Jordan Belfort

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Jordan Belfort (2010)

Jordan Belfort (* 9. Juli 1962 in New York City) ist ein US-amerikanischer Autor und Motivationstrainer. Ab Ende der 1980er Jahre verdiente er als Aktienhändler mit seinem Unternehmen Stratton Oakmont ein Millionenvermögen. 1998 wurde er für seine Verwicklung in Wertpapierbetrügereien und Geldwäsche zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 2007 erschienen seine Memoiren, die 2013 von Martin Scorsese unter dem Titel The Wolf of Wall Street verfilmt wurden.[1]

Leben[Bearbeiten]

Jordan Belfort wurde in New York City als Sohn eines Buchhalters geboren und wuchs dort in bürgerlichen Verhältnissen in einer jüdischen Familie auf.[2] Er studierte an der American University und begann dann eine Ausbildung zum Zahnarzt am Baltimore College of Dental Surgery, die er jedoch direkt am ersten Tag abbrach, nachdem der Dekan den Studenten mitgeteilt hatte, dass das „goldene Zeitalter der Zahnmedizin“ vorbei sei und dies die falsche Ausbildung für Leute darstelle, die einfach nur „viel Geld machen“ wollen.[3][4] Danach schlug er sich eine Zeit lang mit dem Verkauf von Fleisch und Meeresfrüchten durch, bevor er 1987 an die Wall Street ging.[4] Dort war er kurz als Börsenmakler bei L.F. Rothschild tätig. Die Firma wurde jedoch nach dem Börsenkrach am Schwarzen Montag geschlossen und Belfort wurde zunächst arbeitslos. Danach heuerte er bei einem Kleinst-Brokerunternehmen in Long Island an, die vor allem Penny-Stocks verkauften. Durch sein Verkaufstalent hatte Belfort mit den Penny-Stocks, deren Margen viel höher als bei Blue-Chip-Aktien waren, schnell ein hohes Einkommen.

Im Anschluss gründete er mit seinem Freund Danny Porush das Maklerunternehmen Stratton Oakmont.[2][5] Das Unternehmen stieg in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren mit bald über 1.000 beschäftigten Börsenmaklern zu einem der größten Brokerunternehmen der Vereinigten Staaten auf.[2] Stratton Oakmont betreute die Börsengänge von über 35 Unternehmen und verwaltete Investitionen in Milliardenhöhe.[2] Mit 26 Jahren war Belfort Multimillionär und machte fortan vor allem durch seinen exzessiven Lebensstil und Drogenmissbrauch von sich reden.[2] 1997 ließ er seine Yacht Nadine vom Kapitän in einen Sturm vor der Küste Sardiniens steuern, wo das Schiff sank.[2] Belfort und die restlichen Personen an Bord konnten von der italienischen Küstenwache gerettet werden.

Stratton Oakmont wurde 1997 aus der National Association of Securities Dealers wegen Betrugs der Kunden ausgeschlossen[6] und im Jahr darauf von der United States Securities and Exchange Commission geschlossen. Den Anlegern war bis dahin ein Schaden von über 200 Millionen US-Dollar entstanden. Belfort wurde wegen Wertpapierbetrugs und Geldwäsche zu vier Jahren Haft verurteilt, wobei seine Zusammenarbeit mit dem FBI und der Staatsanwaltschaft strafmildernd wirkte.[6] Nach 22 Monaten wurde er aus dem Gefängnis entlassen.[7] Während der Haft lernte er Tommy Chong kennen, der ihn dazu motivierte, seine Lebensgeschichte in Buchform zu veröffentlichen.[8] Nach seiner Entlassung schrieb Belfort seine Memoiren, die sich schnell zum Bestseller entwickelten und später auch in einer deutschen Übersetzung als Der Wolf der Wall Street erschienen. Das Buch wurde insgesamt in 18 Sprachen übersetzt. 2011 folgte Belforts zweites Buch Die Jagd auf den Wolf der Wall Street. In Martin Scorseses Filmbiografie The Wolf of Wall Street wurde er von Leonardo DiCaprio dargestellt. Belfort selbst hatte im Film einen Cameo-Auftritt als Moderator bei einem Verkaufstraining.

Belfort war zweimal verheiratet und hat aus der zweiten Ehe zwei Kinder. Beide Ehen endeten durch Scheidung.[6]

Er lebt im kalifornischen Manhattan Beach und arbeitet als Unternehmensberater und Motivationstrainer.[9] [10] Von den insgesamt 110 Millionen US-Dollar, die er seit 2003 an 1.513 Geschädigte zurückzahlen sollte, waren nach Aussagen der Anklage bis 2013 nur 11,6 Millionen US-Dollar beglichen, darunter mehr als 10 Millionen aus beschlagnahmten Grundstücken.[11] Obwohl er durch Tantiemen für seine Bücher, den Verkauf der Filmrechte und Einkünfte aus seinen Motivationstrainings mehr als 1,7 Millionen US-Dollar eingenommen habe, habe er zwischen 2009 und 2013 nur 243.000 US-Dollar an die Geschädigten gezahlt.[11] Belfort wies dies als „Lügen“ zurück.[11]

Werke[Bearbeiten]

  • Der Wolf der Wall Street. Kulmbach, Börsenmedien, 2008, ISBN 978-3-938350-74-4
  • Die Jagd auf den Wolf der Wall Street: Wie die unglaubliche Geschichte des Jordan Belfort weiterging. Kulmbach, Börsenmedien, 2011, ISBN 978-3-942888-78-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jordan Belfort – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. With film release approaching, 'Wolves of Wall Street' scammers are back on top bei nypost.com, abgerufen am 12. Juli 2013
  2. a b c d e f Abgestürzte Millionäre: Jordan Belfort bei welt.de, abgerufen am 12. Juli 2013
  3. Revisiting The Amazing Story Of Jordan Belfort: "The Wolf Of Wall Street" bei businessinsider.com, abgerufen am 26. Januar 2013
  4. a b Jordan Belfort: The real Wolf of Wall Street bei independent.co.uk, abgerufen am 26. Januar 2013
  5. In the Ashes of His Life as a Broker, Inspiration bei nytimes.com, abgerufen am 12. Juli 2013
  6. a b c Jordan Belfort: Confessions of the Wolf of Wall Street bei telegraph.co.uk, abgerufen am 26. Januar 2013
  7. Jordan Belfort Der echte Wolf der Wall Street bei faz.net, abgerufen am 26. Januar 2013
  8. The Wolf of Wall Street Can’t Sleep bei nymag.com, abgerufen am 1. Januar 2014
  9. Ex 'Wolf of Wall Street' Says He's a Changed Man bei hollywoodreporter.com, abgerufen am 11. November 2013
  10. „Geld ist wie Sauerstoff": Der Wolf of Wall Street predigt vor Bankern in Frankfurt bei Focus.de, abgerufen am 30. Oktober 2014
  11. a b c Real 'Wolf of Wall Street' Jordan Belfort still owes millions to victims: prosecutors bei nydailynews.com, abgerufen am 1. Januar 2014