Joseph Plepp

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Joseph Plepp, Rötelzeichnung von Conrad Meyer, um 1642.
Stillleben, 1632
Planvedute der Stadt Bern aus der «Topografica Helvetiae»
Karte des bernischen Staatsgebietes von 1638

Joseph Plepp (* 5. Oktober 1595; † je nach Quelle 1. Mai[1] oder vor dem 30. Mai[2] 1642) war seit 1632 Stadtbaumeister von Bern und gab dem Käfigturm sein heutiges Aussehen.

Kartograf und Maler[Bearbeiten]

Seine erste Karte stammt aus dem Jahre 1623; es handelt sich um einen in Öl gemalten Plan der Stadt Bern und des Bremgartenwaldes, der im Bernischen Historischen Museum aufbewahrt wird.

1628 stellte er eine Vogelschauansicht der Stadt Lenzburg her (Staatsarchiv Bern) und 1632 kam das heute noch in zwei Exemplaren erhaltene Kärtchen der damals zwischen Bern und dem Fürstbistum Basel umstrittenen Tessenberger Marchen dazu (Staatsarchiv Bern / Stadtarchiv Biel).

Die Vorlagen für die in der 1642 erstmals gedruckten Topografica Helvetiae von Matthäus Merian erschienenen Ansichten von Aarburg, Lenzburg, Grindelwaldgletscher und die heute so berühmte Planvedute der Stadt Bern stammen allesamt von Joseph Plepp. Bemerkenswert an dieser Planvedute ist, dass nur die Häuserzeilen in Vogelschau dargestellt sind und der Rest orthogonal abgebildet ist.

Karte des bernischen Staatsgebietes von 1638[Bearbeiten]

Das wichtigste kartografische Werk Plepps ist die Kupferstichkarte des altbernischen Staatsgebietes von 1638. Dabei handelt es sich um eine Karte im Massstab von ca. 1:350'000 mit einem Format von 38 auf 55 cm.

Als Grundlage diente Plepp die mit 18 Platten gedruckte Karte von Thomas Schöpf von 1578. Die Karte Plepps ist die mit Abstand getreueste Folgekarte Schoepfs. Es handelt sich, mit Ausnahme der Berge und Wälder, um eine nur wenig vereinfachte Nachzeichnung, wobei bei der flächenhaften Reduktion von 1:11.5 ca. 90 % des Namensgutes erhalten blieb. Die auffälligste inhaltliche Veränderung durch Plepp war die sehr genaue Darstellung der Aareschleifen unterhalb von Bern, sowie der neue Name Nüw Brück, die Neubrücke bei Bern.

Vom Schmuck der Karte Schoepfs hat Plepp das Wappen links oben mit dem Löwen als Schildhalter, sowie den Wappenrand übernommen. Unten rechts hat Plepp eine wohl von ihm selbst geschaffene Südansicht der Stadt Bern angefügt.

Die Karte Plepps gilt als die beste, genaueste und korrekteste Einblattkarte des alten Staates Bern. Exemplare befinden sich unter anderem im Staatsarchiv Bern, der Zentralbibliothek Bern, im Bernischen Historischen Museum, in der Zentralbibliothek Zürich und in der Kartensammlung des Bundesamtes für Landestopografie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPlepp, Joseph. Zeno.org, abgerufen am 28. August 2009.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPlepp, Joseph. Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 28. August 2009.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johanna Strübin Rindisbacher: Vermessungspläne von Joseph Plepp (1595–1642), dem bernischen Werkmeister, Maler und Kartenverfasser. Cartographica Helvetica Heft 12 (1995) S. 3–12 Volltext
  • Georges Grosjean: Karte des bernischen Staatsgebietes 1638 von Joseph Plepp. In: Cartographica Helvetica Heft 12 (1995) S. 13–17 Volltext

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Plepp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien