Jules Roy

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Jules Roy (* 22. Oktober 1907 in Rovigo, Algerien; † 15. Juni 2000 in Vezelay, Frankreich) war ein französischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Roy studierte Theologie. Nach dem Studium entschloss er sich jedoch, Berufssoldat zu werden. Zunächst war er Infanterist, dann ließ er sich zum Flieger ausbilden. Im Jahr 1943 ging er nach Großbritannien, um mit den freifranzösischen Fliegereinheiten Angriffe nach Deutschland zu fliegen. Danach ging er als Oberstleutnant nach Indochina. 1953 verließ er die Armee, um sich zunächst auf seinem Gut bei Bayonne der Viehzucht zu widmen.

Schon in seiner Jugend war Roy schriftstellerisch tätig. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1943 unter dem Titel " Ciel et terre". 1945 wurde er Mitarbeiter der von Albert Camus gegründeten Zeitschrift "Combat".

Bekannt wurde er 1946 mit "La Vallee heureuse" (auf Deutsch 1946 "Das glückliche Tal"). Im Frühjahr 1960 reiste Roy wochenlang durch Algerien. Das Ergebnis der Reise war der Bericht "La guerre d'Algerie". In diesem Bericht forderte er, dass der Algerienkrieg durch direkte Verhandlungen mit der algerischen "Nationalen Befreiungsfront" (FLN) beendet werden sollte. 1963 erschien sein Bericht "La Bataille de Dien Bien Phu", in dem er die französische Niederlage in Südostasien schilderte. Im 1980 fertiggestellten Roman "Les chevaux du soleil" stellte Roy die französischen Herrschaft in Algerien dar – dieser sechsbändige Roman diente als Vorlage für die 1981 ausgestrahlte zwölfteilige Fernsehserie Die Sonnepferde.

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Passion de Saint-Exupery 1964
  • J'accuse de general Massu 1972
  • Une affair d'honneur 1983
  • Memoires babares 1989
  • Vezelay ou l'amour fou 1990
  • Rostropovitch, Gainsbourg et Dieu 1992

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Großkreuz der Ehrenlegion
  • Croix de Guerre 1939-1945
  • Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres
  • Theophraste-Renaudot-Preis 1946
  • Grand prix litteraire de Monaco 1957
  • Grand prix de Litterature de L'Academie francaise 1958
  • Grand prix national des Lettres 1969
  • Grand prix de la Ville de Paris 1975

Weblinks[Bearbeiten]