Kalkseife

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Kalkseifen sind in Wasser schwer lösliche Calcium- oder Magnesium-Salze, in der Regel von Fettsäuren.

Sie bilden sich bei der Verwendung von Seifen in hartem Wasser. Durch die Bildung dieser Kalkseifen wird die Waschwirkung vermindert, da sich die aktive Seifenmenge verringert. Die Kalkseifen setzen sich auf Oberflächen ab (Vergrauung) und bilden auch in Abwasserrohren schwer entfernbare graue Ablagerungen. Der Bildung von Kalkseifen kann mit Enthärtern, die die Calcium- und Magnesium-Ionen binden, entgegengewirkt werden.[1]

Die heute überwiegend im Haushalt benutzten Reinigungsmittel enthalten keine oder wenig Seife, sondern andere waschaktive Substanzen (Tenside). Diese bilden wenig bis keine Kalkseifen, führen so nicht zu Vergrauung und behalten in hartem Wasser auch ohne Enthärter ihre Waschwirkung. Dafür entfetten sie die Haut sehr viel stärker, wodurch sie schnell austrocknet, und machen sie durchlässig für beispielsweise vorhandene Konservierungsmittel, Farb- und Duftstoffe.

Kalkseifen können als unerwünschte Verunreinigung in Ölen auftreten, die für Anwendungen in der Kosmetik und der Nahrungsmittelindustrie vorgesehen sind. Sie werden dort qualitativ analytisch beispielsweise mit Phenolphthalein-Lösung nachgewiesen, die sich rot färbt, wenn Kalkseifen vorhanden sind.

Verwendung[Bearbeiten]

Die wasserabweisende (Hydrophobie) Eigenschaft der Kalkseife wird zum Beispiel bei Tadelakt, einer marokkanischen Verputztechnik oder bei Opus signinum einer altrömischen Verputztechnik, genutzt. Die Bildung kleinerer Mengen an Kalkseifen dient in modernen Waschmitteln dazu, eine übermäßige Schaum-Entwicklung zu vermeiden.

In der EU sind sie als Lebensmittelzusatzstoffe der Nummern E 470a (die Calcium-Salze von Speisefettsäuren, neben den darunter ebenfalls erfassten Natrium- und Kalium-Salzen) und E 470b (Magnesiumsalz von Speisefettsäuren) ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für Lebensmittel allgemein zugelassen. Sie werden in der Lebensmitteltechnik als Emulgatoren, Stabilisatoren, Trennmittel, Überzugsmittel oder auch als Trägersubstanzen für andere Zusatzstoffe und Aromen verwendet und finden sich unter anderem in Back- und Süßwaren. Die Rohstoffe können aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen werden, was üblicherweise beim Endprodukt nicht deklariert wird.[2]

Kalkseifen werden auch zur Herstellung von Kosmetikprodukten verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Hauptmann: Organische Chemie. Neuauflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 2001, ISBN 3-342-00635-8 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1991).
  • Hans-Georg Henning, Werner Jugelt, Günther Sauer: Praktische Chemie. Ein Studienbuch für Mediziner und Naturwissenschaftler. 5. Auflage. Verlag Deutsch, Thun 1991, ISBN 3-8171-1139-8 (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1982).
  • Hugo Janistyn: Taschenbuch der modernen Parfümerie und Kosmetik. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1974, ISBN 3-8047-0473-5.
  • Hermann Pardun: Analyse der Nahrungsfette (Grundlagen und Fortschritte der Lebensmitteluntersuchung und Lebensmitteltechnologie; 16). Parey, Berlin 1976, ISBN 3-489-78814-1 (völlige Neubearbeitung von Werner Wachs: „Öle und Fette – Analyse der Nahrungsfette“).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hauptmann: 1985, Seite 740
  2. transGEN: Fettsäuren E 570