplatz in seiner ungewöhnlichen Dreiecksform. In seinem Mittelpunkt steht der um 1700 errichtete Marienbrunnen. Westlich davon befindet sich das Alte Rathaus mit einer prächtigen Rokokofassade von Dominikus Zimmermann. Im Südwesten des Platzes liegt das ehemalige Ursulinenkloster mit der Klosterkirche nach Plänen von Dominikus Zimmermann. Im Nordosten wird der Hauptplatz vom Schmalzturm (auch Schöner Turm), einem Stadtturm aus dem 13. Jahrhundert, begrenzt.

Weiter nördlich dominiert die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt die Landsberger Altstadt. Der ursprünglich gotische Kirchenbau wurde um 1708 barock umgestaltet.

Malteserkirche mit neuem Stadtmuseum

Etwas versteckt im Vorderen Anger (nördliche Altstadt) liegt die Johanniskirche, ein Sakralbau von Dominikus Zimmermann, der als eine der reizvollsten Schöpfungen des bayerischen Rokokos gilt.

Im Westen der Altstadt befinden sich die früheren Salzstädel, die heute als Wohn- und Geschäftshäuser, aber auch für die Stadtbücherei und das Stadtarchiv genutzt werden.

Vom Schmalzturm am Hauptplatz aus führt die Alte Bergstraße den „Berg“ hinauf auf das östliche Hochufer. Auf der sehr engen und steilen Straße war bis in die 1950er Jahre Linksverkehr vorgeschrieben. Südlich der Alten Bergstraße befinden sich die romantisch-pittoreske Häuserzeile des „Hexenviertels“ und der Landsberger Schlossberg. Das Schloss selbst (die für die Stadt namensgebende Landespurch) war 1800–1810 abgebrochen worden.

Auf dem „Berg“, dem östlichen Hochufer, liegen die ehemaligen Jesuitengebäude: Die Heilig-Kreuz-Kirche (auch Malteserkirche genannt, geweiht 1754), das ehemalige Jesuitenkolleg (heute Heilig-Geist-Spital) und das ehemalige Jesuiten-Gymnasium (heute Neues Stadtmuseum).

Die Landsberger Altstadt wird von drei, in weiten Teilen noch gut erhaltenen Stadtmauern umgeben (siehe Stadtbefestigung Landsberg am Lech). In deren Verlauf befinden sich unter anderem Dachlturm und Sandauer Tor im Norden, Bäckertor und Färbertor im Westen sowie Nonnentörl und Jungfernsprung im Süden. Glanzstück der Landsberger Stadtbefestigung ist allerdings das 1425 erbaute Bayertor im Osten, eines der imposantesten und schönsten Stadttore Süddeutschlands.

Der Altstadt vorgelagert ist das stadtbildprägende vierstufige Lechwehr (Karolinenwehr). An seiner Westseite, unmittelbar vor der Karolinenbrücke, thront „Vater Lech“, eine überlebensgroße Skulptur von 1952, die allegorisch auf die Bedeutung des Flusses für Landsberg hinweist.

Außerhalb der Altstadt[Bearbeiten]

Das spätgotische „Bayertor“

In einem kleinen Park am Westufer des Lechs steht der in den 1880er Jahren von Sir Hubert von Herkomer errichtete, mittelalterliche Burgenromantik nachbildende Mutterturm. Der Turm wird heute gerne für Trauungen und romantisierende Fotografien genutzt.

In der Katharinenvorstadt liegen das alte gotische Katharinenkirchlein (heute Kriegergedächtnis-Kapelle) und die neugotische Kirche St. Katharina. Weitere Kirchenbauten im Westen der Stadt sind die evangelische Christuskirche (erbaut 1913/14), die Friedhofskirche Spötting (1765) und die moderne Pfarrkirche zu den Heiligen Engeln (1967).

Im Westen der Stadt liegt auch der 1904–1908 erbaute Gebäudekomplex der Justizvollzugsanstalt. Ihm vorgelagert ist der Spöttinger Friedhof, auf dem sowohl Opfer als auch Täter des nationalsozialistischen Regimes begraben liegen.

Die Verwicklungen Landsbergs in die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zeigen sich auch im KZ-Friedhof im Industriegebiet, in der Europäischen Holocaustgedenkstätte im KZ-Außenlager Kaufering VII, im Todesmarsch-Denkmal an der Neuen Bergstraße und in der heute militärisch genutzten Bunkeranlage in der Landsberger Welfenkaserne.

Der Dreifaltigkeitsfriedhof, an der Sandauer Brücke gelegen, wurde im frühen 16. Jahrhundert neu angelegt. Vermutlich reichten die vorhandenen Grabplätze der bisherigen Friedhöfe nicht mehr aus. Als zu Beginn der 1970er Jahre geschichtlich bedeutende Grabplätze aufgegeben werden sollten, beschloss der Stadtrat, solche Grabsteine zu erhalten. Ab Beginn der 1980er Jahre wurden auf dem unteren Teil des Friedhofes keine Bestattungen mehr vorgenommen, ab der Jahrtausendwende auch auf dem oberen Teil des Friedhofes.[7] Die Friedhofsmauer, die Dreifaltigkeitskirche und das Mesnerhaus stehen unter Denkmalschutz.

In den Stadtteilen[Bearbeiten]

Im Landsberger Stadtteil Sandau steht die ehemalige Klosterkirche St. Benedikt, die mit ihrem karolingischen Kern zu den ältesten Gotteshäusern Bayerns zählt.

Am nordöstlichen Ortsrand von Pitzling befindet sich Schloss Pöring mit der Schlosskirche Maria von der Versöhnung, die 1764–1766 von Dominikus Zimmermann erbaut wurde.

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Als oberbayerische Kleinstadt ist Landsberg römisch-katholisch geprägt. Mit der Ansiedlung der Jesuiten im 16. Jahrhundert war die Stadt sogar zu einem Zentrum der Gegenreformation im süddeutschen Raum geworden. Auch heute ist die Mehrheit der Landsberger Bevölkerung römisch-katholischer Konfession. Katholischer Stadtpatron ist der Hl. Sebastian, dessen Gedenktag jedes Jahr mit einer Prozession an einem Januar-Sonntag gefeiert wird. Die Stadt teilt sich heute in zwei katholische Pfarreien: Im Osten (Altstadt und Bayervorstadt inklusive der Stadtteile Pitzling und Reisch) die Pfarrei Mariä Himmelfahrt, im Westen die Pfarrei Zu den Heiligen Engeln (ehemals St. Ulrich und Katharina). Der Stadtteil Erpfting gehört zur nahegelegenen Pfarrei Igling, der Stadtteil Ellighofen zur Pfarrei Unterdießen.

Die ersten Protestanten sind in Landsberg im Jahr 1524 nachgewiesen. Nach langen Jahren der Verfolgung und Unterdrückung kann sich erst nach 1860 eine evangelische Gemeinde in der Stadt etablieren. Seit 1914 bildet die Christuskirche am linken Lechufer das Zentrum der Gemeinde.[8]

Seit 1970 gibt es eine neuapostolische Kirche in der Katharinenvorstadt.

Die muslimische Gemeinde in Landsberg besitzt einen Gebetsraum im Südwesten der Stadt.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Das 1693 erbaute, ehemalige Jesuitengymnasium oberhalb der Altstadt beherbergt das Neue Stadtmuseum mit seinen Sammlungen zur Stadtgeschichte, zum städtischen Kunsthandwerk und zur Malerei zwischen Lech und Ammersee (zum Beispiel zur Künstlergruppe „Die Scholle“). Daneben zeigt das Museum wechselnde Sonderausstellungen.

Im Mutterturm am linken Lechufer befindet sich das Herkomer-Museum, das an den Künstler und Pionier des Automobilsports Hubert von Herkomer erinnert.

Ausstellungsräume mit wechselnder Belegung sind die Säulenhalle am Stadttheater und die Rathausgalerie im Anbau des Alten Rathauses.

Überregionale Beachtung findet schließlich das private Schuhmuseum Pflanz in der Landsberger Altstadt mit seiner umfangreichen Sammlung historischer und zeitgenössischer Schuhe und Schuhlöffel.

