John Boynton Priestley

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John Boynton Priestley (* 13. September 1894 in Bradford; † 14. August 1984 in Stratford-upon-Avon) war ein englischer Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker.

Leben[Bearbeiten]

John Boynton Priestley wurde in Bradford als Sohn eines Lehrers geboren. Nach dem Tod seiner Mutter wurde er von seiner Stiefmutter erzogen. Nach der Schulausbildung begann er eine Lehre im kaufmännischen Bereich und verfasste nebenbei Beiträge für Zeitungen.

In der Zeit des Ersten Weltkrieges war er als Freiwilliger bei der Britischen Armee. Nach Beendigung des Kriegsdienstes begann er ein Studium der Literatur und Geschichte an der Universität Cambridge. Seit 1922 war er in London als freier Schriftsteller und Literaturkritiker tätig.

In der Folgezeit veröffentlichte er Essays, Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Dem Theater sollte er sich bis in die 1940er Jahre widmen. Er gründete ein eigenes Theater, für das er vorrangig seine Stücke konzipierte, war selber als Regisseur tätig und trat sogar einmal als Schauspieler auf.

Während des Zweiten Weltkrieges war Priestley für die BBC als Kommentator tätig. In dieser Funktion wurde er einer der populärsten Rundfunksprecher Großbritanniens seiner Zeit.

Ende der 1940er Jahre leitete er die britische Sektion der UNESCO für Film, Radio und Presse. Ab 1949 war er Präsident des ersten Internationalen Theaterinstituts mit Sitz in Paris.

John Boynton Priestley verstarb 1984 im Alter von 89 Jahren in Stratford-upon-Avon.

Sein 1932 geborene Sohn Tom Priestley war bis in die 1980er als Cutter tätig und gründete 1997 die J.B. Priestley Society.

Künstlerisches Schaffen[Bearbeiten]

Priestleys Werke zeichnen sich durch Witz und Humor aus, die den britischen Zeitgeist trafen.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • 1932: Gefährliche Wahrheit (Dangerous Corner)
  • 1937: Die Zeit und die Conways (Time and the Conways)
  • 1937: Hier war ich schon einmal (I Have Been Here Before)
  • 1944: Die fremde Stadt (They Came to the City)
  • 1946: Ein Inspektor kommt (An Inspector Calls)
  • 1947: Familie Professor Linden (The Linden Tree)

Romane[Bearbeiten]

  • 1927: Von der Nacht überrascht (Benighted)
  • 1929: Die guten Gefährten (The Good Companions)
  • 1930: Engelgasse / Das Jahr, als Mr. Golspie kam (Angel Pavement)
  • 1932: Faraway
  • 1933: Der Held wider Willen (Wonder Hero)
  • 1936: Abenteuer in London (They Walk in the City)
  • 1938: Das Jüngste Gericht (The Doomsday Men)
  • 1944: Verdunkelung in Gretley (Black-Out in Gretley)
  • 1945: Drei Männer (Three Men in New Suits)
  • 1946: Heller Tag (auch unter dem Titel Zauber früher Jahre erschienen) (Bright Day)
  • 1947: Jenny Villiers
  • 1951: Das große Fest (Festival at Farbridge)
  • 1954: The Magicians
  • 1961: Saturn über dem Wasser (Saturn Over the Water)
  • 1962: The Shapes of Sleep

Reiseberichte[Bearbeiten]

  • 1934: Englische Reise (English Journey)

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literarische Vorlage[Bearbeiten]

  • 1932 – The Old Dark House – Regie: James Whale – nach dem Roman „Benighted“
  • 1954 – Ein Inspector kommt (An Inspector Calls) – Regie: Guy Hamilton – nach dem gleichnamigen Bühnenstück
  • 1959 – Und das am Montagmorgen – Regie: Luigi Comencini – nach dem Bühnenstück „The Scandalous Affairs of Mr. Kettle and Mrs. Moon“
  • 1963 – Das alte finstere Haus (The Old Dark House) – Regie: William Castle – nach dem Roman „Benighted“
  • 1971 – Traue keinem Hausfreund (A severed head) – Regie: Dick Clement
  • 1972 – Gefährliche Wahrheit („Dangerous Corner“) – Regie: Wladimir Bassow – nach dem gleichnamigen Bühnenstück
  • 1982 – An Inspector Calls – Regie: Michael Simpson – nach dem gleichnamigen Bühnenstück
  • 2006 – Noch einmal Ferien (Last holiday) – Regie: Wayne Wang – Vorlage: Drehbuch zu „Ferien wie noch nie“

Drehbuch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Braine: J. B. Priestley. Weidenfeld and Nicolson, London, 1978, ISBN 0-297-77505-7
  • Diana Collins: Time and the Priestleys. The story of a friendship. Stroud: Alan Sutton, 1994, ISBN 0-7509-0828-9
  • Judith Cook: Priestley. London: Bloomsbury, 1998, ISBN 0-7475-3508-6
  • Alan Edwin Day: J.B. Priestley. An annotated bibliography. New York u.a.: Garland 1980. (= Garland reference library of the humanities; 145) ISBN 0-8240-9798-X
  • Holger Klein: J. B. Priestley's fiction. Lang, Frankfurt am Main u.a., 2002, ISBN 3-631-38869-1
  • Ladislaus Löb, „Mensch und Gesellschaft bei J.B. Priestley.“ Bern, Francke Verlag 1962
  • Reiner Poppe: Erläuterungen zu John Boynton Priestley, Ein Inspektor kommt. 3., überarb. Aufl., Hollfeld Bange, 1998, (= Königs Erläuterungen und Materialien; 336) ISBN 3-8044-1658-6

Weblinks[Bearbeiten]