Johannes Schenck von Grafenberg

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Johannes Schenck von Grafenberg (lat. Ioannes Schenckius; * 20. oder 21. Juni 1530 in Grafenberg in Württemberg[1]; † 12. November 1598 in Freiburg im Breisgau) war ein einflussreicher deutscher Mediziner der späten Renaissance und zählte zu den Pionieren der Neurolinguistik.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Schenck von Grafenberg studierte an der Universität Würzburg unter anderem bei Jakob Degen und Leonhart Fuchs und erhielt 1554 die Doktorwürde. Danach war er kurzzeitig in Straßburg als niedergelassener Arzt tätig, bald darauf als Stadtarzt in Freiburg im Breisgau. Seine Studien über neurotraumatisch bedingte Sprachstörungen galten im 16. Jahrhundert als richtungsweisend. 1584 setzte er erstmals künstliche Beatmung ein.[2] Im gleichen Jahr veröffentlichte er seine persönlichen und die Beobachtungen von Kollegen zu Sprachstörungen in der Abhandlung Observationes medicae de capite humano. Sein bekanntestes Werk ist das siebenbändige Kompendium Observationum medicarum rariorum, libri VII mit Beschreibungen pathologischer Symptome am gesamten menschlichen Körper.[3] Darin auch enthalten eine Beschreibung der Blasenspalte, die Schenck von Grafenberg 1597 als Erster beschrieb.[4]

Sein Sohn Johann Georg Schenck von Grafenberg war ebenfalls Mediziner.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Enigk: Geschichte der Helminthologie im deutschsprachigen Raum Autor, Verlag G. Fischer, Jena 1986, ISBN 978-3-437-20350-3, S. 296, Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Jahr 1584 bei 2000 Jahre Weltgeschehen.
  3. Julius Leopold Pagel: Schenck von Grafenberg, Johannes. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 58.
  4. W. H. Rösch, A. K. Ebert: Geschichte der Blasenekstrophiebehandlung in Deutschland in Der Urologe, Ausgabe 46, Nummer 12, Dezember 2007.