Theater und Theatergruppen[Bearbeiten]

Das Stadttheater Landsberg ist eines der ältesten bespielten Bürgertheater Bayerns. Es zeigt Gastspiele renommierter deutscher Bühnen, Tanz- und Musikdarbietungen, Kleinkunst und beherbergt das Filmforum von Kurt Tykwer. Das Stadttheater ist außerdem Heimat der landsberger bühne, der traditionsreichsten Laienspielgruppe der Stadt.

Die 1983 gegründete Gruppe „Die Stelzer“ ist ein international tätiges Ensemble, das Theater auf Stelzen darbietet.

Theaterdarbietungen und Konzerte aus dem Bereich der Populär- und Massenkultur finden auch in den Hallen des Landsberger Sportzentrums statt.

Musik[Bearbeiten]

Landsberg hat sich seit einigen Jahren als ein Zentrum konzertanter Orgelmusik profiliert. Der „Landsberger Orgelsommer“, die „Landsberger Orgelkonzerte“ und der Internationale Orgelwettbewerb „Orgelstadt Landsberg“ – alle initiiert vom Kantor der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Johannes Skudlik – genießen überregional hohe Anerkennung. Landsberg ist neben Venedig und anderen Städten auch Schauplatz des europäischen Orgelfestivals „Via Claudia Augusta“.

Ein weiteres internationales Festival hat sich seit 2008 mit „Faszination Gitarre“ etabliert, das Christian Gruber künstlerisch leitet.

Ein musikalisches Aushängeschild der Stadt ist das Vocalensemble Landsberg, das bereits mehrere nationale und internationale Chorwettbewerbe gewinnen konnte.

Seit 2012 wird das mehrtägige Sommermusikfestival „SoundLaster” veranstaltet, auf dem sich einheimische Bands - Newcomer ebenso wie etablierte Künstler - präsentieren können.

Dialekt[Bearbeiten]

In Landsberg wird der Lechrainer Dialekt gesprochen, der ostschwäbische und mittel- bzw. südbairische Dialektformen mit mittelhochdeutschen Relikten in einer eigentümlichen Mischform vereinigt. Das Lechrainische ist allerdings seit Jahren auf dem Rückzug.

In den „schwabseits“ (westlich des Lechs) gelegenen Ortsteilen Erpfting und Ellighofen herrschen bereits schwäbische Dialektformen vor.

Medien[Bearbeiten]

In Landsberg erscheint als einzige Tageszeitung das „Landsberger Tagblatt“, eine Heimatausgabe der „Augsburger Allgemeinen“. Mit dem „Kreisboten“ und dem „Landsberger Extra“ gibt es zudem zwei wöchentlich erscheinende Anzeigenblätter mit redaktionellem Teil. Die „Landsberger Monatszeitung“ und „Stadt Land Lech“ sind monatlich erscheinende Stadtmagazine.

Im Bereich der Hörfunkmedien gehört Landsberg zum Einzugsgebiet von „TOP FM Regionalradio“ mit Sitz in Fürstenfeldbruck. Aus der Stadt selbst sendet „Radio Lechtal“, bislang aber nur via Kabel und Internet. Ein eigenes lokales Fernsehprogramm existiert nicht.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Das Sportzentrum Landsberg bietet neben Sport- und Veranstaltungshallen auch eine Gaststätte und Vortragsräume. Es ist regelmäßig Schauplatz von Sportwettkämpfen, Theaterdarbietungen und Konzerten.

Eine Besonderheit unter den städtischen Freizeiteinrichtungen ist das Inselbad. Das beheizte Freibad liegt zwischen der Altstadt und dem Lech und bietet Zugang zum Fluss, so dass Landsberg über einen natürlichen Kies-Badestrand mitten im Stadtzentrum verfügt.

Südlich des Stadtteils Ellighofen liegt der Segelflugplatz des Segelflugvereins Geratshof.

Sportvereine[Bearbeiten]

Sportliche Aushängeschilder der Stadt sind der Basketballverein DJK Landsberg (derzeit Regionalliga, viertklassig) und der TSV 1882 Landsberg, dessen Fußballmannschaft zurzeit in der Bayernliga Süd (fünftklassig) kickt. Die Freie Turnerschaft Jahn Landsberg ist Heimat einer national und international sehr erfolgreichen Rock'n'Roll-Abteilung. Mit dem Eishockeyverein EV Landsberg, der viele Jahre in der zweiten Bundesliga spielte, war Landsberg auch eine Hochburg des Eishockeysports in Bayern. Diese Ära endete allerdings mit der (erneuten) Insolvenz des EV Landsberg im Frühjahr 2011. Die Nachfolge der Eishockeytradition hat seither der HC Landsberg übernommen. Der Billardverein 1. BC Landsberg war vier Jahre lang in der 1. Bundesliga Snooker vertreten. Weiter sind zu erwähnen die Sportvereine Türkspor Landsberg sowie Ditib Landsberg.

Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Historisches Kinderfest: das Landsberger Ruethenfest
Oldtimer-Rallye: die Herkomerkonkurrenz

Zum Landsberger Festkalender zählen die Sebastians-Prozession zu Ehren des Stadtpatrons St. Sebastian an einem Januar-Sonntag, der Faschingsumzug der Schulen am „Lumpigen Donnerstag“, das Lechschall Festival mit heimischen Musikbands im Frühjahr, das Volksfest „Landsberger Wiesn“ im Juni, das Stadtfest auf dem Hauptplatz im Juli, der Süddeutsche Töpfermarkt am Mutterturm im August, die Lange Kunstnacht im September und der Landsberger Christkindlmarkt im Dezember.

Aus der alten Markttradition sind der Landsberger Wochenmarkt (jeden Mittwoch und Samstag), der Kreuzmarkt im Juni und der Veitsmarkt im September hervorgegangen. Kreuzmarkt und Veitsmarkt werden heute mit verkaufsoffenen Sonntagen in der Stadt verbunden.

Alle zwei Jahre startet in Landsberg die Herkomer-Konkurrenz, eine Tourenwagen-Rallye mit Oldtimern, die an den Landsberger Künstler und Automobilsport-Pionier Hubert von Herkomer erinnert.

Alle vier Jahre, das nächste Mal im Juli 2015, findet das Landsberger Ruethenfest, eines der größten historischen Kinderfeste in Bayern, statt. In Tänzen, Truppenlagern und Festzügen stellen Kinder die Geschichte der Stadt dar.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Die regionale Küche vereinigt bayerische und schwäbische Einflüsse.

Mehrere kulinarische Produkte schmücken sich mit dem Namen Landsberg, doch sind hier echte Traditionen nur noch schwer von modernen Marketingmethoden zu unterscheiden. Der „Landsberger Ring“ ist eine Wurst aus Rind- und Schweinefleisch sowie Kartoffeln, die auf Sauerkraut serviert wird. Der „Landsberger Rat“ ist ein süßer Kräuterlikör nach mittelalterlichem Rezept. Das „Landsberger Gold“ und die „Landsberger Weiße“ sind Biere, die nach wiederentdeckten alten Rezepten gebraut und regional vertrieben werden.

Auffällig ist in Landsberg die hohe Zahl von Schokoladen-Confiserien mit zum Teil exotischen Schokoladen-Kreationen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Landsberg liegt am Kreuzungspunkt der Bundesautobahn A96 München–Lindau mit der Bundesstraße 17 Augsburg–Füssen, die zwischen Augsburg und Landsberg autobahnähnlich ausgebaut ist. Der Anschluss der B17 an die A96 bei der Autobahnausfahrt Landsberg-West erfolgt über den größten Verteilerkreisel Deutschlands (330 Meter Durchmesser).[9]

Die Stadt ist auch eine Station der bekannten Ferien- und Tourismusstraße „Romantische Straße“. Die Strecke führt von Augsburg kommend östlich des Lechs über Mering, Prittriching und Weil nach Landsberg. Nach Süden schwenkt die "Romantische Straße" auf das westliche Lechufer, wo sie über Fuchstal, Denklingen und Hohenfurch schließlich Schongau erreicht.

Die topographische Lage der Stadt am Hochufer des Lechs ist eine stete Herausforderung für den innerstädtischen Verkehr. Auf der alten, engen und steilen Verbindung vom Hochufer ins Flusstal, der Alten Bergstraße, war bis in die 1950er Jahre aus Sicherheitsgründen Linksverkehr vorgeschrieben. Heute fließt der gesamte West-Ost-Verkehr in der Stadt über eine einzige Trasse (Katharinenstraße – Karolinenbrücke – Hauptplatz – Neue Bergstraße). Die hohe Verkehrsbelastung dieser Straßen, vor allem am Hauptplatz, dem zentralen Platz Landsbergs, ist immer wieder Thema der Stadtpolitik. Eine innenstadtnahe Süd-Umgehung (Katharinenstraße – Neue Bergstraße) wird immer wieder gefordert, entsprechende Pläne werden aber seit 2009 nicht weiterverfolgt.[10]

Schiene[Bearbeiten]

Bürgerbahnhof bei Nacht

Der Bahnhof Landsberg am Lech ist über die Stichbahn Landsberg–Kaufering an das deutsche Schienennetz angebunden. Diese Linie ist Teil der Lechfeldbahn von Landsberg über Kaufering nach Bobingen mit Anschluss nach Augsburg.

Der südlich Landsbergs anschließende Streckenabschnitt der Fuchstalbahn nach Schongau wird seit 1984 nur noch für den Güterverkehr genutzt. Eine „Initiative Fuchstalbahn“ bemüht sich seit Jahren um die Reaktivierung des Personenverkehrs auf dieser Strecke.[11]

Der 1872 erbaute Bahnhof Landsberg wurde 2004 an einen Mobilitätsdienstleister verkauft. Nach einer umfassenden Gebäudesanierung und einer Ausweitung des Dienstleistungsangebots wurde der „Bürgerbahnhof Landsberg“ 2007 von der „Allianz pro Schiene“ (neben dem Hauptbahnhof Berlin) zum „Bahnhof des Jahres“ ernannt.[12][13]

Wasser[Bearbeiten]

Auf dem Lech wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein intensiv geflößt. Da die Flöße das Lechwehr in der Stadt nicht queren konnten, wurden sie vorher ausgeleitet und – gegen Gebühr – über die Holzbohlenstrecke der „Langen Fahrt“ um das Wehr herumgeführt. Nach dem Niedergang der Flößerei wurde die „Lange Fahrt“ in den 1970er Jahren abgebrochen. Heute findet auf dem Lech in Landsberg kein Wasserverkehr mehr statt.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Nordöstlich der Stadt liegt der Bundeswehr-Fliegerhorst Penzing, der vor allem für den Transport und die Versorgung der im Ausland mit UN- oder NATO-Mandat tätigen Bundeswehrsoldaten genutzt wird und dessen Transall-C160 den Betrieb der Luftlande- und Lufttransportschule (LL-LtS Altenstadt / Franz-Josef-Strauss-Kaserne) in Altenstadt bei Schongau gewährleisten.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Im Jahre 1969 hatte die Stadt das damalige Elektrizitätswerk zusammen mit dem Stromnetz an die Lechwerke verkauft. 2008 fasste der Stadtrat den Beschluss, das Stromnetz zurückzukaufen. Am 1. Januar 2010 haben die von der Stadt neu gegründeten Stadtwerke Landsberg ihren Betrieb aufgenommen. Die Stadtwerke Landsberg übernahmen zum 1. Januar 2011 das örtliche Stromnetz der LEW in der Kernstadt von Landsberg. Bereits zuvor boten die Stadtwerke wechselwilligen Kunden ihren umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft und Wärme-Kraft-Kopplung an. Zusammen mit der Fern- und Nahwärme aus mehreren Blockheizkraftwerken betreiben die Stadtwerke damit in 2 Sparten eine kommunale Energieversorgung.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Aufgrund der nur indirekten Anbindung an das überregionale Eisenbahnnetz kam die Industrialisierung in Landsberg im 19. und 20. Jahrhundert nur langsam in Gang. Bis weit in die Nachkriegszeit hinein war die ansässige Garnison der größte Arbeitgeber der Stadt. Der einzige größere Betrieb, der vor dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde und heute noch arbeitet, ist die ehemalige Bayerische Pflugfabrik, die heute zur österreichischen Pöttinger Landtechnik GmbH gehört.

