Klaus Tschira Stiftung

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Klaus Tschira Stiftung

(KTS)

KTS wikipedia (2).jpg
Rechtsform: gemeinnützige GmbH
Zweck: Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik
Vorsitz:
Geschäftsführung: Klaus Tschira, Beate Spiegel
Bestehen: seit 1995
Stifter: Klaus Tschira
Sitz: Heidelberg
Website: www.klaus-tschira-stiftung.de

kein Vorsitz angegeben

Die Klaus Tschira Stiftung gGmbH (KTS) ist eine deutsche Stiftung zur Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik (zusammenfassend oft „MINT-Fächer“ genannt). Sie wurde 1995 von dem Physiker Klaus Tschira gegründet, wird bis heute (Stand April 2012) von ihm geleitet[1], hat ihren Sitz in der Villa Bosch in Heidelberg und ist eine der größten gemeinnützigen Stiftungen in Europa, die mit privaten Mitteln ausgestattet wurde.

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Die Organisation will Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Erarbeitung und verständlichen bzw. anschaulichen Darstellung von Forschungsergebnissen unterstützen. Ziele sind, früh die Faszination für Naturwissenschaften zu wecken, Forschung für die Gesellschaft zu betreiben und Wissenschaft für Laien verständlich darzustellen. Außerdem werden auf Antrag Projekte gefördert, die dem Stiftungszweck entsprechen und deren Antrag positiv bewertet wird. Die Stiftung engagiert sich dementsprechend in den drei Hauptbereichen:

  • Faszination Naturwissenschaften,
  • Forschung für die Gesellschaft und
  • Verständliche Wissenschaft.

Im Jahr 2013 gründete die Klaus Tschira Stiftung die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation (HLFF). Die HLFF organisiert das jährlich stattfindende Heidelberg Laureate Forum (HLF), bei dem ausgewählte Nachwuchswissenschaftler der Mathematik und Informatik in Heidelberg die bedeutendsten Wissenschaftler ihres Fachbereiches treffen.

Mit dem internationalen Friedenspreis Dresden-Preis honoriert die Stiftung besondere Leistungen gegen Konflikte, Gewalt und Eskalationen.

Faszination Naturwissenschaften[Bearbeiten]

Die KTS will Anstöße zur Förderung der Begeisterung und Neugier Heranwachsender für Naturphänomene geben.

Forscherstation[Bearbeiten]

Die Forscherstation ist das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung. Es schult Erzieherinnen darin, Naturphänomene aus dem Alltag zu verstehen und einen Raum zu schaffen, in dem Kinder diese selbständig und spielerisch entdecken können. Dieser ganzheitliche Ansatz soll eine Begeisterung für Naturwissenschaften schaffen. Als Einrichtung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg verfolgt die Forscherstation durch Begleitforschung auch wissenschaftliche Fragestellungen, wie etwa die Wirkung der Fortbildungen auf die Kompetenzentwicklung von Erziehern oder die Lernprozesse der Kinder im Rahmen der frühen naturwissenschaftlichen Förderung.

GIS-Station[Bearbeiten]

Die GIS-Station, das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für digitale Geomedien, bietet Bildungsangebote zu den Themen Fernerkundung, Geoinformationssysteme oder GPS an. Damit will sie die Kompetenzen von Lehrern und Schülern beim Einsatz digitaler Geomedien fördern. Digitale Geomedien sollen Schülern helfen, die Erde und Facetten des globalen Wandels genauer erkunden zu können. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Pädagogische Hochschule Heidelberg.

Explore Science[Bearbeiten]

'Explore Science' heißen die naturwissenschaftlichen Erlebnistage, die seit 2006 jährlich von der KTS im Luisenpark Mannheim veranstaltet werden. Mit Schülerwettbewerben, Experimentalvorträgen und Mitmachausstellungen können Kindergartenkinder, Schüler, Lehrer und Eltern auf naturwissenschaftliche Entdeckungsreise gehen. Explore Science wird jedes Jahr unter einem neuen naturwissenschaftlichen Schwerpunktthema veranstaltet. Bisherige Themen waren Mathematik (2012), Optik (2011), Akustik (2010), Welt der Elemente (2009), Astronomie (2008), Bionik (2007), Naturwissenschaften (2006). Im Jahr 2013 findet Explore Science zum Thema Geowissenschaften statt.

Jugend präsentiert[Bearbeiten]

Mit dem Projekt 'Jugend präsentiert' fördert die KTS die Kompetenzen von Schülern bei der Präsentation von Wissen. Training, Wettbewerb und Kommunikation sind die tragenden Säulen des Projektes. Sie stellt von Wissenschaftlern und Lehrern konzipiertes Unterrichtsmaterial zur Verfügung und bildet Lehrkräfte in Seminaren bundesweit fort. Schüler der 8.-10- Klassen können nach der Vorbereitung im Unterricht am jährlich ausgeschriebenen Schülerwettbewerb 'Jugend präsentiert' teilnehmen.

'Jugend präsentiert' ging aus dem 'Jugendsoftwarepreis' hervor. Dieser zeichnete von 2001 bis 2011 jährlich Schüler aus, die eine hervorragende Lernsoftware oder Präsentation in digitaler Form entwickelt hatten, um naturwissenschaftliche und mathematische Erkenntnisse anschaulich zu präsentieren. Das Projekt Jugendsoftwarepreis wurde mit der zehnten Vergabe im Januar 2011 beendet.

Forschung für die Gesellschaft[Bearbeiten]

Ein weiteres Ziel der Stiftungsarbeit ist es, Forschungsergebnisse zum Nutzen der Gesellschaft anzuwenden. Deshalb fördert die Stiftung wissenschaftlichen Nachwuchs, betreibt eigene Forschung und unterstützt Projekte anderer Institutionen. Dabei unterstützt sie hauptsächlich von ihr selbst initiierte Vorhaben.

Heidelberger Institut für Theoretische Studien[Bearbeiten]

Im Januar 2010 wurde das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) gGmbH als Nachfolger des 2003 gegründeten EML Research gGmbH (European Media Laboratory) eröffnet. Das Schwesterinstitut des anwendungsorientierten EML GmbH verfolgt langfristige Ziele in der Grundlagenforschung, die keinen wissenschaftlichen Modeströmungen unterliegen sollen. Die Arbeitsgruppen forschen in den Gebieten der Lebenswissenschaften, wissenschaftliche Datenbanken und Computerlinguistik, Theoretische Astrophysik, statistische Methoden und Computerwissenschaften. In Zukunft sollen bis zu zehn Forschungsgruppen am HITS vertreten sein. Das Institut verfolgt einen interdisziplinären, kooperativen Ansatz.

Klaus-Tschira-Labor[Bearbeiten]

Das Klaus-Tschira-Labor für physikalische Altersbestimmung ist eine Institution der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und ein An-Institut der Universität Tübingen. Hier werden geisteswissenschaftliche Überlegungen zur zeitlichen Einordnung von Kunstwerken mithilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen wie der Radiokohlenstoffdatierung überprüft.

Verständliche Wissenschaft[Bearbeiten]

Um das Verständnis für Naturwissenschaften zu fördern, unterstützt die KTS Journalisten und Wissenschaftler beim Erlernen kommunikativer Fähigkeiten in diesem Bereich.

Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft - KlarText![Bearbeiten]

Der Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft wird jährlich ausgeschrieben und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler der Fächer Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik oder Neurowissenschaften. Die Aufgabe für die Bewerber ist, die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit in einem allgemein verständlichen Artikel zu beschreiben. Eine Fachjury prüft zunächst die wissenschaftliche Qualität der einzelnen Wettbewerbsbeiträge. Anschließend beurteilt eine Endjury aus Wissenschaftlern, Journalisten und Experten die Schreibweise des Artikels und wählt die Preisträger aus. Die Gewinner erhalten je 5.000 Euro. Ihre Artikel werden außerdem in einer Sonderbeilage des Wissenschaftsmagazins "bild der wissenschaft" veröffentlicht. Zudem erhalten alle Teilnehmer die Möglichkeit, an den Kommunikationskursen der Stiftung teilzunehmen. Voraussetzung für die Bewerbung ist eine exzellente Promotion im Jahr der Ausschreibung und dass der Text in deutscher Sprache verfasst wurde.[2]

Lok der Baureihe 101 mit Werbung für den Klaus Tschira Preis

Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik)[Bearbeiten]

Von 2001 bis Dezember 2012 veranstaltete die KTS Kommunikationstrainings für Wissenschaftler, Sag's klar genannt.

2012 gründete die Stiftung gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation gGmbH (NaWik) in Karlsruhe. Das Institut bildet Wissenschaftler und Studierende für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit fort und fördert den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Journalisten. Die Stiftung fördert das NaWik innerhalb der ersten fünf Jahre mit bis zu zehn Millionen Euro.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.klaus-tschira-stiftung.de
  2. Ausschreibung des Preises 2012 zeit.de