Kadam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Kadampa)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kadam-Tradition (tib.: bka' gdams), auch Gadang-Schule (chin. Gadang pai 噶當派; Pinyin: Gádāng pài) oder Gedang-Sekte[1] des tibetischen Buddhismus war die erste der Schulen der sogenannten „Neuen Übersetzungen“ (Sarma) buddhistischer Schriften aus dem Sanskrit ins Tibetische. Sie wurde von Dromtönpa, der 1056/1057 das Kadam-Kloster Reting (tib.: rwa sgreng)[2] oder Razheng-Kloster (chin. Rezhen si) nördlich von Lhasa im Kreis Lhünzhub errichten ließ gegründet und hatte ihren Ursprung vornehmlich in den Lehren Atishas und dessen Lamrim „Die Lampe des Erleuchtungswegs“ (skrt.: Bodhipathapradipam, tib.: byang chub lam gyi sgron ma, chin.: Putidaodenglun).[3] Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert[4] ging die Kadam-Tradition insbesondere in der Gelug-Schule, deren Angehörige auch als Neue Kadampas bezeichnet wurden auf. Die Linien der Kadam-Tradition werden aber heutzutage innerhalb aller vier Vajrayana-Traditionen des tibetischen Buddhismus gehalten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Atisha hielt vor allem drei Linien und führte diese in Tibet ein. Diese drei Linien sind:

Zuflucht und Bodhichitta spielten bei Atishas Darlegungen eine zentrale Rolle. Des Weiteren legte Atisha großen Wert auf die Einhaltung der buddhistischen Ordensregeln in Tibet, später kennzeichnendes Element für die Kadam-Schule. Die Lehren der Kadampas waren mehr an den Sutras orientiert und gründeten vor allem auf dem zweiten Lehrzyklus des Buddha Shakyamuni (2. Drehen des Rades der Lehre).

Zuerst wurde Atishas Vermächtnis an Dromtönpa bekannt als Tradition der Vier Gottheiten und Drei Dharmas, die einen widerspruchsfreien Anwendungsweg der Vereinigung von Sutra und Tantra aufzeigte. Später unter dem Namen: Atishas Kadam Tradition, das großartige Vermächtnis von Sieben göttlichen Dharmas.

Die Halter der Kadam-Linie schmückten ihren Körper mit den Vier Gottheiten (Shakyamuni, Avalokiteshvara, Tara und Achala), ihre Sprache mit den Drei Körben (Tripitaka) und ihren Geist mit der Praxis der Drei Schulungen (ethische Selbstdisziplin, Meditation und Weisheit). Die Sieben göttlichen Dharmas der Kadampas waren somit: Die Vier Gottheiten zusammen mit den Drei Schulungen der Drei Körbe.

[Bearbeiten] Sechs kanonische Texte

Zu den Sechs kanonischen Texten (tib.: bka' gdams gzhung drug) der Kadampas zählten:

  • Die Stufen des Bodhisattva (skt.: Bodhisattvabhumi; tib.: byang sa) von Asanga
  • Schmuckstück der Mahayana Sutras (skt.: Mahayanasutraalamkara; tib.: mdo sde rgyan) von Maitreya/Asanga;
  • Kompendium der Schulungen eines Bodhisattvas (skt.: Shikshasamucchaya; tib.: bslab pa kun btus) von Shantideva;
  • Führer für die Lebensweise eines Bodhisattvas (skt.: Bodhicharyavatara; tib.: spyod 'jug) von Shantideva;
  • Girlande der Wiedergeburtsgeschichten (skt.: Jatakamala; tib.: skyes rabs) von Aryashura; und
  • Die Sammlung der Worte des Buddha (skt.: Udanavarga; tib.: ched du brjod pa'i tshoms) - das tibetische Dhammapada von Dharmatrata.

[Bearbeiten] Lehrer

Bedeutende Lehrer der Kadam-Tradition waren: Lochen Rinchen Sangpo (tib.: lo chen rin chen bzang po; 958 -1055), die drei Kadam-Brüder: Potowa Rinchen Gsal (tib.: po to pa rin chen gsal; 1027-1105), Puchungwa Shönnu Gyaltsen (tib.: phu chung ba gzhon nu rgyal mtshan; 1031-1106) und Pyangsba Tsültrim Bar (tib.: spyan snga tshul khrims 'bar; 1038-1103); Sharawa (tib.: sha ra ba; 1070-1141), Chekawa Yeshe Dorje (tib.: 'chad ka pa ye shes rdo rje; 1101-1175), u.a.

Es heißt, eine der wichtigsten Lehren der Kadam sei:

  • "Sieh in allen Lehren Harmonie. Empfange Anleitung von allen Lehren."[5]

[Bearbeiten] Klöster (chin.)

Nach dem mongolischen General Dhordha hatte die Gadang-Sekte im 13. Jahrhundert mehr Klöster als irgendeine andere.[6] Weitere einflußreiche Klöster waren das Sangphu-Kloster (chin. Sangpu si) und das Narthang-Kloster (chin. Natang si) .[7]

  • Rezhen si 热振寺
  • Sangpu si 桑浦寺 (Naituo si 乃托寺)
  • Natang si 纳塘寺
  • Jibu si 基布寺
  • Qieka si 怯喀寺
  • Jiayu si 甲域寺
  • Ganggang si 岗岗寺
  • Renqingang si 仁钦岗寺
  • Dajian si 达坚寺

[Bearbeiten] Literatur

deutsch

  • Jamgon Kongtrul: Der grosse Pfad des Erwachens. Ein Kommentar zu der Mahayana Lehre der sieben Punkte der Geistesübung. Theseus Verlag, Küsnacht 1995, ISBN 3896200275

englisch

  • Gendun Drub, Glenn H. Mullin (Übers.): Training the Mind in the Great Way. 2. Auflage. Snow Lion Publications, Ithaca 1993, ISBN 0937938963
  • Geshe Sonam Rinchen: Atisha's Lamp for the Path to Enlightenment. Snow Lion Publications, Ithaca 1997, ISBN 1559390824
  • Geshe Thupten Jinpa: Mind Training: The Great Collection (Library of Tibetan Classics). Original Scriptures of the Kadampa Teachings on Lojong. Wisdom Publications, 2005, ISBN 0861714407
  • Ringu Tulku: The Ri-Me Philosophy of Jamgon Kongtrul the Great: A Study of the Buddhist Lineages of Tibet. Shambhala Publications, Boston 2006, ISBN 1590302869
  • Jamyang Khyentze Rinpoche: The Opening of the Dharma. Library of Tibetan Works and Archives, Dharamsala 1976
  • Kal Sang Gyal: Religionen in Tibet. 2004; ISBN 7-5085-0437-2 (bei Google Books & chin. Version)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Religionen in Tibet, S. 99 ff.
  2. tbrc.org: rwa sgreng rgyal ba'i dben gnas
  3. Religionen in Tibet, S. 100.
  4. berzinarchives.com: Einführende Geschichte der fünf tibetischen Traditionen des Buddhismus und Bön
  5. The Rimé Movement Of Jamgon Kongtrul The Great by Ringu Tulku, [1]
  6. http://english.chinatibetnews.com/TibetdDiscovery/Belief/2008-07/30/content_111496.htm
  7. Die Religionen in Tibet, ebd.
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen