Kassengift

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für das Album von Rosenstolz siehe Kassengift (Album).

Als Kassengift (englisch: Box office poison) wird in der Filmindustrie und in der Theaterbranche ein Gegenstand oder ein Mensch bezeichnet, den man wegen mehrfacher Misserfolge an den Kassen („Box Office Bombs“) als finanziell nicht lohnend oder sogar als für Produktionen schädlich ansieht.

Der Begriff wird meist abfällig verwendet und ist häufig umstritten. Typische Kristallisationspunkte sind Schauspieler, die zwar in anspruchsvollen Rollen brillieren, aber keine Einspielergebnisse erzielen, die sich für die Studios lohnen würden.[1][2] Auch bestimmte Regisseure oder Themen sind häufig mit diesem Vorurteil belastet, das mehr oder weniger berechtigt sein kann.

Ein Kassengift-Image weist für manche aber schon wieder auf Kommerz-unabhängige künstlerische Qualität hin. Zahlreiche, an den Kinokassen wenig erfolgreiche Filme erlangten im Laufe der Zeit Kultstatus.[3]

Beispiele[Bearbeiten]

Ein bekanntes Beispiel aus jüngerer Zeit ist der Mars. Die Erforschung dieses Planeten ist in mehreren großen Hollywood-Filmen (Red Planet, Mission to Mars, Ghosts of Mars, Mars Needs Moms) verarbeitet worden, die alle finanzielle Flops waren.[4] Aktuell erwies sich das Mars-Abenteuer John Carter – Zwischen zwei Welten (2012) für die Walt Disney Studios als einer der gewaltigsten Misserfolge in deren Produktionsgeschichte. Zudem fuhr der Film einen Millionenverlust für das Unternehmen ein und zählt zu den größten Flops der Filmgeschichte.[5]

Ein Ruf als Kassengift kann aber auch täuschen oder sich wandeln: So wurde Fantasy in der Filmbranche lange Zeit als Kassengift betrachtet, bis der Regisseur und Produzent Peter Jackson mit seiner Verfilmung von Der Herr der Ringe eine sensationelle Serie von Erfolgen erzielte und ein regelrechter Fantasy-Boom einsetzte. Ähnliches geschah bei der Science Fiction. Sie galt als Kassengift, bis 1977 Star Wars in die Kinos kam, den Trend brach und zum (bis dahin) erfolgreichsten Film in der Geschichte des Kinos wurde. Das Interesse der Filmstudios, Piratenfilme in die Kinos zu bringen, sank dramatisch, nachdem 1995 Die Piratenbraut veröffentlicht wurde. Das Abenteuer entwickelte sich zum (bis dahin) größten kommerziellen Flop aller Zeiten und galt als ein Grund für die Insolvenz der den Film finanzierenden Produktionsgesellschaft Carolco Pictures. Seitdem wurde das Genre als klassisches Kassengift angesehen. Erst 2003 brachte Walt Disney Pictures den Piratenfilm Fluch der Karibik heraus und landete einen großen Erfolg, dem drei Fortsetzungen (2006, 2007, 2011) folgten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spiegel.de: Kassengift Superstar?
  2. film.com: Box-Office Poison
  3. filmsite.org: Cultfilms
  4. filmfreunde.net: Filme zum Thema Mars erfolglos
  5. Financial Times Deutschland.net: Die größten Flops der FilmgeschichteVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter