Haus der Astronomie

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Haus der Astronomie auf dem Königsstuhl bei Heidelberg

Das Haus der Astronomie (HdA) ist ein Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit und Didaktik der Astronomie auf dem Campus des Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Das HdA-Gebäude hat die Form einer Spiralgalaxie und wurde von der Klaus Tschira Stiftung erbaut. Das HdA ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen privaten und öffentlichen Institutionen; Betreiberin ist die Max-Planck-Gesellschaft. Ziel des Hauses der Astronomie ist es, die Faszination der Astronomie in die breite Öffentlichkeit und in die Schulen zu tragen und den interdisziplinären, wissenschaftlichen Austausch zu fördern.

Organisation[Bearbeiten]

Das Haus ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen privaten und öffentlichen Institutionen mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Klaus Tschira Stiftung als Gründerinnen, der Universität Heidelberg und der Stadt Heidelberg als weiteren Partnern, unterstützt von den baden-württembergischen Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie Kultus, Jugend und Sport.[1]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Ziel des Hauses der Astronomie ist es, die Faszination der Astronomie in die breite Öffentlichkeit und in die Schulen zu tragen und den interdisziplinären, wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Dies wird zum Beispiel durch Veranstaltungen für die allgemeine Öffentlichkeit, Workshops für Schüler und Fortbildungen für Lehrer umgesetzt. Darüber hinaus ist die Visualisierung astronomischer Phänomene und die Unterstützung der Medien bei der Berichterstattung über astronomische Inhalte ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt.

Das HdA organisiert eine monatliche Vortragsreihe, die jeweils am zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr stattfindet und in der Astronomen allgemeinverständlich über ihre Arbeit vortragen.[2] Das HdA ist außerdem deutscher Knoten des ESO Science Outreach Networks, das die Europäische Südsternwarte (ESO) bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt[3] sowie des EU-UNAWE-Netzwerks, das Kindern die Faszination des Kosmos nahebringt.[4]

Das Haus ist Partner im Suchprogramm der International Astronomical Search Collaboration und des Pan-STARRS-Observatorium, in dessen Rahmen Schulklassen in astronomischen Beobachtungsdaten nach Asteroiden suchen und dabei auch neue Asteroiden entdecken können.[5]

Des Weiteren werden Schulpraktika im Rahmen des BoGy-Unterrichts (Berufsorientierung für Gymnasien) angeboten.[6]

Gebäude und Ausstattung[Bearbeiten]

Das HdA-Gebäude wurde von der Klaus Tschira Stiftung erbaut und kurz vor der Eröffnung im Dezember 2011 dem Max-Planck-Institut als Geschenk übergeben. Es hat die Form einer Spiralgalaxie: Das Zentrum bildet das Klaus Tschira Auditorium, das auch als Planetarium nutzbar ist. Um das Zentrum herum liegen ein Foyer, Seminarräume, Büros, Praktikums- und Unterrichtsräume.[1]

Das HdA verfügt über ein digitales Ganzkuppelprojektionssystem der Firma Carl Zeiss. Fünf VELVET-Projektoren erzeugen fünf Teilbilder, die so zusammengesetzt werden, dass ein komplettes Bild von 360 Grad mal 180 Grad ohne sichtbare Übergänge oder Bildkanten in der 12 Meter durchmessenden Kuppel entsteht. Die Projektion erreicht dabei einen Bildkontrast von 2,5 Millionen zu Eins. In der Kuppel können bis zu 100 Zuschauer der Projektion folgen.[7]

Das Gebäude ist auch Sitz der Redaktion der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Sterne und Weltraum.[8]

Für die Öffentlichkeit ist das Gebäude im Rahmen von Führungen (nach Voranmeldung) sowie öffentlicher Veranstaltungen zugänglich, für Schulklassen und Kindergartengruppen auch im Rahmen von Workshops.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b T. John: "Raum für Sterndeuter: Das neue Haus der Astronomie bei Heidelberg" in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Februar 2012.
  2. A. Krödel: "Die Sterne leuchten wie im 3D-Kino" in Rhein-Neckar-Zeitung vom 12. März 2012, S. 8. Webseite zu den Vorträgen: Vortragsreihe "Faszination Astronomie"
  3. ESO-Webseite ESO Science Outreach Network, zuletzt aufgerufen am 13. September 2012
  4. UNAWE-Webseiten: Germany EU-UNAWE Consortium, zuletzt aufgerufen am 13. September2012
  5. W. Popanda: "Killerasteroid 'Gymnasium Neckargemünd'?" in Rhein-Neckar-Zeitung 11./12. Februar 2012, S. 4.
  6. Information Haus der Astronomie, abgerufen am 20. November 2013
  7. VELVET-Projektoren von Carl Zeiss für Heidelberg jenapolis.de. Abgerufen am 1. Juli 2012.
  8. a b T. Althaus: "Haus der Astronomie eingeweiht" in Sterne und Weltraum 2/2012, S. 15.

49.3961111111118.7241666666667Koordinaten: 49° 23′ 46″ N, 8° 43′ 27″ O