Diplomat

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Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Beruf des Diplomaten. Für das Pkw-Modell siehe Opel Diplomat.

Ein Diplomat ist ein Regierungsbeauftragter, der auf Regierungsebene die völkerrechtliche Vertretung seines Staates in oder gegenüber ausländischen Staaten oder internationalen Organisationen vornimmt. Er kann dabei Chef einer diplomatischen Mission oder dieser untergeordnet sein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt in der Regel in einer Diplomatischen Akademie. Wer eine Karriere als Diplomat im Auge hat und sich auf den nächsten Einstellungstermin zur einjährigen Ausbildung in der Diplomatenschule Berlin-Tegel vorbereitet, der muss folgende Voraussetzungen mitbringen:

   * Er muss Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein.
   * Er darf am 2. Mai 2009 das 33. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
   * Er muss ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium vorweisen (Abschlüsse an Musik- und Kunsthochschulen sowie die Abschlüsse des Lehramts zur Sekundärstufe I reichen nicht aus. Ein Bachelor-Abschluss ist in keinem Fall ausreichend).
   * Quereinsteiger werden nicht angenommen.
   * Beherrschung der englischen und französischen Sprache (Mindestanforderung). Im Auswahlverfahren kann Französisch durch die UN-Amtssprachen Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch ersetzt werden. Aber spätestens bei der Einstellung sind ausreichende Französisch-Kenntnisse vonnöten.
   * Sehr guter Gesundheitszustand (gegebenenfalls auch der Familienangehörigen).
   * Ein Jahr Vollzeit-Unterricht in der ehemaligen Villa Borsig

Wer den Aufnahmetest des Auswärtigen Amtes besteht, den erwartet ein Jahr Vollzeitunterricht in der Diplomatenschule, die vor zwei Jahren von Bonn-Ippendorf nach Berlin-Tegel umgezogen ist, in das Anwesen der ehemaligen Villa Borsig, das Außenminister Steinmeier bei der Einweihung als den schönsten Campus Berlins gewürdigt hat. Hier stehen Geschichte, Politik, Völkerkunde und Volkswirtschaft auf dem Stundenplan. Wer dieses Jahr erfolgreich überstanden hat, ist aber noch immer kein Diplomat: Nach dieser Ausbildung absolvieren die Teilnehmer ein Jahr lang ein Praktikum im Auswärtigen Amt. Diese Hospitanz soll die künftigen Diplomaten auf ihren Job im Amt vorbereiten. Dann schließlich gibt es eine Laufbahnprüfung – und die besiegelt die Übernahme in den diplomatischen Dienst.

Nach dem so genannten Generalistenprinzip können die Bediensteten des Auswärtigen Amtes an jedem Platz der Welt eingesetzt und mit jeder Aufgabe ihrer Laufbahn betraut werden. Eine Beschränkung auf einen bestimmten Arbeitsbereich oder eine bestimmte Region ist nicht möglich.

[Bearbeiten] Status

Nicht erst seit dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen genießen Diplomaten ein Recht auf Immunität: Dies war bereits seit langer Zeit Gewohnheitsrecht. Es bedeutet, dass sie während der diplomatischen Mission vor Verfolgung, Verhaftung aber auch vor jeder sonst hoheitlichen Maßnahme geschützt sind. Außerdem müssen sie im Empfangsstaat keine Abgaben zahlen. Für die Vertretung ihres Heimatlandes gegenüber anderen Staaten und insbesondere für die Aushandlung und Unterzeichnung von völkerrechtlichen Verträgen wird Diplomaten von ihrem Heimatland eine Vollmacht erteilt.

Homer beschreibt die diplomatische Mission von Menelaus und Odysseus in Troja, um die Rückkehr von Helena zu erreichen. Der Vorschlag von Antimachus, die beiden Botschafter unter Missachtung ihrer Immunität zu töten, wurde von der Versammlung der Trojaner mit Entsetzen abgelehnt.

Der traditionelle Grundsatz der Immunität wurde in der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen schriftlich festgehalten. Die Dienstgebäude und die Privatwohnung des Diplomaten werden einem verbreiteten Irrtum zufolge oft als „exterritorial“ bezeichnet. Die Dienst- und Wohnräume des Diplomaten sind lediglich unverletzlich. Diplomaten, die zugleich Staatsangehörige des „Empfangsstaates“ sind, werden regnicoles genannt. Diese Diplomaten genießen Immunität nur in Bezug auf ihre dienstlichen Handlungen. Der Besitz eines Diplomatenpasses vermittelt, für sich genommen, keine Immunität, sondern erst die Akkreditierung in einem Gaststaat.

Im Krieg werden Diplomaten aus Gründen der persönlichen Sicherheit in der Regel abgezogen. In Zeiten diplomatischer Verstimmungen werden Botschafter oder andere Diplomaten oft kurz- oder längerfristig zurückgerufen, um die Unzufriedenheit des Entsendestaates kundzutun.

[Bearbeiten] Berühmte Diplomaten

(alphabetisch)

[Bearbeiten] Zitate

[Bearbeiten] Literatur

  • Jules Cambon: Le Diplomate. Paris, 1926.
  • Harold Nicolson: Diplomacy. London, 1939.
  • Jörg von Uthmann: Die Diplomaten – Affären und Staatsaffären von den Pharaonen bis zu den Ostverträgen. Stuttgart, 1985.
  • Abraham de Wicquefort: L’Ambassadeur et ses fonctions. Den Haag, 1682. (dt.: L’Ambassadeur oder Staats-Botschafter und dessen hohe Functions- und Staats-Verrichtungen. Frankfurt a. M., 1682.)
  • Jochen Trebesch: Diener zweier Herren – Diplomatenautoren des 20. Jahrhunderts. Berlin 2004.

[Bearbeiten] Siehe auch

Persönliche Werkzeuge