Kabardiner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Volk der Kabardiner. Für die gleichnamige Pferderasse siehe Kabardiner (Pferd).
Siedlungsgebiet der Kabardiner in Kaukasien
Eine kabardinische Familie (1905)

Die Kabardiner (Khabardey) sind eine ethnische Gruppe der Tscherkessen.

Sie bewohnen hauptsächlich die russische Teilrepublik Kabardino-Balkarien im Nordkaukasus, wo sie etwa 57,2 % der Bevölkerung (490.453 Menschen im Jahre 2010) ausmachen.[1] In ganz Russland lebten bei der Volkszählung 2010 516.826 Kabardiner.[2] Sie sind seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Kaukasus beheimatet.

Sie sprechen die kabardinische Sprache, neben der adygeischen Sprache eine der etablierten Schriftsprachen aus Dialekten der Tscherkessen, die seit den späten 1930er Jahren mit der kyrillischen Schrift geschrieben wird. In dieser Zeit hatten die Kabardiner von 1944 bis 1957 die Kabardinische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Sowjetunion.

Traditionell leben die Kabardiner von Landwirtschaft und Viehzucht, wobei ihnen das nach ihnen benannte Pferd Kabardiner gute Dienste leistet.

Mehrheitlich sind die Kabardiner sunnitische Moslems.

Eine in Russland populäre Kabardinerin ist die Sängerin Sati Kasanowa der Musikgruppe Fabrika.

Mythen[Bearbeiten]

Wie andere kaukasische Bergvölker haben die Karbardiner "Mythen über Steingeburten, die sich in der Vorstellung eines aus einem Stein bzw. Berg geborenen rebellischen Helden manifestiert (Narten-Epik)"[3]. Das kabardinische Nationalepos berichtet die Sage der Helden Sosruko und Badynoko.[4]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung Russlands 2010, Excel-Tabelle 7, Zeile 471.
  2. Excel-Tabelle 5, Zeile 79.
  3. Ilham Gadjimuradov, Der Kaukasus – ein geographischer, kultureller oder ethnischer Begriff? Erinnerungen an Naturreligionen im Kaukasus, http://www.d-k-g.de/naturreligion_content.html.
  4. Der blanke Schild, Kabardinische Heldensagen, Berlin 1958, Verlag Kultur und Fortschritt, entnommen dem vom Kabardinischen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut herausgegebenen Band "Kabardinisches Nartenepos".

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kabardiner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kaukasische Civilisation – A. M., illustriert, in Die Gartenlaube (1867), Heft 29