Auswärtiges Amt

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Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Oberste Bundesbehörde (als Bundesministerium)
Gründung 1870
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Frank-Walter Steinmeier (SPD),
Bundesminister des Auswärtigen
Website www.auswaertiges-amt.de
Frank-Walter Steinmeier

Das Auswärtige Amt (abgekürzt AA) ist die Zentrale des Auswärtigen Dienstes (oberste Bundesbehörde)[1] und der seit dem Kaiserreich traditionelle Name für das deutsche Außenministerium. Es ist zuständig für die deutsche Außen- sowie Europapolitik. Leiter des Auswärtigen Amtes ist der Bundesminister des Auswärtigen.

Amtsinhaber ist seit dem 17. Dezember 2013 Frank-Walter Steinmeier (SPD) im dritten Kabinett Merkel.

Das Auswärtige Amt[Bearbeiten]

Neubau des Auswärtigen Amtes in Berlin, links davon das Haus am Werderschen Markt
Eingang am Werderschen Markt
Gebäude des Zweitsitzes von 1955 am Rhein in Bonn
Lage des Auswärtigen Amtes in Berlin
Der Protokollhof zwischen dem Neu- und Altbau

Das Auswärtige Amt bildet gemeinsam mit den Auslandsvertretungen des Bundes den sogenannten Auswärtigen Dienst (§ 2 Gesetz über den Auswärtigen Dienst); er nimmt die auswärtigen Angelegenheiten des Bundes wahr, indem er die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu auswärtigen Staaten sowie zwischenstaatlichen und überstaatlichen Einrichtungen, den Internationalen Organisationen, pflegt. Zu den sichtbaren Ansätzen der „Pflege der auswärtigen Beziehungen“ in den vergangenen Jahren zählt die Bewerbung Deutschlands um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Zuge eines globalen VN-Reformpaketes des Jahres 2005, dem die erforderliche qualifizierte Mehrheit in der Generalversammlung der Vereinten Nationen bis dato versagt geblieben ist.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht auf seiner offiziellen Website Informationen über die Außenpolitik Deutschlands sowie umfangreiche Informationen zu allen Staaten der Welt. Es arbeitet damit als Behörde, die dem Bürger direkt zugänglich ist. Seinen ersten Dienstsitz hat es im Haus am Werderschen Markt (Werderscher Markt 1), bis 1945 Sitz der Reichsbank und später des Zentralkomitees der SED (1959–1990). Das Gebäude im historischen Zentrum Berlins liegt unweit des abgerissenen früheren DDR-Außenministeriums am Schinkelplatz. Der Zweitsitz befindet sich im ehemaligen Hauptsitz des Auswärtigen Amts an der Adenauerallee in der Bundesstadt Bonn.

Organisation[Bearbeiten]

An der Spitze des Auswärtigen Amtes steht der Bundesminister des Auswärtigen, aktuell Steinmeier (SPD). In Regierungsaufgaben wird der Bundesaußenminister durch parlamentarische Staatssekretäre unterstützt, die den Zusatztitel „Staatsminister im Auswärtigen Amt“ tragen. Seit dem 17. Dezember 2013 ist diese Position mit Maria Böhmer (CDU) besetzt. Staatsminister für Europa ist seitdem Michael Roth (SPD).[2] Weiterhin gehören ein oder mehrere beamtete Staatssekretäre der Führung des Auswärtigen Amts an. Sie vertreten den Minister bei der Leitung des Auswärtigen Dienstes.[3] Aktuell haben Emily Haber und Harald Braun diese Position inne. Staatsminister und Staatssekretäre sind die ranghöchsten Mitarbeiter im Auswärtigen Amt.[4]

Das Auswärtige Amt hat seinen Hauptsitz in Berlin. In Bonn wird eine Dienststelle betrieben, die hauptsächlich für den geregelten Betrieb der Informationstechnik, weniger aber für Aufgaben im diplomatischen Bereich zuständig ist. Das AA gilt als die „zentrale Schaltstelle der deutschen Diplomatie, in der außenpolitische Analysen und Konzeptionen sowie konkrete Handlungsanweisungen für die deutschen Auslandsvertretungen erarbeitet werden“.[5] Zur Erreichung dieser Ziele tragen die zehn Abteilungen der Zentrale bei. Das Auswärtige Amt ist unterteilt in die Zentralabteilung (1) zur Regelung interner Belange, die Politische Abteilung 2, die die deutsche Außenpolitik gegenüber Europa, Nordamerika und Zentralasien koordiniert, eine Abteilung für Abrüstung und Rüstungskontrolle (2A), die Europaabteilung (E), federführend in der Gestaltung der deutschen Europapolitik, die Abteilung für Vereinte Nationen und Globale Fragen (VN) für die Zusammenarbeit mit den Organen der Vereinten Nationen, die Politische Abteilung 3, die für die Länder des Nahen Ostens, Afrikas, Lateinamerikas, der Karibik und des asiatischen und pazifischen Raumes zuständig ist, die Abteilung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung (4), eine Rechtsabteilung (5), die Abteilung Kultur und Kommunikation (6) zur Planung und Steuerung der deutschen Auswärtigen Kultur-, Bildungs-, Kommunikations- und Medienpolitik, und die Protokollabteilung (7), die die Besuche ausländischer Gäste in Deutschland sowie die Auslandsreisen von Bundeskanzler, Bundespräsident oder Bundesaußenminister organisiert.[6] In Berlin wird der Nachwuchs in der Akademie Auswärtiger Dienst ausgebildet.

Die in Bonn untergebrachten Arbeitseinheiten haben weniger Aufgaben im diplomatischen Bereich, sondern sind insbesondere für den geregelten Betrieb der Informationstechnik zuständig. Das Netz streckt sich von der Strecke Bonn–Berlin zu jeder einzelnen Auslandsvertretung (AV) durch ein VPN.

Im Auswärtigen Amt ist auch der Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe (KKH) angesiedelt, der aus dem Beauftragten für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe sowie in Deutschland ansässigen humanitären Organisationen besteht. Der Ausschuss trifft sich seit 1994 halbjährlich oder ad hoc anlässlich humanitärer Krisen.[7][8] Der Ausschuss hat gemeinsam die „Zwölf Grundregeln der Humanitären Hilfe im Ausland“ erarbeitet.[9]

Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

Neben der AA-Zentrale gibt es deutsche Auslandsvertretungen in den meisten Hauptstädten der Welt sowie in größeren Städten der Länder. Die Auslandsvertretungen – also Botschaften, ständige Vertretungen und Konsulate – werden dort als „Augen, Ohren und Stimme“ der Bundesregierung bezeichnet. Das Auswärtige Amt unterhält derzeit 229 Auslandsvertretungen, darunter 152 Botschaften, 55 Generalkonsulate, sechs Konsulate, zwölf Multilaterale Vertretungen (bei Internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen in Genf) und vier sonstige Auslandsvertretungen (Stand: Februar 2012).[10] Des Weiteren werden drei Informationszentren unter der Bezeichnung „German Information Center (GIC)“ mit der Aufgabe, sprach- und regionalspezifische Informationen über Deutschland zu vermitteln, unterhalten. Das größte GIC befindet sich seit 2003 in Washington (vorher in New York). Im arabischsprachigen Raum ist ein GIC in Kairo tätig und für die französischsprachigen Gebiete wurde das GIC/CIDAL in Paris errichtet.[11] Aktuell sind in den Auslandsvertretungen 4.650 Mitglieder des Auswärtigen Dienstes tätig. Unterstützt werden sie von 5.500 sogenannten Ortskräften und 1.200 Mitarbeitern aus anderen Ressorts der Bundesregierung, den Bundesländern, der Wirtschaft und anderen Institutionen (Stand: Januar 2012).[12] Zusätzlich sind 341 Honorarkonsuln ehrenamtlich im Auftrag des Auswärtigen Amts tätig.[13] Honorarkonsuln werden vor allem dort eingesetzt, wo die Einrichtung einer berufskonsularischen Vertretung aus verschiedenen Gründen (z. B. Größe des Amtsbezirks) nicht sinnvoll erscheint. Häufig bekleiden Staatsbürger des Empfangsstaats das Amt eines Honorarkonsuls.

Die Berufung in die Spitzenpositionen an den Auslandsvertretungen geriet seit Ende der neunziger Jahre mehrfach in die Kritik. Die Vorwürfe richten sich gegen angebliche Parteibuchwirtschaft[14] und Günstlingswirtschaft.[15] Das Auswärtige Amt hält sich unter Verweis auf die Persönlichkeitsrechte seiner Bediensteten mit Stellungnahmen zu solchen Behauptungen zurück.

Probleme[Bearbeiten]

Die Personalpolitik der Behörde wird als zu wenig transparent kritisiert. Zum Schutze der Amtsträger stellte das Auswärtige Amt die Veröffentlichung der Besetzung seiner Auslandsvertretungen und Führungspositionen insbesondere nach der Geiselnahme von Stockholm (1975) und der Ermordung des AA-Diplomaten Gerold von Braunmühl durch Terrorkommandos der RAF (1986) ein. Die in anderen Staaten gepflegte, jährliche Veröffentlichung eines „Annuaire Diplomatique“ (Diplomatischen Jahrbuchs) mit den Stationen der Karriere jedes einzelnen Diplomaten des betreffenden Landes bietet dagegen ein höheres Maß an öffentlicher Kontrolle über die mögliche Entstehung von Seilschaften in der Personalverwaltung.

Der Auswärtige Dienst wird seit 2006 von einer hohen Zahl von Konkurrentenklagen erschüttert,[16] die zu einer Modifikation des beamtenrechtlichen Beurteilungsverfahrens geführt hat. Seit dem Jahr 2008 werden die Leistungen nicht mehr in den Fachabteilungen und an den Auslandsvertretungen, sondern zentral von den personalführenden Verwaltungsreferaten benotet. Das Verfahren wurde eingeführt, um die Entscheidungen der Personalverwaltung der gerichtlichen Kontrolle nunmehr zu entziehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Norddeutscher Bund[Bearbeiten]

Die Entstehung des Auswärtigen Amtes ist auf das durch Publikandum vom 16. Dezember 1808 und Verordnung vom 27. Oktober 1810 geschaffene, selbständige „Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten“ Preußens zurückzuführen, das schließlich 1871 zum „Auswärtigen Amt des Deutschen Reiches“ umbenannt wurde;[17] der neue Gründungsprozess des Auswärtigen Amtes als Behörde des Norddeutschen Bundes vollzog sich bereits 1870. Die Behörde wurde von einem Staatssekretär geleitet, ebenso wie später das Auswärtige Amt des Deutschen Reiches. Minister gab es im Reich erst seit 1919. Bis heute hat sich die Bezeichnung erhalten, obgleich das „Auswärtige Amt“ ein Bundesministerium wie die anderen darstellt. Die Bezeichnung wird aus Tradition weitergeführt.

Deutsches Reich (1871–1918)[Bearbeiten]

Palais an der Wilhelmstraße 76 in Berlin um 1880, später Teil des Auswärtigen Amtes
Dienstsitz des Auswärtigen Amts in der Wilhelmstraße (Blick von der Behrenstraße, Foto 1927)

Im Kaiserreich war das Auswärtige Amt ein Reichsamt, das sich federführend um die Außenpolitik kümmerte. Es entstand 1871 nach der Gründung des Kaiserreiches und hatte seinen Sitz in der Berliner Wilhelmstraße 76.

Das Reich übernahm das Auswärtige Amt vom Norddeutschen Bund in unveränderter Form als Reichsbehörde des preußischen Staatsministeriums, die von einem Staatssekretär geleitet wurde. Obwohl das Auswärtige Amt nun als Behörde einer gesamtdeutschen Außenpolitik fungierte, behielten die deutschen Bundesstaaten ein beachtliches Maß an Eigenständigkeit in ihrer jeweils eigenen Außenpolitik. Otto von Bismarck prägte mit seiner Außenpolitik den weltweit guten Ruf dieses Amtes, durch seine Bündnispolitik wurde das Auswärtige Amt zu einer der meistbeachteten Behörden Deutschlands. Obwohl nach Bismarcks Entlassung unter Wilhelm II. die meisten außenpolitischen Entscheidungen vom Kaiser selbst getroffen wurden, behielt das Auswärtige Amt die Schlüsselfunktion in der Deutschen Diplomatie und stellte sogar eine gewisse Opposition gegen Wilhelms Zickzackkurs in der Außenpolitik dar.

Im Auswärtigen Amt gab es zunächst zwei Abteilungen, welche den beiden streng getrennten Laufbahnen Diplomat und Konsul entsprachen.

Abteilung I[Bearbeiten]

Die erste Abteilung war die politische, die sich mit den Angelegenheiten der höheren Politik, Personalien, Generalia, Zeremonien, Ordenssachen, Etats, Kassensachen, Angelegenheiten der Schulen und Kirchen etc. beschäftigte. Leiter dieser Abteilung war ein Staatssekretär, der zugleich als ständiger Vertreter des Reichskanzlers im Auswärtigen Amt fungierte. Der Reichskanzler besaß die oberste Verantwortlichkeit in außenpolitischen Belangen, weswegen der Staatssekretär ihm gegenüber weisungsgebunden war. Stellvertreter des Staatssekretärs war wiederum ein Unterstaatssekretär.

Abteilung II[Bearbeiten]

Die zweite Abteilung war für die Bearbeitung der Angelegenheiten des Handels, Verkehrs, Konsulatswesens, Staatsrechts, Zivilrechts, der Kunst und Wissenschaft, der Privatangelegenheiten Deutscher im Ausland und der Gegenstände, die das Justiz-, Polizei- und Postwesen, die Auswanderung, die Schiffsangelegenheiten, die Grenzsachen und Ausgleichungen mit fremden Staaten etc. betrafen, zuständig. Sie war dem Direktor des Auswärtigen Amtes unterstellt.

Einrichtung weiterer Abteilungen[Bearbeiten]

1885 verlor die zweite Abteilung die Zuständigkeit für Rechtssachen, da eine neue Abteilung III als Rechtsabteilung aus der Taufe gehoben wurde. Fünf Jahre später folgte eine eigene Kolonialabteilung, die 1907 zum Reichskolonialamt wurde. Des Weiteren schuf man 1915 im Ersten Weltkrieg eine Abteilung IV, welche die Funktion einer Nachrichtenabteilung übernahm.[18]

Deutsches Reich (1919–1933, Weimarer Republik)[Bearbeiten]

1919 wurde das Amt, das seine traditionelle Bezeichnung beibehielt, ein Reichsministerium (während Preußen seine auswärtigen Angelegenheiten fortan selbst regelte), und an seine Spitze trat ein auch dem Reichstag verantwortlicher Reichsminister des Auswärtigen. Ihm unterstand ein Staatssekretär als oberster Beamter des Ministeriums. Dieses Amt bekleidete zunächst Edgar Haniel von Haimhausen, ab 1922 Ago von Maltzan, ab 1924 Carl von Schubert, von 1930 an Bernhard Wilhelm von Bülow.

Nach einer ersten Phase mit geringen Erfolgen und eher geringer Bereitschaft, mit den Westmächten zusammenzuarbeiten, trat der ehemalige Reichskanzler Gustav Stresemann im November 1923 das Amt des Außenministers an. Er sorgte bis zu seinem Tod im Oktober 1929 für eine Verständigung der Weimarer Republik mit dem Westen und erreichte auch den deutschen Beitritt zum Völkerbund unter sehr günstigen Bedingungen. Die wichtigsten Früchte seiner Arbeit, wie die Räumung des besetzten Rheinlandes 1930, erlebte Stresemann nicht mehr. In der Folge verhielten die Reichskanzler und Außenminister sich dem Ausland gegenüber wieder forscher.

Deutsches Reich (1933–1945, Zeit des Nationalsozialismus)[Bearbeiten]

Das Auswärtige Amt an der Wilhelmstraße im Jahre 1937, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war nach der allgemein bis 2010 überwiegenden Auffassung die Personalpolitik des Auswärtigen Amtes der Gleichschaltungspolitik der NSDAP ausgesetzt, ebenso wie alle anderen Reichsministerien. Dennoch gingen aber auch aus dem Auswärtigen Dienst Widerstandskämpfer hervor, wie Rudolf von Scheliha, Ilse Stöbe, Adam von Trott zu Solz und Ulrich von Hassell.

Die „Unabhängige Historikerkommission – Auswärtiges Amt“ kommt in ihrem Buch Das Amt und die Vergangenheit[19] jedoch zu dem Ergebnis, dass Mitarbeiter des Amtes weniger Opfer, sondern vielmehr Akteure im Nationalsozialismus gewesen sind; so zusammenfassend Ernst Piper:

„Das Auswärtige Amt war […] kein Hort des Widerstands. Es war auch kein Refugium altgedienter Ministerialbürokraten, die unter einer schlechten Regierung ihr Land nicht im Stich lassen wollten und einfach weiter ihren Dienst verrichteten. Es gab auch keine gezielte Infiltration durch Nationalsozialisten, die war gar nicht notwendig. Kennzeichnend für das AA war vielmehr die ‚Selbstgleichschaltung‘. Zwischen den Beamten in der Wilhelmstraße und der Regierung Hitler herrschte ein antidemokratischer und ein antisemitischer Konsens, wobei die meist adeligen Diplomaten den traditionellen Oberschichtenantisemitismus vertraten, der weniger radikal war als der genozidale Erlösungsantisemitismus der Nationalsozialisten. Aber beide wollten den ‚Schandfrieden‘ von Versailles überwinden und Deutschland wieder zur Großmacht machen. Nur in der Beurteilung des Kriegsrisikos gab es Differenzen.“[20]

1933 richtete das Amt ein „Deutschlandreferat“ ein,[21] zuständig für innerdeutsche Angelegenheiten, zu denen infolge der antijüdischen NS-Gesetzgebung die Staatenlosen sowie Ausbürgerungs- und Emigrantenangelegenheiten gehörten. Als Verbindungsstelle zur NSDAP gab es ab 1938 ein „Sonderreferat Partei“ im AA. Beide Referate wurden 1940 zur „Abteilung D“ (Deutschland) zusammengefasst. Im „Referat D III“ (Judenfrage, Rassenpolitik) wirkte Franz Rademacher, der Urheber des Madagaskarplans.

Am 31. März 1933 wurde offiziell das von Alfred Rosenberg geleitete Außenpolitische Amt der NSDAP (APA) in Konkurrenz zum Auswärtigen Amt gegründet, um das vorhandene „traditionell-konservative Instrumentarium“ der Außenpolitik durch ein „revolutionäres“ zu ersetzen.[22] Das APA diente mit Blick auf das AA vor allem dem Zweck, die offiziellen diplomatischen Stellen zu umgehen. Nach Rosenbergs Wunsch, sollte das AA vom APA aus gleichgeschaltet und reorganisiert werden. Da gerade das AA als ein Zentrum des konservativen Widerstandes gegen die neuen Machthaber galt, wurde es dementsprechend bespitzelt.[22] Am 15. Mai 1934 schrieb Rosenberg in sein Tagebuch, dass Adolf Hitler ihm gesagt habe, dass er das AA als „eine Verschwörergesellschaft“ betrachte, die erst nach dem Tod von Paul von Hindenburg unter seine Kontrolle gebracht werden könne.[23]

In der Folgezeit wurde in der Reichsleitung der NSDAP eine „Ortsgruppe Auswärtiges Amt“ gebildet. Ab etwa Herbst 1935 bestand die Aufgabe dieser Ortsgruppe darin, „Einfluss auf Ernennungen zu nehmen“ sowie „eine geheime Kontrolle über die Angehörigen von Botschaften und Konsulaten auszuüben“.[24]

1939 erließ das Amt einen förmlichen Runderlass über Die Judenfrage als Faktor der Außenpolitik mit den Kernsätzen:

„Die Erkenntnis, daß das Judentum in der Welt stets der unversöhnliche Gegner des Dritten Reiches sein wird, zwingt zu dem Entschluß, jede Stärkung der jüdischen Position zu verhindern. Ein jüdischer Staat [gemeint ist: in Palästina] würde aber dem Weltjudentum einen völkerrechtlichen Machtzuwachs bringen.“

Die im Oktober 2010 veröffentlichten Forschungsergebnisse der 2005 vom damaligen Außenminister Joschka Fischer einberufenen Unabhängigen Historikerkommission zeigen, dass „nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 das Auswärtige Amt die Initiative zur Lösung der ‚Judenfrage‘ auf europäischer Ebene“ ergriffen hatte.[25] Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte der Marburger Historiker und Sprecher der Kommission, Eckart Conze: „Das Auswärtige Amt war an allen Maßnahmen der Verfolgung, Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der Juden von Anfang an aktiv beteiligt. […] Die Zielmarke ‚Endlösung‘ war schon sehr früh erkennbar.“[26]

Das Auswärtige Amt unterstand zunächst weiter Staatssekretär Bülow. Nach dessen Tod 1936 übernahm Hans Georg von Mackensen das Amt, dem nach der Blomberg-Fritsch-Krise 1938 Ernst von Weizsäcker nachfolgte. Wichtige Mitarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus waren unter anderem: Eberhard von Thadden, Georg Ferdinand Duckwitz, Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld, Franz Rademacher, Fritz Kolbe, Hilger van Scherpenberg, Paul Karl Schmidt, Horst Wagner, Karl Klingenfuß, Kurt Georg Kiesinger, Otto Bräutigam und Friedrich Stieve. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden eine Reihe von führenden Mitgliedern des Amtes im sogenannten Wilhelmstraßen-Prozess angeklagt und verurteilt.

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten]

Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR 1972

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) vertrat von 1949 bis 1990 das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR im Ostteil von Berlin die Außenpolitik der dortigen Regierung.

Spreeseite und Jungfernbrücke
Der Weltsaal
Foyer zu den Außenministersälen

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

In Westdeutschland verging nach dem Zweiten Weltkrieg einige Zeit, bis 1951 in der Bundesrepublik Deutschland die Wiedereinrichtung des Auswärtigen Amtes erfolgte, zumal ihr von 1949 bis 1955 zwar ein „größtmögliches Maß an Selbstregierung“ zugesprochen wurde, aber sie immer noch unter dem alliierten Besatzungsstatut stand und erst 1955 ihre innerstaatliche Souveränität wiedererlangte. Zuvor lag eine Notwendigkeit eines solchen Amtes nicht vor.

Bei den Koalitionsregierungen der Bundesrepublik seit 1966 wurde der Außenminister vom jeweils kleineren Koalitionspartner gestellt und bekleidete dabei gleichzeitig das Amt des Vizekanzlers, mit der Ausnahme der Vizekanzlerschaften von Jürgen Möllemann, Franz Müntefering, Philipp Rösler und Sigmar Gabriel.

