Klaus Peter Dencker

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Klaus Peter Dencker (* 22. März 1941 in Lübeck-Travemünde) ist ein Fernsehschaffender, Autor der visuellen Poesie und ehemaliger Professor für „Medientheorie und Medienpraxis“ an der Universität Trier.

Leben und Leistungen[Bearbeiten]

Klaus Peter Dencker studierte deutsche Literaturwissenschaft, Japanologie und Philosophie an der Universität Hamburg bis 1965. Anschließend war er bis 1974 Assistent und Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen-Nürnberg für deutsche Literaturwissenschaft (am Lehrstuhl von Ulrich Fülleborn) und Film- und Fernsehkunde. Bis 1975 war Dencker freier Autor und Filmemacher. Anschließend war er bis 1985 als 1. Redakteur und Filmemacher beim Saarländischen Rundfunk/Fernsehen im Bereich Kultur tätig. Er war von 1982 bis 1985 Vorsitzender des Programm-Mitarbeiter-Ausschusses des Saarländischen Rundfunks.

Während seiner Arbeit als Fernsehschaffender erstellte er ca. 100 Dokumentar- und Experimentalfilme für ARD und ZDF. 1978 produzierte er die erste EB-Produktion (in der Reihe Museen der Welt die Dokumentation Die Vatikanischen Museen) der ARD/SR als Autor und Regisseur.

Seit 1981 war er Lehrbeauftragter an den Universitäten Saarbrücken und Trier. Von 1985 bis 2000 war er Professor für das Fach „Medientheorie und Medienpraxis“ an der Universität Trier. Er war außerdem Leitender Regierungsdirektor der Kulturbehörde Hamburg von 1985 bis 2002.

Während seiner Tätigkeit in der Kulturbehörde Hamburg leitete er die Bereiche Literatur, Film, Foto, Neue Medien/ Medienkunst, bildende Kunst, internationaler Kulturaustausch, Städtepartnerschaften, Kulturprogramme. Er arbeitete (als stellvertretender Vorsitzender) von 1986 bis 1992 zusammen mit Eberhard Fechner (Vorsitzender) in der Kommission zum Aufbau einer Deutschen Mediathek. Er war Mitglied der Strukturkommission Film/Medien beim Kultusminister des Landes Brandenburg von 1991 bis 1993, Mitglied der Hochschulkommission für die Film- und Fernsehhochschule „Konrad Wolf“ in Potsdam 1992 und 1993, Jurymitglied des Deutschen Medienkunstpreises des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM)/Karlsruhe von 1992 bis 1995, Initiator und Betreuer der Reihe Interface, Internationales Symposion der Medieninnovation 1990 bis 2000 sowie Initiator und Koordinator des elektronischen Kommunikationsnetzes im Ostseeraum Baltic Interface Net (BIN) von 1996 bis 2001.

Dencker wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u. a. war er jüngster Kulturpreisträger der Stadt Erlangen 1972. Die Stadt Lübeck in Verbindung mit der Overbeck-Gesellschaft ehrte ihn mit einem Empfang zu seinem 70. Geburtstag 2011. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Torsten Albich wurde ihm 2012 von Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Ausstellungen / in Sammlungen aufgenommene Werke[Bearbeiten]

Als Autor arbeitet Dencker im Bereich zwischen Literatur und bildender Kunst: „Als Fortsetzer der visuellen konkreten Poesie hat Dencker, als einer der wenigen in Deutschland, Theorien und Praktiken entwickelt, die international Beachtung gefunden haben“ (aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Förderpreises zum Kunstpreis Berlin, Akademie der Künste 1982). Er ist seit 1970 an internationalen Ausstellungen der Visuellen Poesie beteiligt. Die wichtigste Einzelausstellung fand anlässlich des 60. Geburtstags 2001 im Hamburger Bahnhof/Berlin mit über 200 Blättern aus dem Bestand der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin statt, die umfangreichste Ausstellung in der Städtischen Galerie Erlangen zum 65. Geburtstag.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Denckers Plakatgedichte. Mobilia, Erlangen 11. Dezember 1969–31. Januar 1970
  • Denckers Visuelle Poesie. Galerie Kröger, Kirchheim-Teck 31. März–3. Mai 1985
  • Klaus Peter Dencker (1967–1997). Universitätsbibliothek, Trier 27. Oktober–8. November 1997
  • Klaus Peter Dencker: Sequenzen. Hamburger Bahnhof/ Museum für Gegenwart, Berlin 2. April–29. August 2001
  • Klaus Peter Dencker, Visuelle Poesie. Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg 30. März–13. Mai 2006
  • Klaus Peter Dencker, Zwischen Schrift und Bild. Städtische Galerie Erlangen 26. August–24. September 2006
  • Klaus Peter Dencker, Zwischen Schrift und Bild. Kulturforum Burgkloster, Lübeck 15. April–27. Mai 2007
  • Klaus Peter Dencker zu Ehren. Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 17. April 2011
  • Klaus Peter Dencker, Visuelle Poesie 1969–2012. NDR, Hamburg 30. Januar–2. Mai 2013
  • Klaus Peter Dencker, TextSpielArt. Galerie Allee, Hamburg 4.-28. Februar 2014

Kollektivausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Poesie Konkret. Kunsthalle, Nürnberg 20. August–19. September 1971
  • klankteksten-konkrete poezie-visuele teksten. Stedelijk Museum, Amsterdam 7. November 1970–3. Januar 1971
  • Konkrete Poesie. Goethe-Institut, Lille 4.–6. Mai 1972
  • Welt aus Sprache. Akademie der Künste, Berlin 20. September–22. Oktober 1972
  • Typewriter Art. Concourse Gallery, London 25. Februar–13. März 1974
  • Vizuele poezie. Van Gogh Museum, Amsterdam 15. November–15. Dezember 1975
  • Tecken. Konsthall, Malmö 22. März–7. März 1978 und Kunstsentret Hovikodden, Oslo 10. Mai–4. Juni 1978
  • Sprachen jenseits von Dichtung. Westfälischer Kunstverein, Münster 5. Mai–10. Juni 1979
  • Kunstpreis Berlin 1982. Akademie der Künste, Berlin 18. März–12. April 1982
  • Am Anfang war das Wort. Städtische Galerie, Lüdenscheid 21. September–21. Oktober 1984
  • Alles und noch viel mehr. Das poetische ABC. Bern: Kunstmuseum 12. April–2. Juni 1985
  • Künstlerbücher-Buchobjekte. Universitätsbibliothek, Oldenburg 14. Februar–31. März 1986
  • Auf ein Wort. Gutenberg-Museum, Mainz 30. Mai–31. August 1987
  • Text als Figur. Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel 1. September 1987–17. April 1988
  • Poesia visiva e dintorni. Musei di Spoleto, Spoleto 1. Juli–30. September 1995
  • Visual Poetry. The State History & Art Museum, Kaliningrad 1995
  • Poesia intersignos. Paco das Artes, Sao Paulo 28. April–10. Mai 1998
  • Deutsche und japanische Visuelle Poesie. Museum of Contemporary Japanese Poetry, Tanka and Haiku. Kitakami 4. September–10. Oktober 1999
  • Gutenberg 2000 – nicht ans Wort gebunden. Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig 6. Juli–21. Oktober 2000
  • Kommunikation visuell. Deutsche Bibliothek/Buch- und Schriftmuseum, Leipzig 9. November 2001–28. März 2002
  • Leonardo in Azione e Poesia. Museo Ideale Leonardo da Vinci, Vinci/FI. Eröffnung: 15. April 2001
  • St. Petersburg 300 years. A. S. Popov Central Museum of Communications, St. Petersburg/Russia 9. Dezember 2004–15. Januar 2005
  • Schrift, Zeichen, Geste. Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock. Kunstsammlungen Chemnitz 24. Juli–9. Oktober 2005
  • Linuagens Abrangentes. Galeria Pedro Serrenho, LISBOARTE/ Lissabon 4. November–2. Dezember 2006
  • Poetry goes art & vice versa. Weserburg/Studienzentrum Bremen 21. Mai–14. August 2011
  • Arakawa. Hinter dem Gesichtsfeld. Literaturhaus Graz 1.–6. März 2012

Denckers Arbeiten der Visuellen Poesie befinden sich in Sammlungen u. a. in:

  • Ruth and Marvin Sackner Archive/ Miami Beach
  • The Getty Research Institute/ Los Angeles(Jean Brown Collection und Dick Higgins Collection)
  • Archivio Carlo Palli/ Prato
  • Archivio Francesco Conz/ Verona
  • Museo dell’Informazione/Archivio Internazionale di Poesia Visiva/ Senigallia
  • Ohio State University Libraries (William S. Burroughs Collection)
  • Stanford University Liberaries (German Collections)
  • Visual Poetry Center/Oxford
  • Letterkundig Museum/Den Haag
  • Museum of Contemporary Japanese Poetry, Tanka and Haiku/ Kitakami
  • Hokkaido Museum of Literature/ Sapporo
  • Institut für moderne Kunst/ Kunsthalle Nürnberg
  • Neues Museum Weserburg Bremen
  • Städtische Galerie Erlangen
  • Modern Art Museum Hünfeld
  • Museen der Stadt Lüdenscheid
  • Pop-Sammlung Beck/Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen.

