Kleinfamilie

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Als Kleinfamilie wird eine kopfarme Kernfamilie bezeichnet, die aus zwei Erwachsenen und deren Kindern besteht. Sie grenzt sich von der Großfamilie insofern ab, als sie nur eine geringe Zahl in einem Haushalt lebender Familienmitglieder zweier Generationen umfasst. Daneben gibt es unvollständige Familien (zum Beispiel ein allein erziehender Elternteil mit einem Kind oder kinderlose Ehepaare).

Das Phänomen ist mit der Industrialisierung in Europa verbunden. Die Kleinfamilie entstand mit der Auflösung der traditionellen, an Landbesitz oder Erbpacht gebundenen Familien- und Versorgungsgemeinschaften vor allem in städtischen und industriellen Bereichen. Landarbeiter verließen wegen der sich ausbreitenden Armut die herkömmlichen Familiensysteme, um Arbeit in den wachsenden Manufakturen und Fabriken zu finden. Der geringe Lohn und die kleinen Wohnungen, die um solche Industrieansiedlungen herum entstanden, reichten kaum zum Leben - selbst für eine kleine Familie. Um das Überleben zu sichern, arbeiteten Frauen und Kinder oft ebenfalls als Billiglohnkräfte in den Betrieben. Mit dem Fortschritt der Industrialisierung verbesserte sich die existenzielle Lage der Lohnarbeiter, die Wohn- und Lebensbedingungen in den Arbeitervierteln blieben allerdings auf die Kleinfamilie, bei mehreren Kindern sehr beengt, zugeschnitten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Form der Kleinfamilie mit höchstens drei Kindern zum Idealtyp einer gesellschaftlichen Lebensgemeinschaft. Die Kleinfamilie bietet in ihrer relativen Isolation gegenüber der Großfamilie jedoch weniger Möglichkeiten der Betreuung alter und junger Familienmitglieder. Die traditionelle Großfamilie bietet mehr Möglichkeiten der Arbeitsteilung.

Die Kleinfamilie wurde auch ideologisch-religiös mit der Ehe als Grundlage der Versorgungseinheit Familie durch Politik und Kirchen als Norm propagiert. Inzwischen wachsen jedoch viele Kinder in der Einelternfamilie heran.

Siehe auch: Familie, DINK, Alleinerziehend