Bonn[Bearbeiten]

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 und der Zurückerlangung der außenpolitischen Souveränität 1951 wurde das Amt am 15. März 1951 in der neuen Bundeshauptstadt Bonn wieder eingerichtet und behielt den Namen. Damit bekannte sich die Behörde in der Bundesrepublik – als mit dem Deutschen Reich identischer Staat – eindeutig zu ihrer Tradition und Kontinuität bis hin zu Bismarck. Zunächst mit Hauptsitz in der Villa Ingenohl, zog das Auswärtige Amt 1955 in einen architektonisch schlichten Neubau am Rande des künftigen Regierungsviertels. Das Gebäude war einer der ersten Ministeriumsneubauten in Bonn und zum Eröffnungszeitpunkt der größte Verwaltungskomplex in Deutschland.

Federführend beim Wiederaufbau des Auswärtigen Dienstes agierten Beamte, die bereits in der Zeit des Nationalsozialismus im Außenministerium beschäftigt waren. Schon 1951 schrieb Michael Mansfeld darüber für die Frankfurter Rundschau eine Serie, die zur Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses führte.[27] Auch im 1965 von der DDR herausgegebenen Braunbuch ist mutmaßlich von 520 Diplomaten mit NS-Vergangenheit im Auswärtigen Amt die Rede.[28] Der Umfang des Einflusses ehemaliger NSDAP-Mitglieder und in Verbrechen gegen die Menschlichkeit verstrickte Diplomaten ist Gegenstand der Untersuchung durch eine im Jahre 2005 eingesetzte internationale Historikerkommission.[29] Die Forschungsergebnisse der von Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann geleiteten Unabhängigen Historikerkommission liegen seit dem 21. Oktober 2010 als Buchpublikation unter dem Titel Das Amt und die Vergangenheit vor. Danach gehörten 1950 von 137 Mitarbeitern des höheren Dienstes 58 der NSDAP an, das waren 42,3 Prozent. Bis 1954 stieg die Anzahl ehemaliger NSDAP-Mitglieder im höheren Dienst auf 325 Personen. Da der Personalkörper im höheren Dienst des Amtes aber auf über 900 Mitarbeiter gewachsen war, sank der prozentuale Anteil der NSDAP-Mitglieder. Zum Vergleich, 1953 waren unter den 487 Abgeordneten des 2. Deutschen Bundestages 129 ehemalige Mitglieder der NSDAP, was einem Anteil von 26,5 % entsprach.[30] Dennoch, so die Forscher, „[ist] das Bonmot, nach dem Krieg habe es mehr Pgs im Amt gegeben als vorher, nicht ganz abwegig“.[31] So wurde z. B. 1953 der Jurist und Diplomat Otto Bräutigam als Leiter der Ostabteilung im AA wiedereingestellt. Bräutigam, der zwischen 1941 und 1945 „Abteilungsleiter Allgemeine Politik im Ostministerium“ von Alfred Rosenberg gewesen ist, schrieb am 18. Dezember 1941 zustimmend: „In der Judenfrage dürfte inzwischen durch mündliche Besprechung Klarheit geschaffen sein“, womit der Gesamtplan zur Judenvernichtung in Europa gemeint war. Die Außenminister Scheel und Genscher waren vormals NSDAP-Mitglieder.[32]

Im Jahre 1991 erhielt die deutsche Diplomatie mit dem Gesetz über den Auswärtigen Dienst eine eigene rechtliche Grundlage.[17]

In den Jahren 1992 und 1993 hatte der Auswärtige Dienst etwa 8000 bis 9000 Angehörige, wobei rund 1600 dem höheren Dienst angehörten.[17] Etwa ein Drittel davon arbeitete im Auswärtigen Amt, der Rest an den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen 237 diplomatischen und konsularischen Vertretungen im Ausland.[17]

Berlin[Bearbeiten]

1999 verlegte das Auswärtige Amt seinen ersten Dienstsitz nach Berlin, wo es die Räume des ehemaligen Zentralkomitees der SED im Haus am Werderschen Markt, dem früheren Erweiterungsbau der Reichsbank bezog (die unmittelbar danebengelegene Reichsbank wurde bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg restlos zerstört). Das Gebäude wurde seit August 1996 durch den als Generalplaner beauftragten Berliner Architekten Hans Kollhoff für 288 Mio. DM umgebaut und im Dezember 1999 fertiggestellt. Aus Platzgründen wurde ein zusätzlicher Erweiterungsbau auf dem Nachbargrundstück notwendig. Der 168 Mio. DM teure Neubau der Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann, in Form eines Kubus mit drei Lichthöfen, konnte im November 1999 eingeweiht werden. Die Schlüsselübergabe für den Gesamtkomplex erfolgte am 20. Januar 2000.[33] Im Bonner Gebäude wurde ein Zweitsitz behalten, in dem nach wie vor über 450 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Diskussion zur Zukunft des Auswärtigen Amts[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2012

In den vergangenen Jahren wurden zunehmend Stimmen laut, dass das Auswärtige Amt seine Bedeutung verloren habe und bei wichtigen außenpolitischen Fragen, wie der Euro-Rettung und einer Neustrukturierung Europas, nur noch eine Nebenrolle spiele. So würden Diplomaten und Botschafter nicht mehr konsultiert, sondern es werde direkt auf Ministerebene verhandelt – häufig sogar auf Regierungsebene. Dies sei auf europäischer, wie auch auf globaler Ebene, immer häufiger der Fall. Das Auswärtige Amt hat angekündigt, auf diesen Machtverlust reagieren zu wollen und plant zur Botschafterkonferenz im August 2012 konkrete Vorschläge vorzulegen. Thomas Bagger, Planungschef im Auswärtigen Amt, sieht als zukünftige Aufgabe des AA „aus der Vielzahl von Ressortinteressen ein nationales bzw. europäisches Interesse zu destillieren und für ein einheitliches Auftreten im Ausland zu sorgen“. Ein anderer Vorschlag, der auf Wolfgang Ischinger, den Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, zurückgeht, ist ein Nationaler Sicherheitsrat – ein umfassendes Koordinierungsgremium mit entsprechendem Unterbau, einschließlich Experten aus den Ministerien.[34]

Reichs- und Bundesminister seit 1919[Bearbeiten]

Frank-Walter Steinmeier Guido Westerwelle Frank-Walter Steinmeier Joschka Fischer Klaus Kinkel Hans-Dietrich Genscher Helmut Schmidt Hans-Dietrich Genscher Walter Scheel Willy Brandt Gerhard Schröder (CDU) Heinrich von Brentano di Tremezzo Konrad Adenauer Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk Arthur Seyß-Inquart Joachim von Ribbentrop Konstantin Freiherr von Neurath Konstantin Freiherr von Neurath Heinrich Brüning Julius Curtius Gustav Stresemann Friedrich von Rosenberg Joseph Wirth Walther Rathenau Joseph Wirth Friedrich Rosen Walter Simons Adolf Köster Hermann Müller Ulrich von Brockdorff-Rantzau

Drei Bundeskanzler übten das Amt in Personalunion aus, Konrad Adenauer als erster Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und Helmut Schmidt, nachdem sich die FDP aus Koalition und Kabinett zurückgezogen hatte; Walter Scheel war nur vorübergehend vom 7. bis 16. Mai 1974 Amtsinhaber, als er auf Ersuchen des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann das Bundeskanzleramt amtierend übernahm. Hans-Dietrich Genscher bekleidete das Amt des Bundesaußenministers sowohl unter einer SPD- als auch unter einer CDU-Kanzlerschaft. Helmut Schmidt blieb noch drei Tage lang geschäftsführend als Außenminister im Amt, nachdem ihn Helmut Kohl bereits als Bundeskanzler abgelöst hatte.

Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Amtsdauer
in Tagen
Reichsminister des Auswärtigen
1 Ulrich von Brockdorff-Rantzau 1869–1928 parteilos 13. Februar 1919 21. Juni 1919 128
2 Hermann Müller 1876–1931 SPD 21. Juni 1919 26. März 1920 279
3 Adolf Köster 1883–1930 SPD 10. April 1920 8. Juni 1920 59
4 Walter Simons 1861–1937 parteilos 25. Juni 1920 4. Mai 1921 313
5 Friedrich Rosen 1856–1935 parteilos 10. Mai 1921 22. Oktober 1921 165
6 Joseph Wirth 1879–1956 Zentrum 26. Oktober 1921 31. Januar 1922 97
7 Walther Rathenau 1867–1922 DDP 1. Februar 1922 24. Juni 1922 84
8 Joseph Wirth 1879–1956 Zentrum 24. Juni 1922 14. November 1922 143
9 Friedrich von Rosenberg 1874–1937 parteilos 22. November 1922 11. August 1923 262
10 Gustav Stresemann 1878–1929 DVP 13. August 1923 3. Oktober 1929 2.243
11 Julius Curtius 1877–1948 DVP 4. Oktober 1929 9. Oktober 1931 735
12 Heinrich Brüning 1885–1970 Zentrum 9. Oktober 1931 30. Mai 1932 234
13 Konstantin Freiherr von Neurath 1873–1956 NSDAP (ab 1937) 1. Juni 1932 4. Februar 1938 2.074
14 Joachim von Ribbentrop 1893–1946 NSDAP 4. Februar 1938 1. Mai 1945 2.643
15 Arthur Seyß-Inquart 1892–1946 NSDAP 1. Mai 1945 2. Mai 1945 1
16 Lutz von Krosigk 1887–1977 NSDAP 2. Mai 1945 23. Mai 1945 21
Bundesminister des Auswärtigen
1 Konrad Adenauer 1876–1967 CDU 15. März 1951 6. Juni 1955 1.544
2 Heinrich von Brentano 1904–1964 CDU 6. Juni 1955 30. Oktober 1961[35] 2.338
3 Gerhard Schröder 1910–1989 CDU 14. November 1961 30. November 1966 1.842
4 Willy Brandt 1913–1992 SPD 1. Dezember 1966 20. Oktober 1969 1.054
5 Walter Scheel * 1919 FDP 21. Oktober 1969 15. Mai 1974 1.667
6 Hans-Dietrich Genscher * 1927 FDP 17. Mai 1974 17. September 1982 3.045
7 Helmut Schmidt * 1918 SPD 17. September 1982 4. Oktober 1982 17
8 Hans-Dietrich Genscher * 1927 FDP 4. Oktober 1982 17. Mai 1992 3.513
(insg. 6.558)
9 Klaus Kinkel * 1936 FDP 18. Mai 1992 26. Oktober 1998 2.352
10 Joschka Fischer * 1948 Grüne 27. Oktober 1998 22. November 2005 2.583
11 Frank-Walter Steinmeier * 1956 SPD 22. November 2005 28. Oktober 2009 1.436
12 Guido Westerwelle * 1961 FDP 28. Oktober 2009 17. Dezember 2013 1.511
13 Frank-Walter Steinmeier * 1956 SPD 17. Dezember 2013 im Amt 124

Parlamentarische Staatssekretäre[Bearbeiten]

Seit 1974 führen die im Auswärtigen Amt tätigen parlamentarischen Staatssekretäre zusätzlich den Titel Staatsminister beim Bundesminister des Auswärtigen. Der Hintergrund ist hauptsächlich protokollarischer Natur. Es soll auf diplomatischem Parkett Augenhöhe gewahrt werden. Die Staatsminister nehmen vorwiegend Aufgaben politischer Natur wahr und unterstützen den Bundesaußenminister in seinen Regierungsaufgaben.

Beamtete Staatssekretäre[Bearbeiten]

Stasi-Mitarbeiter im Auswärtigen Amt[Bearbeiten]

Für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR waren Außenamtsmitarbeiter wichtige Quellen zur Außenpolitik der Bundesrepublik. Insgesamt wurden 21 DDR-Spione recherchiert, die beim Auswärtigen Amt tätig waren. Noch nicht alle Inoffiziellen Mitarbeiter konnten identifiziert werden. Als gesichert gelten:

  • Christine Bauer (Deckname: „Jasmina“, 1986–1989)
  • (Hans) Mario Bauer (Deckname: „Jürgen“, 1985–1989)
  • Helge Berger (Deckname: „Komtess“, 1968–1977)
  • Hagen Blau (Decknamen: „Detlef“, „Merten“, 1965–1990)
  • Herbert Kemper (Deckname: „Harry“, 1968–1989)
  • Ruth Kemper (Deckname: „Hanna“, 1968–1989)
  • Reiner Müller (Deckname: „Siggi“, 1976–?)
  • Ludwig Pauli (Deckname: „Adler“, 1966–1990)
  • Lilli Pöttrich (Deckname: „Angelika“, 1974–1989)
  • Gisela von Raussendorff (Deckname: „Blume“, 1960–1989)
  • Klaus von Raussendorff (Deckname: „Brede“, 1960–1990)
  • Karl-Heinz Rode (Deckname: „Maro“, 1975–1989)
  • Heinz Fritz Stuckmann (Deckname: „Dietrich“, 1973–1989)
  • Heinz Helmuth Werner (Decknamen: „Cherry“, „Günther“, 1969–1990)

Siehe auch[Bearbeiten]

Fernsehdokumentation[Bearbeiten]

  • Hitlers Diplomaten in Bonn. Das Auswärtige Amt und seine Vergangenheit. Dokumentation, 45 Min. Buch und Regie: Heinrich Billstein und Mathias Haentjes; Produktion: WDR; Erstausstrahlung: 18. Januar 2006[38]

Literatur[Bearbeiten]

  • Auswärtiges Amt (Hrsg.): Die Außenpolitik der deutschen Länder im Kaiserreich. Geschichte, Akteure und archivische Überlieferung. Beiträge des wissenschaftlichen Kolloquiums zum 90. Gründungstag des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes am 3. August 2010. Oldenbourg Verlag, München 2012.
  •  Daniel Bigalke: Das Auswärtige Amt im Deutschen Reich. Deutsche Diplomatie zwischen Republikanisierung und mangelndem Reformwillen in der Republik von Weimar. Verlag VDM, Saarbrücken 2008, ISBN 3-8364-9049-8.
  •  Enrico Brandt, Christian F. Buck: Auswärtiges Amt. 4. Auflage. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14723-4.
  •  Christopher R. Browning: Die „Endlösung“ und das Auswärtige Amt. Das Referat D III der Abteilung Deutschland 1940–1943. Übersetzt von Claudia Kotte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 3-534-22870-7 (zuerst als The final solution and the German Foreign Office. A study of referat D III of Abteilung Deutschland 1940–43. Holmes & Meier, New York/London 1978, ISBN 0-8419-0403-0).
  • Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Verlag Karl Blessing, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.
  • Peter Grupp: Antisemitismus und jüdische Fragen im Auswärtigen Amt in der Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Eine erste Annäherung. In: ZfG 46, 1998, S. 237–248.
  •  Jens Ruppenthal: Die Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt der Weimarer Republik. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): „… Macht und Anteil an der Weltherrschaft“. Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast, Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2.
  •  Heinz Günther Sasse, Ekkehard Eickhoff: 100 Jahre Auswärtiges Amt, 1870–1970. Bonn 1970.
  •  Heribert Schwan, Helgard Heindrichs: Das Spinnennetz. Stasi-Agenten im Westen: Die geheimen Akten der Rosenholz-Datei. Knaur, München 2005, ISBN 3-426-77732-0.
  •  Berndt von Staden: Zwischen Eiszeit und Tauwetter. Diplomatie in einer Epoche des Umbruchs. In: Erinnerungen. WSJ, Berlin 2005, ISBN 3-937989-05-6.
  • Joseph von Westphalen: Im diplomatischen Dienst. Hamburg 1991, ISBN 3-455-08168-1.
  •  Auswärtiges Amt/NS-Diplomaten – „Jemand im Hause“. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1971 (zur Personalpolitik der 1950/60er Jahre unter Wilhelm Haas, online).
  • Denn das sind Sie: ein Mörder. In: Die Zeit, Nr. 5/2006. Ämterpatronage bei Gründung der Bundesrepublik
  • Personalpolitik in der Amtszeit Joschka Fischer. In: Die Welt, 23. Mai 2001
  • Das Ende der Weizsäcker-Legende. In: Die Zeit, Nr. 44/2010. Interview mit Norbert Frei.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Auswärtiges Amt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Auswärtiges Amt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/AA-Taetigkeit/Praktika/Praktika_node.html
  2. Link neuer Staatsminister Europa im Auswärtigen Amt – EBD freut sich auf Zusammenarbeit, Webseite des Netzwerks Europäische Bewegung, abgerufen am 23. Januar 2012.
  3. Leitung: Minister, Staatsminister, Staatssekretäre, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 23. Januar 2012.
  4. Was ist eigentlich das Auswärtige Amt?, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 23. Januar 2012.
  5. Jörg Bogumil, Werner Jann: Verwaltung und Verwaltungswissenschaft in Deutschland: Einführung in die Verwaltungswissenschaft. 2. Aufl., VS Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16172-3, S. 91.
  6. Abteilungen, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 23. Januar 2012.
  7. Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe. Auswärtiges Amt, 18. Oktober 2010, abgerufen am 23. März 2011.
  8. Michelle Westerbarkey: Jenseits der Grenzen: transnationales Networking von Nonprofit-Organisationen. Julius Klinkhardt, 2004, ISBN 3-7815-1350-5, ISBN 978-3-7815-1350-1, S. 51.
  9. Die Zwölf Grundregeln der Humanitären Hilfe. Auswärtiges Amt, abgerufen am 23. März 2011.
  10. Auslandsvertretungen, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 13. Februar 2012.
  11. Vgl. die Internetseiten GIC Washington, GIC Kairo und CIDAL Paris (Centre d’Information et de Documentation de l’Ambassade d’Allemagne).
  12. Mitarbeiter, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 30. Januar 2012.
  13. Auslandsvertretungen, Webseite des Auswärtigen Amts, abgerufen am 7. Februar 2012. Auf der Unterseite Honorarkonsuln ist die Rede von „etwa 350“.
  14. Die Welt vom 23. Mai 2001. Welt-Archiv
  15. Presseportal.de
  16. ver.di-Beurteilungen (PDF)
  17. a b c d Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung. 5., aktual. u. überarb. Aufl., Opladen 1993, ISBN 3-8252-0702-1, S. 64 f.
  18. Ludwig Biewer: Die Geschichte des Auswärtigen Amts: Ein Überblick. In: Publikationen des Auswärtigen Amts (PDF).
  19. Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.
  20. Zit. nach Ernst Piper: Auswärtiges Amt: NS-Vergangenheit – Furchtbare Diplomaten. In: Der Tagesspiegel, 25. Oktober 2010.
  21. Es hieß ab 1943 auch „Referategruppe Inland II“.
  22. a b Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. Vögel, München 2006, ISBN 3-89650-213-1, S. 64 f.
  23. Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs. 1934/35 und 1939/40. Göttingen 1956, S. 28 (Quelle: Akten der Deutschen Politik, Serie D, Bd. 1, S. 46 ff.).
  24. H. D. Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto Bräutigam. In: Götz Aly u. a. (Hrsg.): Biedermann und Schreibtischtäter. Materialien zur deutschen Täter-Biographie. Institut für Sozialforschung in Hamburg, Berlin 1987, S. 171 (Quelle: Alfred Gerigk: Beratung und Warnung in der Diktatur. In: Hundert Jahre Ullstein, 1877–1977, Band 3, Berlin 1997, S. 339).
  25. Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. München 2010, S. 185–192, Zitat S. 185.
  26. Zit. in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 24. Oktober 2010; siehe auch Das Auswärtige Amt und der Holocaust, FAZ.NET, 23. Oktober 2010.
  27. Die schwankenden Gestalten aus der Nazizeit, FR vom 27. Oktober 2010 und Sendemanuskript: Wann war was bekannt? Erkenntnisse und Debatten über die NS-Verstrickungen des AA. In: dradio.de.
  28. Kapitel im Braunbuch 1965: „Diplomaten Ribbentrops im Auswärtigen Dienst Bonns“
  29. Fischer beruft Historiker-Kommission, Spiegel Online, 11. Juli 2005; Auswärtiges Amt: Unabhängige Historikerkommission, Stand: 25. Oktober 2010.
  30. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCIA Information Act – Reinhard Gehlen: Former NAZI and SS membership in ZIPPER (PDF, S. 12). Central Intelligence Agency, 15. Oktober 2004, abgerufen am 27. März 2010 (PDF; 1,7 MB).
  31. Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. München 2010, S. 493 (Zahlen) und 494 (Zitat). Mit der in der NS-Zeit gängigen Abkürzung „Pg“ wurden in der Nachkriegszeit die ehemaligen NSDAP-Mitglieder als Parteigenossen apostrophiert.
  32. Erneut veröffentlicht z. B. in:  Liberale Unterlassung. In: Der Spiegel. Nr. 44, 2010, S. 17 (online).
  33. http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Schluesseluebergabe_fuer_das_Auswaertige_Amt_in_Berlin_6423.html
  34.  Ralf Neukirch: Draußen vor der Tür: Das Auswärtige Amt leidet an seinem Bedeutungsverlust. Die Europapolitik wird im Kanzleramt gemacht, Guido Westerwelle bleibt unbeliebt. Nun soll eine Reform den Niedergang stoppen. In: Der Spiegel. Nr. 18, 2012, S. 42–44 (online).
  35. Erklärung vom 19. September 1961 ggü. dem Bundesvorstand der CDU und am 17. Oktober 1961 ggü. der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; s. auch Ulrich Enders (Hrsg.), Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 14 – 1961, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1982, 2004, ISBN 3-486-57584-8, S. 43.
  36. Link neuer Staatsminister Europa im Auswärtigen Amt. Europäische Bewegung Deutschland, abgerufen am 16. Januar 2012.
  37. a b Daniel Friedrich Sturm: Steinmeier stürzt sich ins operative Geschäft. Welt Online, 12. Januar 2014, abgerufen am 20. Januar 2014.
  38. Vgl. Hitlers Diplomaten in Bonn. Das Auswärtige Amt und seine Vergangenheit. In: WDR.de. 18. Januar 2006, archiviert vom Original am 3. Januar 2008, abgerufen am 3. April 2011.
  39. Siehe auch die dortigen Geschäftsverteilungspläne von September 1943, auch 1911–1916, 1920, 1923, 1933, 1936, 1938 und 1940 (PDF; 26,5 MB)

52.51472222222213.399444444444Koordinaten: 52° 30′ 53″ N, 13° 23′ 58″ O