Karakorum Highway

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Verlauf des Karakorum Highway
Der Karakorum Highway

Der Karakorum Highway oder Karakoram Highway (KKH, Urdu ‏شاہراہ قراقرم‎; chinesisch 喀喇昆仑公路) ist eine internationale Fernstraße, die Kaschgar in der Provinz Xinjiang (Westchina) mit Havelian im Nordwesten Pakistans verbindet. Die Straße führt auf 1284 km durch landschaftlich und kulturell sehr vielseitige Gebiete, entlang der Gebirge des Pamir, Karakorum, Himalaya und teilweise des Hindukusch und ist im Winter nicht befahrbar. Zurzeit wird die Straße ausgebaut.

Strecke[Bearbeiten]

Der KKH führt am Achttausender Nanga Parbat vorbei. Der höchste Punkt der Strecke wird mit 4693 m am Khunjerab-Pass erreicht, der auch die Grenze zwischen Pakistan und China markiert. Der KKH ist somit die höchstgelegene Fernstraße der Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Karakorum Highway wurde gemeinsam von China und Pakistan innerhalb von circa 20 Jahren erbaut und im Jahre 1978 fertiggestellt. Der Bau stellte aufgrund der häufigen Erdrutsche an teilweise schroffen Berghängen und der Höhe eine große Herausforderung dar. Offiziell kamen bei den Bauarbeiten 810 pakistanische und 82 chinesische Arbeiter ums Leben. Seit 1986 ist die Straße auch für den Tourismus geöffnet. Auf chinesischer Seite ist er Teil der Nationalstraße G314, die anschließend von Kaschgar ostwärts nach Ürümqi führt.

Nach einem gewaltigen Bergsturz ins Hunzatal am 4. Januar 2010 hat der hierdurch aufgestaute Attabad-See mittlerweile 22 Kilometer (Stand Mai 2010) des Karakorum Highway unter Wasser gesetzt. Es wird befürchtet, dass der Damm brechen könnte, mit katastrophalen Folgen für die Infrastruktur stromabwärts.[1]

Ausbau[Bearbeiten]

Zurzeit baut China die größtenteils aus Schotterpiste bestehende Strecke zu einer asphaltierten mehrspurigen Straße aus. Ziel ist, die Fahrzeit von 30 auf 20 Stunden zu senken und die Strecke im Winter und für große Lkw befahrbar zu machen. Dadurch will man den Export von Waren nach Pakistan erhöhen und vom Hafen Karatschi in alle Welt exportieren. Der Bau kostet umgerechnet rund 400 Millionen Dollar. Geplant ist auch eine Pipeline entlang der Straße, um Erdgas aus dem Iran zu beziehen.

Abbildungen[Bearbeiten]

Archäologie[Bearbeiten]

Zwischen Chilas und Gilgit unterhalb des Nanga Parbat befinden sich auf den Felswänden entlang des Indus etwa 50.000 Bildzeichnungen (Petroglyphen) aus ca. 10.000 Jahren Kulturgeschichte. Diese drohen unterzugehen, wenn die Diamer-Basha-Talsperre gebaut wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ahmad H. Dani: Human records at Karakorum Highway. Mr. Books, Islamabad 1995, ISBN 969-35-0646-4.
  • Anke Kausch: Seidenstraße. Von China durch die Wüsten Gobi und Taklamakan über den Karakorum-Highway nach Pakistan. DuMont, Köln 2001, ISBN 3-7701-5243-3 (Kunst-Reiseführer).
  • Martin Müller: Karakorum-Highway. Von Pakistan nach China über die aufregendste Hochgebirgsstraße der Welt. Artcolor-Verlag, Hamm 1990, ISBN 3-89261-040-1.
  • Waltraud Sperlich: Dharmadeva was here. in: Abenteuer Archäologie. Spektrum, Heidelberg 2007, 3, 38ff. ISSN 1612-9954

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karakoram Highway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markus Becker: Erdrutsch in Pakistan – Experten fürchten riesige Flutwelle durch Dammbruch. Spiegel online, 22. Mai 2010, abgerufen am 26. Mai 2010.