In den 1970er Jahren scheiterte eine Ansiedlung des US-amerikanischen Chemie- und Pharmaunternehmens Eli Lilly and Company im Nordwesten der Stadt an massiven Bürgerprotesten. Das stattdessen ausgewiesene Industrie- und Gewerbegebiet Landsberg wurde seither zur Heimat zahlreicher vieler kleiner und mittelständischer, aber auch einiger überregional bedeutender Unternehmen. Zu letzteren zählen vor allem die Rational AG, Weltmarktführer in der Herstellung von Heißluftdämpfern für (Groß-)Küchen[14], und die Veit Group, der weltweit führende Hersteller von Maschinen und Anlagen im Bereich der Bügeltechnik[15]. Im Landsberger Industriegebiet finden sich außerdem die Zentrale der Lutz Fleischwaren GmbH, der Verlag moderne industrie mit dem Auslieferungslager des Süddeutschen Verlags, ein mehrfach für sein Qualitätsmanagement ausgezeichnetes Werk der iwis motorsysteme GmbH & Co. KG (iwis Ketten)[16] sowie das süddeutsche Technikzentrum des ADAC mit der Servicezentrale der „Gelben Engel“ und einer Crashtest-Anlage.

Im westlich an das Industriegebiet angrenzenden Gewerbepark Frauenwald nahm 2006 ein Groß-Sägewerk der österreichischen Klausner-Gruppe seine Arbeit auf. Die Ansiedlung des Unternehmens war vor allem wegen der Rodung des als Naherholungsgebiets vorgesehenen Frauenwalds, einer Industriebrache aus der Zeit des Dritten Reiches (Munitionsfabrik der Dynamit AG), heftig umstritten.[17] Nach nur zwei Jahren im Produktionsbetrieb stand das Sägewerk seit Januar 2009 still und wurde 2010 schließlich an die Boris Zingarevich gehörende russische Ilim Timber verkauft.[18]

Behörden[Bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz des Landkreises Landsberg am Lech. Außerdem haben ein Finanzamt und ein Amtsgericht ihren Sitz in Landsberg.

Das Vermessungsamt Landsberg ist für die Landkreise Landsberg am Lech und Starnberg zuständig. Die Agentur für Arbeit Weilheim unterhält eine Geschäftsstelle in Landsberg, das Staatliche Bauamt Weilheim eine Servicestelle für Hochbau. Das Landwirtschaftsamt Landsberg ist eine Dienststelle des Landwirtschaftsamtes Dachau–Fürstenfeldbruck–Landsberg.

Justizvollzugsanstalt[Bearbeiten]

Die 1904–1908 erbaute Justizvollzugsanstalt Landsberg (JVA) dient heute als Haftanstalt für männliche erwachsene Ersttäter. Überregionale Bekanntheit erhielt das Landsberger Gefängnis durch die Festungshaft Adolf Hitlers 1923/24; die „Hitlerzelle“ wurde ab 1933 zu einer Wallfahrtsstätte des Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gefängnis als „War Criminal Prison No.1“ der amerikanischen Besatzungsmacht. Bis 1951 wurden hier noch 281 Kriegsverbrecher hingerichtet.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Landsberg hat eine lange Tradition als Garnisonsstadt. Die Bundeswehr unterhielt bis in die 1990er Jahre fünf Kasernen in und nahe bei Landsberg. Im Zuge mehrerer Standortschließungen wurden jedoch drei dieser Kasernen vollständig aufgelöst: Die innerstädtisch gelegene Saarburgkaserne wurde zum Wohngebiet „Katharinenanger“ umgebaut, die am südwestlichen Stadtrand gelegene Ritter-von-Leeb-Kaserne zum Wohngebiet „Obere Wiesen“. Die südlich außerhalb der Stadt gelegene Lechrainkaserne beherbergt heute das Gewerbegebiet Lechrain.