Eine umfangreiche Sammlung der Arbeiten Visueller Poesie Denckers (von 1970-2000) gibt es in der Kunstbibliothek/Staatliche Museen zu Berlin/Preußischer Kulturbesitz und eine weitere (mit Arbeiten seit 2000, die fortlaufend ergänzt wird) in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Außerdem befinden sich im ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie)die gesamten Arbeiten (Skripte, Treatments, Drehbücher) des Filmemachers, sowie Vorlesungs-, Seminarunterlagen und Publikationen des Medienwissenschaftlers Dencker.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • TEXTBILDER - VISUELLE POESIE INTER-NATIONAL. DuMont Verlag, Köln 1972
  • DER JUNGE FRIEDELL. Beck Verlag, München 1977
  • DEUTSCHE UNSINNSPOESIE. Reclam Verlag, Stuttgart 1978
  • VISUELLE POESIE. Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken 1984
  • ACH KNALLIGE WELT, DU LUNAPARK. GEORGE GROSZ-GESAMMELTE GEDICHTE. Hanser Verlag, München 1986
  • DIE REISE NACH ROM. Visuelle Poesie. Siegen 1987 (=experimentelle texte nr.14/15)
  • WORT-KÖPFE. Visuelle Poesie 1969–1991 (Vorwort: Christina Weiss, mit vollständiger Bibliografie bis 1990). Siegen 1991 (=experimentelle texte nr. 27-28)
  • VISUELLE POESIE AUS JAPAN. Kulturbehörde Hamburg, Hamburg 1997
  • SEQUENZEN. Visuelle Poesie (Vorwort: Hans Peter Althaus, mit vollständiger Bibliografie bis 1998). Siegen 1998 (= experimentelle texte nr. 51-53)
  • K(L)EINE POETIK. Arbeiten von 1967 bis 2000. edition fundamental, Köln 2001
  • POETISCHE SPRACHSPIELE. Reclam Verlag, Stuttgart 2003 (Auszeichnung: Gedichtband des Jahres 2003)
  • RENSHI. Visuelles Kettengedicht (zusammen mit Yasuo Fujitomi, Hiroo Kamimura, Motoyuki Ito, Shutaro Mukai, Shohachiro Takahashi), Berlin 2003
  • LW-SEQUENZ. Visuelle Poesie. St. Petersburg 2003 (= Visual World Poetry)
  • PEACE/WAR. Visuelles Gemeinschaftsgedicht mit Hiroshi Tanabu. Tanabu-Edition No.27/Saitama 2003
  • VISUELLE POESIE 1965-2005. Monografie. Hrsg. Kunstbibliothek Berlin. Verlag „Bibliothek der Provinz“, Weitra/A 2006 (mit kompletter Bibliografie aller Bücher und Fernseh-/Hörfunk-/Zeitschriften-/Zeitungs-/Anthologie-/Katalogbeiträge).
  • VERS T EHEN. Squares & Sequences. Redfoxpress, Dugort/Achill Island, County Mayo/Ireland 2007.
  • AMBIGUITY & MORE. Sequences. Redfoxpress, Dugort/Achill Island, County Mayo/Ireland 2009.
  • EPITAPH TO....Redfoxpress, Dugort/Achill Island, County Mayo/Ireland 2010.
  • THIS IS VISUAL POETRY. single pages from 1971 till 2010. chapbook. Kingston/PA/USA; chapbookpublisher: http://www.thisisvisualpoetry.com/
  • OPTISCHE POESIE. Von den praehistorischen Schriftzeichen bis zu den digitalen Experimenten der Gegenwart. Walter de Gruyter/Berlin-New York 2011.
  • MORGENSTUND HAT KURZE BEINE. Unsinnspoesie. Herausgegeben von Klaus Peter Dencker. Stuttgart: Reclam, 2011.(= Reclam Taschenbuch 20224)
  • WÖRTERWECHSEL. Poetische Sprachspiele. Hrsg. von Klaus Peter Dencker. Stuttgart: Reclam, 2012.(= Reclam Taschenbuch 20261)
  • ABCDARUM. (Zusammen mit J. M. Calleja).Redfoxpress, Dugort/Achill Island, County Mayo/Ireland 2013

Weblinks[Bearbeiten]

  • New Works of Visual Poetry - Internet:
http://visualpoetryrenegade.blogspot.com/2010/11/klaus-peter-dencker.html
http://visualpoetryrenegade.blogspot.com/2010/11/klaus-peter-dencker_30.html
http://www.redfoxpress.com/dada-dencker3.html