Kampfstiefel

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Aktueller Standardstiefel der Bundeswehr 2007 DMS

Kampfstiefel sind schwere Lederstiefel von Soldaten, die in der Regel zum regulären Feldanzug, aber auch zum „Großen Dienstanzug“ getragen werden.

Es handelt sich dabei um sehr robuste und weitgehend wasserdichte Lederstiefel mit einer tiefen Profilstruktur und einer schweren rutschfesten Sohle.

Vorgänger waren die sogenannten Knobelbecher, die offiziell jedoch auch Kampfstiefel hießen.

Es handelt sich hierbei um Berufsschuhe, zum Teil auch um Sicherheitsschuhe

Inhaltsverzeichnis

Bundeswehr [Bearbeiten]

Kampfstiefel der Bundeswehr
Kampfstiefel der Bw für tropischen Einsatz

Der Standardstiefel 2007 DMS [Bearbeiten]

Das Modell 2000 (siehe unten) wurde 2007 von einer verbesserten Version des Kampfschuhs abgelöst (Kampfschuh, Männer, direktangespritzte Sohle). Neben äußerlichen Veränderungen wie einer Anziehschlaufe wurde insbesondere der Aufbau der Sohle verändert. Diese ist nun direkt am Schaft angespritzt. Die bisherige Klebstoffschwachstelle entfällt bei diesem Modell. Der Schuh hat eine Anziehschlaufe und eine gepolsterte Abschlussbordüre. Er besteht aus kombiniert gegerbtem, genarbtem, vollnarbigem, durchhydrophobiertem, unzugerichtetem Waterproofleder.

Sondermodelle [Bearbeiten]

Das Wachbataillon der Bundeswehr trägt bei Paraden keine Kampfstiefel, sondern hochschaftige Paradestiefel mit einem Eisenbesatz an der Ferse (sogenannte Knobelbecher). Die Soldaten der Gebirgsjäger-, die Fallschirmjägertruppe sowie zum Teil fliegendes Personal tragen meistens spezielle Ausführungen bzw. gar keine Kampfstiefel. Die Gebirgsjäger tragen bundeswehreinheitliche (leichte) Bergstiefel mit einem gezackten Sohlenprofil. Bei der Marine sind die den Knobelbechern ähnlichen Seestiefel gebräuchlich.

Inzwischen gibt es bei der Bundeswehr, bedingt durch die Einsätze in verschiedenen Klimazonen, auch entsprechende Kampfstiefel für diese Regionen. Für den Einsatz im südlichen Europa gibt es den Kampfstiefel „Tropen“. Dieser ist etwas leichter als der üblicherweise bei der Bundeswehr verwendete Stiefel. An den Seiten des Schaftes ist er jeweils mit einem reißfesten und belastbaren Textilmaterial versehen. Die Sohle ist auch eine Profilsohle, jedoch anders gestaltet als die des Standardstiefels.

Frühere Ausführungen [Bearbeiten]

Es gibt noch vier frühere Ausführungen eines Kampfstiefels der Bundeswehr:

Von Beginn an bis zu Beginn der 1970er Jahre hatte die Bundeswehr als Kampfstiefel die sogenannten Knobelbecher.

Als zweites führte die Bundeswehr einen braunen Schnürstiefel ein, der zum Teil noch mit der „gerillten“ Laufsohle der Knobelbecher versehen war. Dieser Schuh war zwiegenäht und an der Ferse und Kappe verstärkt. Eine spätere Ausführung dieses Stiefels erhielt dann schon die Profilsohle, die in Fachkreisen als „Oberfeldwebelsohle“ bekannt ist, da sie im Absatz einen Doppelwinkel hat, der wie der Doppelwinkel auf den Schulterklappen eines Oberfeldwebels aussieht. Diese Stiefel verfügten an der Ferse über einen zusätzlichen „Lederabnäher“ zur Verstärkung. Es war verboten, diese Schuhe mit etwas anderem als der dienstlich gelieferten braunen Schuhcreme zu behandeln. Später mussten diese Stiefel mit schwarzer Schuhcreme umgefärbt werden, da die braunen Stiefel nicht zum schwarzen Koppel des großen Dienstanzuges passten. Die Bundeswehrführung hatte entschieden, diesen Kampfstiefel, nunmehr in schwarzer Farbe, einzuführen. Von da ab gab es in der Bundeswehr nur noch schwarze Kampfstiefel. Bezeichnenderweise konnte er noch besohlt werden, was bei dem heutigen Modell nicht mehr möglich ist.

Ungefähr Mitte der achtziger Jahre wurde dieser Stiefel geringfügig verändert. Er wurde innen mit einer zusätzlichen Lederfütterung ergänzt, was den Tragekomfort für die Soldaten erhöhte. Zusätzlich konnte man in Höhe des Spanns die Schnürsenkel mittels einer speziell geformten Schnüröse aushängen. Das ermöglichte ein schnelleres An- und Ausziehen. Die bewährte Profilsohle wurde beibehalten.

Beim zweiten Modell wurde der Kampfstiefel mit Lederinnenfutter versehen.

Anfang der 1990er Jahre wurde ein komplett neu gestalteter Kampfstiefel eingeführt; jedoch war das erste Modell ohne Schnellschnüröse und ohne Lederschlaufe zum leichteren An- und Ausziehen. Man hatte die bisher gesammelten Erfahrungen nicht berücksichtigt. Inzwischen jedoch wurde dies nachgeholt, auch die neuen Kampfstiefel verfügen jetzt über Lederschlaufen und Schnellschnürösen.

Die Version der Bundeswehr (Kampfstiefel Modell 2000) ist aus Rindleder, durchgehend bis ganz oben hin (leder)gefüttert und besitzt zwei Kunststoffkappen (ähnlich wie Stahlkappen, jedoch trägt Kunststoff im Unterschied zu Stahlkappen nicht zum Auskühlen der Zehen bei), um Fersen und Zehen zu schützen. Des Weiteren sind die Stiefelsohlen sowohl öl- als auch benzinfest sowie antistatisch. Die Sohle ist vernäht und die Naht abgedichtet. Ferner zeichnet sich die Sohle durch eine dämpfende Mittelschicht aus. Für zusätzliche Dichtigkeit im Bereich der Schnürung ist die Lasche bis beinahe ganz oben hin zu beiden Seiten mit dem Schaft verbunden. Außerdem sind die heutigen Bundeswehr-Kampfstiefel mit einer Fersenbeuge ausgestattet.

Besitz nach Beendigung der Dienstzeit [Bearbeiten]

Die Kampfstiefel gehören bei Ausscheiden aus der Bundeswehr zur Friedenszusatzausstattung. Sie bleiben nach dem Ende der Dienstzeit bei dem Soldaten, der dann dafür verantwortlich ist, und gehen nach drei Jahren in sein Eigentum über, soweit er nicht weiterhin als Reservist auf einen Dienstposten beordert ist.

Bundesheer [Bearbeiten]

Das österreichische Bundesheer bezeichnet die reguläre Militärausführung als Feldschuh.

Schweizer Armee [Bearbeiten]

In der Schweizer Armee ist die Grundausrüstung der Kampfstiefel 90.

Siehe auch [Bearbeiten]