Freiburg im Breisgau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freiburg im Breisgau
Freiburg im Breisgau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freiburg im Breisgau hervorgehoben
47.9948287.849881278Koordinaten: 48° 0′ N, 7° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Höhe: 278 m ü. NHN
Fläche: 153,07 km²
Einwohner: 218.043 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1424 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79098–79117
Vorwahlen: 0761, 07664 (Opfingen, Munzingen, Tiengen), 07665 (Hochdorf, Waltershofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 11 000
Stadtgliederung: 42 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 2–4
79098 Freiburg im Breisgau
Webpräsenz: www.freiburg.de
Oberbürgermeister: Dieter Salomon (Grüne)
Lage der Stadt Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Freiburg von Nordwesten nach Südosten
Freiburg vom Schlossbergturm aus gesehen

Freiburg im Breisgau (alemannisch Friburg im Brisgau, Zum Anhören bitte klicken! [ˈfʁiːb̥əg̊]a a; abgekürzt Freiburg i. Br. oder Freiburg i. B.) ist eine kreisfreie Großstadt in Baden-Württemberg. Von 1945 bis zur Gründung des Landes Baden-Württemberg am 25. April 1952 war Freiburg im Breisgau die Landeshauptstadt des Landes Baden. Die südlichste Großstadt Deutschlands ist Sitz des Regierungspräsidiums Freiburg sowie des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Sie wird von diesem Landkreis umschlossen, dem sie selbst nicht angehört; als kreisfreie Stadt bildet Freiburg vielmehr einen Stadtkreis.

Gegenwärtig hat das am Fluss Dreisam gelegene Freiburg circa 218.000 Einwohner und nimmt damit auf der Liste der größten Städte Baden-Württembergs nach Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim die vierte Stelle ein. Zusammen mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen bildet sie die (Wirtschafts-) Region Freiburg mit insgesamt circa 630.000 Einwohnern. Sie liegt in der trinationalen Metropolregion Oberrhein mit circa sechs Millionen Einwohnern.

Die Altstadt mit dem Münster und den Bächle – beide sind Wahrzeichen Freiburgs – ist Ziel von jährlich über drei Millionen Besuchern.

Mit der 1457 gegründeten Albert-Ludwigs-Universität zählt Freiburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

360°-Panorama von Freiburg im Breisgau vom Schlossbergturm gesehen. Die Erhebungen im Hintergrund sind Feldberg (1), Schwarzkopf (2), Rehagkopf (3), Bleichendobelkopf (4), Brombergkopf (5), Illenberg (6), Kreuzkopf (7), Schönberg (8), Lorettoberg (9), Tuniberg (10), Kaiserstuhl (11), Uhlberg (12) und Roßkopf (13).

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der 48. Breitengrad als Mosaikpflaster

Freiburg liegt im Südwesten Baden-Württembergs am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens und am westlichen Fuße des Schwarzwaldes. Die nächstgelegenen Großstädte sind Mülhausen (frz. Mulhouse) im Elsass, etwa 46 Kilometer Luftlinie südwestlich, Basel, etwa 51 Kilometer südlich, Straßburg, etwa 66 Kilometer nördlich, Zürich, etwa 85 Kilometer südöstlich, Karlsruhe, etwa 120 Kilometer nördlich sowie Stuttgart, etwa 133 Kilometer nordöstlich von Freiburg. Durch Freiburg fließt die Dreisam.

Die Ausdehnung der Stadt in nord-südlicher Richtung beträgt 18,6 Kilometer, in ost-westlicher Richtung 20 Kilometer. Von der Gemarkungsgrenze sind es bis zur Grenze nach Frankreich 3 Kilometer, bis zur Grenze mit der Schweiz 42 Kilometer.

Der Straßenname „Auf der Zinnen“ erinnert an die ehemalige Stadtmauer der Stadt. Etwa 200 Meter nördlich davon verläuft der 48. nördliche Breitengrad. Die Stelle ist auf beiden Seiten der Nord-Süd-Durchgangsstraße, die hier Habsburgerstraße heißt, durch eine Schrift in Pflastersteinen verschiedener Farben hervorgehoben, so dass die geografische Breite erkennbar ist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Freiburg; sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und liegen alle im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, außer Vörstetten, das zum Landkreis Emmendingen gehört: Vörstetten, Gundelfingen, Glottertal, Stegen, Kirchzarten, Oberried (Breisgau), Münstertal/Schwarzwald, Bollschweil, Horben, Au (Breisgau), Merzhausen, Ebringen, Schallstadt, Bad Krozingen, Breisach am Rhein, Merdingen, Gottenheim, Umkirch und March.

Topographische Karte Freiburgs mit Schienennetz

Geologie[Bearbeiten]

Freiburg liegt an der Grenze zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben. Die Verwerfung verläuft mitten durch das Stadtgebiet. Die östlichen Stadtteile liegen in einem Verbindungstal zum Zartener Becken zwischen den Bergen Roßkopf im Norden und Brombergkopf im Süden. Die südlichen Stadtteile Kappel und Günterstal liegen schon im Schwarzwald. Der Schlossberg, ein Ausläufer der Vorbergzone, ragt wie eine Nase direkt ins Innenstadtgebiet. Das Gestein unterhalb des sog. Greifenegg Schlössle sowie im westlichen Bereich des Augustinerweges wurde zum Bau der hochmittelalterlichen Stadtmauer abgebaut.[2] Mit dem südöstlich gelegenen 1284 Meter hohen Schauinsland gehört der Gipfel eines der höchsten Berge des Schwarzwaldes zum Freiburger Stadtgebiet. Mit mehr als 1000 Metern ist Freiburg unter den deutschen Großstädten jene mit dem größten Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebiets. Die westlichen Stadtteile liegen weitgehend auf einem Schwemmkegel, der während der letzten Eiszeit entstand. Im Süden liegt der Schönberg, der zur Vorbergzone zählt, einem Teil des alten Gebirges, und der beim Einbrechen des Oberrheingrabens nur teilweise abgerutscht ist.

Klima[Bearbeiten]

Freiburg liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima, wobei es große Unterschiede gibt: In der Ebene ist es wärmer und trockener, in den Bergzonen eher kühl und frisch. Wegen der mittleren Durchschnittstemperatur von 11,4 °C[3] gilt die Stadt als eine der wärmsten Großstädte Deutschlands. So wurden während der Hitzewelle 2003 am 13. August offiziell 40,2 °C gemessen; die höchste jemals in Deutschland registrierte Temperatur. Diesen Rekord teilt sich Freiburg u. a. mit Karlsruhe und Mannheim. Mit der stattfindenden klimatischen Erwärmung hat sich die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur seit der Bezugsperiode 1961–1990 von 9,7 °C auf 11,4 °C erhöht (Bezugsperiode 1981–2010),[4] in der Bezugsperiode 1990–2013 sogar auf 11,8 °C.

Freiburg 1990-2013
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
40
 
5
1
 
 
44
 
7
1
 
 
54
 
12
4
 
 
62
 
16
6
 
 
97
 
21
11
 
 
91
 
24
14
 
 
87
 
26
16
 
 
80
 
26
16
 
 
81
 
21
12
 
 
86
 
16
8
 
 
74
 
9
4
 
 
69
 
6
1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: www.weatheronline.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Freiburg 1990-2013
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,4 7,3 11,9 16,2 20,8 24,1 26,1 26,0 20,9 15,6 9,3 6,0 Ø 15,8
Min. Temperatur (°C) 0,6 0,9 3,8 6,4 10,8 13,9 15,8 15,6 11,7 8,3 4,1 1,3 Ø 7,8
Temperatur (°C) 3,0 4,1 7,9 11,3 15,8 19,0 20,9 20,9 16,3 12,0 6,7 3,7 Ø 11,8
Niederschlag (mm) 39,7 44,3 54,2 61,6 96,7 90,6 86,5 79,6 80,6 85,7 73,5 68,8 Σ 861,8
Sonnenstunden (h/d) 2,2 3,2 4,6 5,8 6,6 7,7 7,8 7,4 5,7 3,7 2,2 1,8 Ø 4,9
Regentage (d) 10,6 9,9 11,1 11,6 12,4 12,1 11,2 9,6 9,2 10,7 10,6 11,2 Σ 130,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
5,4
0,6
7,3
0,9
11,9
3,8
16,2
6,4
20,8
10,8
24,1
13,9
26,1
15,8
26,0
15,6
20,9
11,7
15,6
8,3
9,3
4,1
6,0
1,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
39,7
44,3
54,2
61,6
96,7
90,6
86,5
79,6
80,6
85,7
73,5
68,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist mit 908 mm[5] deutlich höher als der bundesweite Durchschnitt von knapp 800 mm. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Mai bis August mit einem Spitzenwert von 107 mm im Juni. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 50,6 mm.

Eine Spezialität des sommerlichen Stadtklimas ist der nach dem östlich gelegenen Höllental genannte „Höllentäler“. Der Bergwind von den Höhen des Schwarzwalds durchlüftet mit großer Regelmäßigkeit Teile der Stadt einige Zeit nach Eintritt der Dunkelheit. Nach umstrittener Auffassung von Wetterexperten wie Jörg Kachelmann oder Hans von Rudloff ist dieser Wind nicht kühl, wie oft vermutet und gefühlt, sondern föhnartig warm. Der Fallwind soll damit der Stadt die meisten Tropennächte in Deutschland mit durchgehend über 20 °C bescheren.[6]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Freiburger Stadtbezirke mit ihren amtlichen Nummern (noch ohne Vauban); Stadtteile mit Ortschaftsverfassung in beige

Freiburg hat 28 Stadtteile, die vorwiegend zu statistischen Zwecken in 42 Stadtbezirke gegliedert sind. In den bei der Kreisreform des ehemaligen Landkreises Freiburg eingegliederten Stadtteilen Ebnet, Hochdorf, Kappel, Lehen, Munzingen, Opfingen, Tiengen und Waltershofen wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt. Damit erhielten diese Orte einen von der Bürgerschaft der Ortschaft gleichzeitig mit dem Gemeinderat zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze sowie eine örtliche Verwaltung. Die Ortschaftsräte sind zu allen wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Freiburg.

Die Stadtteile im Einzelnen (mit Ordnungsnummer):

Mitte

Nord

Ost

Süd

West

Südwest

Geschichte[Bearbeiten]

Konrad von Zähringen verleiht der Siedlung am Fuße des Schlossbergs das Stadtrecht (Glasmalerei von Fritz Geiges, 1899)

Eine erste Erwähnung von Siedlungen im Bereich des heutigen Freiburg, der Wiehre, Zähringen und Herdern, findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 1008. Um 1091 baut der Zähringer-Herzog Bertold II. das Castrum de Friburch (Ruine Leopoldsburg) auf dem Schlossberg. Der Siedlung der Dienstleute und Handwerker am Fuße des Berges verlieh Bertolds Sohn Konrad im Jahre 1120 das Markt- und Stadtrecht. An Stelle der inzwischen zu kleinen Kirche veranlasste Bertold V. um 1200 den großzügigen Bau des heutigen Münsters, der v. a. durch die Einkünfte der Silberminen im Schwarzwald finanziert wurde, die wesentlich zum Wohlstand der Freiburger Bürger beitrugen.

Nach dem Aussterben der Zähringer übernahmen 1218 die Grafen von Urach die Herrschaft und nannten sich fortan die Grafen von Freiburg. Nach häufigeren Streitereien mit den Grafen um die Finanzen kaufte sich die Freiburger Bürgerschaft 1368 mit 20.000 Mark Silber von der Herrschaft des ungeliebten Egino III. los und unterstellte sich dem Schutz des Hauses Habsburg.

Vier Habsburger Herrscher am Historischen Kaufhaus
Im ältesten Rathaus Freiburgs, der Gerichtslaube, fand 1498 der Reichstag statt
Meister N. J. W.: Freiburg im Breisgau, um 1580

Freiburg musste den neuen Herrschern Kriegsleute stellen und Finanzhilfe leisten. In der Schlacht bei Sempach siegten die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen den österreichischen Herzog Leopold III. und löschten dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Die Zünfte beherrschten danach den Stadtrat. Freiburg war bis 1427 Reichsstadt. Als Herr der österreichischen Vorlande stiftete Erzherzog Albrecht 1457 die Freiburger Universität.

Im Jahre 1498 hielt Maximilian I. Reichstag in Freiburg. Unter dem Zeichen des Bundschuhs erhoben sich in der gleichen Zeit die Bauern am Oberrhein, doch der Aufstand bei Freiburg unter Joß Fritz im Jahr 1513 wurde verraten. 1525 nahmen im Deutschen Bauernkrieg Bauern unter Führung von Hans Müller Freiburg ein und zwangen den Stadtrat, einer evangelisch-christlichen Vereinigung beizutreten. Als 1529 in Basel die Bilderstürmer den Protestantismus durchsetzten, flohen der Fürst der Wissenschaft Erasmus von Rotterdam und das Basler Domkapitel ins katholische Freiburg. Mit der Vollendung des Hochchors, der 1513 durch den Konstanzer Weihbischof geweiht wurde, war 1536 das Münster endgültig fertiggestellt.

Kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1620 übernahmen die Jesuiten die Universität Freiburg. Im Jahre 1632 besetzten die Schweden unter General Horn die Stadt, die in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer wechselte. Eine kaiserlich-bayrische Armee unter den Generälen Franz von Mercy und Jan van Werth nahm 1644 Freiburg ein. Anschließend kam es zur Schlacht bei Freiburg zwischen den Bayern und französisch-weimarischen Truppen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es unter Ludwig XIV. immer wieder zu Übergriffen auf rechtsrheinisches Gebiet. Nach dem holländischen Krieg musste Kaiser Leopold I. 1679 im Frieden von Nimwegen die Stadt Freiburg samt Lehen sowie Betzenhausen und Kirchzarten der Krone Frankreichs überlassen. Nachdem Ludwig XIV. Sébastien Le Prestre de Vauban angewiesen hatte, die Stadt zu einer modernen Festung auszubauen, besuchte der König 1681 Freiburg, um den Fortschritt der Arbeiten persönlich zu begutachten. Er übernachtete im Basler Hof. Im Frieden von Rijswijk 1697 durfte Ludwig XIV. die im Elsass besetzten Gebiete einschließlich der freien Reichsstadt Straßburg behalten, musste aber Freiburg an die Habsburger zurückgeben. Gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs besetzte Marschall Claude-Louis-Hector de Villars 1713 Freiburg erneut. Im zweiten österreichischen Erbfolgekrieg schlugen die Franzosen unter Marschall François de Franquetot die Österreicher bei Weißenburg (Elsass) (5. Juli 1744). Als die französischen Truppen Freiburg räumen mussten, zerstörten sie die Festungsanlagen gründlich. Lediglich das Breisacher Tor blieb als Teil der vaubanschen Bauten erhalten.

Tafel am Martinstor zum Andenken an die im Krieg gegen die Revolutionsarmee gefallenen Bürgermilizen

Französische Revolutionstruppen nahmen Freiburg 1796 ein. Nach drei Monaten befreite Erzherzog Karl die Stadt. Als der Herzog von Modena Herkules III. im Frieden von Campo Formio 1797 seine italienischen Besitzungen verlor, erhielt er vier Jahre später 1801 im Frieden von Lunéville als Kompensation den Breisgau. Herkules III. war mit diesem Tausch nicht einverstanden, da er seine Verluste nicht für ausreichend kompensiert erachtete. Deshalb suchte er den Breisgau nach 1801 nicht auf. Die Regierungsgeschäfte führte der Freiherr Hermann von Greiffenegg, der den Breisgau formal erst am 2. März 1803 für das Haus Este in Besitz nahm. Nach Herkules' Tod im Oktober 1803 fiel der Breisgau an seine ins Haus Habsburg eingeheiratete Tochter Maria Beatrice. Doch dieses modenisch-habsburgische Zwischenspiel dauerte nur kurz, denn 1805 verfügte Napoleon den Anfall des Breisgaus und der Ortenau an Baden, das kurze Zeit, von 1803 bis 1806, Kurfürstentum war. Die Schlussakte des Wiener Kongresses bestätigte 1815 den Verbleib Freiburgs beim Großherzogtum Baden.

Im Jahr 1827 wurde Freiburg Sitz des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. 1845 wurde die Bahnstrecke in Richtung Offenburg eröffnet. Die Revolution von 1848 entlud sich im Südwesten Deutschlands besonders heftig, obgleich Baden 1818 während der Restauration eine recht liberale Verfassung erhalten hatte. In Freiburg kam es zu blutigen Barrikadenkämpfen, an denen neben badischen Regierungstruppen hessische Verbände beteiligt waren.

Freiburg um 1900

Mit der Reichsgründung von 1871 nahm die Stadt am allgemeinen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland teil. Unter Oberbürgermeister Otto Winterer erhielt Freiburg mit der Bebauung neuer Stadtteile im Stile des Historismus sein Gesicht. Schon ab 1901 fuhr eine elektrische Straßenbahn.

Im Ersten Weltkrieg bombardierten französische Flugzeuge am 14. Dezember 1914 die offene Stadt Freiburg. Das Ereignis schockierte die Einwohner. Als ein Luftangriff im April 1915 einen Erwachsenen und sieben Kinder tötete, hatte dies eine Fluchtwelle aus der Stadt zur Folge.[7]

Die Rückkehr des Elsass zu Frankreich nach dem verlorenen Krieg traf Freiburg wirtschaftlich besonders hart.

Luftbild der zerbombten Innenstadt mit dem trotz eines Feuersturmes weitgehend unversehrt gebliebenen Münster, nach dem Luftangriff im November 1944
Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation Freiburger Juden

Zwei Reichskanzler in den Anfangsjahren der Weimarer Republik kommen aus Freiburg: Constantin Fehrenbach und Joseph Wirth.

Wie überall im damaligen Deutschen Reich übernahmen 1933 die Nationalsozialisten in Freiburg die Macht. Unter dem Rektorat Martin Heideggers wurde die Universität gleichgeschaltet. 1938 ging in der Reichspogromnacht die Freiburger Synagoge in Flammen auf. 1940 wurden im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion die in Freiburg noch verbliebenen Juden mit einem Sammeltransport ins südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert.[8] Die Luftwaffe führte irrtümlich einen Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940 durch, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen.

Unter dem Decknamen Operation Tigerfish bombardierte die britische Royal Air Force am Abend des 27. November 1944 die Stadt, wobei etwa 2800 Bürger getötet wurden. Nach dem Angriff erhob sich nur noch das relativ unbeschädigte Freiburger Münster aus den Trümmern der im nördlichen Teil vollkommen zerstörten Altstadt, doch hatten die starken Detonationswellen das Kirchenschiff abgedeckt. Mit neuen Ziegeln, die aus Basel gespendet wurden, konnte das Münster bis Januar 1946 wieder fast vollständig gedeckt werden.[9]

Freiburg wurde im April 1945 von den Franzosen besetzt. Im Oktober hielt General de Gaulle in Freiburg eine Siegesparade ab. Infolge der Aufteilung Deutschlands in verschiedene Besatzungszonen wurde Freiburg 1946 die Landeshauptstadt des neugegründeten Bundeslandes Baden. Ministerpräsident war der gebürtige Freiburger Leo Wohleb, der im Colombischlössle residierte, während der Landtag im Historischen Kaufhaus tagte. Nach einer Volksabstimmung ging 1951 Südbaden – trotz des erbitterten Widerstands breiter Kreise der Bevölkerung – im Bundesland Baden-Württemberg auf.

Die Studentenunruhen der späten 1960er Jahre fanden auch in Freiburg ihren Niederschlag. Das gewachsene politische Bewusstsein führte in den 1970er Jahren zur Beteiligung vieler Freiburger am erfolgreichen Widerstand der Kaiserstühler Bauern gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl. Im Gefolge dieser Ereignisse entwickelte sich in der Stadt eine starke autonome Szene und ein breites ökologisch orientiertes Spektrum. Freiburg wurde zu einer Hochburg der neu gegründeten Grünen und wird daher als Ökohauptstadt Deutschlands bezeichnet. Auch wissenschaftlich und wirtschaftlich entwickelte sich in Freiburg ein Klima, das der Stadt eine führende Rolle als Umweltstadt verschafft hat – sie trat bei der Expo 2010 in Shanghai als „green city“ auf.

Freiburg wurde durch seine verkehrsgünstige Lage und die Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend eine beliebte Stadt für Kongresse, Messen und Tagungen, insbesondere durch das Konzerthaus Freiburg und die Messe Freiburg. Der internationale Städtetourismus spielt eine starke Rolle.

1986 war die Stadt Gastgeber der siebten Landesgartenschau Baden-Württemberg, was für die Entwicklung der westlichen Stadtteile von großer Bedeutung war und zudem die Einrichtung der Ökostation zur Folge hatte. Ein starker Bevölkerungszuwachs forderte den Ausbau alter und die Errichtung neuer Wohngebiete. Auf einem von der französischen Garnison 1992 verlassenen Gelände der ehemaligen Vauban-/Schlageter-Kaserne entstand der international bekannte Stadtteil Vauban. 1993 erfolgte der Spatenstich zum neuen Stadtteil Rieselfeld.

1996 überschritt die Stadt die Bevölkerungszahl von 200.000 Einwohnern. Darunter sind etwa 30.000 Studenten, die an der Universität und vier weiteren Hochschulen studieren.

Der Flückigersee – ein Teil des ehemaligen Landesgartenschaugeländes

Als Sitz des Erzbistums und kirchlicher Einrichtungen wie des Deutschen Caritasverbandes ist Freiburg ein Zentrum der katholischen Kirche. 1978 fand in Freiburg der 85. Deutsche Katholikentag statt, an dem u. a. Mutter Teresa teilnahm. Am 24. und 25. September 2011 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Deutschlandbesuches Freiburg auf Einladung von Robert Zollitsch, des damaligen Freiburger Erzbischofs und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Der Pontifex feierte u. a. auf dem Flugplatz Freiburg eine Jugendvigil und am 25. September 2011 mit über 100.000 Gläubigen eine Eucharistie-Feier. Außerdem traf er Missbrauchsopfer, führte Gespräche mit Helmut Kohl, Verfassungsrichtern sowie dem Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und hielt eine ekklesiologisch ausgerichtete Rede vor 1500 geladenen Gästen im Konzerthaus Freiburg.

Durch seine Lage in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und als Nachbarstadt u. a. von Straßburg bekommt Freiburg eine zunehmende Bedeutung für das Zusammenwachsen Europas. Die Stadt ist Sitz von Konsulaten und Honorarkonsulaten verschiedener europäischer Staaten. Das Regierungspräsidium Freiburg, die Stadtverwaltung, die Universität Freiburg und viele andere Einrichtungen arbeiten eng mit den Partnerorganisationen in den benachbarten Ländern Frankreich und der Schweiz zusammen. Als Stadt, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1677–1697) zum Königreich Frankreich gehörte und nach dem Zweiten Weltkrieg Standort einer großen Garnison der französischen Besatzungsmacht war, hat Freiburg seit jeher eine Vorreiterrolle in den Beziehungen zum Nachbarland. Freiburg arbeitet besonders eng mit den französischen Städten Mülhausen und Colmar zusammen. Franzosen spielen eine bedeutende Rolle als Arbeitskräfte und Kunden in der Wirtschaftsregion Freiburg. Wichtige Beiträge zu den kulturellen und politischen Beziehungen beider Staaten leisten das „Centre culturel francais“ (CCF) Conrad Schroeder und das Frankreich-Zentrum der Universität. 2001 und 2010 fanden in Freiburg deutsch-französische Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs statt. Auch mit der schweizerischen Nachbarstadt Basel bestehen seit jeher enge Beziehungen (siehe Erasmus von Rotterdam und Basler Hof), die bis heute gepflegt werden.

Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Eingemeindungen und Erweiterungen[Bearbeiten]

Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet 3005 Hektar. Folgende ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden in die Stadt Freiburg eingegliedert:

Hochdorf: 1973 eingemeindet
Jahr Orte Zuwachs in ha
1457 Herdern unbekannt
1826 Wiehre 723
1890 Günterstal 520
1890 Haslach 912
1906 Zähringen 1169
1908 Betzenhausen 865
1914 Littenweiler 1561
1938 St. Georgen 761
Jahr Orte Zuwachs in ha
1.9.1971 Lehen 358
1.12.1971 Opfingen 1461
1.7.1972 Waltershofen 758
1.1.1973 Tiengen 838
1.7.1973 Munzingen 677
1.9.1973 Hochdorf 1010
1.7.1974 Ebnet 687
1.7.1974 Kappel 1381
1.1.1978 Mundenhof 323

Freiburg wuchs nicht nur durch Eingemeindungen, sondern auch durch neue Stadtteile. In den 1960er Jahren waren dies die Stadtteile Weingarten und Landwasser, in den 1990er Jahren die Stadtteile Rieselfeld und Vauban.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Freiburg 1954–2006
Bevölkerungspyramide von Freiburg, Stand 2006

Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit lebten in Freiburg zwischen 5.000 und 10.000 Menschen. Freiburg war die größte Stadt zwischen Basel und Straßburg. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Hatte die Stadt 1800 9.050 Einwohner, so waren es 1900 bereits 62.000.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt das Ziel alliierter Luftangriffe. Die Bevölkerungszahl sank von 110.110 im Jahr 1939 um 18,9 Prozent auf 89.275 im Dezember 1945. Schon 1947 überschritt die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten wieder die Grenze von 100.000. Bis 1996 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000.

Mit einem Bevölkerungswachstum von 32 Prozent im Zeitraum von 1980 bis 2012 wächst die Stadt als eine der schnellsten im Land. 2009 war der Stadtkreis mit einem Zuwachs von 1954 Einwohnern der Kreis mit dem größten Zuwachs in Baden-Württemberg,[10] 2011 lag er auf Platz zwei hinter Stuttgart.[11]

Mit einem Durchschnittsalter seiner Bewohner von 40 Jahren lag der Stadtkreis Freiburg im Jahr 2011 an der Spitze der Kreise Baden-Württembergs.[12] Der Ausländeranteil zum 1. Januar 2013 betrug 13,7 Prozent.[13]

Neben der amtlichen Wohnbevölkerungszahl des Statistischen Landesamtes gibt es mit der Einwohnerfortschreibung des städtischen Einwohnermeldeamtes eine weitere amtliche Bevölkerungszahl, die mit 210.277 Einwohnern zum 1. Januar 2012 deutlich unter der von der Landesbehörde fortgeschriebenen Zahl von 229.144 Einwohnern liegt.[14] Je beim Statistischen Landesamt gemeldeten Einwohner erhält die Stadt derzeit 750 Euro pro Jahr als Mittelzuweisung des Landes. Eine Übernahme der Zahlen des städtischen Einwohnermelderegisters durch das Statistische Landesamt würde daher einen Einnahmeverlust von etwa 15 Millionen Euro pro Jahr bedeuten, was nicht im Interesse der Stadt liegt. Die durch den Zensus 2011 ermittelten Einwohnerzahlen für Bund, Länder und Kommunen wurden am 31. Mai 2013 veröffentlicht[15] und liegen mit 210.600 Einwohnern unterhalb der bisher geführten Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes.

Religionen[Bearbeiten]

Das Münster: Freiburgs Wahrzeichen
Gemeindezentrum der Baptisten

Christentum[Bearbeiten]

Freiburg gehörte bis 1805 zu Österreich, und so blieb die Stadt katholisch, während umliegende Dörfer wie Haslach, Opfingen und Tiengen und ganze Landstriche, die dem Markgrafen von Baden unterstanden, im Zuge der Reformation evangelisch wurden. Die Stadt gehörte kirchlich bis 1821 zum Bistum Konstanz, auch als das Fürstbistum 1805 als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben wurde. Im gleichen Jahr wurde Freiburg Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs, der jedoch wegen Differenzen zwischen der badischen Regierung und dem Heiligen Stuhl erst 1827 sein Amt antreten konnte. Die Grenzen des Erzbistums Freiburg decken sich mit den Grenzen des ehemaligen Landes Baden und des früheren preußischen Fürstentums Hohenzollern. Bischofskirche ist das Freiburger Münster. Zur Kirchenprovinz Freiburg gehören die beiden Suffraganbistümer Mainz und Rottenburg-Stuttgart sowie bis 1929 auch die Bistümer Limburg und Fulda. Der Erzbischof von Freiburg trägt den Titel eines Metropoliten (Oberrheinische Kirchenprovinz). Der Deutsche Caritasverband hat seinen Sitz in Freiburg. Als Schutzpatrone Freiburgs werden der Heilige Georg (die Freiburger Fahne zeigt das Georgskreuz) und Bischof Lambert von Lüttich verehrt.

Mit dem Anfall des Breisgaus 1805 an den überwiegend evangelischen Norden des Großherzogtums Baden zogen Protestanten in die Stadt. Bei den damaligen Verhandlungen zwischen der badischen Regierung und dem Freiburger Stadtrat bot dieser, um die Karlsruher für die Erhaltung der Universität positiv zu stimmen, die Errichtung einer evangelischen Kirche an. Die Freiburger Protestanten gehören heute, sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind, zum im Januar 2007 neu gebildeten Stadtdekanat Freiburg innerhalb des Kirchenkreises Südbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden. In Freiburg befindet sich der Sitz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden, einer lutherischen Freikirche. Zudem gibt es ein breites Spektrum weiterer protestantischer Freikirchen: Die Calvary Chapel in der City, die Chrischonagemeinde, die Christengemeinde in Lehen, die christliche Missionsgemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Freie evangelische Gemeinde, die Heilsarmee, die Liebenzeller Gemeinde, die Mennonitische Gemeinde und die Methodistische Gemeinde.

Seit dem späten 19. Jahrhundert besteht in Freiburg eine alt-katholische Gemeinde, deren Kirche die ehemalige Klosterkirche der Ursulinen im Schwarzen Kloster am Rande der Altstadt ist. Den griechisch-, serbisch-, russisch- und rumänisch-orthodoxen Gemeinden wurde die katholische Kirche Maria Schutz für ihre Gottesdienste zur Verfügung gestellt.

Außerdem gibt es in Freiburg eine Anglikanische Gemeinde und die Neuapostolische Kirche mit zwei Gemeinden in der Wiehre und in Weingarten, eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die anthroposophisch geprägte Christengemeinschaft, die Jesus-Freaks sowie die Zeugen Jehovas.

Judentum[Bearbeiten]

Die 1870 erbaute und 1938 zerstörte Synagoge
Gedenktafel am Platz der alten Synagoge

Nachdem sich schon vor 1230 Juden in der Stadt aufgehalten hatten, soll sich seit 1230 in der Gegend der Webergasse eine Gemeinde gebildet haben.[16] Im Jahre 1310 hatten die Grafen von Freiburg vom Kaiser das lukrative Judenregal erworben, d. h. die Abgaben der in Freiburg lebenden Juden gingen direkt an Konrad und seinen mitregierenden Sohn Friedrich. Diese stellten am 12. Oktober 1338 den ansässigen Juden einen umfassenden Sicherungs- und Freiheitsbrief aus. Doch bereits am 1. Januar 1349 war dieser nichts mehr wert. Obgleich die Pest in Freiburg noch nicht ausgebrochen war, wurden Juden verdächtigt, diese verbreitet zu haben, und wurden festgenommen. Alle Freiburger Juden mit Ausnahme der Schwangeren wurden am 31. Januar 1349 verbrannt.[17] Die Kinder der Ermordeten wurden zur Taufe gezwungen.[18] Nach diesem Pogrom ließen sich Juden nur zögerlich wieder in Freiburg nieder. Da beschloss im Jahre 1401 der Stadtrat ein dekret, daz dekein Jude ze Friburg niemmerme sin sol,[19] welches König Sigismund mit der Ewigen Vertreibung 1424 offiziell bestätigte.[20] Erst 1809 wurde den Juden wieder ein ständiger Aufenthalt in der Stadt erlaubt, die dann 1836 eine jüdische Gemeinde gründeten. In der Pogromnacht 1938 ging die 1870 errichtete Synagoge in Flammen auf. Am 22. Oktober 1940 wurden die im Lande verbliebenen badischen zusammen mit den pfälzischen Juden in das Lager Camp de Gurs in Südfrankreich deportiert. Einer der Sammelplätze in Freiburg war der Annaplatz. Im Pflaster der Stadt erinnern „Stolpersteine“ an die Opfer der Judenverfolgung während der Naziherrschaft.

Nach 1945 konstituierte sich eine neue jüdische Einheitsgemeinde, die Israelitische Gemeinde Freiburg, die mittlerweile durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion auf rund 750 Mitglieder angewachsen ist. Benjamin Soussan, von 1991 bis 2010 Rabbiner der Gemeinde, führte den orthodoxen Ritus ein. Von 1985 bis 1987 errichtete die Gemeinde zwischen Münsterplatz und Stadtgarten eine neue Synagoge. Seit Juli 2004 ist durch die kleine Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher eine weitere Gemeinde hinzugekommen, die sich der Union progressiver Juden angeschlossen hat.

Für die verstorbenen Einwohner jüdischen Glaubens gibt es eigene Begräbnisstätten: den jüdischen Friedhof in der Elsässer Straße und ein neues Gräberfeld auf dem Friedhof St. Georgen.

Andere[Bearbeiten]

Mehrere islamische Organisationen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Ausrichtung unterhalten in Freiburg Gebetsstätten und Moscheen. Anhänger des Buddhismus finden im Tibet-Kailash-Haus, das 2007 vom Dalai Lama besucht wurde, oder im buddhistischen Zentrum der Karma-Kagyü-Schule Anlaufstellen. Außerdem gibt es seit 2004 den Heidenhain (auch: Hain der Heiden) in Freiburg, der sich als Treffpunkt und Anlaufstelle für Neopaganismus versteht.

Politik[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Im früher katholisch-konservativen Freiburg wurde 1962 mit Eugen Keidel zum ersten Mal ein Sozialdemokrat zum Oberbürgermeister gewählt. Ihm folgte 1982 sein Parteikollege Rolf Böhme im Amt, der im Jahr 2002 ausschied. Mittlerweile gilt die Stadt als eine Hochburg der Grünen. Dies äußert sich nicht nur in der Wahl des ersten grünen Oberbürgermeisters einer deutschen Großstadt, sondern auch in durchgehend überdurchschnittlich hohen Wahlergebnissen. Bei den Bundestagswahlen 2002 und 2005 wurde der Wahlkreis Freiburg mit 25,0 beziehungsweise 22,8 Prozent der Zweitstimmen bundesweit bester Wahlkreis dieser Partei. Nachdem die Grünen bei der Europawahl 2004 im Stadtkreis 36,8 Prozent erzielten, setzte sich bei der Landtagswahl im März 2006 allerdings die CDU mit 30,3 Prozent wieder als stärkste politische Kraft durch. Bei der Landtagswahl von 2011 konnte das Ergebnis der Grünen aber mit 34,5 (Freiburg I) bzw. 39,9 Prozent (Freiburg II) dem landesweiten Trend entsprechend nochmals gesteigert werden.[21]

Abgeordnete aus Freiburg[Bearbeiten]

Das Direktmandat im Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Freiburg hat seit 2013 Matern von Marschall von der CDU inne. Über die Landesliste vertreten zusätzlich Gernot Erler (SPD) seit 1987 und Kerstin Andreae (Bündnis 90/Die Grünen) seit 2002 die Stadt im Bundestag. Im 15. Landtag von Baden-Württemberg ist Freiburg mit drei Abgeordneten vertreten: für den Wahlkreis Freiburg-Ost Reinhold Pix (Bündnis 90/Die Grünen, Direktmandat) sowie für den Wahlkreis Freiburg-West Edith Sitzmann (Bündnis 90/Die Grünen, Direktmandat) und Gabi Rolland (SPD).

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadtverwaltung stand vor 1806 der Schultheiß als Vorsitzender des Gerichts. Mit dem Übergang des Breisgaus an Baden wurde das Freiburger Stadtrecht von 1520 außer Kraft gesetzt und die badische Gemeindeverfassung mit einem direkt gewählten Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung eingeführt. Johann Josef Adrians – noch von den Zünften als Stadtoberhaupt gewählt – wurde 1806 in seinem Amt bestätigt und mit dem Titel Oberbürgermeister geehrt, doch schränkte die badische Gemeindeordnung die kommunale Selbstverwaltung Freiburgs erheblich ein. Das Sagen hatte ein von der Regierung eingesetzter Stadtdirektor. Ab 1832 trugen dann Freiburg Stadtoberhäupter den Titel Bürgermeister und nannten sich erst ab 1875 wieder Oberbürgermeister.

Der Freiburger Oberbürgermeister ist gleichzeitig stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderates.

