Kösener Senioren-Convents-Verband

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Kösener Raute.jpg
Gründung 15. Juli 1848 in Jena
Grundsätze farbentragend, pflichtschlagend
Mitgliedsverbindungen (2013) 101
Verbandsorgan CORPS Magazin
(viermal jährlich)
Geschäftsstelle: VAC-Büro
Parkstraße 4-6
06628 Bad Kösen
Website http://www.die-corps.de/
Das nicht gebaute Haus der Korpsstudenten in Kösen[1]
Kösen, Mutiger Ritter, Alter Sitzungssaal bis 1900

Der Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) ist ein 1848 gegründeter Dachverband der ältesten Studentenverbindungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Corps wurzeln im Deutschen Idealismus. Nicht wenige sind älter als 200 Jahre; zwei stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im Sommersemester 2013 sind 101 Kösener Corps an 40 Universitäten akkreditiert. Über 2.000 Studenten und mehr als 13.000 berufstätige Akademiker von allen Kontinenten sind „Kösener Corpsstudenten“.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätze [Bearbeiten]

Ein Corpsstudent sollte sich vor allem durch Haltung und Zivilcourage auszeichnen.[2] Deshalb pflegen die Corps die Mensur – das „Maßnehmen“ mit studentischen Fechtwaffen. Die selbstgegebenen Farben sind das wichtigste Identitätsmerkmal der Corps. Obwohl kein Corps wie das andere ist, verbinden bestimmte Formen alle Corps; auch dadurch unterscheiden sie sich in ihrer Gesamtheit von anderen Korporationsarten.

Geistesgeschichtlich zutiefst „deutsch“, stehen die Corps von jeher Studenten aller Völker, Konfessionen und Nationalitäten offen. Ihre gelassene Duldsamkeit – nicht die als Toleranz etikettierte Beliebigkeit – wurde zur Zeit ihrer größten Blüte treffend beschrieben:[3][4]

„Da gab es weder politische noch religiöse Fanatiker und Zeloten, aber auch keine Renegaten und Abtrünnige; denn eine tiefe Weisheit hat die Grenze weit gesteckt und dem einzelnen, unbeschadet der gemeinsamen Ansicht und Ideen, die unumschränkte Freiheit der persönlichen Überzeugung belassen.“

Kurt v. Terzenheim

Der KSCV ist als nicht eingetragener Verein organisiert und hat seinen Sitz mit Geschäftsstelle in Bad Kösen. Im Gegensatz zu den anderen Korporationsverbänden besteht er nicht aus Einzelverbindungen, sondern aus den Senioren-Conventen (SC). Nach dieser Subsidiarität wird auf dem Kösener Congress in der Regel nach SC, nur ausnahmsweise nach CC abgestimmt.

Die Mitgliedschaft einzelner Mitglieder in mehreren Corps des KSCV ist in den allermeisten Corps möglich. Dagegen bleiben die wenigen verbliebenen Lebenscorps (Onoldia, Arminia und Bavaria München) unter sich. Ihre Corpsbrüder können nicht in einem anderen Corps aktiv werden und Angehörige anderer Corps können nicht aufgenommen werden.

Als einziger Korporationsverband veröffentlicht der KSCV in den Kösener Corpslisten von jeher seine Mitgliederlisten.

Die Corps stehen zur (wohl längst verlorenen) Akademischen Freiheit. Der Corpsstudent Hirsch (Rhenania Tübingen) hat dazu gesagt:[5]

„Kein Losungswort ist seit dem Jahre 1500 so viel mißbraucht worden wie das Wort ‚Freiheit‘: in der Zeit der Reformation, der Französischen Revolution, des Liberalismus Europas und Amerikas, in den Schlagzeilen der Sowjetzone. Es gab dem natürlichen Bedürfnis des Menschen Ausdruck, in seiner Existenz als Individuum zu tun, was ihm gefällt. Es war das Schlagwort des Kampfes von Individuen gegen eine bindende, einengende Gruppe, gegen eine Familie, einen Stand oder im Kampf einer sozialen Schicht gegen eine zwingende höhere Gemeinschaft. Aber es wurde seltener deutlich – wohl allerdings bei Kant, Fichte, Chamberlain, Jaspers -, daß es keine absolute Freiheit gibt, sondern nur ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Bindung. Für das Leben eines Individuums ist die Freiheit der Bewegung ebenso notwendig wie die Bindung an ein Elternhaus. Die Freiheit der persönlichen Schöpfung im Denken, Fühlen und Gestalten ist ebenso wichtig wie die Bindung dieser Vorgänge an eine Gemeinschaft, die mitwirkt und durch ihren Widerhall mitgestaltet. Von diesem Gleichgewicht, von dieser lebensnotwendigen Polarität müssen wir ausgehen, der Polarität zwischen Bewegungsfreiheit und Ortsgebundenheit, Denkfreiheit und Denkausrichtung durch die Gemeinschaft, zwischen Individuum und Genossenschaft, zwischen schöpferischer Freiheit des Gestaltens und den Formen der Tradition, zwischen der Willkür des Handelns der Individuen oder der Gruppen und dem Widerhall, dem Miterleben durch die höhere Gemeinschaft. Die Existenz des Menschen umfaßt beide Pole; sein Leben entzündet sich durch die Energien, die von dem einen Pol zum anderen strömen: Freiheit und Gebundenheit.“

Gottwalt Christian Hirsch

Ein großer Musiker (kein Corpsstudent) bringt es auf den Punkt:

„Individualität und Gemeinschaftssinn müssen einander nicht notwendigerweise ausschließen, im Gegenteil: In ihrem Zusammenwirken sind sie in der Lage, die menschliche Existenz zu bereichern.“

Daniel Barenboim

Die Statuten und Satzungen der Kösener Verbände schließen ein allgemeinpolitisches Mandat aus. Der KSCV, die Senioren-Convente und die Corps äußern sich deshalb nicht zur Tagespolitik und betreiben eine zurückhaltende Öffentlichkeitsarbeit. Dagegen wird hochschulpolitisches Engagement gefördert.

KSCV und VAC stützen sich auf Kommissionen für Statuten, Geschichte, Verbände, WSC-Kartell und Fechten.

Vorgeschichte [Bearbeiten]

Corps in Europa

Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich Kränzchen und landsmannschaftliche Zusammenschlüsse, die im schriftliche Regeln für den studentischen Umgang forderten. Sie schlossen sich zu Senioren-Conventen (SC) zusammen und vereinbarten verbindliche SC-Comments. Der Alleinvertretungsanspruch war insofern begründet, als alle landsmannschaftlichen Vereinigungen im SC mitwirkten. Dagegen erstrebte die Urburschenschaft eine „Allgemeine Burschenschaft“, die Vereinigung aller Kommilitonen. Das führte natürlich zu Konflikten mit den Senioren-Conventen. In der Auseinandersetzung mit jenem „revolutionären“ Gedanken bildete sich die Identität der Corps. „Corpsstudententum“ war nicht mehr „Studentenschaft“.[6] Dass der KSCV heute der „am stärksten diversifizierte Korporationsverband“ ist, kann der ideologiefreien Anpassung der Corps an die soziologische Entwicklung im 19. Jahrhundert zugeschrieben werden. Anders als die Urburschenschaft erstrebten sie weder eine einheitliche Studentenschaft und Nation noch eine Republik. Die Emanzipation und Differenzierung (Soziologie) des Bürgertums und die (allein in Deutschland einsetzende) Akademisierung des Adels spiegelten sich in den Kränzchen, „Landsmannschaften“ und Corps.

So spielt die Anciennität im KSCV von jeher eine große Rolle. Ihretwegen entwickelte sich vor und nach dem Ersten Weltkrieg ein lebhaftes Interesse an der eigenen Corpsgeschichte, besonders dann, wenn auf eine offizielle Rückdatierung des Stiftungsjahres gehofft werden konnte. Diese „Eitelkeit“ führte zu erbitterten Auseinandersetzungen, zum Beispiel in den 1920er Jahren zwischen Littuania und Masovia und 1934 in der (noch heute umstrittenen) Rückdatierung von Guestphalia Halle von 1840 auf 1789; diese Kämpfe brachten aber auch den kaum ermeßlichen Gewinn, dass allein die Kösener Corps ihren Mitgliederbestand durchgängig dokumentieren und in den Kösener Corpslisten veröffentlichen. Viele Corps können mit einer tiefgehenden, meist gedruckten Aufarbeitung ihrer Geschichte aufwarten.

Aus Erlangen kamen 1818 und 1820 die ersten Anregungen, die Corps zusammenzubringen. Saxo-Borussia und der Heidelberger Senioren-Convent schlugen 1821 eine Vereinigung aller Corps vor. Bei ihrer geographischen Nähe unterhielten die sächsischen SC von Jena, Leipzig und Halle von jeher gute Beziehungen. Sie trafen sich oft auf der Rudelsburg bei Kösen. Schriftlich vereinbarten sie bereits am 4. März 1821 einen Allgemeinen Senioren-Convent (ASC). Dieser Vorläufer des KSCV trat bis 1842 an wechselnden Orten (Halle, Köstritz, Camberg etc.) im Geheimen zusammen. Halle war ab 1838 nicht mehr dabei.[7][8]

Gründung des Verbandes [Bearbeiten]

Friedrich v. Klinggräff

Beschleunigt durch den Progress und die Gründung von anderen studentischen Zusammenschlüssen, wuchs an den Universitäten des Deutschen Bundes das Bedürfnis nach einem Austausch über die Idee des „Corpsstudententums“. Zum Hintergrund gehörten die Deutsche Revolution 1848/1849 und das zweite Wartburgfest 1848. Dort standen die Corps einer „linken“, republikanisch-nationalen Mehrheit gegenüber, so dass die Notwendigkeit einer gemeinsamen Vertretung erkannt wurde.[9]

So trafen sich am 15. Juli 1848 auf Veranlassung von Friedrich von Klinggräff elf deutsche SC zu einem gemeinsamen Congress in Jena. Dieses Treffen gilt als die Gründung des Kösener SC-Verbandes. Bald darauf wurde Kösen mit dem Mutigen Ritter und der Rudelsburg zum Tagungsort gewählt. Regelmäßige jährliche Treffen fanden ab 1855 statt.

Siehe auch: Vororte des KSCV

Glanz und Gloria [Bearbeiten]

Schon vor der Deutschen Reichsgründung waren die Corps neben der Preußischen Armee die Säulen Preußens. In seiner Verwaltung, der „tätig werdenden Verfassung“ (Lorenz von Stein), waren sie führend vertreten.[10] Im Reichstag (Norddeutscher Bund) saßen 113 Corpsstudenten. Die beiden ersten Präsidenten des Reichsgerichts kamen aus Königsberger Corps. Als Hohenzollern und Otto von Bismarcks Söhne aktiv wurden und zwei Corpsstudenten das Kaiserreich führten, erreichten die Corps eine unangefochtene Dominanz im gesellschaftlichen und politischen Leben Deutschlands. An Nachwuchs gab es keinen Mangel und die Alten „erzogen“ die Jungen. Schon auf dem oKC 1881 überwogen die Alten Herren der Corps die Aktiven derart, dass der Aktivencongress scherzhaft „Nebenkösener“ genannt wurde.[11]

Auch außerhalb der Hochschulorte hatten sich bereits seit Ende der 1850er Jahre die Corpsstudenten aller Kreise an den Heimatorten als Alte Herren in den AHSC und Bezirksverbänden organisiert, die sich 1888 auf Reichsebene im Verband Alter Corpsstudenten zusammenschlossen. Der KSCV hatte sich in der Kaiserzeit über seine Denkmäler bei der Rudelsburg nicht unwesentlich als „Denkmalbauverein“ definiert. Wo sich „Kösener“ regelmäßig trafen, gründeten sie Stammtische und AHSC. Im Reich waren Stallupönen und Metz die am weitesten voneinander entfernten AHSC.[12] Außerhalb der Reichsgrenzen waren AHSC in Bern, Zürich, Wien, Triest, Paris, St. Petersburg und u. a. auch in Linz und Mitau entstanden. Mit dem Erwerb von Kiautschou erreichte das Deutsche Reich seine größte Flächenausdehnung; und Corpsstudenten gab es in der ganzen Welt. AHSC entstanden schon 1882 in New York, später in Tsingtau, Windhuk und Boston. Diplomaten, Marineärzte und Verwaltungsbeamte trafen sich in den Stützpunkten der Kolonien.

Der Marburger Westfale Ernst Vollert schrieb:

„Corpsstudententum und altes, preußisches Offizierkorps waren sich ähnlich. Wer das eine begriffen hatte, war in dem anderen zu Hause.“

E. Vollert

Siehe auch: Corps und Preußen

Reichstag [Bearbeiten]

Zur Zeit der Deutschen Kaiserreichs waren 7 von 13 Reichstagspräsidenten Kösener Corpsstudenten:

Kösener Fenster [Bearbeiten]

Da das Corps Onoldia Erlangen „vor 100 Jahren in der ruhmreichen Geschichte der deutschen Corps den Weg eröffnet“ hatte, schenkte der Hohe Kösener SC-Verband 1898 der Onoldia zwei Glasfenster mit den Studentenwappen aller Kösener Corps.[13] Sie wurden von Gustav Adolf Closs entworfen und von Franz Xaver Zettler in München hergestellt.

Erster Weltkrieg [Bearbeiten]

Einweihung des Löwendenkmals

Im Ersten Weltkrieg trafen sich Corpsstudenten überall, wo feldgraue Uniformen auftauchten, auch an den erstarrten Fronten, wenn die Verwaltung für die Truppe Gaststätten geschaffen hatte. Die Verbundenheit war stark. An ihre Corps und an die Deutsche Corpszeitung schickten die Soldaten Grüße und (ernste und heitere) Gedichte von allen Fronten.[14]

In Belgien traf man sich in Brüssel, Brügge, Antwerpen, Oostende und Gent; in Frankreich in Lille, Sedan, Laon, Cambrai und Châteauneuf. Im Osten waren außer den Hauptstädten Brest-Litowsk, Grodno, Kowno, Wilna, Mitau, Łódź, Goduzischki, Skierniewice und Warschau Versammlungsorte. Nach der Eroberung der rumänischen Provinzen trafen sich Corpsstudenten in Bukarest, Focșani und Konstanza. In Russland wurden AHSC in Reval, Riga und Kiew und nach der Landung in Finnland ein weiterer in Hangö gegründet. Auch in Konstantinopel und Aleppo entstanden AHSC.

Im Ersten Weltkrieg fielen 2538 Kösener Corpsstudenten. Ihnen zu Ehren wurde das Löwendenkmal errichtet. In Gegenwart der Chargierten von 125 Corps wurde es am 16. Oktober 1926 eingeweiht.

Weimarer Republik [Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Straßburger Korporationen die einzigen, die von ihrer Hochschule vertrieben wurden und suspendieren oder verlegen mußten. Die vier Corps schlossen sich in der Straßburger Vorstellung zusammen.

Neue Corps [Bearbeiten]

1919 und 1920 erfuhr der KSCV einen erheblichen Zuwachs: Corps von österreichischen, böhmischen und mährischen Universitäten (Graz, Leoben, Wien, Prag und Brünn) und von der Forstlichen Hochschule Tharandt sowie die nach Hamburg verlegten Pépinière-Corps wurden in den KSCV aufgenommen. 1920 gab es 116 Kösener Corps mit 3.500 Aktiven und Inaktiven und 20.126 Alten Herren (Mehrbändermänner nicht einzeln gezählt). Der Aufnahmeantrag von Alemannia Czernowitz – dem letzten der drei Czernowitzer Corps – wurde 1926 abgelehnt.

Bis zu seiner Auflösung 1935 umfasste der KSCV damit vor allem die Corps in Deutschland und Österreich. In der Schweiz hatten das Corps Alamannia Basel, das Corps Rhenania Bern und das Corps Helvetia Zürich (Grün-Helvetia) im KSCV schon früher suspendiert. Das Corps Tigurinia Zürich suspendierte erst 1932, nachdem es 1927 noch nach Köln verlegt hatte.

Allgemeiner Deutscher Waffenring [Bearbeiten]

1919 gehörte der KSCV zu den Gründungsmitgliedern des Allgemeinen Deutschen Waffenrings (ADW). Als Zweckverband aller schlagenden Korporationsverbände sollte er eine verbindliche Ehrenordnung ausarbeiten, die gegenseitigen Beziehungen regeln und die Interessen des Waffenstudententums gegenüber der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik vertreten.

In der Masse der deutschen und österreichischen Studentenschaft und in den meisten Corps waren seit Anfang der 1920er Jahre völkische Ideen weit verbreitet.[15][16] Im Jahre 1920 schloss der Verband auf Antrag eines österreichischen Corps die Neuaufnahme von Juden in eines seiner Mitgliedscorps aus. Im Folgejahr wurden die Bestimmungen präzisiert. Bisherige Corpsmitglieder waren hiervon nicht betroffen.[17]

Wahlplakat der SPD (1930). Ähnliche Klischees des Corpsstudenten verwendete später auch die NSDAP.

In allgemeinpolitischen Fragen beharrte der Verband bis 1933 auf dem politischen Neutralitätsgebot der Kösener Statuten und verweigerte deshalb auch die Ratifizierung des Erfurter Abkommens zwischen dem Allgemeinen Deutschen Waffenring und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB). Der ordentliche Kösener Congress (oKC) von 1932 beschloss den Austritt aus dem ADW. Damit zog sich der KSCV in die Isolation zurück.[18]

Pressearbeit [Bearbeiten]

Noch vor der Reichsgründung trat Ferdinand Lindner mit einer Kampfschrift für eine gesamt-corpsstudentische Hochschulpolitik und Öffentlichkeitsarbeit ein.[19][20] Der Bibliothekar und Studentenhistoriker Carl Manfred Frommel organisierte 1928 die Darstellung des KSCV als Akademikerverband auf der internationalen Presseausstellung Pressa in Köln, die sechs Monate dauerte. Ziel dieser Ausstellungsbeteiligung war es, das in der Reichsöffentlichkeit durch die Exzesse der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und die gesellschaftlichen Anfeindungen des Corpsstudententums in den 1920er Jahren angekratzte Image zu korrigieren oder wie Frommel als Corpsstudent es definierte „… vor der Öffentlichkeit Zeugnis von uns abzulegen.“ Die Ausstellungsteilnahme wurde aus Sicht des KSCV ein voller Erfolg.[21]

Zeit des Nationalsozialismus [Bearbeiten]

Gleichschaltung [Bearbeiten]

Der erste oKC nach dem Wahlsieg und der Machtergreifung der Nationalsozialisten fand am 31. Mai 1933 statt. Vor Tagungsbeginn gaben zwei Bevollmächtigte der NSDAP die Forderungen der Partei für den Aufbau der studentischen Verbände bekannt. Sie beinhalteten den Ausschluss von Juden, die Einführung des Führerprinzips, engste Zusammenarbeit mit dem NSDStB und der Deutschen Studentenschaft, den Eintritt sämtlicher Verbandsmitglieder in die SA, den Wiedereintritt in den Allgemeinen Deutschen Waffenring und die Änderung von § 43 der Kösener Statuten in folgende Fassung: „Corps ist eine Vereinigung immatrikulierter arischer Studenten derselben Universität mit dem Ziele, seine Mitglieder im Geiste der Weltanschauung Adolf Hitlers zu erziehen.“ Der Oberpräsident und Gauleiter von Schlesien, Helmuth Brückner (Corps Marcomannia Breslau), sollte zum „Führer des KSCV“ ernannt werden.

Unklar war, welche Vollmachten die beiden Beauftragten von den Parteistellen hatten. Bis zu einer definitiven Klärung dieser Frage vertagte der Vorort den Congress. Bei einem anschließenden Tumult kam es zu offenen Auseinandersetzungen zwischen NSDAP-Mitgliedern und anderen Corpsstudenten. Der Gesamtausschuss (GA) des VAC bat deshalb den Rechtsanwalt Max Blunck (Corps Franconia Jena), gemeinsam mit den Beauftragten von VAC und Vorort zu weiteren Konsultationen nach Berlin zu fahren. Mit dem Vorsitzenden und dem Verbändebeauftragten der Deutschen Studentenschaft (Gerhard Krüger und Karl Heinz Hederich) und den Staatssekretären Lammers, Keppler und Körner sollte über die von Hitler gewünschte Einführung des Führerprinzips verhandelt werden. Daraufhin wurde Blunck von Vorort und Gesamtausschuss – ohne Mitsprache des oKC – an Brückners Stelle mit der Führung des Verbandes beauftragt. Blunck war Führer des deutschen Corpsstudententums. Später hieß das Amt kurz: „HKSCV und VAC. Der Führer.“

Damit war die Gleichschaltung des Verbandes eingeleitet. Ein weiterer Schritt war der Zusammenschluss der „auf gleicher Grundlage stehenden“ Verbände KSCV, Weinheimer SC, Rudolstädter SC, Naumburger SC und Miltenberger Ring zur Nationalsozialistischen Gemeinschaft corpsstudentischer Verbände am 22. September 1933.

Mit dem Wiedereintritt in den ADW war auch die Umsetzung des Arierparagraphen verbunden. Blunck hatte bereits nach seinem Amtsantritt verkündet »Die Corps folgen den Arierbestimmungen […]«.[22], wobei der KSCV zunächst nicht die strengere Auslegung des ADW umsetzte, sondern den Richtlinien der NSDAP folgte, die Ausnahmen für Frontkämpfer und Juden vorsah, die sich schon vor 1914 in einer gesicherten Lebensstellung befanden. Von den damals 104 Corps meldeten alle bis auf sieben, dass ihnen keine Juden und Freimaurer mehr angehörten. Fünf Corps weigerten sich öffentlich, den Ausschluss jüdisch versippter Mitglieder zu vollziehen, und wurden aus dem Verband ausgeschlossen: Borussia Halle, Vandalia Heidelberg, Rhenania Straßburg zu Marburg, Suevia München, Suevia Tübingen.[23] Um seine jüdischen Mitglieder nicht ausschließen zu müssen und an einem Ausschluss vorbeizukommen, löste sich das Corps Palatia Bonn im Oktober 1935 wegen der „Unvereinbarkeit des Korporationswesens mit dem Nationalsozialismus“ selbst auf.

1934 waren von 28.000 Kösener Corpsstudenten 234 „Nichtarier“ (0,84 %) und 125 „versippt“ (0,45 %).

Die juristischen Auseinandersetzungen um das Corpsstudententum in der frühen Zeit des Nationalsozialismus werden in der Geschichte von Baltia Königsberg deutlich.

Auflösung [Bearbeiten]

1935 gab es 104 Kösener Corps.

Werner Heringhaus

Am 3. September 1935 schloss Hans Heinrich Lammers als Führer der Gemeinschaft studentischer Verbände (GStV) das Corps Palaiomarchia aus der GStV und damit zugleich aus dem KSCV aus, weil es angeblich noch jüdische Mitglieder hatte. Blunck legte gegen diese Maßnahme telegraphisch Verwahrung ein. Daraufhin teilte mit Telegramm vom 5. September Lammers den Ausschluss des KSCV aus der GStV mit und begründete dies mit der Weigerung der Verbandsführung, die restlose Durchführung des Ariergrundsatzes freiwillig zu vollziehen.[24] Am folgenden Tag wurde der Ausschluss in der Presse publiziert. Lammers trat zugleich vom Vorsitz der GStV zurück. Am 9. September 1935 trat auch Blunck von seinem Amt zurück, beantragte ein corpsstudentisches Ehrenratsverfahren gegen sich und beauftragte seinen bisherigen Stellvertreter Heringhaus (Corps Austria Frankfurt am Main) mit der kommissarischen Leitung beider Verbände. Heringhaus erklärte am 28. September 1935 die Auflösung des KSCV. Die meisten Einzelcorps folgten im Laufe des Oktober.[25]

Der Völkische Beobachter kommentierte die Auflösung des Verbandes am 3. Oktober 1935 mit den Worten: „Mit seinem Verschwinden verliert die Reaktion eine ihrer stärksten Bastionen.“ [26] The Times schrieb in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober 1935: „Mit hocherhobenen wehenden Fahnen und einer völlig unkompromittierten Tradition ist aus dem öffentlichen Leben Deutschlands, jedoch keinesfalls für immer, das Corpsstudententum herausmarschiert.“ [27].

1936 vermerkte die in Prag herausgegebene Exilzeitung der SPD (die Deutschland-Berichte der Sopade), dass „die entschiedensten Gegner der Nazis die Korps und Burschenschaften“ seien.[28] Zu dieser Haltung kam die (Exil-)SPD allerdings erst nach der Reichstagswahl März 1933. Noch 1930 hatte sie auf Wahlplakaten gegen Studentenverbindungen und Nationalsozialisten gleichermaßen agitiert.

Nachdem die vier Corps Prag und Brünn 1933 den Hohen Prager SC-Verband im HKSCV gegründet hatten, konnten die Corps in der Tschechoslowakei (länger als die deutschen) bis zum Einmarsch der Wehrmacht im März 1939 bestehen. Die österreichischen Corps hielten sich im Ständestaat (Österreich) bis zum Anschluss Österreichs 1938.

Der Verband Alter Corpsstudenten ging unter der Führung von Ernst Schlange 1938 in die Liquidation. Viele Altherrenvereinigungen der einzelnen Corps bestanden allerdings weiter.

Insgesamt war die Haltung des Kösener Corpsstudententums gegenüber dem Nationalsozialismus ambivalent.[29][30] Schon vor 1933 setzten viele Corpsstudenten ihre vaterländischen und sozialen Hoffnungen in die NS-Bewegung, und 1934 beschlossen die Corps einstimmig: „Die […] Corpsstudenten […] stehen treu und restlos hinter ihrem Führer Adolf Hitler […]“.[31] Gleichwohl kam es vor allem ab Frühjahr 1934 vielfach zu Reibungen mit dem NSDStB und der Hitler-Jugend.[32] Viele Corpsstudenten lehnten die NS-Bewegung ab und verloren dafür ihre berufliche Existenz oder (1944) ihr Leben. Corps wie Baltia Königsberg und Saxo-Borussia Heidelberg gaben den Kampf um das Corpsstudententum verloren, traten aus dem KSCV und dem VAC aus und lösten sich auf. Der oft beschworene Widerstand indessen wurde nur von einer Minderheit der damals 30.000 Corpsstudenten geleistet.

Mit den Corps im Nationalsozialismus haben sich besonders Weber und Wippermann befasst. Ein guter Überblick findet sich auf der Website des Corps Arminia.[33]

Versuchte Rekonstitution 1944 [Bearbeiten]

Hauptartikel: SC-Kameradschaften

Auf Initiative von Misnia IV beschlossen zwanzig Meißner, Tübinger Franken, Würzburger Bayern und Bonner Rhenanen am 11. Juni 1944 auf der Rudelsburg den KSCV zu rekonstituieren. Von der Heidelberger SC-Kameradschaft Axel Schaffeld denunziert, wurde Misnia von der Gestapo mit einem Hochverratsverfahren überzogen. In den Wirren der letzten Kriegsmonate verlief es sich.[34] Die Vereinbarungen und ihre Unterzeichner sind erhalten.[35] Die Originalurkunde befindet sich im Archiv des Corps Lusatia Leipzig.

Neuanfang nach 1945 [Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg waren 3610 Corpsstudenten gefallen.

Westwanderung [Bearbeiten]

In der Nachkriegszeit erwachten die Kösener Corps an westdeutschen und österreichischen Universitäten zu neuem Leben. Die Corps aus Breslau, Brünn, Königsberg (Preußen), Prag und der Sowjetischen Besatzungszone rekonstituierten sich an alten oder neuen Universitäten Westdeutschlands; besondere und frühe Bedeutung hatte der Erlanger Senioren-Convent. Später fanden alte Corps eine neue Heimat in Augsburg, Bochum, Düsseldorf, Konstanz, Mainz, Passau, Potsdam, Saarbrücken, Regensburg, Salzburg und Trier. Manche Corps fusionierten mit befreundeten oder gründeten neue. Georg Sporleder initiierte Traditions- und Patenschaftsverhältnisse mit vertriebenen Corps aus Ostdeutschland und Mitteldeutschland.

Interessengemeinschaft, Hilfswerk und Rekonstitution [Bearbeiten]

Die Interessengemeinschaft

Auf Veranlassung der Rhenania Bonn rief der SC zu Bonn die Corps auf die Burg Altena (wo sich der VAC rekonstituiert hatte). Zu dem Treffen am 6./7. Januar 1950 kamen Vertreter von 20 CC. Thuringia Jena stellte den Antrag, statt einer Neugründung eine Interessengemeinschaft zu beschließen.[36] Um den vielen vertriebenen, stellenlosen und unberenteten Corpsstudenten in der Nachkriegszeit bei der Beschaffung von Stellen und Kontakten zu helfen, errichteten der VAC und der WVAC 1950 das Corpsstudentische Hilfswerk (Bochum), das die Hilfswerke beider Verbände fortsetzte.

Wiederum auf Initiative des SC zu Bonn trafen sich die in der IG verbundenen CC im Mai 1951 auf der Godesburg. Die Auflösung des KSCV von 1935 wurde für null und nichtig erklärt.[37] Der vom Münchener SC favorisierte Deutsche Senioren-Convent wurde nicht weiter verfolgt.

Würzburg [Bearbeiten]

Auf Einladung des Weinheimer Senioren-Convents fanden die Kösener Congresse und Abgeordnetentage 1952 und 1953 auf der Wachenburg statt. Daß sie ab 1954 nach Würzburg einberufen wurden, war vor allem zwei Männern zu verdanken: Max Meyer (Suevia Straßburg, Bavaria Würzburg) und Philipp Zeitler (Franconia Würzburg). Meyer war Rektor der Julius-Maximilians-Universität und setzte sich bei der Westdeutschen Rektorenkonferenz für die Korporationen ein. Zeitler organisierte den Wiederaufbau der zerstörten Stadt und förderte die Kösener Congresse, die seit 1954 in den Huttensälen tagten. Am 2. Juni 1954 hielt Werner Ranz die erste Festansprache in der Würzburger Residenz.[38]

Zum 20. Kösener Congress in Würzburg beschloss der Abgeordnetentag des VAC, der Stadt 30.000 DM zum Wiederaufbau eines Rathausraumes zu übergeben. Beim Empfang der Stadt in der Kelterhalle des Mainfränkischen Museums überreichte der VAC-Vorsitzende Philipp W. Fabry die Urkunde dem Oberbürgermeister Zeitler. Mit der Schenkung sollte auch ein Erinnerungsort der Kösener Verbundenheit mit Würzburg geschaffen werden. So wurde die „Hexe“ im Ratskeller mit einem Gedenkstein, einer Wandbemalung und einem schmiedeeisernen Türgitter mit der Kösener Raute ausgeschmückt. Die Inschrift lautet:

DIE RUDELSBURG ZU KÖSEN UND DIE FESTE MARIENBERG IN WÜRZBURG
KENNZEICHNEN VERGANGENHEIT UND GEGENWART DES KÖSENER CORPSSTUDENTENTUMS

Beim 30. oKC in Würzburg (1984) wurde der Hauptstadt Unterfrankens ein symbolischer Baum geschenkt, der die neue Kösener Verwurzelung zeigen sollte. Danach spendeten viele AHSC und AHV Bäume für die Grünanlagen beim neuen Kongresszentrum, wo ein Gedenkstein an die vier Kösener Jahrzehnte in Würzburg erinnert.