Im Stadtgebiet existiert heute nur noch die Welfenkaserne mit dem Systemzentrum Avionik und Teilen des Bundeswehrdienstleistungszentrum BwDlZ Landsberg. Nordöstlich der Stadt, in der benachbarten Gemeinde Penzing, liegt der Fliegerhorst Penzing, Heimat des Lufttransportgeschwaders 61.

Kliniken[Bearbeiten]

Das Klinikum Landsberg ist ein Krankenhaus der Versorgungsstufe I in der Betriebsform eines Selbstständigen Kommunalunternehmens des Landkreises Landsberg am Lech. Es verfügt über 221 Betten (inkl. der Belegabteilungen), sechs Dialyseplätze und acht Plätze in der Tagesklinik für Schmerztherapie. Angeschlossen ist eine Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege mit 51 Ausbildungsplätzen.[19]

Seit 2002 ist dem Klinikum Landsberg ein Fachkrankenhaus der Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH für Psychiatrie und Psychotherapie des Bezirks Oberbayern angegliedert.

Kindergärten und Schulen[Bearbeiten]

Kinderbetreuung[Bearbeiten]

In Landsberg gibt es im neuen Kindergartenjahr 2012/13 vier Kinderkrippen, 15 Kindergärten (darunter einen Waldorfkindergarten und zwei Waldkindergärten) und einen Kinderhort. Ein städtisches Kinderbüro hilft darüber hinaus bei der Vermittlung von Tagesmüttern und -vätern.[20]. In Planung befindet sich zudem eine zentrale Kindertagesstätte nahe dem Kreiskrankenhaus an der Römerauterrasse. Aktuell läuft hierzu ein Architektenwettbewerb[21], als Baubeginn ist nach heutigem Stand das Jahr 2014 anvisiert.

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

In der Stadt Landsberg gibt es vier Grundschulen (Erpfting, Katharinenvorstadt, Spitalplatz, Platanenstraße) und die Mittelschule Landsberg mit den beiden Standorten Fritz-Beck-Mittelschule und Mittelschule Schlossberg (die Neugliederung und Umwandlung der Hauptschulen in Mittelschulen erfolgte 2012/13).

Das Schulzentrum in der Weststadt beherbergt die Johann-Winklhofer-Realschule und das Dominikus-Zimmermann-Gymnasium, beide in der Trägerschaft des Landkreises Landsberg am Lech. Ebenfalls dem Landkreis untersteht das Ignaz-Kögler-Gymnasium in der Innenstadt.

Im Osten der Stadt liegt die private Freie Waldorfschule Landsberg.

Das Sonderpädagogische Förderzentrum "Schule am Luisenhof" befindet sich in der Trägerschaft des Landkreises.

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten]

Die Beruflichen Schulen Landsberg in der Trägerschaft des Landkreises umfassen die Staatliche Berufsschule, eine Berufsoberschule und eine Fachoberschule.

Am Klinikum Landsberg ist eine Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege angeschossen.

Der Bezirk Oberbayern unterhält in Landsberg sein Agrarbildungszentrum mit Technikerschule, Landmaschinenschule, Haushaltstechnik-Ausbildung und Imkereischule.