Die Oberbürgermeister seit 1806:

Oberbürgermeister Dieter Salomon (seit 2002)

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 25. April 2010 wurde bei einer Wahlbeteiligung von 45,2 Prozent der bisherige Amtsinhaber Dieter Salomon (Bündnis 90/Die Grünen) von 50,5 Prozent der Wähler für weitere acht Jahre wiedergewählt. Seine beiden Mitbewerber kamen ebenfalls aus Freiburg: Der Bürgermeister für Kultur, Jugend und Soziales und Integration Ulrich von Kirchbach (SPD) erhielt 29,2 Prozent der abgegebenen Stimmen und der Hochschullehrer Günter Rausch (Wechsel im Rathaus (WiR)) 20,1 Prozent.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
in Prozent
 %
30
20
10
0
24,3
18,3
16,7
8,6
5,9
5,6
4,8
4,1
11,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,4
-2,4
-1,2
+0,8
-0,1
+5,6
-3,3
-0,2
+0,5

Der Gemeinderat besteht aus 48 gewählten Mitgliedern. Den Vorsitz mit Stimmrecht hat als zusätzliches Mitglied der Oberbürgermeister.

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 konnten alle 13 angetretenen Listen Sitze im Gemeinderat erringen. Erstmals war das Mindestalter für das aktive Wahlrecht von 18 auf 16 Jahre gesenkt worden. Durch die Änderung des Sitzzuteilungsverfahrens vom D’Hondt-Verfahren, das große Parteien begünstigt, zum Sainte-Laguë-Verfahren hatten auch Listen mit relativ wenigen Stimmen die Chance, Vertreter in den Gemeinderat zu entsenden.

4
8
11
2
2
3
2
9
3
4
11 
Von 48 Sitzen entfallen auf:
Partei/Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
Bündnis 90/Die Grünen 24,3 % + 0,4 11 −1
CDU 18,3 % −2,4 9 −1
SPD 16,7 % −1,2 8 −1
FDP 4,8 % −3,3 2 −2
Linke Liste/Solidarische Stadt 8,6 % +0,8 4 ±0
FWV 5,9 % −0,1 3 ±0
Kulturliste 4,1 % −0,2 2 ±0
Grüne Alternative Freiburg 3,2 % −0,7 1 −1
Junges Freiburg 3,4 % +0,2 2 +1
Unabhängige Frauen 2,4 % −0,1 1 ±0
Für Freiburg|FFR 1,4 % −0,4 1 +1
Freiburg Lebenswert|FL 5,6 % +5,6 3 +3
Die Partei 1,5 % +1,5 1 +1

Die Spalte „G/V“ zeigt jeweils die Gewinne oder Verluste gegenüber der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2009.

Nach der Gemeinderatswahl 2014 haben sich „Junges Freiburg“, die zuvor mit den Grünen eine Fraktion bildeten, nunmehr mit der „Grünen Alternative Freiburg“ und „Die Partei“ zu einer neuen Fraktion zusammengeschlossen. „Freiburg Lebenswert“ und „Für Freiburg“ kooperieren in einer weiteren Fraktion. Wie bisher bilden die „Kulturliste“, die „Linke Liste“ und die „Unabhängigen Frauen“ die Fraktionsgemeinschaft „Unabhängige Listen“. Die FDP hat den Fraktionsstatus verloren, da ihr nur noch zwei Stadträte angehören. Die anderen Parteien und die Freien Wähler haben wie bisher eigene Fraktionen.[22]

Wappen, Siegel, Münzmarken, Flagge[Bearbeiten]

Freiburger Siegel
Freiburger Rappen
Freiburger Flagge

Das Wappen der Stadt Freiburg zeigt ein rotes durchgehendes Kreuz auf weißem Grund. Es ist das Wappenzeichen des heiligen Georg, des ältesten Stadtpatrons. Das Stadtsiegel Freiburgs zeigt eine stilisierte Burg in rot auf weißem Grund mit zwei Turmbläsern auf den äußeren Türmen. Dieses Siegel sieht man in Farbe nur vereinzelt im Stadtgebiet, auf den Kanaldeckeln der Innenstadt dagegen ist diese Darstellung, gegossen in Eisen, häufiger zu sehen. Die stilisierte Darstellung der Burg diente als Vorbild für das 1896 im Sternwald erbaute Freiburger Wasserschlössle.

Häufig sieht man noch ein Wappen mit einem schwarzen Adlerkopf oder Rabenkopf auf goldenem Grund. Dieses Wappen ist nach 1327 aus der Freiburger Münzmarke entstanden. Anfangs zeigten die in Freiburg geprägten Münzen den ausgebreiteten Adler, also das Wappenbild der Grafen von Freiburg. Nachdem die Freiburger 1327 den Grafen das Münzrecht abgekauft hatten, prägte die Stadt zur Unterscheidung Münzen, die nur noch den Kopf eines Adlers zeigten. Dieser wurde bald als Kopf eines Raben (alemannisch „Rappen“) angesehen, weshalb die kleine Münze auch als „Rappenpfennig“ bezeichnet wurde.[23] Im Jahre 1399 bildeten Freiburg und andere oberrheinische Städte wie z. B. Basel zur Handelserleichterung untereinander den Rappenmünzbund. So wurde der Rappenpfennig Namensgeber für den Schweizer Rappen. Oft wird an historischen Gebäuden oder auf Gemälden das Stadtwappen zusammen mit dem Wappen von Österreich gezeigt, ein Hinweis auf die lange Zugehörigkeit der Stadt zu Vorderösterreich.

Die Flagge der Stadt Freiburg zeigt wie im Wappen das Georgskreuz, ein rotes durchgehendes Kreuz auf weißem Grund. Sie ist identisch mit der Flagge Englands, dessen Schutzpatron wie in Freiburg der heilige Georg ist. Sie wird vor allem als Hochkantflagge gehisst, ist aber auch waagerecht zu sehen. Diese Flagge wird seit etwa 1368 benutzt, als Freiburg zu den Habsburgern kam.

Bürgerbeteiligung und Engagementförderung[Bearbeiten]

Bürgerentscheide[Bearbeiten]

In Freiburg fanden bisher vier Bürgerentscheide statt:

  1. Bau des heutigen Konzerthauses (1988)
  2. Erhalt des Flugplatzes (1995)
  3. Linienführung der Stadtbahn Haslach (1999)
  4. Verkauf städtischer Wohnungen (2006)

Die Abstimmungen hatten eine Beteiligung zwischen 22 Prozent (Linienführung Straßenbahn 1999) und 50 Prozent (Kultur- und Tagungsstätte 1988). Eine Verbesserung der Erfolgschancen von Bürgerentscheiden ist auf die Verringerung des Quorums von 30 auf 25 Prozent durch Beschluss des Landtages von Baden-Württemberg im Juli 2005 zurückzuführen.

Im vierten und ersten erfolgreichen Bürgerentscheid, den die Bürgerinitiative Wohnen ist Menschenrecht (WiM) initiiert hatte, entschieden die Bürger im November 2006 mit großer Mehrheit, dass die Stadt Freiburg Eigentümer der städtischen Wohnungen bleiben soll.

Bürgerbeteiligung[Bearbeiten]

Seit den 1970er Jahren werden in Freiburg zunehmend Formen kooperativ-demokratischer Bürgerbeteiligung durchgeführt. Sie werden auch erweiterte Bürgerbeteiligung genannt (d. h. über die gesetzlich vorgeschriebenen Formen hinausgehende Bürgerbeteiligung).

Zwei Begründungen für die Zunahme der Beteiligung an den politischen Entscheidungen werden in Freiburg genannt: zum einen sei dies eine Antwort auf das zunehmende Selbstbewusstsein und Forderung der Bürger nach Mitbestimmung am Gemeinwesen. Zum anderen wird Bürgerbeteiligung als eine Form der Anerkennung und Wertschätzung bürgerschaftlichen Engagements betrachtet. Beobachtungen zeigen, dass eine Kommune, die mehr Mitentscheidungsmöglichkeiten eröffnet, tendenziell auch mehr engagierte Bürger hat.

Folgende Formen der erweiterten Bürgerbeteiligung sind in Freiburg zu beobachten (gegliedert nach zunehmender Reichweite):

  • Beteiligung an der Entscheidung über einzelne Projekte wie z. B. einen Kinderspielplatz
  • Beteiligung an Bebauungsplänen oder Stadtteilentwicklungsplänen (z. B. in Form von Stadtteilversammlungen)
  • Beteiligung an stadtweiten Plänen wie Verkehrsentwicklungsplan, Kulturentwicklungsplan, Flächennutzungsplan, Haushaltsplan. Eine umfangreiche mehrjährige Beteiligung gab es für den Flächennutzungsplan 2020.[24] Eine Bürgerbeteiligung am Haushaltsplan gab es 2008 erstmals mit dem Beteiligungshaushalt,[25] der auf den Doppelhaushalt 2009/2010 bezogen war. Er wird seit 2010 erneut für den Doppelhaushalt 2011/2012 durchgeführt.
  • Beteiligung an der strategischen Steuerung der ganzen Kommune: Seit einem Gemeinderatsbeschluß von 1996 gibt es den Freiburger lokalen Agenda-21-Prozess, in dem Bürgerschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik gemeinsam Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung Freiburgs vereinbaren. Seit 2006 gibt es einen Freiburger Nachhaltigkeitsrat, in dem unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Vertreter aus Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft zu diesem Zweck zusammenarbeiten.

Engagementförderung[Bearbeiten]

Mit der Bürgerbeteiligung verbunden hat sich in Freiburg seit Anfang der 1990er Jahre eine von der Stadt, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen getragene hochspezialisierte Infrastruktur gebildet, die das ehrenamtliche, freiwillige Engagement fördert:

  • Eine Stabsstelle „Bürgerengagement“ im Dezernat III der Stadtverwaltung fördert das Engagement durch Organisation von Projekten, durch öffentliche Anerkennung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung. Sie organisiert auch einzelne Verfahren der Bürgerbeteiligung.
  • Der „Treffpunkt Freiburg“ bietet Vereinen und Gruppen Räume und Technik für Sitzungen, Büroarbeit und Veranstaltungen. Er fördert Ehrenamtliche mit Fortbildungen rund um ihren Bedarf, durch Öffentlichkeitsarbeit, durch zielgruppenspezifische Unterstützung und durch strategische Arbeit, die Kommunalpolitik, Verwaltung, Verbände etc. zusammenbringen will, um die Engagementförderung zu verbessern.
  • Die „Freiburger Freiwilligen-Agentur“ berät und vermittelt Menschen, die an einem Engagement interessiert sind, und organisiert Fortbildungen. Darüber hinaus berät sie Organisationen, die erfolgreich mit Ehrenamtlichen arbeiten möchten, und fördert das Engagement durch eigene Projekte, finanzielle Unterstützung, öffentliche Anerkennung, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, zielgruppenspezifische Arbeit u. a.
  • „Das Freiburger Selbsthilfebüro“ unterstützt Selbsthilfegruppen bei der Gründung und der laufenden Arbeit; durch Beratung, Vermittlung und Fortbildungen.
  • Das städtische Agenda-21-Büro unterstützt die Gremien des Agenda-Prozesses und ehrenamtliche Projektgruppen rund um den Agenda-Prozess.
  • Der Verein FARBE e. V. (Freie Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement) betreibt v. a. strategische Arbeit und beteiligt sich am Betrieb des „Treffpunkt Freiburg“.

Bürgervereine in der Kernstadt Freiburg[Bearbeiten]

  • BürgerInnenverein Rieselfeld e. V.
  • Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e. V.
  • Bürgerverein Brühl-Beurbarung e. V.
  • Bürgerverein Freiburg-Landwasser e. V.
  • Bürgerverein Freiburg-St. Georgen e. V.
  • Bürgerverein Herdern e. V.
  • Bürgerverein Littenweiler e. V.
  • Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre e. V.
  • Bürgerverein Mooswald e. V.
  • Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee e. V.
  • Bürgerverein Stühlinger e. V.
  • Bürgerverein Weingarten e. V.
  • Bürgerverein Zähringen e. V.
  • Lokalverein Freiburg-Haslach e. V.
  • Lokalverein Innenstadt e. V.
  • Ortsverein Günterstal e. V.
  • Stadtteilverein Vauban e. V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen der Partnerstädte Matsuyama, Madison, Isfahan und Lemberg (Lwiw) vor dem Alten Rathaus

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Städtepartnerschaften in Europa ein Weg, um die Verständigung unter Menschen verschiedener Nationen im direkten Kontakt zu ermöglichen und damit den Frieden zu stabilisieren. In diesem Geist wurde 1959 die Partnerschaft mit Besançon geschlossen, der mit Innsbruck, Padua und Guildford weitere folgten. Die kontinentalen Städte dieser Phase sind von etwa gleicher Größe und Struktur, sind touristisch attraktive Universitätsstädte und alte Habsburgerstädte mit reicher Vergangenheit. Das gilt ebenfalls für die später hinzugekommene Stadt Granada und das erheblich größere Lemberg.

Als moderne Verkehrsmittel und die verbesserte Telekommunikation die Welt kleiner werden ließen, kamen mit Madison in den USA und Matsuyama in Japan Städte in Übersee hinzu. Die Partnerschaft mit der Stadt Isfahan in Iran ist die erste und bisher einzige Partnerschaft einer deutschen mit einer iranischen Stadt. Sie ist eine der lebendigsten Partnerschaften mit vielfältigem Austausch auf kulturellem Gebiet. Auf Grund der Leugnung des Holocausts durch den ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und des Atomstreits kämpft die Partnerschaft mit Schwierigkeiten.

Zähringerstädte in Deutschland und der Schweiz

Die Partnerstädte Freiburgs im Überblick:

Traditionell freundschaftliche Beziehungen, die nicht schriftlich fixiert sind, gibt es zu den elf anderen vom Geschlecht der Zähringer gegründeten Städten in der Schweiz und in Süddeutschland: zu Bern, Thun, Burgdorf, Freiburg im Üechtland, Murten, Rheinfelden, Neuenburg, Villingen, Bräunlingen und Weilheim an der Teck sowie zum Klosterort St. Peter auf dem Schwarzwald, der Grablege der meisten Zähringer.[26]

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Theater Freiburg
Wallgrabentheater Rathausgasse

Theater[Bearbeiten]

Das Theater Freiburg ist ein Drei-Sparten-Theater mit Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Es werden drei Bühnen bespielt: Das Große Haus, das Schauspielhaus und die Kammerbühne. Für besondere Anlässe stehen noch der „Werkraum“ und das Winterer-Foyer zur Verfügung. Die Tanztruppe pvc (physical virus collective) tritt als Kooperationsprojekt an den Theatern in Freiburg und Heidelberg gleichermaßen auf. Das Philharmonische Orchester spielt im Konzerthaus. Intendantin ist seit der Spielzeit 2006/2007 Barbara Mundel.

Wie die meisten von Städten betriebenen Theater ist das Freiburger Haus aufgrund der kommunalen Finanznot großen Sparzwängen unterworfen. Trotzdem konnte die Fachzeitschrift „Die deutsche Bühne“ nach einer Umfrage unter Theaterkritikern dem Freiburger Stadttheater den ersten Rang für die „ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren“ zusprechen (Herbst 2007).

Weiter gibt es eine Vielzahl kleinerer Theater:

  • Das Wallgraben-Theater, einstmals ein studentisches Kellertheater, ist vor allem bekannt für seine Loriot-Aufführungen mit Heinz Meier. Heute spielt es im Keller des Neuen Rathauses.
  • Das Theater im Marienbad ist das Freiburger Kinder- und Jugendtheater und spielt in der ehemaligen kleinen Schwimmhalle eines aufgegebenen Bades.
  • Die Alemannische Bühne Freiburg führt Stücke in alemannischer Mundart auf.
  • Das „Vorderhaus Freiburg – Kultur in der Fabrik“ ist hauptsächlich eine Kabarettbühne.
  • Galli-Theater Freiburg
  • KIEW – Kammerspiele im E-Werk Freiburg
  • Cargo-Theater Freiburg
  • Das Theater der Immoralisten
  • Das Theater Hans Dürr ist ein Laientheater und bekannt durch die Shakespeare Company und Inszenierungen im Schwarzen Kloster.
  • Harrys Depot ist das kleinste Theater der Stadt
  • SpielRaum Freiburg: Bühne des Freiburger Instituts für Theaterpädagogik und der Studiobühne Freiburg

In Freiburg gibt es eine lebendige Improvisationstheater-Szene mit ungefähr 10 professionellen und Laiengruppen, die an unterschiedlichen Orten auftreten.

Freiburg verfügt über mehrere Anbieter, die szenische (theaterähnliche) Stadtführungen mit oft professionellen Schauspielern anbietet (Historix-Tours, Freiburg Kultour, Timewalking). Auch werden abends Ghost-Walks angeboten.

Festivals[Bearbeiten]

Im Lauf des Jahres finden in Freiburg viele Kulturfestivals statt, zum Beispiel im Februar das Foto-Festival Mundologia, ein Open-Air-Theatersport-Festival, das Internationales Tanzfestival,[27] im Sommer seit 1983 das Internationale Zelt-Musik-Festival, der Münstersommer mit Konzerten, Theater, Lesungen und Ausstellungen sowie viele weitere besondere Freiburger Veranstaltungen. Alle zwei Jahre im Mai findet mit dem Freiburger film forum ein renommiertes Festival des ethnografischen Films statt. Seit 2002 findet bei Freiburg am Tunisee alljährlich im Juli das Musikfestival Sea of Love statt. Sea of Love war 2011 mit circa 25.000 Besuchern nach dem Southside-Festival in Neuhausen ob Eck das meistbesuchte Musikfestival in Baden-Württemberg.

Musik[Bearbeiten]

Konzerthaus

Freiburg hat ein äußerst reges Musikleben aufzuweisen, was sich in der Existenz zahlreicher Orchester und Chöre, darunter einige mit internationalem Ruf, niederschlägt. Wichtige Impulsgeber sind – in unterschiedlicher Richtung – die seit 1946 bestehende Musikhochschule Freiburg mit Studenten und Meisterschülern aus der ganzen Welt und die Jazz- und Rockschule Freiburg. Darüber hinaus gibt es das Experimentalstudio für akustische Kunst e. V. im Funkhaus des Südwestrundfunks, das seit seiner Gründung 1969 einer der wichtigsten Impulsgeber für Neueste Musik ist.

Orchester[Bearbeiten]

  • Das Philharmonische Orchester der Stadt Freiburg ist das Hausorchester der Städtischen Bühnen.
  • Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg hat seinen Sitz seit 1996 im Konzerthaus Freiburg. Das Orchester wurde 1946 gegründet und gilt als eines der führenden europäischen (Rundfunk-)Sinfonieorchester.
  • Das Freiburger Barockorchester (FBO) unter der abwechselnden Leitung von Gottfried von der Goltz und seiner Frau Petra Müllejans
  • Das Balthasar-Neumann-Ensemble wird von Thomas Hengelbrock geleitet.
  • Per Tutti Orchester, Leitung: Nikolaus Reinke[28]
  • Akademisches Orchester Freiburg e. V., gegründet 1963
  • Junge Kammerphilharmonie Freiburg e. V.
  • Studenten-Sinfonieorchester der KHG Freiburg
  • Das Consortium Classicum wurde 1966 von den Klarinettisten Dieter Klöcker gegründet und widmet sich vor allem der Musik des ausgehenden 18. und des 19. Jahrhunderts.
  • Holst-Sinfonietta (Kammerensemble) und Jugendorchester der Holst-Sinfonietta (JOHS), Freiburg, Leitung: Klaus Simon
  • Das ensemble aventure ist ein Kammerensemble, das sich hauptsächlich der Musik des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischer Musik widmet.
  • Das ensemble recherche ist einer der renommiertesten Klangkörper für die Interpretation neuer Musik.
  • Die Baden-Württembergische Ensemble-Akademie Freiburg e. V. bietet Berufsmusikern und fortgeschrittenen Studenten für Instrumentalmusik und Gesang ergänzende Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Getragen wird sie vom Freiburger Barockorchester und dem ensemble recherche.
  • ORSO Chor- und Orchestergesellschaft, ein Zusammenschluss verschiedener Chöre und Orchester

Chöre[Bearbeiten]

Jazz[Bearbeiten]

Der Waldi-Heidepriem-Preis wird regelmäßig von der Stadt Freiburg verliehen. Er ist nach dem Modern-Jazz-Pianisten Waldi Heidepriem benannt, der bis zu seinem Tod 1998 in Freiburg tätig war und am Aufbau des Jazzhaus Freiburg beteiligt war. Weitere bekannte Jazzkünstler aus Freiburg sind Thomas Heidepriem, Dieter Ilg, führende Jazzbassisten Europas sowie das Cécile Verny Quartet und die Freiburg Soul-Formation tok tok tok. Neben dem Jazzhaus sind vor allem das E-Werk, das Ruefetto sowie das Waldsee mit seiner Veranstaltungsreihe „Jazz ohne Stress“ beliebte Treffpunkte der Freiburger Jazz-Szene.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Musikvereinen, Blaskapellen, Laienchören und Bands verschiedenster Stilrichtungen, die eher lokale Bedeutung haben.

Film und Kino[Bearbeiten]

Freiburg hat ein besonders kinobegeistertes Publikum. Bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es hier die meisten Kinogänger in Deutschland. Durchschnittlich besucht jeder Freiburger fast sechs Mal im Jahr ein Kino, um einen Film anzusehen. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 1,66.

Im CinemaxX eines bundesweit vertretenen Kinobetreibers als Multiplex-Kino werden überwiegend Hollywood-Mainstream-Filme gezeigt. Daneben hat Freiburg mit den Friedrichsbau/Apollo-Kinos und dem Kandelhof  fünf Säle eines ortsansässigen Betreibers, die als Programmkino bespielt werden. Diese Kinos sind durchgängig für ihr anspruchsvolles Programm ausgezeichnet worden, zuletzt 2007 als erste in Deutschland mit dem „Europa Cinemas Award“ für die beste Programmgestaltung. Mittlerweile hat der gleiche Betreiber auch die sechs Säle der Harmonie übernommen. Im Sommer gibt es ein Freilichtkino dieses Veranstalters in der Innenstadt. Darüber hinaus findet in Friedrichsbau und Harmonie jährlich im Sommer das Freiburger Filmfest statt, das überwiegend Freiburger Erstaufführungen von Arthousefilmen präsentiert.

Das nicht-kommerzielle Kommunale Kino Freiburg ist ebenfalls mehrfach für seine Programmarbeit ausgezeichnet worden. Alle zwei Jahre veranstaltet das Kommunale Kino das Freiburger Film Forum mit Schwerpunkt auf dem ethnographischen Film. Es gilt als eines der wichtigsten Filmfestivals auf diesem Gebiet in Deutschland.

Als einer der ältesten studentischen Filmclubs Deutschlands zeigt der 1957 gegründete Akademische Filmclub Freiburg an der Universität Freiburg e.V. ein eigenes Programm. Dieses wird während des Semesters bis zu fünfmal pro Woche mit einem 35-mm-Projektor sowie mit einem Digitalprojektor in einem großen Hörsaal des Kollegiengebäudes II der Universität vorgeführt.

Seit 1985 findet die Schwule Filmwoche Freiburg statt, eines der ältesten Schwulen-Festivals im deutschsprachigen Raum. Bis 2000 war die Schwule Filmwoche im Kommunalen Kino zu Gast, seit 2001 sind alle Vorführungen im Kandelhof.

In Freiburg ist die Kool Filmdistribution ansässig, ein 1997 gegründeter unabhängiger Verleih für internationale Arthouse- und Independentfilme. Jährlich kommen über diesen Weg etwa sieben Filme mit bis zu 50 Kopien in die Kinos, u. a. Der Schmetterling mit Michel Serrault, Die große Verführung oder Zurück nach Dalarna.

Auch als Drehort wurde Freiburg entdeckt. Meist entstehen hier romantische Fernsehkomödien wie Der Vollgasmann oder Manche mögen’s glücklich. Nun ist auch ein Tatort-Spezial geplant.[29]

Museen[Bearbeiten]

Freiburg beherbergt mehrere städtische Museen, die sich größtenteils aus den früheren „Städtischen Sammlungen“ entwickelt haben. Das größte Museum der Stadt ist das Augustinermuseum (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte am Oberrhein) am Augustinerplatz, eines der bedeutendsten Museen in Südbaden. Eine Abteilung des Augustinermuseums ist das seit 1994 im Wentzingerhaus am Münsterplatz untergebrachte Museum für Stadtgeschichte, das sich vornehmlich mit der Entwicklung Freiburgs und dem Bau des Freiburger Münsters beschäftigt. Ebenfalls am Augustinerplatz liegt das Naturmuseum Freiburg, in dem ein Überblick zur Geologie und Mineralogie sowie zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt gegeben wird. Nicht nur bei Kindern äußerst beliebt ist die Schau „Vom Ei zum Küken“, die jährlich in den Wochen vor Ostern präsentiert wird. Ein weiteres städtisches Museum ist das als Abteilung des Augustinermuseums 1985 eröffnete Museum für Neue Kunst in der Marienstraße, in dem moderne und zeitgenössische Kunst, angefangen vom Expressionismus Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu den aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre, ausgestellt werden. Das Archäologische Museum Colombischlössle (ehem. Museum für Ur- und Frühgeschichte) befindet sich seit 1983 im Colombipark am Rotteckring. Die Dauerausstellung präsentiert Funde von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter, darunter Kunstwerke der eiszeitlichen Jäger und Sammler Südbadens, die älteste Glasschale nördlich der Alpen sowie Zeugnisse des mittelalterlichen Freiburgs. Familiennachmittage, interaktive Führungen und Mitmach-Stationen veranschaulichen die Besonderheiten jeder Epoche. So werden beispielsweise mehrmals im Jahr Aktionen für Kinder angeboten, bei denen sie selbst ausprobieren können, wie in der Steinzeit Feuer gemacht wurde. Im Mai 2012 wurde im Gewerbegebiet Hochdorf das Zentrale Kunstdepot der Stadt eingeweiht.[30]

Schwabentor

Das neugeschaffene „Uniseum“ im Gebäude der „Alten Universität“ zeigt Exponate aus der Geschichte der Universität und stellt die Entwicklung der Hochschule bis heute dar. Die Akademie der Polizei Baden-Württemberg beherbergt ein Kriminalmuseum, in dem unter anderem der Einbruch in die Burg Hohenzollern aus dem Jahr 1952 beschrieben ist (Führung nach Voranmeldung).

Seit Oktober 2004 betreibt die Stadt das Kunsthaus L6 im Stadtteil Zähringen. Dort gibt es Ateliers für bildende Künstler, Proberäume für Bands, ein Wohnatelier für Gastkünstler, eine Künstlerwerkstatt und eine Halle für Ausstellungen aktueller Kunst aus der Region Freiburg.

Der Kunstverein Freiburg, gegründet 1827 und damit einer der ältesten Kunstvereine in Deutschland, präsentiert aktuelle Kunst in seiner Ausstellungshalle, der ehemaligen Schwimmhalle eines aufgegebenen Schwimmbads.

Des Weiteren gibt es noch einige privat betriebene Museen in Freiburg: Im „Kunstraum Alexander Bürkle“ wird seit 2004 internationale zeitgenössische Kunst ausgestellt. Dort ist in einer Dauerausstellung auch die „Sammlung Rosskopf“ zeitgenössischer bildender Kunst zu sehen. – Die „Stiftung für konkrete Kunst Roland Phleps“ zeigt in ihrer Skulpturenhalle im Stadtteil Zähringen insbesondere Stahlskulpturen des Namensgebers und in wechselnden Ausstellungen Arbeiten verwandter Künstler. – In der Turmstraße befindet sich das Freiburger Fasnetmuseum, in dem Masken und Kostüme (alemannisch „Häs“) und die Geschichte der „Freiburger Fasnet“ ausgestellt werden. – Im Schwabentor befindet sich die Zinnfigurenklause, in der historische Dioramen (z. B. zu Martin Luther oder den Bauernkriegen) aus Zinnfiguren ausgestellt sind. Das Kleine Stuckmuseum befindet im Stadtteil Zähringen und ist das einzige seiner Art in ganz Deutschland.[31]

Im „Freiburger Hausberg“, dem Schauinsland, befindet sich das Besucherbergwerk Schauinsland. Es handelt sich dabei um ein stadtgeschichtlich wichtiges Bergwerk, in dem Silber-, Blei- und Zinkerze abgebaut wurden. Es liegt am „Erzkasten“ oberhalb von Hofsgrund. Heute wird es von einer privaten Forschergruppe betrieben. In den Wintermonaten bleibt es geschlossen.

Kulturpreis[Bearbeiten]

Der Reinhold-Schneider-Preis ist der Kulturpreis der Stadt Freiburg im Breisgau, der seit 1960 in der Regel alle zwei Jahre turnusgemäß wechselnd in den Bereichen Literatur, Musik und Darstellende Kunst verliehen wird.

Dialekt[Bearbeiten]

Durch die westlichen Stadtteile von Freiburg verläuft die Mundartgrenze zwischen nieder- und hochalemannisch (Opfingen und Tiengen gehören zum hochalemannischen, die übrigen Stadtteile zum niederalemannischen Dialektraum). Freiburgs alemannischer Name lautet – wie zur Zeit der Stadtgründung – Friburg. Der ursprüngliche Freiburger Dialekt ist jedoch bei den Einheimischen weitgehend einer mehr oder weniger niederalemannisch gefärbten hochdeutschen Umgangssprache gewichen, die wie das Schwäbische diphthongiert und viele Charakteristika des Alemannischen verloren hat.

Sport[Bearbeiten]

Schwarzwald-Stadion Außenansicht im Jahr 2012
Einblick in das Stadion des SC Freiburg

Mannschaftssport[Bearbeiten]

Die Stadt ist Heimat des Fußball-Clubs SC Freiburg, der seit 1978 durchgehend in der ersten oder zweiten Bundesliga vertreten ist. 2009 stieg der Verein zum vierten Mal in seiner Geschichte in die höchste Spielklasse auf. Der Verein wurde deutschlandweit durch besonders konstante Personalpolitik bekannt. Präsident war von 1972 bis zu seinem Tod im Jahr 2009 Achim Stocker. Langjähriger Trainer war Volker Finke (1991–2007), auf dessen Initiative die Fußballschule des Clubs zurückgeht. 2004 feierte der SC Freiburg sein 100-jähriges Bestehen. Trainer ist seit Dezember 2011 Christian Streich. Die Frauenmannschaft spielt in der 1. Frauen-Bundesliga.

Neben dem SC Freiburg gibt es den Freiburger Fußball-Club, welcher 1907 Deutscher Meister wurde.

Im Eishockey spielt der EHC Freiburg (die Wölfe) in der Saison 2010/2011 in der 2. Eishockey-Bundesliga. In der Saison 2003/2004 spielte der EHC in der DEL, der höchsten Spielklasse im deutschen Eishockey.

Die Volleyball-Herrenmannschaft der FT 1844 Freiburg spielt seit 2001 in der zweiten Bundesliga.

Auch in der Mannschaftssportart Handball spielt die Damenmannschaft der HSG Freiburg in der 3. Frauen-Handball-Liga mit.

Durch die Eisvögel USC Freiburg ist Freiburg in der ersten Basketballliga der Frauen repräsentiert. In der Saison 2005/2006 belegten die Eisvögel den zweiten Platz nach dem Ende der Rückrunde, in der Saison 2006/2007 den vierten Platz. Die Herrenmannschaft des USC spielt in der Saison 2009/10 in der Pro A (2. Bundesliga). Ihre letzte erstklassige Saison spielte das Freiburger Herrenteam 1998/1999.

Die Stadt ist auch Heimat des Freiburger Rugby Club e. V. von 1982. Der Club spielt aktuell in der 2. Bundesliga Süd. Die Heimspielstätte des Clubs liegt in March-Hugstetten, wo sich der einzige Rugby-Sportplatz in der weiteren Umgebung befindet.

Jenische aus Freiburg gewannen in einer gemischten Mannschaft das weltweit erste Bootsch-Turnier 2005 in Singen.

Auch amerikanische Sportarten erfreuen sich in Freiburg nicht zuletzt wegen der ausländischen Gaststudenten großer Beliebtheit. Die Stadt wird im American Football durch die Freiburg Sacristans vertreten, die in der Saison 2008 zum ersten Mal in der Regionalliga Mitte des American Football Verband Baden-Württemberg e. V. antraten und die Saison mit einem dritten Platz beendeten. Die Baseball-Mannschaft Freiburg Knights spielt in der Verbandsliga Baden-Württemberg auf ihrem angestammten Platz im Dietenbachgelände.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

Georg-Thoma-Haus, Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald

Eine weitere bedeutende Sportart ist der Radsport. Im Jahr 2000 war Freiburg zum vierten Mal Etappenort der Tour de France. Im Juni 2004 wurde hier die Deutsche Radsportmeisterschaft ausgetragen, im November 2005 wurde mit der Hallenradsport-Weltmeisterschaft ein internationaler Wettbewerb ausgerichtet.

Freiburg ist Sitz des Olympia-Stützpunkts Freiburg-Schwarzwald, der verschiedene Leistungszentren in der Region unterhält: Ski Nordisch, Radsport, Leichtathletik und andere. In Freiburg ist das Leistungszentrum für Ringen und ein Sportinternat ansässig. Es besteht eine enge Kooperation zur Sportmedizin und zur Sportwissenschaft an der Universität.

Im März 2004 fand erstmals der Freiburg-Marathonlauf als Breitensportveranstaltung statt.

Mit der Freiburger Turnerschaft von 1844 hat der größte Sportverein Südbadens seine Heimat in Freiburg. Er hatte 2004 den Zuschlag erhalten, im Jahre 2009 die 54. Rollkunstlauf-Weltmeisterschaft in Freiburg auszurichten. Etwa 1000 Rollsportler aus über 25 Nationen kämpften vom 10. bis 21. November 2009 um die in zehn Disziplinen zu vergebenden Titel.

Der Billardverein BSC Freiburg-Kaiserstuhl spielte von 2004 bis 2006 in der 2. Poolbillard-Bundesliga und gewann 2011 den Deutschen Mannschafts-Pokal.

Daneben gibt es in Freiburg zahlreiche Sportvereine – insgesamt über 200, die etwa 100 Breitensportarten anbieten und dafür gute Trainingsmöglichkeiten bieten.

Bäder[Bearbeiten]

Faulerbad

In Freiburg gibt es insgesamt neun Schwimmbäder, davon drei Freibäder. Sie werden vom städtischen Unternehmen Freiburger Stadtbau GmbH beziehungsweise deren Tochtergesellschaft Regio Bäder GmbH betrieben.

Das größte Freiburger Bad ist das Eugen-Keidel-Bad, ein Mineral-Thermalbad mit einer großen Bade- und Saunalandschaft. Über eine Buslinie ist es an den ÖPNV angeschlossen, dennoch ist die Lage weit vor den Toren der Stadt im Wald gelegen eher autogerecht. Es wird von der Freiburger Stadtbau GmbH betrieben.

Im Westen Freiburgs in unmittelbarer Nachbarschaft des Seeparks befindet sich das Westbad, das vor allem als Sportbad ausgelegt ist. Es besitzt ein durch eine bewegliche Trennwand teilbares 50-m-Becken, ein Nichtschwimmer- und ein Babybecken sowie ein fünf Meter tiefes Sprungbecken mit 10-Meter-Sprunganlage. Im Außenbereich befinden sich Liegewiesen, Spielbereiche, Kinderbecken und ein aufgrund der Finanznot der Stadt seit längerem und auf längere Zeit nicht in Betrieb befindliches Außenschwimmbecken. Neben den Deutschen Schwimmmeisterschaften 1979 fanden dort im Jahr 2000 die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften statt.

In Innenstadtnähe befindet sich das Faulerbad, das als Freizeitbad mit 25-m-Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbecken, Liegewiese und einer Sauna konzipiert ist.

Im Stadtteil Haslach befindet sich das Gartenhallenbad Haslach mit mehreren Becken, darunter einem Nichtschwimmer- und einem Sprungbecken bis fünf Meter und einer Liegewiese. Weitere Sportbäder befinden sich in Lehen mit einem 17-m-Becken und Hochdorf.

Unter den Freibädern das größte ist das Strandbad in direkter Nachbarschaft des SC-Stadions auf der Grenze der östlichen Stadtteile Waldsee und Ebnet. Es hat ein Nichtschwimmerbecken mit einer 91-m-Rutsche, ein Planschbecken und ein 50-m-Becken sowie großzügige Liegeflächen, Umkleiden und Verpflegungseinrichtungen. Hüpfburg und Beachvolleyballfelder runden das breite Angebot ab. Die Becken werden durch Solarenergie beheizt.

