Karl Wernecke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl Wernecke (* 4. August 1885 in Wartenberg; † November 1945 im sowjetischen Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen) war ein deutscher Kommunalpolitiker.

Ausbildung[Bearbeiten]

Wernecke erhielt seine Schulausbildung an der Landesschule Pforta bei Naumburg. Nach sechs Semestern Studium des Rechts absolvierte er 1907 die Referendarprüfung am Oberlandesgericht Naumburg und 1912 die große juristische Staatsprüfung in Berlin. Bereits 1910 wurde er an der Universität Halle zum Dr. iur. promoviert.

Erste Berufserfahrungen[Bearbeiten]

Erste Anstellungen im Kommunaldienst erhielt er in Eisleben und Charlottenburg. Im Mai 1914 trat Wernecke die Stelle des zweiten Bürgermeisters in Stendal an, von März 1915 bis 1918 nahm er jedoch als Leutnant und Bataillonsadjutant am Ersten Weltkrieg teil. Ab 1919 war er wieder als zweiter Bürgermeister in Stendal tätig. Wernecke begründete unter anderem die Volkshochschule, wirkte bei der Schaffung des Theaters der Altmark mit und engagierte sich im Altmärkischen Museumsverein.

Oberbürgermeister in Stendal[Bearbeiten]

1931 übernahm Wernecke den Posten des Oberbürgermeisters in Stendal. Vor 1933 war Wernecke Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei und der Freimaurerloge Zur Goldenen Krone. Am 20. April 1933 beantragte Wernecke dann die Mitgliedschaft in der NSDAP, allerdings erfolglos. Stattdessen trat er im November 1933 in die SA ein, aus der er aber im April 1934 wegen der Logenzugehörigkeit wieder ausgeschlossen wurde. 1940 zählte er zu den Mitbegründern der Winckelmann-Gesellschaft. 1941 wurde Wernicke schließlich in die NSDAP aufgenommen. Auch bei der SA war er nun als Sturmführer tätig. Wernecke gab als Oberbürgermeister am 12. April 1945 die Anweisung, in Stendal überall die weiße Fahne zu hissen und trug so mit dazu bei, die Stadt vor der drohenden Zerstörung zu bewahren.[1] Dafür wurde er vom zuständigen Gauleiter zum Tode verurteilt, das Urteil kam jedoch wegen des Kriegsendes nicht mehr zur Vollstreckung. Die amerikanische Besatzungsmacht bestätigte ihn als Oberbürgermeister.

Verhaftung und Tod[Bearbeiten]

Nach dem Abzug der Amerikaner wurde Wernecke am 1. Juli von der sowjetischen Administration verhaftet und am 4. August 1945 ins NKWD-Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen verbracht. Im November 1945 verstarb Wernecke dort an einer Sepsis. Eine Anklage gegen ihn ist nicht bekannt, ebenso wenig informierten die sowjetischen Machthaber über seinen Tod.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Wiehle: Altmark-Persönlichkeiten. Biographisches Lexikon der Altmark, des Elbe-Havel-Landes und des Jerichower Landes. Oschersleben 1999, S. 184f.