Landsberg ist auch Sitz der Sozialpflegeschulen Heimerer GmbH, die an zehn Standorten in Bayern und Sachsen Ausbildungen und Umschulen in den Bereichen Pflege, Therapie und Sozialwesen sowie Wirtschaft, Touristik, Informatik und Sprachen durchführen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Pater Rupert Mayer, 1987 seliggesprochener Jesuitenpater, erholte sich während des Ersten Weltkriegs in Landsberg von seiner Beinamputation. 1938 wurde er von den Nazis wegen regimefeindlicher Predigten im Landsberger Gefängnis inhaftiert.
  • Johnny Cash, einer der einflussreichsten US-amerikanischen Country-Sänger und -Songschreiber, arbeitete während seiner Militärzeit Anfang der fünfziger Jahre als Funker auf einem Abhörposten in Landsberg am Lech. Hier gründete er seine erste Band (Landsberg Barbarians) und schrieb den „Folsom Prison Blues“.
  • Ricky Harris, US-amerikanischer Moderator, Musiker, Entertainer und Schauspieler, wohnte viele Jahre in Landsberg am Lech.
  • Maxi Arland, deutscher Musiker und Moderator, lebte mit seiner Frau in Landsberg am Lech.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Herbert Regele, Stadt Landsberg am Lech. (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Landsberg am Lech. Landsberg 1980 (94 Seiten; Eigenverlag).
  •  Hermann Engl: Landsberg am Lech : Stadt an der Romantischen Straße; Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Engl, Holzkirchen 1996, ISBN 3-9804072-2-5 (192 Seiten).
  •  Anton Lichtenstern (Hrsg.): Begegnungen mit Landsberg am Lech. Reisebeschreibungen aus fünf Jahrhunderten. Konrad, Weißenhorn 2001, ISBN 3-87437-458-0 (84 S.; Mit Radierungen von Helmut Mayer).
  •  Volker Dotterweich und Karl Filser (Hrsg.): Landsberg in der Zeitgeschichte - Zeitgeschichte in Landsberg. Vögel, München 2010, ISBN 978-3-89650-310-7 (556 Seiten; In Verbindung mit Elke Kiefer und der Stadt Landsberg am Lech).
  •  Weisshaar-Kiem, Heide ; Fischer, Sonia [Red.], Landkreis Landsberg am Lech (Hrsg.): Heimat zwischen Oberbayern und Schwaben. 1 Auflage. EOS, St. Ottilien 2010, ISBN 978-3-8306-7437-5 (344 Seiten; Farbabbildungen).
  •  Anton Lichtenstern: Landsberg am Lech Geschichte und Kultur. Holzheu, Mering 2012, ISBN 978-3-938330-14-2 (256 Seiten; Mit Fotografien von Bernd Kittlinger).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landsberg am Lech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Landsberg am Lech – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Franz von Soden: Gustav Adolph und sein Heer in Süddeutschland von 1631 bis 1635, Bd. 2, S. 71. Erlangen 1867, abgefragt am 19. April 2011
  3. Jens Christian Wagner: "Juden raus!"Landsberg am Lech, Januar 1951. Die Zeit Nr. 5, 2011 vom 28. Januar 2011, S. 18 (mit 3 Abbi. von der Veranstaltung mit OB L. Thoma und MdB R. Jaeger)
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 601
  5. Kommunalstatistik von Landsberg, abgerufen am 3. Januar 2011
  6. Wer schon alles Oberbürgermeister werden wollte. Augsburger Allgemeine 7. März 2012
  7.  Anton Lichtenstern, Stadt Landsberg am Lech (Hrsg.): Der Dreifaltigkeitsfriedhof in Landsberg am Lech. Hauff, Kaufering 2008, ISBN 978-3-937955-00-1.
  8. Die Geschichte unserer Kirchengemeinde. Abgerufen am 4. November 2010.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDeutscher Meister unter den Kreiseln. Abgerufen am 4. November 2010.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSüd-Umgehung liegt auch weiterhin auf Eis. Abgerufen am 4. November 2010.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatwww.fuchstalbahn.com. Abgerufen am 4. November 2010.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBahnhof Landsberg – Das Projekt. Abgerufen am 4. November 2010.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBerlin und Landsberg: Die Bahnhöfe des Jahres 2007. Abgerufen am 4. November 2010.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatwww.rational-online.com. Abgerufen am 4. November 2010.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatwww.veit.de. Abgerufen am 4. November 2010.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWettbewerb „Die Fabrik des Jahres/GEO 2005“. Abgerufen am 4. November 2010.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatÖffnung des Frauenwaldes zur Besichtigung. Abgerufen am 4. November 2010.
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatIlim Timber kauft Klausner-Werke. Abgerufen am 4. November 2010.
  19. Qualitätsbericht 2007 des Klinikums Landsberg vom 15. Januar 2008, www.klinikum-landsberg.de/veroeffentlichungen/
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKinderbetreuungen in Landsberg am Lech. Abgerufen am 4. November 2010.
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format1. Preis Architektenwettbewerb. Abgerufen am 9. Januar 2013.