Im Stadtteil Wiehre befindet sich das Lorettobad mit separatem „Damenbad“, das nur Frauen und Kindern zugänglich ist.

Das dritte Freibad ist das Freibad St. Georgen mit einem 25-m-Becken in Verbindung mit einem Nichtschwimmerbereich mit Breitrutsche. Die Liegewiese ist teilweise in Hügeln geschwungen und bietet einen ausgedehnten Sportbereich unter anderem mit Trampolin und Spielfeldern.

Die Freibäder sind nur während der Sommersaison geöffnet. Die übrigen sechs Schwimmbäder sind mit unterschiedlichen Pausen ganzjährig geöffnet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ein Narrenhäs der „Friburger Glunki“
Entenrennen auf der Dreisam
Zelt-Musik-Festival
  • Januar: Internationale Kulturbörse Freiburg (seit 1989)
  • Januar: freiburger-grenzenlos-festival (seit 2002)
  • Februar: MUNDOlogia-Festival (Foto-Festival, seit 2004)
  • Februar: Automobil (Neuwagen-Messe, seit 1986)
  • Februar/März: Die Freiburger Fasnet beschreiben Volkskundler als Mischung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und des rheinischen Vereinskarneval. Treibende Kraft ist die Breisgauer Narrenzunft Freiburg mit ihren 35 Mitgliedszünften.
  • März: Camping Freizeit Touristik mit bike aktiv und Ferienmesse (Verbraucherausstellung mit Schwerpunktthema Freizeit, seit 1972)
  • April: Freiburg-Marathon (seit 2004)
  • April/Mai: Schwule Filmwoche Freiburg (seit 1985) im Kino Kandelhof
  • Mai: Freiburger Frühjahrsmess’ (Kirmes, Jahrmarkt, Beginn: Freitag vor dem dritten Sonntag im Mai)
  • Mai: Freiburger Film Forum ethnologie (Filmfestival zu Ethnologie, Afrika, Amerika, Asien, Ozeanien, zweijährlich seit 1985)
  • Mai: Entenrennen auf der Dreisam (seit 2011, 2014 Pause)[32]
  • Juni: Oberlindenhock in der Freiburger Altstadt – jährlich am letzten Juni-Wochenende (seit 1969)
  • Juni–August: Ebneter Kultursommer (seit 2005)
  • Juni-September: Münstersommer (seit 2000, mit wöchentlichem Orgelkonzert, Museumsnacht, Rahmentrommelfestival u. v. m.)
  • Sommer: Open-Air-Kino im Innenhof des Schwarzen Klosters und Alleegarten
  • Sommer: Schauinsland-Klassik (seit 2001)
  • Juli: Sea of Love Musikfestival am Tunisee (seit 2001)
  • Juli: Freiburger Weinfest (seit 2001)
  • Juli: Zelt-Musik-Festival
  • Juli: Freiburger Filmfest (seit 2004)
  • Juli: Basel Tattoo in Freiburg (seit 2009)
  • Juli/August: Rathaushofspiele des Wallgraben-Theaters
  • Juli/August: Seefest (Volksfest im Seepark-Gelände) (fand 2007 und 2008 aufgrund der gestiegenen Kosten nicht statt)
  • August: Freiburger Weinkost (kleines Weinfest im Innenhof des Historischen Kaufhauses und davor)
  • September: Baden Messe (Freiburgs größte Verbraucherausstellung)
  • Oktober: Freiburger Herbstmess’ (Kirmes, Jahrmarkt, Beginn: Freitag vor dem dritten Sonntag im Oktober)
  • Oktober: Internationale Mineralien- und Fossilientage Freiburg im Breisgau (seit 1978, Neue Messe)
  • November: Plaza Culinaria (kulinarische Messe)
  • November: Brettlemarkt (Messe für Wintersport)
  • November: Freiburger Spielzeug- und Modellbahnbörse
  • November: Freiburger Literaturgespräch (seit 1986)
  • November/Dezember: Freiburger Weihnachtsmarkt (seit 1972)
  • Dezember/Januar: Weihnachtszirkusfestival

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Luftaufnahme der Innenstadt von Nordwesten aus
Das historische Kaufhaus
Alte Wache Freiburg
Erzbischöfliches Ordinariat

In Freiburg gibt es bemerkenswerte Gebäude aus allen Epochen der Stadtgeschichte. Ein großer Teil der historischen Altstadt wurde beim Bombenangriff am 27. November 1944 zerstört. Erstaunlicherweise blieben das Münster, die Südostecke des Münsterplatzes mit Historischem Kaufhaus, Wentzingerhaus und Alter Wache sowie die beiden noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore nahezu unversehrt. Nach dem Krieg wurde die Altstadt weitgehend in den historischen Proportionen mit damaliger Grundstücksgröße und Traufhöhe wieder aufgebaut.

Zu den beachtenswerten Gebäuden gehören:

Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt und ihr bedeutendstes Gebäude. Es wurde als Bürgerkirche errichtet und hat deshalb nur einen Hauptturm. Unter den zahlreichen Kunstwerken sind unter anderem der Hochaltar und der Schnewlin-Altar von Hans Baldung Grien, der sogenannte Oberriedaltar von Hans Holbein d. J. sowie einige sehr schöne mittelalterliche Glasfenster besonders hervorzuheben, die zum Teil Stiftungen der Handwerkerzünfte waren. Der 116 Meter hohe gotische Turm des Münsters überragt alle Gebäude der Stadt. Er wurde von dem Kunsthistoriker Jacob Burckhardt 1869 in einer Vortragsreihe im Vergleich mit Basel und Straßburg mit den Worten: „Und Freiburg wird wohl der schönste Turm auf Erden bleiben“ ausgezeichnet. Daraus entwickelte sich das wohl häufig gehörte, aber nicht schriftlich überlieferte Zitat vom „schönsten Turm der Christenheit“. Als einziger Turm einer größeren Kathedrale in Deutschland wurde er schon im Mittelalter fertig gestellt. Besucher sollten auch den Markt rund um das Freiburger Münster genießen.

Am Münsterplatz: Das Historische Kaufhaus von 1532 mit prächtigen Skulpturen habsburgischer Herrscher fällt auf durch seine ochsenblutrote Farbe, die mit farbigen Ziegel gedeckten Ecktürmchen und seine Treppengiebel. Das Haus zum „Zum Schönen Eck“ von 1761 (Wentzingerhaus) errichtete Johann Christian Wentzinger als sein eigenes Wohn- und Atelierhaus im spätbarocken Stil. Seit 1994 beherbergt es das Museum für Stadtgeschichte. Die Alte Wache, als Hauptwache der Österreichischen Wachgarnison im Jahre 1733 errichtet, dient nach unterschiedlichsten Nutzungen heute als „Haus der Badischen Weine“.

In der näheren Umgebung des Münsters stehen vier sehr unterschiedliche Gebäude, die mit der katholischen Kirche zu tun haben. Die Alte Münsterbauhütte ist das einzige aus dem Mittelalter erhaltene Gebäude der Altstadt mit Sichtfachwerk. Es wurde als Gebäude der „Münsterfabrik“ errichtet, die seit dem 13. Jahrhundert für den Bau der Freiburger Pfarrkirche zuständig war. Später wurde das Gebäude um das Fachwerkgeschoss aufgestockt, das dann eine Wohnung für den Turmwächter bot. Heute unterhält der Münsterbauverein hier einen kleinen Laden sowie die Münsterpfarrei eine Begegnungs- und Beratungsstätte. – In Sichtweite liegt das Erzbischöfliche Ordinariat, der Verwaltungsbau des katholischen Erzbistums Freiburg. Der 1903–1906 in historisierender Form errichtete Bau hat eine im spätromanischen Stil reich ornamentierte Natursteinfassade und wirkt dadurch – und auch wegen seiner Größe – eher als Fremdkörper in dieser Altstadt-Umgebung. Das Innere weist neben byzantinisch anmutenden Stilelementen auch auf den Jugendstil. – Gegenüber steht das von Christoph Arnold, einem Schüler von Friedrich Weinbrenner, geplante „Collegium Borromaeum“ mit der Konviktskirche aus den Jahren 1823 bis 1826, das heute Priesterseminar für die Erzdiözese Freiburg ist. – Nicht weit davon entfernt steht das 2002 erbaute Erzbischöfliche Archiv, ein kubischer, mit dunklem Sandstein verkleideter, fast fensterloser Zweckbau, der etwas über die Baugesinnung des beginnenden 21. Jahrhunderts aussagen kann.

Im Innern und am Außenbau des Freiburger Münsters, auf dem Münsterplatz sowie in den Museen und Archiven der Stadt finden sich heute noch zahlreiche Darstellungen der Freiburger Stadtpatrone: St. Georg, Bischof Lambert von Maastricht sowie der Katakombenheilige Alexander.[33] Einige dieser Darstellungen als Skulpturen und Goldschmiedearbeiten, auf Gemälden und Glasfenstern, in Holzschnitten und Kupferstichen, wurden von bedeutenden Künstlern geschaffen, darunter Hans Baldung Grien, Hans Holbein der Jüngere, Gregorius Sickinger und wahrscheinlich auch Johann Christian Wentzinger.

Zwei Kirchen der historischen Altstadt verdienen Beachtung. Die gotische Kirche St. Martin (Franziskanerkirche) am Rathausplatz ist im Innern von betonter Schlichtheit und hatte ursprünglich als Bettelordenskirche keinen Turm. Ein Glockenturm mit spitzem Turmhelm wurde erst zwischen 1890 und 1893 errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erhielt der Turm ein Pyramidendach. Die barocke Universitätskirche (Jesuitenkirche) neben der Alten Universität wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und wurde nach dem Wiederaufbau nicht wieder farbig gefasst. Herausragendes und auffallendes Kunstwerk im Chorraum ist seit 1988 eine 16 Meter hohe Skulptur des leidenden Christus, geschaffen und als Leihgabe zur Verfügung gestellt vom Münstertäler Künstler Franz Gutmann.

Anstelle der 1944 zerstörten Alten Ludwigskirche am nördlichen Rand der Innenstadt wurde zwischen 1952 und 1954 nach den Plänen von Horst Linde ein modernes Kirchengebäude mit wegweisender Architektur im Stadtteil Herdern gebaut. – Ein weiterer bemerkenswerter zeitgenössischer Kirchenbau ist die Maria-Magdalena-Kirche der Kölner Architektin Susanne Gross im Stadtteil Rieselfeld. Diese Kirche steht der evangelischen und katholischen Gemeinde mit je einem Kirchenraum zur Verfügung und wurde 2004 eingeweiht.

Im ehemaligen Kloster der Augustinereremiten, dessen älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen, ist das Augustinermuseum untergebracht.

Martinstor
Colombischlössle

Die beiden noch von der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhaltenen Tortürme prägen das Bild der Innenstadt. Das ältere Martinstor wurde 1901 um fast das Dreifache auf 60 Meter erhöht und erhielt einen Dachaufbau im Stil des 15. Jahrhunderts. Das Schwabentor wurde ebenfalls 1901 auf fast doppelte Höhe aufgestockt und mit durchbrochenen Treppengiebeln im Stil norddeutscher Stadttürme versehen. Diese wurden 1954 wieder abgebaut und der Torturm erhielt ein Pyramidendach nebst Glockentürmchen mit Zwiebelhaube.

In der oberen Altstadt, nicht weit vom Schwabentor, steht das Hotel/Restaurant Zum roten Bären; es gilt als ältester Gasthof Deutschlands. Die sehr tief liegenden Fundamente stammen aus der Zeit vor 1120, dem Zeitpunkt der Stadtgründung.

Jakob Villinger von Schönenberg, Großschatzmeister Maximilians I. – der König war von 1490 bis 1519 Landesherr Freiburgs –, erbaute das 1515 fertiggestellte „Haus zum Walfisch“. Dort wohnte der Humanist und Philosoph Erasmus von Rotterdam nach seiner Flucht aus dem protestantischen Basel in den Jahren 1529 bis 1531. Nach zahlreichen Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert erwarb 1905 die Stadt das Haus und stellte es 1909 der Sparkasse Freiburg zur Verfügung. Das Haus Zum Walfisch brannte 1944 infolge des britischen Bombenangriffs aus, doch es blieb nach seinem Wiederaufbau der Hauptsitz der heutigen Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Nicht weit davon, in der Kaiser-Joseph-Straße, steht einer der bedeutendsten Profanbauten Freiburgs, der „Basler Hof“. Er entstand Ende des 15. Jahrhunderts durch den Umbau mehrerer älterer Häuser durch Konrad Stürtzel, Hofkanzler Kaiser Maximilians I. Von 1587 bis 1677 diente das Gebäude als Exilresidenz für das Basler Domkapitel, das sich wegen der Reformation in Basel nicht mehr halten konnte. 1698–1802 war es Amtssitz der Vorderösterreichischen Regierung. Eine ähnliche Funktion übt es heute aus: hier ist der repräsentative Dienstsitz des Regierungspräsidenten. Der größte Teil der Ämter des Regierungspräsidiums Freiburg ist in einem Neubau im Westen der Stadt untergebracht.

Zwischen dem westlichen Rand der Altstadt und dem Hauptbahnhof befinden sich ebenfalls interessante Gebäude aus verschiedenen Epochen: Das so genannte Colombischlössle am Rotteckring, 1869–71 auf der Bastion „St. Louis“ der einstigen vaubanschen Befestigung als herrschaftliche Villa in neugotischen Stil erbaut, liegt in einem kleinen Park, in dem zu Schauzwecken Weinstöcke mitten in der Stadt zu finden sind. 1947–1951 war hier der Sitz der (süd-)badischen Landesregierung. Seit 1983 ist das Museum für Ur- und Frühgeschichte hier untergebracht. – Das Stadttheater wurde 1905–1910 auf der Bastion „Dauphin“ der schon erwähnten Befestigung mit Jugendstilelementen errichtet. Es wurde 1944 fast völlig zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg relativ rasch wieder aufgebaut. Am Platz der Alten Synagoge bildet es mit den Kollegiengebäuden I und II der Universität ein eindrucksvolles Ensemble. – Daneben liegt die Universitätsbibliothek Freiburg, die 1978 an der Stelle eines Gymnasiumsgebäudes aus der Zeit des Historismus als klotziges Betongebäude errichtet wurde. Nach 30 Jahren muss das Bauwerk grundlegend saniert werden und wird eine völlig veränderte Fassade nach Plänen des Basler Büros Degelo Architekten erhalten. – Das Konzerthaus Freiburg liegt nahe dem Hauptbahnhof. Seine Realisierung war in der Bürgerschaft heftig umstritten.

Der Bahnhofsturm Freiburg in der Bismarckallee ist mit 19 Stockwerken und einer Höhe von 60 Metern nach dem Münster, der Krozinger Straße 52 mit 22 Stockwerken und der Krozinger Straße 48 mit 20 Stockwerken das vierthöchste Gebäude der Stadt. Er gehört zu dem 1997 neu errichteten Gebäudekomplex „Forum Hauptbahnhof Freiburg“. Der Bahnhofsturm wird auch „Solar Tower“ genannt, da ein großer Teil der Südfassade aus Solarzellen besteht. In dem Bürohochhaus befinden sich Büros sowie in den oberen beiden Stockwerken eine Club-Lounge (Bar). Zu dem Gebäudekomplex des HBF gehört auch ein „Office Tower“ genanntes zweites Hochhaus und das Planetarium Freiburg. Außerdem befindet sich am HBF das Hochhaus „Inter City Hotel“. Die drei Hochhäuser (Solar Tower, Office Tower und Inter City Hotel) ergeben eine kleine Skyline.

Bedeutende Plätze der Stadt[Bearbeiten]

Münsterplatz mit historischem Kaufhaus

Der Münsterplatz ist der größte gepflasterte Platz in Freiburg. Hier findet bis auf Sonntag jeden Vormittag der Wochenmarkt statt, auf der Nordseite der Bauernmarkt und auf der Südseite der Händlermarkt. Im Mittelalter lag um das Münster herum der Friedhof. Auf der Nordseite sind die Umrisse der ehemaligen Beinhauskapelle im Pflaster kenntlich gemacht. An der Westseite des Platzes stehen zwei Brunnen, nördlich eine Kopie[34] des Fischbrunnens, dessen Vorlage 1483 vom Meister Hans von Basel geschaffen wurde und ehemals auf der Marktgass (der heutigen Kaiser-Joseph-Straße) stand, und im Süden der Georgsbrunnen aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts mit einer vergoldeten St.-Georgs-Statue. Die drei Sandsteinsäulen vor dem Hauptportal des Münsters gehen zurück auf eine Stiftung von 1719 durch die drei vereinigten Stände Vorderösterreichs; sie tragen Skulpturen der beiden „jüngeren“ Stadtpatrone Lambert von Maastricht und Alexander, die Gottesmutter Maria als Patronin des Münsters flankierend.

Der Augustinerplatz ist einer der zentralen Plätze der Freiburger Altstadt. Umgeben vom ehemaligen Augustinerkloster – dem heutigen Augustinermuseum – und den Resten der ehemaligen Stadtmauer, ist der Platz ein beliebter Treffpunkt der Freiburger Bevölkerung. An der unterschiedlichen Bodenpflasterung ist der Verlauf der alten Stadtmauer erkennbar. Nach dem Abbruch der ehemals benachbarten Feierling-Brauerei und der Neugestaltung des Platzes hat sich ein Phänomen entwickelt, das scherzhaft mit den Verhältnissen an der Spanischen Treppe in Rom verglichen wird. Auf der Treppenanlage des Augustinerplatzes und in deren Umgebung genießen in den Sommernächten viele Menschen das städtische Leben mit mediterranem Flair. Da jedoch bisweilen der hohe Lärmpegel die Nachtruhe der Anwohner beeinträchtigt, wurde 2009 mit dem Aufstellen der Säule der Toleranz, die um 23 Uhr von Regenbogenfarben auf Rotlicht schaltet, ein Versuch gemacht, den Lärmpegel zu senken. Der Erfolg blieb jedoch aus, und die 18.000 Euro teure Säule sorgte eher für Spott.[35]

Neues und Altes Rathaus am Rathausplatz
Nachts am Augustinerplatz

Den Platz der Alten Synagoge (frühere Bezeichnungen: Theaterplatz, Europaplatz) entlang der westlichen Seite der ehemaligen Stadtbefestigung begrenzen jetzt die Kollegiengebäude I und II der Albert-Ludwigs-Universität, die Universitätsbibliothek und das Freiburger Stadttheater. Auf einem Teil des jetzt freien Rasenplatzes vor dem Kollegiengebäude II stand bis zur Pogromnacht im November 1938 die Synagoge. Der Name des Platzes und eine Gedenkplatte erinnern daran, ebenso ein Wegschild nach Gurs, den Ort, an den 1940 die meisten Juden aus Freiburg verschleppt wurden. Der Platz soll im Zusammenhang mit einem neuen Verkehrskonzept der Stadt Freiburg eine besondere Bedeutung zur westlichen Erweiterung der Innenstadt übernehmen. Eine Lücke zwischen den Kollegiengebäuden I und II führt auf den von Universitätsgebäuden umgebenen „Platz der Weißen Rose“ zur Erinnerung an den studentischen Widerstand während des Nationalsozialismus.

Der Rathausplatz hieß früher nach dem ehemaligen Kloster Franziskanerplatz, von dem nur die gotische Martinskirche und ein Teil des Kreuzgangs erhalten ist. Das Alte Rathaus und das Neue Rathaus begrenzen den Platz auf der anderen Seite. Auf dem Platz steht ein Brunnen mit dem Denkmal für den Mönch Berthold Schwarz aus dem ehemals benachbarten Kloster, der angeblich das Schießpulver (Schwarzpulver) erfunden hat.

Oberlinden und Unterlinden sind beschauliche Plätze in unterschiedlichen Vierteln der Altstadt mit je einer namengebenden alten Linde. Die „Obere Linde“ steht seit 1729, den Brunnen von 1861 krönt eine Barockmadonna von Franz Hauser (1651–1717).[36]

Kartoffelmarkt mit Raubrunnen, im Hintergrund das Haus zum Walfisch

Der Kartoffelmarkt ist ein beliebter Altstadt-Platz. In seiner Mitte steht ein 1911 vom Kaufmann Ludwig Rau gestifteter Brunnen, der von Carl Anton Meckel und Ludwig Kubanek gestaltet wurde. Vielen Freiburgern gilt der Adelhauser-Platz als der schönste Platz Freiburgs, klein und abseits der großen Fußgängerströme. Er trägt seinen Namen nach dem dort ansässig gewesenen Kloster Adelhausen, von dem die Kirche noch erhalten ist. Auf dem Klosterareal sind, nach zahlreichen Umbauten der vergangenen Jahrhunderte, die das Kloster kaum mehr erkennen lassen, einige Museen untergebracht.

In der historischen Mitte Freiburgs auf der Kreuzung von Kaiser-Joseph-Straße und Bertold-/Salzstraße befindet sich der Bertoldsbrunnen. Dort treffen alle Straßenbahnlinien der Stadt zusammen, in verkehrsarmen Zeiten sogar zu gleichen Zeiten, um ein Umsteigen zu ermöglichen.

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Freiburger Bächle, Wasserrinnen in der Altstadt
Schlossbergturm
Rheinkieselmosaik vor einer früheren Bäckerei
  • Der Schlossberg am Rande der Altstadt ist mit zahlreichen Spazierwegen, Nordic-Walking-Strecken und zwei Restaurants über den Dächern der Stadt ein bevorzugtes Naherholungsgebiet. Auf der Höhe steht der Schlossbergturm, der seit 2002 eine beeindruckende Rundumsicht über die Gesamtstadt und ihre Umgebung, in den östlich gelegenen Schwarzwald und bis zu den Vogesen im Westen bietet.
  • Der Arlesheimer See, ehemaliger Baggersee, ist heute ein Naturschutzgebiet im Mooswald am westlichen Stadtrand.
  • Der Schauinsland ist der „Hausberg“ der Stadt. Sein Gipfel (1284 m ü. M.) liegt noch auf städtischer Gemarkung. Die Schauinslandbahn wurde 1930 eröffnet und war die erste Seilbahn nach dem Umlaufprinzip; der Aussichtsturm trägt den Namen des ehemaligen Oberbürgermeisters Eugen Keidel. Das Schaubergwerk gibt einen Einblick in den Erzbergbau, der hier seit dem Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben wurde.
  • Die Freiburger Bächle sind kleine Wasserrinnen am Straßenrand in den meisten Gassen und Straßen der Altstadt. Sie sind ein Wahrzeichen der Stadt.
  • Viele Gehwege (Bürgersteige) der Innenstadt sind mit Rheinkieselmosaiken gepflastert. An vielen Stellen sind Ornamente oder, z. B. vor Geschäften, symbolische Darstellungen eingearbeitet. Vor dem Rathaus sind die Wappen aller Partnerstädte auf diese Weise eingelassen.
  • Im Schwarzwaldstadion (Dreisamstadion) ist der Sportclub Freiburg, ein Verein der 1. Fußball-Bundesliga (2014/15), zu Hause.
  • Das Planetarium in der Nähe des Hauptbahnhofs zeigt in wechselnden Programmen kosmische Zusammenhänge.
  • Das Tiergehege Mundenhof ist als Kleinzoo ein beliebtes Ziel von Familien mit Kindern. Auf dem benachbarten Gelände des Stadtgutes findet jährlich im Frühsommer das Zelt-Musik-Festival (ZMF) mit Solisten aus unterschiedlichen Musiksparten (von Klassik bis Pop) statt.
  • Der Botanische Garten ist Teil der Biologischen Fakultät an der Universität, ein Forschungs- und Lehrgarten sowie ein Schau-Platz der Botanik; er ist der Öffentlichkeit zugänglich.
  • Auf dem Alten Friedhof im Stadtteil Neuburg steht die St. Michaelskapelle mit Totentanz aus dem achtzehnten Jahrhundert.
  • Auf dem Hauptfriedhof erinnern ein Sammelgrab und eine Gedenktafel an 50 Opfer der „Euthanasie“-Morde.[37]
  • Der Seepark mit Seeparkturm ist das ehemalige Gelände der Landesgartenschau von 1986 im Westen der Stadt.
  • Auch der jüdische Friedhof liegt in einem der westlichen Stadtteile (Mooswald). Dort steht ein Mahnmal für die Opfer der Shoa.
  • Zwei alte Linden (1729 gepflanzt), jede neben einem historischen Brunnen, geben zwei kleinen Plätzen in der Altstadt ihren Namen: „Oberlinden“ und „Unterlinden“.
  • Das Holbeinpferdle, „Stehendes Fohlen“, ist eine Skulptur in Betonguss des Bildhauers Werner Gürtner, das auf einem kleinen Rasenstück an der Straßenbahnhaltestelle „Holbeinstraße“ steht. Es wird seit 1980 in unregelmäßigen Abständen heimlich von Unbekannten mit immer neuen Farbanstrichen, oft recht phantasievoll, dekoriert.
  • Das Jesuitenschloss liegt am Hang des Schönbergs und bietet eine gute Aussicht über Freiburg, die Vogesen, den Kaiserstuhl, die Rheinebene und den südlichen Schwarzwald.
  • Das Siegesdenkmal ist ein 1876 eingeweihtes dem XIV. Armee-Korps gewidmetes Denkmal.
  • Das Wasserschlössle im Stadtteil Wiehre ist die Frontseite eines Wasserhochbehälters.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Regionalplanung[Bearbeiten]

Einkaufsstraße in Freiburg: Kaiser-Joseph-Straße vom Martinstor Richtung Bertoldsbrunnen
Markt auf dem Münsterplatz

Die Stadt liegt im „Verdichtungsraum Freiburg“, der neben der Stadt Freiburg die Gemeinden Au (Breisgau), Bötzingen, Gundelfingen, Kirchzarten, March, Merzhausen und Umkirch des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald sowie die Städte und Gemeinden Emmendingen, Denzlingen und Waldkirch des Landkreises Emmendingen umfasst. Für die Region Südlicher Oberrhein bildet Freiburg neben Offenburg ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Freiburg übernimmt für die Gemeinden Au, Bötzingen, Buchenbach, Ebringen, Eichstetten am Kaiserstuhl, Glottertal, Gottenheim, Gundelfingen, Heuweiler, Horben, Kirchzarten, March, Merzhausen, Oberried, St. Märgen, St. Peter (Hochschwarzwald), Schallstadt, Sölden, Stegen, Umkirch und Wittnau die Funktion eines Mittelbereichs.

Branchen[Bearbeiten]

Freiburg ist ein regionales Wirtschaftszentrum. Es dominiert der Dienstleistungssektor sowie der öffentliche Dienst. Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Universität mit dem Universitätsklinikum, gefolgt von zahlreichen Landes- und untergeordneten Behörden. Durch die Nähe zur Universität haben sich kleinere Unternehmen aus den Bereichen Solartechnik, Informations- und Medientechnologie sowie Medizintechnik und Biotechnologie angesiedelt.

Messe[Bearbeiten]

Zahlreiche weitere Fach- und Publikumsmessen, insbesondere zu Solarenergietechnik, machen Freiburg zu einem wichtigen regionalen Messestandort. Dem wurde im Jahr 2000 Rechnung getragen, indem die Messe Freiburg auf ein neues Gelände mit moderner Hallen-Infrastruktur umzog.

Fußgängerleitsystem

Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Darüber hinaus spielt der Fremdenverkehr eine herausragende Rolle. Die Stadt gilt als Tor zum Schwarzwald und gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Südwestdeutschland. Die Stadt liegt an der Badischen Weinstraße und an der „Grünen Straße – Route verte“, einer touristischen Straßenverbindung von den Vogesen im Elsass in den Schwarzwald. Im Jahr 2007 wurden erstmals mehr als eine Million Übernachtungen in der Stadt gezählt. Mit einem Verhältnis von 5000 Übernachtungen auf 1000 Einwohner gehört Freiburg damit zur Spitzengruppe der touristischen Ziele. Seit 2012 weisen 18 Stelen mit Stadtplan und Hinweisen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt Fußgängern den Weg.[38]

Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Etwa 43 Prozent der Freiburger Gemarkung sind mit Wald unterschiedlicher Ausprägung (Mooswald, Mittelwald und Bergwald) bedeckt, rund ein Drittel davon ist Eigentum der Stadt, die damit zu den größten kommunalen Waldbesitzern in Deutschland gehört. Die wichtigsten Baumarten, die auch wirtschaftlich genutzt werden, sind Buche, Stieleiche, Fichte, Tanne und Douglasie. Über die wirtschaftliche Nutzung hinaus hat der Wald aber auch ökologische Bedeutung und ist ein wichtiger Bestandteil des Erholungs- und Freizeitangebots. Eine der beiden Forstdirektionen des Landes Baden-Württemberg sowie die hier ansässige Forstliche Versuchsanstalt des Landes zeugen von der Bedeutung des Waldes für die Stadt.

Weinbau[Bearbeiten]

Auch der Weinbau spielt in Freiburg eine nicht unbedeutende wirtschaftliche Rolle. Die Stadt grenzt an drei badische Weinbaubereiche: Markgräfler Land, Tuniberg und Kaiserstuhl mit unterschiedlichen typischen Rebsorten. Mit rund 650 Hektar Rebfläche ist Freiburg die größte Weinbaustadt und eine der größten Weinbaugemeinden in Deutschland – dies vor allem durch die Eingemeindung mehrerer Weinbaugemeinden im Westen der Stadt in den 1970er Jahren. Aber auch auf kleinen Flächen der Innenstadt wird noch heute Wein angebaut. Die Bedeutung des Weinbaus für die Stadt wird unterstrichen durch das hier ansässige Staatliche Weinbauinstitut und den Sitz des Badischen Weinbauverbandes. Auch die Universität baut seit 1985 wieder eigenen Wein an, nachdem diese Tradition seit 1806 unterbrochen war. Davor hing das Gehalt der Professoren direkt vom Ertrag des Weinbaus ab.

Steuerkraft/Beschäftigung[Bearbeiten]

Nach der Kommunalabfrage 2007 des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg stehen städtische Steuereinnahmen von 224 Millionen Euro 2006 und geschätzte Steuereinnahmen für 2007 von 234 Millionen Euro Schulden in Höhe von 475 Millionen Euro gegenüber. Die Schulden setzen sich aus 335 Millionen Euro Schulden des Kämmereihaushaltes und 140 Millionen Euro Schulden der städtischen Eigenbetriebe und Sondervermögen zusammen.

In der Region Freiburg mit dem Stadtkreis Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen waren 1987 circa 230.000 Erwerbstätige, 2007 bereits circa 302.000 Erwerbstätige. Etwa 170.000 Beschäftigte gab es 1987 in Freiburg, 2007 circa 201.000.[39]

Energie[Bearbeiten]

Freiburg ist für sein sonniges, warmes Klima, für die Forschung und Produktion im Bereich Solarenergie bekannt. Im Stadtteil Vauban liegt die Solarsiedlung am Schlierberg mit 59 Plusenergiehäusern. Die Bedeutung der Solarenergie für Stadt und Region spiegelt sich ferner in der Fachmesse Intersolar wider, die für die recht kleine Messe Freiburg eine hohe internationale Bedeutung hat. Diese Messe wird seit 2007 in München abgehalten, aber weiter von Freiburg aus mitveranstaltet. Eine weitere internationale Fachmesse ist die INTERbrossa-BRUSHexpo, die alle vier Jahre für ihre Branchen Weltleitmesse ist. Freiburg hat sich für seine Vorreiterrolle in der Solarenergie den Ruf als "Sonnenstadt" erworben.[40] Im März 2014 wurde Freiburg als "Energie-Kommune" ausgezeichnet. [41]

Verkehr[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher Größe ist der Anteil des PKW-Verkehrs am gesamten innerstädtischen Verkehrsaufkommen in Freiburg gering. Sehr hoch ist hingegen der Anteil des Fahrrad-Verkehrs. Die Länge des Freiburger Straßen-, Rad- und Fußwegenetzes beträgt rund 1290 Kilometer. Davon sind 191 Kilometer Hauptverkehrsstraßen (Kreis-, Landes- und Bundesstraßen und Hauptverkehrsstraßen), 439 Kilometer Nebenstraßen, 200 Kilometer selbstständig geführte Rad- und Fußwege, 460 Kilometer Wirtschaftswege.[42]

Entwicklung des Modal Split in Freiburg 1982–2020[43]
Verkehrsmittel 1982 1999 2020
(Prognose)
Öffentlicher Verkehr 11 % 18 % 20 %
PKW als Fahrer 29 % 26 % 24 %
PKW als Mitfahrer 9 % 6 % 5 %
Fahrrad 15 % 27 % 27 %
Zu Fuß 35 % 23 % 24 %

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Freiburg liegt verkehrsgeographisch günstig an den großen europäischen Verkehrsmagistralen Rhein–Saône–Rhône–Mittelmeer und Rhein–Gotthard–Italien. Die Autobahn A 5 verbindet Freiburg in Richtung Norden mit Straßburg, Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt am Main und in Richtung Süden mit Mülhausen (Mulhouse) und Basel. Freiburg verfügt über drei Autobahnausfahrten: Nord, Mitte und Süd. Außerdem liegt Freiburg an den Bundesstraßen B 3 (BuxtehudeWeil am Rhein) und wird von der B 31 (BreisachLindau) durchquert. Die B 294 beginnt in Freiburg und führt über Freudenstadt und Pforzheim nach Bretten.

Freiburg liegt an einer Ferienstraße. Dies ist die grenzüberschreitende Grüne Straße/Route Verte, die in den Vogesen in Contrexéville beginnt, bei Breisach am Rhein den Rhein überschreitet und in der Nordroute in Lindau und in der Südroute in Konstanz endet.

In den 1960er Jahren war die Bundesautobahn 86 über Freiburg und Donaueschingen geplant. Die „Schwarzwaldautobahn“ A 86 sollte von der jetzigen A 5 Ausfahrt Freiburg-Nord am nördlichen Stadtrand vorbei durch mehrere Tunnel in den Schwarzwald geführt werden. Das Projekt wurde jedoch 1975 wieder eingestellt. Dadurch ist die B 31 eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Baden-Württemberg, wobei der komplette Durchgangsverkehr die Stadt durchqueren muss. Derzeit befindet sich ein Freiburger Stadttunnel in Planung, der die Innenstadt entlasten soll.

Tafel des Parkleitsystems

Freiburg war in den 1970er Jahren eine der ersten Städte, die durch die Sperrung der Innenstadt für den KFZ-Verkehr eine Fußgängerzone schufen. Heute verfügt die Stadt über ein dynamisches Parkleitsystem, das auf die Anzahl der verfügbaren freien Parkplätze in den zahlreichen Parkhäusern am Rande der autofreien Innenstadt hinweist. Das Quartier Vauban ist als weitgehend autofreie Neubausiedlung konzipiert.

Mit Freiburg – FriedrichshafenMünchen wurde im April 2012 von MeinFernbus die erste innerdeutsche Fernbuslinie eröffnet. Seit 2013 gibt es zahlreiche Verbindungen, z. B. nach Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Berlin sowie Prag und auf den Balkan, u. a. von DeinBus.de und Eurolines.[44]

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Radfahrer auf der für den Autoverkehr gesperrten Wiwilibrücke, im Hintergrund das Dach des Konzerthauses mit angrenzendem Hotel

Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen liegt in Freiburg bei rund 27 Prozent und ist damit im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher Größenordnung sehr hoch. Für die Freiburger Verkehrspolitik hat die Förderung des Radfahrens hohe Priorität, und seit das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag eine Renaissance erlebt, gilt die Freiburger Verkehrspolitik vielerorts als vorbildlich.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Freiburger ÖPNV-Netz im Mai 2010. Regionalbahn: orange, Breisgau-S-Bahn: grün, Straßenbahnlinien: blau, Buslinien: rot

Der Freiburger Hauptbahnhof bedient vier Bahnstrecken und wird täglich von circa 65.000 Menschen benutzt. Die Rheintalbahn (MannheimBasel), mit Anschlüssen u. a. nach Zürich, Bern und Mailand befindet sich zurzeit im viergleisigen Ausbau, da sie zukünftig als Zubringer zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) in Richtung Gotthard-Basistunnel dienen soll. Über Offenburg-Kehl besteht in Straßburg eine Hochgeschwindigkeitsverbindung (TGV Est) nach Paris. Gute Intercity-Verbindungen bestehen auch über Karlsruhe nach Stuttgart und München. Über MüllheimNeuenburg wird Freiburg ab August 2013 eine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung über den TGV-Bahnhof Mülhausen in Richtung Paris, Lyon und Marseille, später auch nach Barcelona erhalten. Die Höllentalbahn führt von Freiburg über den Schwarzwald nach Donaueschingen mit Anschlüssen nach München und Konstanz.

Neben den Regionalzügen der DB Regio AG verbindet die Breisgau-S-Bahn (BSB) die umliegenden Städte und Gemeinden mit dem Oberzentrum Freiburg: Die Elztalbahn führt über Waldkirch durch das Elztal nach Elzach, und die Breisacher Bahn führt nach Breisach über Gottenheim und Ihringen; in Gottenheim und Breisach besteht Anschluss an die den Kaiserstuhl umrundende Kaiserstuhlbahn der SWEG. Diese Gesellschaft betreibt im Umland auch die Münstertalbahn zwischen Bad Krozingen und Münstertal, wobei einzelne Kurse von und bis Freiburg geführt werden.

Außer dem Hauptbahnhof gibt es an den einzelnen Eisenbahnstrecken weitere Bahnhöfe oder Haltepunkte:

  • an der Rheintalbahn: St. Georgen, Herdern und Zähringen
  • an der Höllentalbahn: Wiehre und Littenweiler
  • an der Breisacher Bahn: Klinikum, Neue Messe-Universität und Freiburg-West (im Stadtteil Landwasser)

Im Eisenbahngüterverkehr ist Freiburg kein Eisenbahnknoten mehr; der Freiburger Güterbahnhof dient jedoch als Terminal für die Rollende Landstraße von Freiburg nach Novara in Norditalien.

Städtischer Nahverkehr[Bearbeiten]

Eine Straßenbahn des Typs GT8Z auf der Linie 2 in der Kaiser-Joseph-Straße, Haltestelle Bertoldsbrunnen

Den städtischen Nahverkehr bedienen vier Straßenbahn- und 21 Buslinien der Freiburger Verkehrs AG (VAG), die auch das nahe Umland an die Stadt anbinden. Freiburg gehört zum Tarifgebiet des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg.

Eigens für die VAG konstruierte die Waggonfabrik Duewag drei GT8-Serien. Die GT8K und GT8N sind bis heute im Einsatz. Letztere verfügen über ein Niederflur-Mittelabteil. Weiterhin gehören zur Fahrzeugflotte 26 GT8Z des gleichen Herstellers mit 48 Prozent Niederfluranteil. Schließlich verkehren auf den am stärksten frequentierten Strecken Triebwagen des Typs „Siemens Combino“, davon acht „Combino Basic“ und zehn „Combino Advanced“.

Die VAG betreibt ebenfalls die Schauinslandbahn, Deutschlands längste (3,6 Kilometer) Kabinen-Umlauf-Seilbahn, mit der die Höhen des Schauinslands, Freiburgs Hausberg (1284 m), gut zu erreichen sind.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der seit 1908 bestehende Flugplatz in Freiburg ist als Verkehrslandeplatz für Flugzeuge bis zehn Tonnen zugelassen. Er befindet sich im Westen der Stadt, nahe dem neuen Messegelände.

Der meiste Flugverkehr wird jedoch über den EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg im benachbarten Oberelsass abgewickelt. Zum EuroAirport besteht vom Freiburger Hauptbahnhof aus eine Busverbindung mit einer Fahrzeit von 55 Minuten. Zusätzlich gibt es Buszubringer zu den ebenfalls nahe gelegenen Flughäfen Karlsruhe/Baden-Baden (circa 1:05 h) und Straßburg, (circa 1:05 h). Bahnverbindungen bestehen aber auch umstiegsfrei zum Flughafen Frankfurt (circa 2:10 h) sowie mit Umstieg in Basel oder Zürich zum Flughafen Zürich. (circa 2:15 h)

Wasser- und Abwasserversorgung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Freiburger Brunnenplan von 1732

Um 1120 wurde Wasser über hölzerne Leitungen vom Mösle der Stadt zugeführt. 1462 werden die Regeln für die städtischen Rinnen und Kanäle in einer Runzordnung festgelegt. 1732 bestehen schon 79 Leitungen und 57 Brunnen. Seit 1842 werden erste eiserne Leitungen verwendet. Freiburg wird durch das Wasserwerk Ebnet (seit 1876) und das Wasserwerk Hausen an der Möhlin (seit 1970) versorgt. Von Ebnet wird das Wasser in die Hochbehälter auf dem Schlossberg und den Hochbehälter im Freiburger Wasserschlössle am Sternwald (seit 1896) gepumpt und von Hausen in den Hochbehälter am Schönberg. Auf anderen Anhöhen der Stadt gibt es weitere kleine Hochbehälter.[45] Seit 1975 werden Polyethylenrohre zum Wassertransport genutzt. Die Wasserversorgung erfolgt durch die badenova AG & Co.KG.

Wassergewinnung und Qualität[Bearbeiten]

Die Wassergewinnung erfolgt in den zwei Einzugsgebieten Ebnet und Hausen. In Ebnet erfolgt die Grundwassergewinnung aus zwei Grundwassersammlern und insgesamt neun Tiefbrunnen. In Hausen bestehen sechs Tiefbrunnen. Die maximale Tiefe der Brunnen liegt bei 117 m. Elf Hochbehälter mit 120 bis 20.000 Kubikmeter stehen zur Verfügung. Das Wasser aus Hausen wird ohne weitere Behandlung dem Verbrauch zugeführt. Das Wasser hat den Härtebereich Mittel, mit 2,28 mmol/L, enthält 9,9 mg Natrium, 25 mg Chlorid, 24,7 mg Sulfit und 25,7 mg Nitrat pro Liter. Das Einzugsgebiet umfasst 130 Quadratkilometer und liefert circa fünf Millionen Kubikmeter. Das Wasser aus Ebnet wird noch zur Neutralisierung und Entkeimung behandelt. Das Wasser hat den Härtebereich weich, mit 0,99 mmol/L, enthält 8,5 mg Natrium, 13,1 mg Chlorid, 10,7 mg Sulfit und 13,6 mg Nitrat pro Liter. Das Einzugsgebiet umfasst etwa 258 Quadratkilometer und liefert ungefähr 11 Millionen Kubikmeter.

Wasserverbrauch und Abwasserentsorgung[Bearbeiten]

Karte der Freiburger Bächle, 1905

Im Jahr 2008 wurden insgesamt 17,7 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Die Maximalförderung lag bei 65.800 Kubikmeter am Tag. Das Versorgungsnetz hat einschließlich Hausanschlüssen eine Länge von 1325 Kilometer und umfasst 35.236 Hausanschlüsse. Von 348 Liter/Tag und Einwohner im Jahr 1899 sank der Verbrauch mit Einführung von Wasseruhren im Jahr 1913 auf 186 Liter. Heute liegt er bei circa 100 Liter/Tag und Einwohner. Zur Entsorgung von Brauch- und Regenwasser wurden ab dem 13. Jahrhundert die Freiburger Bächle sowie der Gewerbekanal genutzt. Daneben wurden hauseigene Gruben zur Sammlung der Exkremente genutzt. Ab 1868 übernahm für kurze Zeit ein Unternehmen an Stelle von Landwirten, die Entleerung der Gruben. Ab 1887 übernahm die Stadt diese Aufgabe. Bis Ende der 1980er Jahre wurde Abwasser in der Rieselfeldanlage ausgebracht. Der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht sammelt und reinigt seit 1966 das Abwasser. Seit 1980 erfolgt dies im gemeinsamen Klärwerk in Forchheim (Kaiserstuhl).

Fernwärmeversorgung[Bearbeiten]

Das Tochterunternehmen der badenova GmbH und Co. KG, die badenova WärmePlus liefert mit einem Fernwärmenetz von 61 km, aus 136 Erzeugungsanlagen 404 Millionen kWh Wärme. Des Weiteren besteht auf dem Gelände der Universitätsklinik Freiburg ein Ferndampfnetz.[46]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zu den größeren privaten Arbeitgebern zählen der Halbleiterhersteller Micronas, die zum amerikanischen Northrop Grumman-Konzern gehörende LITEF GmbH sowie Solvay Acetow, ein Werk des belgischen Solvay-Konzerns, das Materialien für Zigarettenfilter herstellt. Das Unternehmen EFD Induction, von 1950 bis 1996 Fritz Düsseldorf GmbH (FDF), ist Europas größter Hersteller von Induktions-Härteanlagen und gehört zusammen mit der EFD Härterei F. Düsseldorf GmbH (Hochdorf) zum EFD-Induction-Konzern mit Sitz in Skien/Norwegen. Der Baustoffhändler Götz + Moriz ist in Freiburg angesiedelt. Größte ansässige Brauerei ist die Brauerei Ganter. Bedeutend ist das Milchverarbeitungsunternehmen Schwarzwaldmilch, das mehrheitlich in der Hand der Schwarzwälder und Breisgauer Milchbauern ist. Seit Januar 1996 ist Freiburg Sitz des Briefzentrums 79 der Deutschen Post AG. Seit 1962 ist Freiburg Standort des inzwischen zum Pfizer-Konzern gehörenden Arzneimittelherstellers Gödecke. Im Jahr 1863 wurde das Unternehmen Raimann zur Herstellung von Maschinen für die Holzbearbeitung gegründet. Es gehört mittlerweile zur Michael Weinig AG und ist das älteste industrielle Unternehmen in Freiburg. Die beiden Unternehmen Mez und Madeira Garnfabrik sind bzw. waren bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Textilindustrie tätig.

Seit 1895 gibt es in Freiburg mit Hellige einen Hersteller von wissenschaftlichen und medizinelektronischen Apparaten, insbesondere von Elektrokardiographen. Heute gehört Hellige zu General Electric, wobei Freiburg zu den bedeutendsten Standorten von GE Healthcare in Deutschland zählt.

Mit den zwei Großverlagen Herder und Haufe, einer Vielzahl von kleineren Verlagen sowie dem Sitz der Badischen Zeitung ist Freiburg ein bedeutender Verlags- und Medienstandort.

Die Solar-Fabrik AG Freiburg gehört zu den führenden Solarunternehmen in Europa. Ursprünglich nur Hersteller von Solarmodulen, ist sie heute mit ihren zahlreichen internationalen Tochterunternehmen in aller Welt in allen Bereichen der Photovoltaik tätig: Handel und Aufbereitung von Wafern, Produktion von Solarzellen und -modulen sowie die Produktion von Solarkraftwerken.

Auch die IT-Branche ist in Freiburg prominent vertreten. Dazu gehören der deutsche Marktführer im Bereich „Kaufmännische Software“ Lexware, United Planet als führendes Unternehmen bei Portalsoftware[47] und die Managed Services Tochter der IDS Scheer Consulting. Außerdem sind in Freiburg die Paragon Software Group, die Jedox AG, der eCommerce Spezialist oxid, der E-Mail-Marketing-Experte Inxmail sowie die börsennotierte Kofax Deutschland AG, ein Tochterunternehmen der kalifornischen Kofax, Inc., ansässig.

Im Bereich des Bankensektors haben neben der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau und der Volksbank Freiburg eG die Bankhaus E. Mayer AG ihren Hauptsitz in Freiburg. Letztgenannte ist die einzige Privatbank in Freiburg und der weiteren Umgebung. Darüber hinaus bestehen Filialen weiterer überregionaler Banken.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kommunalverwaltung[Bearbeiten]

Die Stadtverwaltung Freiburg ist seit Januar 2011 in fünf Dezernate eingeteilt, denen jeweils eine Reihe von städtischen Ämtern untersteht. Dezernat I wird von Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) geleitet und ist zuständig für die Haupt- und Personalverwaltung und für Organisation, Recht, Regionales und Öffentlichkeitsarbeit. Dezernat II wird geleitet von Bürgermeisterin Gerda Stachlig (Grüne) und ist das Dezernat für Umwelt, Schule und Bildung. Dezernat III, geleitet von Bürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD), ist zuständig für Kultur, Jugend und Soziales und Integration. Erster Bürgermeister Otto Neideck (CDU), der Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist, leitet das Dezernat IV für Finanz-, Wirtschafts- und Wohnungswesen, zentrale IT, öffentliche Ordnung, Bürgerservice, Feuerwehr und Sport. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Regionalverbands Region Südlicher Oberrhein. Das neu gebildete Dezernat V wird vom parteilosen Prof. Dr. Martin Haag geleitet und umfasst die Bereiche Stadtentwicklung und Bauen, Tiefbau mit Verkehrsplanung, Stadtgrün und Gebäudemanagement.

Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald hat zwar seinen Sitz in der kreisfreien Stadt Freiburg, verwaltet aber im Wesentlichen nur den die Stadt umgebenden Landkreis. Allerdings erstreckt sich die Zuständigkeit einiger Ämter des Landkreises (insbesondere Gesundheitsamt, Versorgungsamt) auch auf den Stadtkreis Freiburg.

Landesbehörden[Bearbeiten]

In Freiburg befinden sich mehrere Landesbehörden, so das Regierungspräsidium Freiburg mit Sitz des Präsidenten im Basler Hof, zu dem als neue Abteilungen auch Polizeipräsidium, Oberschulamt, Forstdirektion und das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau gehören.

Des Weiteren sind die „Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg“, die Akademie der Polizei Baden-Württemberg, das „Staatliche Weinbauinstitut“, das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg“ sowie die beiden Finanzämter Freiburg-Stadt und Freiburg-Land in Freiburg ansässig.

Die Justizvollzugsanstalt Freiburg dient dem Vollzug von Freiheitsstrafen ab 15 Monaten bis lebenslänglich sowie der Sicherungsverwahrung für ganz Baden-Württemberg.

Das Staatsarchiv Freiburg bewahrt seit 1806 die schriftliche Überlieferung der staatlichen Behörden im Gebiet des Regierungsbezirks Freiburg auf. Seit 2005 ist es eine Abteilung des Landesarchivs Baden-Württemberg.

Bundesbehörden[Bearbeiten]

Neben diesen Landesbehörden gibt es auch Behörden des Bundes: die in der Lehener Straße angesiedelte Bundesagentur für Arbeit, das Bundesamt für Strahlenschutz, das Bundesarchiv-Militärarchiv, eine Außenstelle des Beschaffungsamtes der Bundeszollverwaltung, eine Außenstelle der Bundesnetzagentur, das Wasser- und Schifffahrtsamt Freiburg sowie eine Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) des Bundespolizeiamtes Weil am Rhein, das dem Bundespolizeipräsidium Süd (München) untersteht. Daneben existieren sowie Dienststellen der Bundeswehr, darunter ein Kreiswehrersatzamt[48] (KWEA, untergebracht in der ehemaligen Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne). Am Rande der Altstadt in der Neuburg befindet sich die Filiale der Bundesbank.

Regionalverband/Kammern K.d.ö.R.[Bearbeiten]

Weitere Organisationen in der Rechtsform einer Körperschaften des öffentlichen Rechts haben ihren Sitz in Freiburg:

  • Regionalverband Südlicher Oberrhein, K. d. ö. R.
  • Handwerkskammer Freiburg, K. d. ö. R.
  • IHK Südlicher Oberrhein, K. d. ö. R.
  • Rechtsanwaltskammer Freiburg, K. d. ö. R.
  • Steuerberaterkammer Südbaden, K. d. ö. R.
  • Ärztekammer Freiburg, eine Außenstelle der Ärztekammer Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart
  • Zahnärztekammer Freiburg, eine Außenstelle der Zahnärztekammer Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart

Gerichte[Bearbeiten]

Freiburg verfügt über ein Amtsgericht und ein Landgericht, die zum Oberlandesgerichtsbezirk des Oberlandesgerichtes Karlsruhe gehören. Einige Zivilsenate des Oberlandesgerichtes Karlsruhe haben ebenfalls ihren Sitz in Freiburg.

Außer den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit gibt es in Freiburg ein Arbeitsgericht (sowie eine Kammer des Landesarbeitsgerichtes), Außensenate des Finanzgerichts Baden-Württemberg, ein Sozialgericht (zuständig für den Stadtkreis Freiburg, die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Ortenaukreis, Emmendingen, Lörrach und Waldshut sowie in Knappschaftssachen für das gesamte Landesgebiet von Baden-Württemberg) und ein Verwaltungsgericht (zuständig für den Regierungsbezirk Freiburg).

Medien[Bearbeiten]

Printmedien[Bearbeiten]

In Freiburg gibt es nur eine einzige regionale Tageszeitung, die kostenpflichtige Badische Zeitung, deren Verbreitungsgebiet sich von Offenburg im Norden bis zum Hochrhein im Süden und in den Hochschwarzwald hinein erstreckt. Sie erscheint Montag bis Samstag außer an Feiertagen. Am Sonntag kommt aus dem gleichen Verlagshaus kostenlos „Der Sonntag in Freiburg“ beziehungsweise in Lörrach und Basel „Der Sonntag im Dreiland“, sodass der Badische Verlag als Herausgeber ein Monopol an den Tageszeitungen hält.

Daneben gibt es seit November 1988 das offizielle „Amtsblatt der Stadt Freiburg“ www.freiburg.de/amtsblatt (Titel bis 2002: "StadtNachrichten"), in dem redaktionelle Beiträge, städtische Termine und Öffnungszeiten, Bekanntmachungen und Stellenanzeigen der Stadt Freiburg sowie Beiträge der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen abgedruckt sind. Redaktionell ist das Amtsblatt auf Themen beschränkt, die unmittelbaren Bezug zur Stadtverwaltung haben. Das Amtsblatt erscheint alle 14 Tage freitags in einer Auflage von 106.000 Exemplaren und wird kostenlos an alle Freiburger Haushalte verteilt. (Stand März 2014)

Jeweils mittwochs erscheint mit einer Auflage von 113.500 Exemplaren (Stand Juni 2006) der „Freiburger Wochenbericht“, das älteste noch bestehende deutsche Anzeigenblatt. Es wird kostenlos an alle Haushalte verteilt und enthält auch redaktionelle Artikel. Donnerstags erscheint in ähnlicher Aufmachung seit 1983 der kostenlose „Freiburger Stadtkurier“. Er hat eine Auflage von 115.500 Exemplaren (Stand Juni 2009).

Außer diesen fünf größeren Zeitungen gibt es noch einige weitere kleinere Zeitungen und Zeitschriften aus und für Freiburg, wie Stadtteilzeitungen oder die Bürgerblätter lokaler Ortsvereine.

Die mittwochs und samstags kostenlos erscheinende „Zypresse“ ist ein Offertenblatt für private und geschäftliche Kleinanzeigen und seit 1984 ein Erzeugnis des privaten, familiengeführten, mittelständischen Unternehmens Zypresse Verlags GmbH. Mit einer Auflage von bis zu 200.000 Exemplaren pro Woche liegt die Zeitung bis in den Kreis Emmendingen sowie im Kreis Breisgau Hochschwarzwald aus. Samstags erscheinen im Umkreis Lörrach/Basel sowie im Großraum Offenburg/Lahr zusätzlich Regionalausgaben.

