Julius von Zech-Burkersroda (Diplomat)

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Julius Graf von Zech-Burkersroda (* 7. Februar 1885 in Dresden; † 19. Januar 1946 in Bautzen) war ein deutscher Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn von Ludwig von Zech (1853–1927), des Rittergutsbesitzers von Börln im Königreich Sachsen, und der Margarete, geb. von Lüttichau, nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig auf, das er in Heidelberg, Berlin und Halle fortsetzte. 1904 wurde er in Heidelberg Mitglied des Corps Saxo-Borussia.[1]

Nach dem Referendarexamen 1906, dem Wehrdienst und der Promotion 1909 trat er in den diplomatischen Dienst Preußens und wurde 1914 Adjutant des deutschen Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg, dessen Tochter Isa er 1915 heiratete.[2]

1917 ging Graf von Zech-Burkersroda als Gesandter Preußens nach München und 1922 als Gesandter nach Helsingfors. Seit 1925 war er in der Unterabteilung Südosteuropa des Auswärtigen Amtes tätig, bevor er 1928 Gesandter in Den Haag wurde. Dieses Amt übte er bis zur deutschen Eroberung der Niederlande 1940 aus. Am 1. Mai 1934 wurde Julius Graf von Zech-Burkersroda Mitglied der NSDAP.[2] 1935 verhinderte die Gesandtschaft, dass der Münchener Privatrechtler Karl Neumeyer zu Vorlesungen an die Haager Akademie für Völkerrecht eingeladen wurde, da Neumeyer Jude sei.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Graf von Zech-Burkersroda von Vertretern der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet und sein Schloss in Börln enteignet. Er kam in das Speziallager Nr. 4 Bautzen, wo er im Winter 1946 starb. Eine Gedenktafel befindet sich in Eulau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zech-Burkersroda, Julius, Graf von, in: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft – Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Zweiter Band, S. 2083–2084, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931
  • Johannes Hürter (Red.):Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871 - 1945. 5. T - Z, Nachträge. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 5: Bernd Isphording, Gerhard Keiper, Martin Kröger: Schöningh, Paderborn u. a. 2014, ISBN 978-3-506-71844-0, S. 354 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korpslisten 1910, 120, 1104
  2. a b Johannes Hürter:Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871 - 1945, Bd. 5, 2014, S. 354 f.
  3. Heinrich von Bonhorst: Karl Neumeyer, in: Manfred Treml, Wolf Weigand (Hrsg.): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Lebensläufe. München : Saur, 1988, S. 257–261