1968 [Bearbeiten]

Eine Krise erlebte der KSCV im Zuge der 68er-Bewegung in Hinblick auf die Pflichtmensur. Nachdem zehn Jahre zuvor das Corps Palatia Bonn aufgrund entsprechender Erwägungen aus dem Verband ausgeschlossen worden war, wurde nun wie in allen mensurschlagenden studentischen Verbänden auch im KSCV diskutiert, ob das Mensurfechten noch zeitgemäß sei. Führend waren in der Debatte Corps des grünen, blauen und weißen Kreises. Schließlich traten vier Corps des grünen Kreises 1971/72 wegen der Fechtfrage aus dem Verband aus: Bremensia, Vandalo-Guestphalia, Suevia Tübingen und Rhenania Straßburg zu Marburg. Auch das erst 1968 konstituierte Corps Marchia Bochum gab das Fechten auf und verließ den KSCV. Zugleich kam es zu kontroversen Diskussionen um Fragen der Hochschulpolitik. Erstmals seit 1934 fand im Herbst 1968 ein aoKC (in Saarbrücken) statt.

Rückkehr und neue Standorte [Bearbeiten]

Bald nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 verlegten die meisten nord- und mitteldeutschen Corps ihren Sitz zurück an den ursprünglichen Universitätsort, nach Rostock, Greifswald, Halle (Saale), Leipzig, Jena und Tharandt/Dresden. Ein Breslauer Corps ging nach Frankfurt (Oder), ein Königsberger nach Potsdam.

Seit 1994 finden die Tagungen des KSCV wieder in Bad Kösen statt.[39]

Neben dem Bestand in Deutschland und Österreich konstituierte sich im Jahr 2007 mit Corps Tigurinia Zürich auch in der Schweiz wieder ein Corps im KSCV. Darüber hinaus besteht seit 1954 ein Vorstellungsverhältnis (Assoziierungsabkommen) des Verbandes mit dem Corps Brandenburgia-Berlin zu Cleveland/Ohio, das 1974 auch auf die rekonstituierte Teuto-Rugia ausgedehnt wurde. Beide Corps sind suspendiert. Mit den Corps Flaminea in Löwen und Selonia in Riga wurden in jüngerer Zeit ebenfalls Vorstellungsverhältnisse begründet.[40] Seit 2005 gibt es einen Kösener Vorortbeauftragten für die Corps im Baltikum. Seit 1887 bestehen zahlreiche gemeinsame Mitgliedschaften mit der Société d’Étudiants Germania Lausanne in der Welschschweiz. Im Handbuch des Kösener Corpsstudenten (1985) sind 43 gemeinsame Mitgliedschaften aufgeführt. 1975 gründete der Schotte Ian Robertson Lilburn den Corpsstudenten-Verband Scotto-Germania London im Stadtteil „K & C“. In Ungarn entstand 2009 das Corps Nassovia Szeged, das 2012 nach Budapest verlegte. Der weiteren Ausbreitung des Corpsstudententums steht der (diskutierte) Umstand entgegen, dass nach den Kösener Statuten nur „Corps an deutschsprachigen Hochschulen“ aufgenommen werden können.

Mitte Berlin [Bearbeiten]

Einladung des AHSC Berlin (1925)
Bootshaus der WVAK bei Schwanenwerder
WVAC-Stander seit 1993
Ein Restaurant der „Traube“ in der Leipziger Straße 117/118

Seit der kleindeutschen Reichsgründung 1871 war Preußens Hauptstadt Berlin die gesellschaftliche Mitte des Corpsstudententums. Ein beliebter Treffpunkt war das Bierhaus Siechen. 1923 kamen zum Berliner AHSC-Kommers 1600 Corpsstudenten.[41] 1924 regte Albrecht von Rechenberg die Berliner SC-Bälle an. Zum ersten Ball in den Zoosälen kamen 3000 Gäste.[42] Von 1893 bis 1905 gab John Koch das Berliner Adreßbuch heraus. Das „Kochbuch“ führte bis in die 1930er Jahre durch die weitverzweigte corpsstudentische Welt von Berlin und seiner Umgebung und war jedem Corpsstudenten bekannt.[43] In der Weimarer Republik ergaben sich in der gesellschaftlich dominierenden Reichshauptstadt weitergehende Sonderentwicklungen. Das war nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass das 1920 gebildete Groß-Berlin mit seinen vier Millionen Einwohnern auch die Stadt mit den meisten Corpsstudenten und AHSC war.

Siehe auch: Bezirksverbände in Berlin

WVaC Berlin [Bearbeiten]

Die eine Besonderheit entstand am 11. September 1921 mit der Wassersportlichen Vereinigung Alter Corpsstudenten (WVaC), einem eigenständigen Segelverein am Großen Wannsee. In wirtschaftlich schwieriger Zeit ermöglichte er allen Corpsstudenten den Zugang zum zunehmend populären Segelsport. Noch heute (2012) verfügt er über vereinseigene Segelboote. Im Clubhaus am Schwanenwerder trafen sich an Wochenenden 100 bis 300 junge und alte Corpsstudenten aus ganz Berlin, wobei die „Stegsegler“ im Clubhaus nach den Tischen ihrer Corps getrennt saßen. In der Sommerzeit verlegten etliche Altherrenvereinigungen Kösener Corps ihre regelmäßigen Stammtische in das Clubhaus.

Die WVaC wurde nach der Mitgliederzahl so stark, dass sie im KSCV eine eigene Rolle spielen konnte. So unterstützte sie personell und finanziell das Corps Frankonia Prag bei der Rekonstitution in Prag. Mit der Hochseeyacht Ettsi IV unter dem Stander des Vereins nahmen Corpsstudenten an der Ozean-Wettfahrt Bermuda-Cuxhaven 1936 teil. Eine Zeitlang konnte das Kösener Leben in dieser Nische noch überdauern; denn auf Corpsstudenten und Segler wie Hans Lubinus konnte man bei den Olympischen Segelwettbewerben 1936 nicht verzichten. Vorübergehend und zwangsweise wurde die WVaC 1940 zu einem Ableger des Yacht-Clubs von Deutschland. 1937 für die Gleichschaltung des Segelsports gegründet, hatte er mehrere Traditionsclubs „übernommen“. Das Clubhaus und die Bootshallen brannten 1945 nieder. Heute ist das Grundstück (Wannseebadweg 55) Eigentum des Berliner Yacht-Clubs.[44]

Berliner SC-Kasino [Bearbeiten]

Die andere Besonderheit entstand 1931 in Berlin-Mitte mit dem Berliner SC-Kasino. Als Alternative zu den legendären Mittagstischen bei Aschinger lag es im ersten Stock über dem Wein-Restaurant Traube in der Leipziger Straße. Anders als die Corpshäuser in den südwestlichen Villenvororten stand das Kasino allen Corpsstudenten offen. Es wurde als „Mischung aus preußischem Offizierkasino und englischem Herrenclub“ beschrieben.[45]

Jedes Berliner Corps konnte hier in Universitätsnähe einmal die Woche für sich mittags speisen. Abgeschlossene Räumlichkeiten konnten für corpsstudentische und geschäftliche Zusammenkünfte belegt werden; es fanden aber auch offene Veranstaltungen statt, zu denen die Tanztees an den Samstagen gehörten. Neben der Gastronomie und den Gesellschaftsräumen stand den Kasinobesuchern ein Lesezimmer zur Verfügung. An der Rückseite des Außenministeriums in der Wilhelmstraße und mitten im Geschäftsbezirk um die Friedrichstraße gelegen, wurde das Kasino monatlich von mehreren tausend Corpsstudenten besucht. Es wurde von 50 bis 60 Altherrenverbänden Kösener Corps frequentiert und getragen. 1933 hielten 50 Altherrenschaften ihre Stammtische im Kasino. Es herrschte Burgfrieden und der Grußcomment war erwünscht.[46]

Der wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit der Weimarer Republik trug man Rechnung, indem in den Räumen des Kasinos eine Arbeitsvermittlung für Corpsstudenten eingerichtet wurde.[47] Sie war eine Außenstelle der VAC-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main.

1933 wurde das Kasino nach Berlin-Charlottenburg verlegt. In der Kantstraße 8 lag es neben dem Theater des Westens.[48] In der Zeit des Nationalsozialismus mit den Corps gleichgeschaltet, teilte das Kasino das Schicksal anderer Klubs, z. B. des Deutschen Herrenklubs. Das Gebäude des Wein-Restaurants Traube wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute steht an seiner Stelle ein Plattenbau aus DDR-Zeiten.

Kreise [Bearbeiten]

Die alten Kartellkreise waren freundschaftliche Verbindungen von Corps an verschiedenen Universitätsstädten. Sie saßen beim Kösener Congress zusammen und entwickelten verbandspolitische Bedeutung.[49] Die Kreiszugehörigkeit ist bis heute vollkommen inoffiziell. Es gibt keine expliziten Listen. Alles beruht auf tradierten, aber heute noch gelebten gesellschaftlichen Usancen.

„Aber einen Anklang an das leidige politische Parteiwesen haben wir – in unbewußter Anlehnung an die Entwicklung des Parteitreibens im deutschen Reichstag – doch gehabt. Der den Deutschen nun einmal innewohnende Hang zur itio in partes, wie Bismarck sagte, führte etwa seit dem Ende der 1860er Jahre zu der Bildung der sogenannten ‚Kreise‘, eine Entwicklung, die in den 1870er Jahren ihren Höhepunkt erreichte und überschritt.“

Wilhelm Fabricius, 1907, S. 79

Siehe auch: Übersicht über die Kösener Kreise

Entwicklung [Bearbeiten]

Das älteste Corpskartell soll zwischen der Hallenser Marchia II und Franconia Jena bestanden haben.[50] Das Kartell von Saxonia Halle und Saxonia Jena entstand 1820 und begründete den Roten Kreis. Ab 1858 entstand der grüne Kreis. Der sog. violette Kreis bestand aus Palatia Bonn und Palatia Straßburg und deren gemeinsamen Verhältniscorps mit Nähe zum blauen Kreis. Am festesten gefügt ist der weiße Kreis.

Später weitete sich die Kreispolitik aus. Es wurde üblich, sich seine befreundeten Corps und Kartellcorps nur noch aus dem jeweiligen Kreis zu wählen und andere Verhältnisse abzubrechen. Dies führte zum Bruch von sehr alten Beziehungen. Wenn der Kösener Corpsstudent seinen Universitätsort wechselte, wurde erwartet, dass er an der neuen Universität bei einem Corps seines Kreises verkehrte und auch nur dort eine eventuelle zweite Mitgliedschaft einging. Das gilt bis heute im KSCV als ungeschriebenes Gesetz. Der oKC 1920 schloss sich folgender Erklärung der Bremensia an:

„Ohne die Beziehungen zu den uns durch persönliche und erprobte Freundschaft verbundenen und nahestehenden Corps dadurch zu berühren, erklären wir, daß wir in der Art des jetzigen Bestehens und der jetzigen Handhabung, ganz besonders aber in einem weiteren Ausbau der nach unserer Ansicht verhängnisvollen Kreispolitik eine schwere Gefahr für das deutsche Corpsstudententum sehen.“

Bremensias Entschliessungsantrag

Im Hintergrund dieses einstimmigen, aber halbherzigen Beschlusses stand die Ablehnung von Dominanzstreben. Im schwarzen Kreis war nach der Jahrhundertwende und nach dem Ersten Weltkrieg die Kreispolitik forciert worden. Suevia München wollte im schwarzen, Suevia Tübingen im grünen Kreis den Ton angeben. Dagegen wehrten sich vor allem Bremensia und Vandalia Heidelberg. Zwar seither „unerwünscht“, prägt die Kreispolitik (mit all ihren folkloristischen Auswüchsen) bis heute die Kultur des KSCV.

Siehe auch [Bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

Beziehungen zu anderen Verbänden [Bearbeiten]

Mit dem Weinheimer Senioren-Convent (WSC) ist der KSCV seit 1921 durch einen Zweckverband und seit 1955 durch einen Kartellvertrag verbunden, der 1952 von Hans-Reinhard Koch (Hassia, Rhenania Bonn) entworfen und 2009 neu formuliert wurde. Seit langem gibt es Mehrbändermänner beider Verbände. KSCV und WSC geben gemeinsam die Zeitschrift „CORPS – das Magazin“ heraus. Zum Coburger Convent bestehen lose Kontakte auf Vorortebene.

Ab den 1950er Jahren beteiligte sich der KSCV in hochschulpolitischen Fragen auch an der Mitarbeit im Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK). Sie wurde 1998 nach einem (burschenschaftlichen) Eklat aus Anlass des Jubiläums der Eröffnung der Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche beendet. Unter Führung des Vororts Jena trat der KSCV aus dem CDK aus.

1951 gehörte der KSCV zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Andernach der mensurbeflissenen Verbände (AGA).

Außeruniversitäre Weiterbildung [Bearbeiten]

Um die Qualifizierungslücke zwischen der rein fachlichen Hochschulausbildung und den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitslebens zu schließen, gründete der Verband Alter Corpsstudenten die „CORPS AKADEMIE“ als gemeinnützige Institution. Sie bietet allen Studentinnen und Studenten hochwertige und praxisorientierte Weiterbildung professioneller Management-Trainer zu Preisen auf studentischem Niveau. Seminarinhalte sind vor allem Arbeitstechniken und Selbstorganisation, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und Kompetenzen für zukünftige Führungskräfte.

Die Seminare werden an 52 Hochschulstandorten Deutschlands, Österreichs und Belgiens angeboten. Ein Wissenschaftlicher Beirat sichert die hohe Qualität der Veranstaltungen.

Eine weitere Aktivität der Corps Akademie ist die Förderung des Vereins Jugend aktiv e. V.. Diese Initiative unterstützt begabte und hochbegabte Schüler in Gymnasien.

Als eine weitere Anerkennung besonderen Engagements über das Studium hinaus zeichnet der Stifterverein Alter Corpsstudenten alljährlich junge Akademiker für herausragende Leistungen im Studium und im Corps mit der „Friedrich-von-Klinggräff-Medaille“ aus.

Publikationswesen [Bearbeiten]

Kösener Kleinanzeigen im Kladderadatsch
Academische Monatshefte
Meldung des Königsberger SC an den Vorort Erlangen, Suspension der Silber-Litthuania (1866)

Von 1872 bis 1884 benutzten der KSCV, die einzelnen Corps und Altherrenvereine wie viele andere Korporationen das von 1848 bis 1944 in Berlin erschienene politische Satireblatt Kladderadatsch als Veröffentlichungsorgan. Im Archiv finden sich 377 Korporationen mit 1.673 Veröffentlichungen: Einladungen zu Stiftungsfesten und Kommersen, Todes- und Hochzeitsanzeigen. Diese Verlegenheitslösung war praktikabel, weil der Kladderadatsch in akademischen Kreisen sehr beliebt und weit verbreitet war.

Academische Monatshefte [Bearbeiten]

Auf dem Kösener Congress 1883 wurde beschlossen, ein eigenes Publikationsorgan zu schaffen. Am 26. April 1884 wurden von Paul von Salvisberg (Rhenania Bern) auf Schloss Erolzheim die Academischen Monatshefte (AM) gegründet und durch den Kösener Congress 1886 zum offiziellen Publikationsorgan des KSCV erklärt. 1894 wurden Verlag und Redaktion von Karl Rügemer (Baruthia) übernommen und die offizielle Verbandsfunktion der A.M. bestätigt. Einer der Mitherausgeber war Franz Boldt (Guestphalia Jena, Athesia, Vandalia Rostock).[51] Mit dem Beginn des 30. Jahrgangs verschwand der Titel Academische Monatshefte.[52]

Deutsche Corpszeitung [Bearbeiten]

Der Name wurde 1913 in Deutsche Korpszeitung, ab dem 32. Jahrgang in Deutsche Corpszeitung (DCZ) geändert.[52] Als Rügemer 1916 – mitten im Ersten Weltkrieg – starb, war die Fortführung unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht möglich. 1920/21 leitete Gustav Gotthilf Winkel für kurze Zeit die Deutsche Corpszeitung. Ihm folgte von 1921 bis 1933 Werner Meißner. Die Auflösung des KSCV 1935 machte die Fortführung der DCZ hinfällig. 1952 entstand die DCZ aufs Neue. Unter ihren Schriftleitern ragte Friedrich Hielscher heraus. Seit einigen Jahren erscheint sie mit der Wachenburg des WSC unter dem Namen „CORPS – das Magazin“.

Kösener Meldungen [Bearbeiten]

Schon vier Jahre nach der Verbandsgründung wurden 1852 „statistische Nachrichten über die Corpsverhältnisse“ vereinbart; jeder SC hatte den anderen zu melden. Die Zahl der beteiligten SC sank von neun auf sechs (1854); sie bewährten sich aber schon 1856, indem ein dimittierter Corpsstudent erkannt und nicht in einem anderen Corps aufgenommen wurde. „Die SC hatten keine Aufsichtsbehörde; vielmehr sollte jeder darauf achten, daß niemand durch sein Verhalten die gemeinsamen Bestrebungen gefährdete. Auch dazu diente das Meldewesen.“[53]

Der oKC 1876 schränkte die Zulässigkeit auswärtiger PP-Suiten ein. Sie sollten nur dann gestattet sein, wenn der Vorort sie „für unerläßlich“ erklärte; zu PP-Forderungen kam es aber gerade deshalb, weil manche SC-Meldungen schroff beanstandet wurden.[54] So wurde auf demselben oKC beantragt, die statistischen Nachrichten abzuschaffen und dafür eine Corpszeitung zu gründen, die die Meldungen gedruckt weitergeben sollte. Über diesen Antrag wurde überhaupt nicht abgestimmt. Wohl zu früh zur Erörterung gestellt, wurde er nicht als erledigt angesehen.[54][53]

Die statistischen Notizen waren keine Corpsmeldungen im heutigen Sinn, weil nur die Zahl der Aktiven mitgeteilt wurde. Aus besonderem Anlass – zum Beispiel bei Verrufen – wurden auch Namen bekanntgegeben. Auch nach dem Erscheinen der Academischen Monatshefte ab 1884 wurden zunächst nur Zahlen veröffentlicht.[55] Die Meldungen wurden erst WS 1886/87 ausführlicher. Es gab u. a. eine Inaktivenstatistik.[56] In heutigem Umfang wurde ab Sommer 1894 gemeldet. Das ermöglichte die Entwicklung der Bünder zu verfolgen, auch wenn ihre Unterlagen verlorengegangen waren.[53]

Ab 1897 sollte die Schriftleitung der Academischen Monatshefte die bei ihr eingehenden Meldungen drucken und an alle Corps versenden. Erst 1900 wurde der Druck der Meldungen in die Kösener Statuten aufgenommen.[53] Sie erschienen als Beilage der Deutschen Corpszeitung. Seit 2002 sind sie zweimal im Jahr dem CORPS-Magazin (ISSN 1615-8180) beigefügt. Laufend aktualisiert – und gelesen − werden sie fast nur noch im Internet. Der Weinheimer Senioren-Convent hat sich diesem Meldesystem angeschlossen.

Mitgliederlisten [Bearbeiten]

Hauptartikel: Kösener Corpslisten

Klinggräff-Medaille [Bearbeiten]

Seit 1987 verleiht der Stifterverein Alter Corpsstudenten die Klinggräff-Medaille. Benannt ist sie nach Friedrich von Klinggräff, dem Gründer des KSCV. Mit der Medaille und einer Dotation von aktuell 4.000 € werden junge Corpsstudenten ausgezeichnet, die sich durch

  • vorbildliche Corpsaktivität,
  • überragende Studienleistungen und
  • engagierten Dienst am Gemeinwohl

hervorgetan haben.

Bis 1993 wurde die Klinggräff-Medaille in Würzburg verliehen. Seit 1994 werden Preis und Medaille im jährlichen Wechsel auf der Rudelsburg und auf der Wachenburg vergeben. Bis 2012 wurden 130 Kösener und Weinheimer Corpsstudenten ausgezeichnet. Sie haben sich zu bislang 6 Symposien getroffen.

Archiv [Bearbeiten]

Das Verbandsarchiv befindet sich im Institut für Hochschulkunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Corpsstudenten sind über den Verband Alter Corpsstudenten am Rechtsträger des Instituts (der Deutschen Gesellschaft für Hochschulkunde) mit anderen Korporationsverbänden beteiligt. Ideell fördern sie das Institut durch den Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung.