Darüber hinaus erscheint donnerstags das zur Badischen Zeitung gehörende Offertenblatt „schnapp“.

Außer diesen Anzeigenblättern gibt es noch weitere Kultur- und Veranstaltungsmagazine, darunter die beiden Stadtmagazine „Fipps-Freiburg“ und „Plan 14“ und die zwei Kulturmagazine „Freiburg aktuell“ und „Chilli – das freiburger stadtmagazin“. Alternativ gibt es seit 1998 aber auch eine Straßenzeitung, der „FREIeBÜRGER“. Diese Zeitung wird monatlich von meist sozial benachteiligten Menschen in den Straßen von Freiburg verkauft.

Audiovisuelle Medien[Bearbeiten]

In Freiburg gibt es ein Funkhaus des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunks, das SWR Studio Freiburg, in dem unter anderem Sendungen für SWR4 Baden-Württemberg und das SWR Fernsehen produziert werden. Des Weiteren ist das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im Konzerthaus Freiburg ansässig.

Als Privatsender werbefinanziert sind: das Regionalradio baden.fm sowie das Regionalfernsehen TV Südbaden. Das dritte Freiburger Radio, Radio Dreyeckland, das in der Nähe der Innenstadt produziert wird und aus der Anti-Atom-Bewegung entstanden ist, ist das älteste Freie Radio in Deutschland. Dazu gibt es seit 2006 den ebenfalls terrestrisch empfangbaren Sender echoFM. Dieser Sender ist das Lern- und Ausbildungsradio der Pädagogischen Hochschule und der Universität.

Außer diesen speziell auf Freiburg konzentrierten Medien gibt es noch unter anderem das Radio Regenbogen für die gesamte Region Baden.

Im Ortsteil Lehen betreibt der SWR eine Sendeanlage für Mittelwelle (Frequenz 828 kHz, Sendeleistung 10 kW, Geographische Koordinaten des Senderstandorts: 48° 0′ 48″ N, 7° 47′ 38″ O48.0133333333337.7938888888889) und UKW-Hörfunk, welche als Antennenträger einen 92 Meter hohen, gegen Erde isolierten Stahlfachwerkmast mit viereckigem Querschnitt verwendet. Der Senderstandort Freiburg-Lehen ist einer der ältesten in Deutschland.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Ein breites Angebot an Schulen in Freiburg kann sehr vielfältigen Ausbildungsansprüchen gerecht werden.

Das Grundangebot bilden 40 Grund- und Hauptschulen, davon einige in privater Hand, die flächendeckend über die Stadt verteilt sind.[49] An weiterführenden Schulen gibt es acht Realschulen, davon zwei private, elf allgemeinbildende Gymnasien unterschiedlicher Ausprägung, darunter einige in privater Trägerschaft, sowie seit 1972 das Deutsch-Französische Gymnasium, eine von zwei solcher Schulen in Deutschland mit zweinationalem Abschluss. Seit 2010 bietet das Goethe-Gymnasium Freiburg eine Schüler-Ingenieur-Akademie an. Es gibt insgesamt fünf Gesamtschulen, von denen eine die öffentliche Staudinger-Gesamtschule ist und die vier anderen der Waldorfpädagogik zuzurechnen sind.

Daneben sind in der Stadt vier berufliche Gymnasien und zehn berufliche Schulen für den kaufmännischen und gewerblichen Bereich ansässig.

Die privaten Jazz & Rock Schulen Freiburg, gegründet 1984, bieten im International Music College Freiburg eine Ausbildung zum Profimusiker in den Musikrichtungen Jazz, Rock und Pop an. In der Allgemeinen Musikschule Freiburg gibt es Musikunterricht für Kinder und Erwachsene und im Zentrum für Musikpädagogik Fortbildungen in Zusammenarbeit mit der Popakademie Baden-Württemberg.

Schließlich befinden sich noch zehn Sonderschulen, darunter vier Förderschulen für lernbehinderte Kinder und Jugendliche, vier Schulen für geistig oder mehrfach behinderte Kinder, darunter zwei private, eine Schule für Erziehungshilfe und eine Sprachheilschule in der Stadt.

Darüber hinaus ergänzen das breite Bildungsangebot eine Reihe weiterer Schulen in privater Trägerschaft, etwa in den Bereichen Elementarbildung, Familienpflege, Grafik/Design und Schauspiel.

Im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung bieten unter anderem die Volkshochschule Freiburg und das Katholische Bildungswerk ein breites Spektrum von Fortbildungsmöglichkeiten. Mehrere Sprachschulen ergänzen dieses Angebot, zu denen das Goethe-Institut zu rechnen ist.

Hochschulen[Bearbeiten]

Kollegiengebäude I und historisches Hauptgebäude der Albert-Ludwigs-Universität
Kollegiengebäude II mit juristischer (l.) und wirtschaftswissenschaftlicher (r.) Fakultät der Universität, Peterhof (rechter Bildrand) und Platz der Weißen Rose
Chirurgische Klinik des Universitätsklinikums Freiburg

In Freiburg befinden sich mehrere Hochschulen mit insgesamt knapp 30.000 Studenten. Die im Jahr 1457 gegründete Albert-Ludwigs-Universität ist eine der ältesten und renommiertesten Hochschulen Deutschlands mit etwa 20.000 Studenten. Sie prägt nachhaltig das Leben der Stadt: So finden sich rund um die Universität viele gut besuchte Cafés und Kneipen. Die Universität ist nicht nur wegen der Studenten relevant, sie ist mit ihren circa 13.000 Arbeitsplätzen (einschließlich Klinikum) einer der wichtigsten Arbeitgeber in Südbaden.

Die Pädagogische Hochschule Freiburg (PH) im Stadtteil Littenweiler wurde 1962 aus den früheren Akademien für Lehrerbildung I und II gebildet und hat seit 1971 den Status einer wissenschaftlichen Hochschule.

Im Stadtteil Oberau befindet sich die Hochschule für Musik Freiburg, welche 1946 von der Stadt Freiburg gegründet und später vom Land Baden-Württemberg als staatliche Hochschule weitergeführt wurde.

Neben den genannten staatlichen Hochschulen gibt es weitere Hochschuleinrichtungen:

  • Die „Evangelische Hochschule Freiburg – Hochschule für Soziale Arbeit, Diakonie und Religionspädagogik“ und die „Katholische Hochschule Freiburg – Hochschule für Sozialwesen, Heilpädagogik, Religionspädagogik und Pflege“ sind Fachhochschulen in kirchlicher Trägerschaft.
  • Die „Freie Hochschule für Grafik-Design & Bildende Kunst“, welche 2007 mit der Freiburger Grafikschule fusionierte, bildet Studenten in den drei Studiengängen Grafik-Design, Screen-/Webdesign und Bildende Kunst aus. Im Herbst 2011 beginnt der Studienbetrieb in der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik, zu der die Freie Hochschule für Grafik-Design & Bildende Kunst mit dem International Music College Freiburg, einem Bereich der Jazz & Rock Schulen Freiburg, fusionierte.
  • Die private International University of Cooperative Education bietet im dualen System (Studium und Praxis im Wechsel) Studiengänge in Hotelmanagement, Immobilienwirtschaft und Sportmanagement an.
  • Die FOM Hochschule bietet Bachelor- und Masterstudiengänge neben der Ausbildung und neben dem Beruf an. Freiburg ist einer der Studienorte der seit 1993 in Essen ansässigen Hochschule.
  • Das Lehramtsstudium an den staatlichen Hochschulen wird ergänzt durch die Ausbildung an den Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung, je eines für Berufliche Schulen, für Gymnasien und für Realschulen.

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Freiburg befinden sich mehrere Forschungsinstitute:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Eingangstor zum Freiburger Hauptfriedhof

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Mit der Ehrenbürgerwürde zeichnet die Stadt Freiburg Personen aus, die sich um das Ansehen der Stadt oder das Wohlergehen ihrer Bürger besonders verdient gemacht haben. Die Freiburger Ehrenbürger reichen vom Rokoko-Bildhauer Johann Christian Wentzinger bis zum ehemaligen Oberbürgermeister Rolf Böhme und dem Mäzen Eugen Martin in der Gegenwart.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

In Freiburg sind bedeutende Persönlichkeiten geboren worden. Manche sind nach ihrer Geburt oder später weggezogen und haben ihren Wirkungskreis andernorts gefunden und sind erst dort bekannt geworden. Es sind Künstler wie Johann Christian Wentzinger, Julius Bissier oder Edith Picht-Axenfeld, Politiker wie Karl von Rotteck, Joseph Wirth, Leo Wohleb, Hans Maier oder Wolfgang Schäuble, Wissenschaftler wie Carl Christian Mez oder Karl Rahner, Erfinder wie Edwin Welte oder Engelbert Zaschka und Schauspieler wie Til Schweiger.

Mit Freiburg verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit Freiburg sind viele Persönlichkeiten verbunden, die entweder hier zeitweise gelebt haben oder ihren Wirkungskreis hier gefunden haben und bekannt geworden sind. Dazu gehören Philosophen wie Edmund Husserl und Martin Heidegger, Wissenschaftler wie Walter Eucken und Arnold Bergstraesser, Schriftsteller wie Alfred Döblin, Alfred Wolfenstein, Reinhold Schneider und Christoph Meckel, Künstler wie Hans Baldung Grien, Schauspieler wie Alexandra Maria Lara, Nobelpreisträger wie Friedrich August von Hayek, Georges Köhler und Hermann Staudinger, Heilige wie Edith Stein, Fußballtrainer wie Joachim Löw.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heiko Haumann, Hans Schadek: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau.Theiss, Stuttgart, Band 1–3, ISBN 3-8062-1635-5.
  • Peter Kalchthaler: Freiburg und seine Bauten. Ein kunsthistorischer Stadtrundgang. Promo-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-923288-11-5.
  • Peter Kalchthaler: Kleine Freiburger Stadtgeschichte., Pustet, Regensburg 2006, ISBN 978-3-7917-2009-8.
  • Walter Vetter: Freiburg – Ein Führer zu Kunst und Geschichte. Rombach, Freiburg 1986, ISBN 3-7930-0496-1.
  • Hans Georg Wehrens: Freiburg im Breisgau 1504–1803. Holzschnitte und Kupferstiche. Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-20633-1.
  • Kurt Bauch: Freiburg im Breisgau (Mehrere Ausgaben, Größen, Verlage und Auflagen mit verschiedenen Fotografen) ab 1937, 1953, 1961

Film[Bearbeiten]

  • Freiburg im Breisgau. Der Film. Die Geschichte. Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, 43:30 Min., Buch und Regie: Anita Bindner, Produktion: Haus des Dokumentarfilms, Kinostart: 30. November 2011, Erstsendung: 31. August 2014 bei SWR, Reihe: Geschichte im Südwesten, Inhaltsangabe von SWR.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freiburg im Breisgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Freiburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Freiburg im Breisgau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Eckard Villinger: Freiburg im Breisgau – Geologie und Stadtgeschichte., in: Informationen. 12/99: – Freiburg 1999, ISSN 09040-0834, S. 21. Es wird ein Abbauvolumen von mindestens 30.000 Kubikmetern angenommen, das zum Bau der insgesamt 2200 Meter langen verschiedenen Abschnitte der Stadtmauer verwendet wurde. Seite 37, Abb. 20 veranschaulicht sehr gut das Schlossbergprofil mit dem Steinbruch an der Schlossbergnase und dem Einschnitt des Halsgrabens hinter der Ludwigshöhe.
  3. Deutscher Wetterdienst: Mittlere Temperatur 1961–1990 (ZIP-Datei; 52 kB)
  4. Deutscher Wetterdienst: [1]
  5. Deutscher Wetterdienst: Mittlere Niederschlagshöhe 1961–1990 (ZIP-Datei; 343 kB)
  6. freiburg-schwarzwald.de: Höllentäler-Der Wind muss Dreisamtäler oder Bruggatäler heißen
  7. Information der Materialien und Medien, Landesbildungsserver Baden-Württemberg
  8. Alemannia Judaica: Text- und Bildinformationen zum jüdischen Leben in Freiburg von den Anfängen bis zur Auslöschung 1938/40.
  9. Altbasel.ch: Rudolf Riggenbach – Ziegel für Deutschland
  10. Freiburg im Breisgau 2009 landesweit mit höchstem Wanderungsgewinn. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 4. August 2010, archiviert vom Original am 19. Juli 2011, abgerufen am 14. September 2012 (Pressemitteilung Nr. 254/2010).
  11. Wanderungsgewinn Baden-Württembergs 2011 bei über 41 000 Personen. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 16. Juli 2012, abgerufen am 25. Mai 2013 (Pressemitteilung Nr. 228/2012).
  12. Durchschnittsalter in Baden-Württemberg: 43 Jahre. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 30. August 2012, abgerufen am 25. Mai 2013 (Pressemitteilung Nr. 283/2012).
  13. Ausländeranteil an der Bevölkerung nach Stadtbezirken am 1. Januar 2013 in Freiburg (in %) (PDF; 13 kB), freiburg.de, abgerufen am 25. Mai 2013
  14. Bevölkerung in Freiburg nach Altersgruppen ab 1950 (Einwohnermelderegister). Abgerufen am 23. Juni 2011.
  15. [2]
  16. Heinrich Schwendemann: 22. Februar 1424 – Die Juden werden aus der Stadt vertrieben. Vortrag in der Vortragsreihe „Auf Jahr und Tag, Freiburgs Geschichte im Mittelalter“ am 4. Februar 2013. Vgl. Heiko Haumann: Von Ordnungen und Ordnungen. Lebensformen in der Stadt. In: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau. Bd. 1, Stuttgart 1996, S. 501-523, hier S. 501 (Synagoge Weberstraße).
  17. Peter Schickl: Von Schutz und Autonomie zu Verbrennung und Vertreibung: Juden in Freiburg. In: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau. Bd. 1, Stuttgart 1996, S. 524-551.
  18. Berent Schwineköper und Franz Lauenberger: Geschichte und Schicksal Freiburger Juden, Freiburger Stadthefte 6, 1963
  19. Peter P. Albert: Achthundert Jahre Freiburg im Breisgau 1120–1920, Verlagsbuchhandlung Herder & Co, Freiburg 1920
  20. Heinrich Schwendemann: 22. Februar 1424 – Die Juden werden aus der Stadt vertrieben. Vortrag in der Vortragsreihe „Auf Jahr und Tag, Freiburgs Geschichte im Mittelalter“ am 4. Februar 2013.
  21. Endgültige Ergebnisse der Landtagswahl am 27. März 2011 – Wahlkreise in Baden-Württemberg.
  22. Badische Zeitung online, 11. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014
  23. Klaus Rommel: Die Münzen von Freiburg im Breisgau. In: Freiburger Münzblätter. Lingen 2005
  24. Grundlagenermittlung für die Aufstellung des Flächennutzungsplans 2020.
  25. Beteiligungshaushalt 2011/2012. Stadt Freiburg im Breisgau, abgerufen am 21. Juni 2011.
  26. Ruedi Spiess:Informationsbroschüre der 12 Zähringer-Städte. Reichenbach/Schweiz 2007
  27. Kultur: Vor der nächsten Sparrunde: Kulturprojekte in Gefahr, Badische Zeitung, 1. Januar 2011, Zugriff am 23. Januar 2011
  28. Per Tutti Orchester
  29. Freiburg: Fernsehkrimi: Freiburg bekommt einen "Tatort" – Heike Makatsch soll Kommissarin werden - badische-zeitung.de. Abgerufen am 2. Dezember 2013.
  30. Zentrales Kunstdepot, Zugriff am 5. August 2012
  31. Claudia Füßler: Freiburg: Auftakt: Rundgang über die Baden-Messe: Vom Liebeskäse bis zur Fischpraline, Badische Zeitung vom 14. September 2009, Zugriff am 12. Juli 2011
  32. Entenrennen. Abgerufen am 26. Mai 2014.
  33. Peter Kalchthaler: Die Stadtpatrone: St. Georg, St. Lambert, St. Alexander, freiburgermuenster.info, abgerufen am 17. Juni 2012
  34. Hans Schadek: Freiburg, ehemals – gestern – heute, Die Stadt im Wandel der letzten 100 Jahre, Steinkopf Verlag, 2004, ISBN 978-3-7984-0771-8, S. 45
  35. Freiburg: Freiburger Augustinerplatz: Feuer und Bierflaschen gegen die Säule der Toleranz – badische-zeitung.de. Abgerufen am 10. August 2013.
  36. zum.de: Freiburg im Breisgau – Schwabentor, Zugriff am 29. Dezember 2011
  37. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 34f., ISBN 3-89331-208-0 / Online
  38. Leitsystem weist Fußgängern den Weg, Badische Zeitung, 14. April 2012, Zugriff am 1. Juli 2012
  39. Flyer der Wirtschaftsförderung Region Freiburg. Stand: 5/2008
  40. Wolfgang Gründinger: Freiburg, die Sonnenstadt. 28. Juni 2010
  41. Energie-Kommune: Freiburg im Breisgau
  42. Gemeinderatsdrucksache, Gemeinderat Freiburg im Breisgau, DRUCKSACHE G-12/151, S. 4
  43. Freiburg im Breisgau: Verkehrspolitik - Transport policy. (PDF-Datei; 1,24 MB) Amtsblatt Dezember 2008.
  44. Busliniensuche Zugriff am 16. Januar 2013
  45. Wasserverteilung in Freiburg, Zugriff am 15. Juli 2012
  46. vgl. auch Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 12 / 3910, 12. Wahlperiode 25. März 1999, Kleine Anfrage des Abg. Dr. Walter Witzel Bündnis 90/Die Grünen und Antwort des Finanzministeriums Beteiligung des Landes am Fernwärmeverbund Freiburg
  47. Artikel im Econo Wirtschaftmagazin
  48. Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Das Amt wird ausgemustert – badische-zeitung.de. Abgerufen am 7. September 2013.
  49. Stadt Freiburg: teilweise werden die Grund- und Hauptschulen getrennt geführt, teilweise sind sie kombiniert, teilweise sind sie auch mit anderen Schulformen kombiniert. Streng genommen ist die Hauptschule eine weiterführende Schule. Stand 2010; weitere Schulgründungen privater Träger sind geplant.
  50. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft
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