Kammgarn

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Als Kammgarn bezeichnet man aus langstapeliger Wolle, Baumwolle oder Chemiefasern gesponnenes Garn mit einer glatten Oberfläche.

Es entsteht durch Kämmen der Rohwolle, Rohbaumwolle bzw. sonstiger Fasern, wobei die kurzen Faserstücke und Verunreinigungen (Noppen, Nissen, Vegetabilien, der sog. Kämmling) aus dem Vormaterial entfernt werden. Das Kammgarn ist also ein „ausgekämmtes“ und daher hochwertiges Garn. Durch mehrmaliges Vorstrecken, Verziehen, ggf. Nachkämmen und Mischen werden die Fasern gleichmäßig und parallel ausgerichtet. Dieser sogenannte Kammzug wird dann auf speziellen Spinnmaschinen weiterverarbeitet und erhält seine Spinn- und evtl. in einem weiteren Prozeßschritt seine Zwirndrehungen.

Die mittlere Stapellänge der verarbeiteten Fasern beträgt bei Wolle etwa 65 mm, meist jedoch 80 mm; bei Baumwolle mindestens 30 mm[1].

Kammgarne werden vor allem bei hochwertiger Oberbekleidung (Strick- und Webware), Strumpfartikeln, aber auch zunehmend in hochentwickelten Funktionstextilien oder Heimtextilien verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Kammgarnspinnereien

[Bearbeiten] Literatur

  • Kammgarn-Halbkammgarn-Streichgarn. In: Dietmar Fries: Spinnereitechnik, Ausbildungsmittel, Unterrichtshilfen. Band 67. Arbeitskreis Gesamttextil, Eschborn 1996, ISBN 3-926685-73-5.
  • Bernhard Schwabe, Horst Ullmann: Technologie und Maschinen der Kammgarn- und Streichgarnspinnerei. Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt, Sektion: Textil- und Ledertechnik, Wissensbereich: Chemiefasern- und Fadentechnologie, Karl-Marx-Stadt [Chemnitz] 1981 (ohne ISBN).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. [1]