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. s. Jean Louis Sponsel
  2. R. Döhler: „Sint ut sunt sunt aut non sint!“ (Ricci) – Kern-(ige) Sätze zum Corpsstudententum, hg. von der Schriftleitung, in: Einst und Jetzt, Bd. 57 (2012), S. 377–381
  3. Kosmopolitische Spaziergänge des Corpsburschen Kurt von Terzenheim, 1896. GoogleBooks
  4. Academische Monatshefte, 1898
  5. G. C. Hirsch: Akademische Freiheit! Handbuch des Kösener Corpsstudenten, 4. Ausgabe (1953), S. 10-12
  6. H. P. Hümmer: Zur Geschichte des Corps von der Aufklärung bis zur Burschenschaft
  7. R. Paschke: Die Einigungsbestrebungen der deutschen Corps bis 1848. In: Einst und Jetzt 3 (1958), S. 5-19
  8. W. Fabricius: Geschichte und Chronik des Kösener SC-Verbandes. Nach den Akten von Dr. W. Fabricius. G. Elwert´sche Universitätsbuchhandlung, Marburg 1907, S. 4 f.
  9. E. Bauer: Die Jenaer Corpsversammlung (15. bis 17. Juli 1848), die Wiege des Kösener Seniorenconventsverbandes. In: Einst und Jetzt 3 (1958), S. 20-41.
  10. R. Döhler: Säulen Preußens – 59 Corpsstudenten als Oberpräsidenten preußischer Provinzen. Einst und Jetzt 55 (2010), S. 143-148
  11. Academische Monatshefte 6 (1890), S. 418
  12. Im alten Preußen waren „Gumbinnen – Saarlouis“, im Kaiserreich „Gumbinnen – Metz“ die am weitesten voneinander entfernten Garnisonen. Wie heute „Flensburg – Garmisch“ in der Bundesrepublik kennzeichneten sie damals die Ausdehnung von Preußen und Reich.
  13. H. P. Hümmer: Die Kösener Fenster im Corpshaus der Onoldia. Einst und Jetzt, Bd. 34 (1989), S. 49–52
  14. J. Koch: Der Kösener SC-Verband im Kriege. 1921
  15. „Die Völkischen lehnten alles ab, was von den Parteien der Entschließung [Friedensresolution des Reichstags] vom 19. Juli 1917 als Fortschritt gepriesen wurde: den Marxismus wegen seiner überstaatlichen Bindungen und seiner politischen Vergangenheit, den Kommunismus als dessen weitere Entwicklungsstufe und schließlich die Demokratie, da sie es nicht glaubhaft machte, eine bessere Staatsform als die Monarchie zu sein.“ S. Schindelmeiser, Geschichte der Baltia, Bd. 2, S. 233. München 2010
  16. Die Völkischen in der Tübinger Studentenschaft (PDF; 219 kB)
  17. Der Kongreß 1921. Deutsche Corpszeitung 38 (1921/22), S. 61
  18. R. Weber, W. Wippermann: Die deutschen Corps im Dritten Reich, S. 120 f.
  19. Ferdinand Lindner: Die Corps der deutschen Hochschulen nebst einer eingehenden Darstellung der studentischen Verhältnisse. Verlag Lißner, Leipzig 1870
  20. zur Kampfschrift siehe E. Weiß: Corpsstudenten auf dem Wege zur deutschen Einheit – von der Paulskirche zum ersten Reichstag, in: Rolf-Joachim Baum (Hg.): „Wir wollen Männer, wir wollen Taten“ – Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute. Siedler 1998, ISBN 3-88680-653-7, S. 84, 107
  21. R. Paschke: In memoriam! Carl Manfred Frommel Bremensiae, Starkenburgiae (1884–1938). Einst und Jetzt, Bd. 1 (1956), S. 109–112
  22. Deutsche Corpszeitung, 1933/1934, Heft 6, S. 144
  23. vgl. Deutsche Corpszeitung, 1934/1935, Heft 5, S. 137; W. Wippermann, Wer seine Geschichte nicht kennt, S. 90
  24. R. Weber, W. Wippermann: Die deutschen Corps im Dritten Reich, S. 174
  25. G. Neuenhoff: Die Auflösung des HKSCV und VAC 1935, 1968
  26. zit. nach H. P. Hümmer: Erlangen – ein frühes Zentrum des NS-Studentenbundes. Einst und Jetzt, Bd. 45 (2000), S.177-214 Fußnote 145
  27. zit. nach W. Gottwald, S. 13
  28. zit. nach R. v. Lucius (Hg.): Weiß-Grün-Schwarz-Weiß. Beiträge zur Geschichte der Saxo-Borussia Heidelberg, Bd. 2: 1934–2008. Heidelberg 2008, S. 13
  29. S. Schindelmeiser: Baltia Königsberg c/a NSDAP (1933/34). Einst und Jetzt, Bd. 11 (1966), S. 69-90.
  30. H. Lammers: Vom Fall Palaiomarchia bis zum Ausschluss des Kösener SC. Bundesarchiv Koblenz, R 128, S. 101
  31. Protokoll des ausserordentlichen Kösener Kongresses 1934
  32. vgl. E. Weiß: Lusatia kontra NSDStB. Die Auseinandersetzung mit dem NS-Studentenbund Leipzig 1934. Einst und Jetzt, Bd. 17 (1972), S. 145-153
  33. W. Wippermann: Corps und Nationalsozialismus
  34. E. Bauer: Eine Rekonstitution des KSCV im Juni 1944. Deutsche Corpszeitung 53. (70.) Jg., Nr. 2 (1953), S. 7
  35. E. Bauer, Einst und Jetzt, Bd. 1 (1956), S. 39 f.
  36. Die treibende Kraft war Otto Klonz, Rechtsanwalt in Köln-Marienburg; Kösener Corpslisten 1960, 62, 969
  37. J. Küper: Die Interessengemeinschaft von 1950 als Vorstufe der Erneuerung des HKSCV im Jahre 1951. Einst und Jetzt, Bd. 2 (1957), S. 5–11
  38. Idee und Aufgabe. Deutsche Corpszeitung, 56. (72.) Jg., Februar 1955, S. 10–15
  39. R. v. Lucius: Corpsstudenten an der Saale. FAZ, 30. Mai 2009
  40. Vorstellungsverhältnis Selonia Riga
  41. Deutsche Corpszeitung 40, S. 75
  42. An ihrer Stelle steht heute das Hotel Intercontinental
  43. Berliner Adreßbuch der Alten Corpsstudenten des Kösener SC-Verbandes, XVI. Ausgabe, 1933
  44. BYC Aktuell 01/2008, S. 59
  45. vgl. Sven Waskönig: Der Alltag der Berliner Verbindungsstudenten im Dritten Reich am Beispiel der Kösener Corps an der Friedrich-Wilhelms-Universität, in: Christoph Jahr (Hg.): Die Berliner Universität in der NS-Zeit. Bd. 1. Stuttgart 2005, S. 159–178
  46. Berliner Adreßbuch der Alten Corpsstudenten 1933, Berlin 1933, S. 215 ff.
  47. Deutsche Corps-Zeitung
  48. Max Blunck: Rundschreiben Nr. 23 des KSCV und VAV
  49. Fritz Nachreiner: Die Kreispolitik. Handbuch des Kösener Corpsstudenten 1953
  50. G. G. Winkel: Kösener SC-Kalender. Leipzig 1920
  51. Franz Boldt: Kösener Corpslisten 1960, 70, 323; 119, 413; 72, 142
  52. a b S. Schindelmeiser, Bd. 2, S. 34
  53. a b c d Siegfried Schindelmeiser: Die Albertina und ihre Studenten 1544 bis WS 1850/51 und Die Geschichte des Corps Baltia II zu Königsberg i. Pr., Bd. 1, S. 265, 379, 394. München 2010, ISBN 978-3-00-028704-6
  54. a b W. Fabricius: Geschichte und Chronik des Kösener SC-Verbandes, nach den Akten, 3. Auflage. Marburg 1921, S. 77
  55. Academische Monatshefte I, S. 172 ff.; S. 360 ff.; II, S. 150 ff.; S. 355 ff.
  56. Academische Monatshefte III, S. 336

Literatur [Bearbeiten]

1912
  • Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung.
  • Rolf-Joachim Baum (Hg.): „Wir wollen Männer, wir wollen Taten!“ Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute. Berlin 1998, ISBN 3-88680-653-7.
  • Rüdiger Döhler: Der Deutsche Idealismus und das Corpsstudententum, in: Sebastian Sigler (Hg.): Freundschaft und Toleranz. 200 Jahre Corps Bavaria zu Landshut und München. München 2006, S. 183–188, ISBN 3-932965-86-8
  • Wilhelm Fabricius: Die Deutschen Corps. Eine historische Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des Mensurwesens. Berlin 1898 (2. Aufl. 1926)
  • Paulgerhard Gladen: Das deutsche Corpsstudentum in seiner Zeit. Hilden 2010
  • Paulgerhard Gladen, Kurt U. Bertrams: Die Kösener und Weinheimer Corps. Hilden 2007
  • Wolfgang Gottwald: Der Kösener SC-Verband und die Versipptenfrage im Dritten Reich. Einst und Jetzt, Bd. 12 (1967), S. 54–68
  • Wolfgang Gottwald: Ein Rückblick. Einst und Jetzt, Bd. 41 (1996), S. 9–26
  • Christian Helfer: Kösener Brauch und Sitte, 2. Auflage (1991), ISBN 3-9801475-2-5.
  • Heiner Jüttner: Von der Godesburg bis Bad Kösen. Ein Streifzug durch den Kösener SC-Verband von 1950 bis 1994. Einst und Jetzt, Bd. 49 (2004), S. 325–364.
  • John Koch: Der Kösener SC-Verband im Weltkriege. 1921.
  • Adolf Lohmann: Chronik des Kösener SC-Verbandes 1918 bis 1933. Einst und Jetzt, Bd. 5 (1960), S. 5–31
  • Franz Moldenhauer: Das Deutsche Corpsstudententum und seine Bedeutung, 1897 (Neudruck, Hilden)
  • Gerhard Neuenhoff: Die Auflösung des HKSCV und VAC 1935. Einst und Jetzt, Beilageheft 1968
  • Herbert Neupert: Der Alliierte Kontrollrat und der Kösener S.C.. Einst und Jetzt, Bd. 40 (1995), S. 9–26
  • Hermann Rink: Zur Vor- und Frühgeschichte des Kösener SC-Verbandes. Einst und Jetzt, Bd. 44 (1999), S. 181–191
  • Hermann Rink: Bewegungen im Kösener Senioren Convents Verband [1948 bis heute]. Einst und Jetzt, Bd. 51 (2006), S. 265–278
  • Walter Pust (Hg.): Kösener SC-Taschenbuch, 1919. Faksimile, Hilden
  • Rosco Weber, Wolfgang Wippermann: Die deutschen Corps im Dritten Reich. SH-Verlag 1998, ISBN 3-89498-033-8
  • Egbert Weiß: Das hochschulpolitische Mandat der Kösener Corps. Deutsche Corpszeitung, Juni 1969, S. 148 ff.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kösener Senioren-Convents-Verband – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien