Busbord

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Bushaltestelle mit Kasseler Bord

Ein Busbord ist ein Betonprofil, das an Haltestellen, an denen Niederflurfahrzeuge (Busse, Straßenbahnen oder Stadtbahnen) halten, als Randstein verwendet wird. Der abgerundete Bordstein wurde in Kassel entwickelt und wurde namensgebend für die heute übliche Bauform.

Kasseler Sonderbord[Bearbeiten]

Die Bemühungen um barrierefreies Design mündeten 1996 in den ersten Teil der DIN 18024 („Barrierefreies Bauen – Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze; Planungsgrundlagen“). Kassel war hierbei Vorreiter und testete Niederflurbusse für den ÖPNV seit 1992.[1] Der Einsatz von niederflurigen Bussen im öffentlichen Nahverkehr mit Einstiegsplattformen zeigte jedoch einen erhöhten Verschleiß der Reifen durch den Kontakt mit dem Bordstein. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft sammelte daher seit 1994 Ideen zur Behebung des Problems mit Hilfe einer Sonderbauform des Bordsteinprofils, kurz „Sonderbord“.[1] Ein Hersteller wurde mit der Fröhlich Bau AG in Gensungen südlich von Kassel gefunden, die einen patentierten Profilstein hatten (EP0544202/1993).[2][3] Nach deren Liquidierung ging die Produktion auf die Profilbeton GmbH in Borken (Hessen) über, ebenfalls südlich von Kassel. Bis 2001 wurden dann rund ein Sechstel der Bushaltestellen in Kassel mit dem Kasseler Sonderbord umgerüstet.[3]

Das Kasseler Design zeichnet sich dadurch aus, dass der Bord besonders glatt und außerdem gekrümmt ist, so dass ein Bus mit seinen Reifen ohne allzu großen Verschleiß darauf auflaufen kann, ohne aufzuklettern. Durch eine Aufstandfläche vor der Krümmung wird dabei ein Einwärtsdrücken des Bords vermieden. Die Oberseite des Profils ist rutschfest strukturiert und kann dadurch von Blinden und Sehbehinderten gut ertastet werden. Der verwendete helle Beton erzeugt einen hohen Kontrast zur Gehwegbefestigung und erleichtert so die optische Erkennbarkeit für Sehbehinderte. Die Möglichkeit zum extrem dichten Heranfahren zusammen mit der Höhe des Bords machen barrierefreien Zugang zu den Verkehrsmitteln möglich.

Dresdner Combibord[Bearbeiten]

„Combibord“-Bahnsteig

Das Dresdner Combibord ist eine parallele Entwicklung eines Betonprofils, das von den Bahnsteigen der Niederflurstraßenbahnen abgeleitet ist. Die Entwicklung begann mit der Einführung der ersten niederflurigen Straßenbahnen in Dresden (vom Typ Gelenktriebwagen NGT6DD im Zeitraum 1995–1998); das Combibord-Patent wurde im Juli 1997 erteilt (DE 19730055).[4] Durch die abgerundete Partie wird dem Bus eine Möglichkeit gegeben, ähnlich eng an den Bahnsteig der Straßenbahn heranzufahren.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe benennen folgende Eigenschaften:[5]

  • Bordhöhe des Bahnsteigs im Türbereich der Straßenbahn mindestens 23 cm
  • Bordhöhe des Bahnsteigs im Türbereich des Busses mindestens 18 cm
  • Restschwelle zwischen Bahnsteigkante und Straßenbahn maximal 5 cm
  • Restschwelle zwischen Bahnsteigkante und Bus maximal 8 cm
  • Restspalt zwischen Bahnsteigkante und Straßenbahn/Bus maximal 5 cm
  • bei Haltestelleninseln ein barrierefreier Übergang vom/zum öffentlichen Gehwegbereich mit einer maximalen Restschwelle von 3 cm und einer maximalen Rampensteigung von 6 %

Varianten[Bearbeiten]

  • Der Erfurter Busbord wird seit 2007 eingesetzt, dieser hat eine Bauhöhe von 24 cm.[6] (in Kassel wurden Busborde mit 18 cm eingesetzt).
  • Das Berliner Combibord hat eine Bauhöhe von 21 cm über Schienenoberkante verwendet (in Dresden werden Profilelemente mit 24 cm über Schienenoberkante eingesetzt).[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kasseler Sonderbord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. a b Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG: Historie. Abgerufen am 2. Dezember 2012.
  2. EP0544202: Kerbstone and stop for buses and the like, especially for combined tramway and bus traffic. European Patent Office. Abgerufen am 24. September 2013.
  3. a b Dipl.-oec. Jürgen Burmeister: Einfach einsteigen (PDF; 940 kB) In: NahverkehrsPraxis. 2001. Abgerufen am 2. Dezember 2012.
  4. Begrenzung einer Fahrbahn für Busse und Schienenfahrzeuge an kombinierten Haltestellen (PDF; 186 kB) In: Europäisches Patent basierend auf DE 19730055. European Patent Office. 10. Juli 1998. Abgerufen am 24. September 2013: „Priorität: 14.07.1997 DE 19730055“
  5. Barrierefrei durch Dresden (PDF; 1,9 MB) In: DVB Fakt. Dresdner Verkehrsbetriebe. S. 4. Abgerufen am 2. Dezember 2012.
  6. Weitere niederflurgerechte Bushaltestellen. In: Pressemitteilung. Erfurt Tiefbau- und Verkehrsamt. 2. Oktober 2007. Abgerufen am 2. Dezember 2012.
  7. Berliner Combiborde 21. Railbeton. Abgerufen am 2. Dezember 2012.