Kieke

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Kieke oder Feuerkieke ist ein alter, speziell in Norddeutschland gebräuchlicher Begriff für ein tragbares Gerät zum Wärmen, besonders der Füße. Synonym wurde Feuerstube verwendet, verwandt mit nl. stoof und eng. stove – siehe Stövchen.

Eine Kieke hat eine Grundfläche von etwa 30 cm × 30 cm und ist ungefähr 20 cm hoch. Sie besteht aus Holz oder Metall und wird mit glühenden Briketts erwärmt, die mit einem Metallgefäß hineingestellt werden. Als Abdeckung kann eine Stein- oder Marmor-Platte dienen, welche die Wärme speichert. Andere Ausführungen haben Löcher im Deckel, durch die erwärmte Luft nach oben strömt. Mit Kieke bezeichnete man zunächst nur den äußeren Behälter, in den man den aus beständigerem Material gefertigten Feuertopf oder Klempner mit den glühenden Kohlen stellte.

Ein unbekannter Autor des 18. Jahrhunderts bemerkte zur zeitgenössischen Verwendung dieses Gegenstandes:

„[…] Denn, weil unser so gar zärtlich gewöhntes Frauen-Zimmer zur Winters-Zeit ohne diß nicht in die Kirche gehen kan, ohne eine Feuer-Kieke unter sich zu nehmen, gleichwohl aber diese, wo nicht die zarten Füsse, dennoch ihre schönen Hemden, und netten Unter-Röcke bisweilen gantz erschrecklich daran verbrennen, und, ohne den Schaden zurechnen, offtermahlen einen gantz abscheulichen Geruch, auch wohl gar, welches alsdann noch das ärgste ist, unter den Leuten ein höhnisches Gelächter verursachen; […] und sich doch gleichwohlen auch schämet, die Feuer-Kieke selbst in der Hand mit sich zutragen.“

anonym: Philosophische Ergötzungen, 1765[1]

Quellen[Bearbeiten]

zur Etymologie

  • Gieke in: Adelung: Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
  • Lemma Kieke. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1960 (www.woerterbuchnetz.de).

zur Verwendung

  • O. L. Hartwig (Hrsg.): Johann Karl Gottfried Jacobssons technologisches Wörterbuch 1. Teil A–F. Friedrich Nicolai, Berlin/Stettin 1781, S. 716 oben Volltext in der Google-Buchsuche
  1. E. F. E.: Philosophische Ergötzungen oder auf Vernunft und Erfahrung gegründete Untersuchung wie die wahrhaften Seemuscheln auf die höchsten Berge und in die festesten Steine gekommen, nebst einer deutlichen Erklärung der Erdbeben und anderer wunderbarer Naturbegebenheiten, auf Veranlassung der von Herrn Anton Lazaro Moro herausgegebenen neuen Untersuchung der Veränderung des Erdbodens, ausgestellet von Einem Fleißigen Erforscher philosophischer Lauterkeit. Johann Heinrich Cramer, Bremen 1765, S. 297–298 Volltext in der Google-Buchsuche

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kieke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien