Kernfamilie

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Die Kernfamilie besteht aus einem Vater, einer Mutter und einem oder mehreren leiblichen Kindern von beiden.[1] Die Kernfamilie gehört in den westlichen Gesellschaften zu den am weitesten verbreiteten Lebensformen der Familie. Daneben existieren zahlreiche andere Familien- bzw. Eheformen.

Biologische Aspekte[Bearbeiten]

Die Kernfamilie ist die kleinstmögliche biologische Reproduktionseinheit und besteht nach dem Tode der Eltern oder Kinder nicht mehr.

Psychologische Aspekte[Bearbeiten]

Kernfamilie bezeichnet das System Vater-Mutter-Kind: jeder Mensch ist dauerhaft Teil eines solchen Systems, auch wenn die Zugehörigen nicht, oder nicht mehr, zusammen leben. Sie besteht aus jeweils einem Vater, einer Mutter und einem bis mehreren leiblichen Kindern. Nach der im deutschsprachigen Raum gängigen Terminologie gehören Adoptivkinder nicht zur Kernfamilie (im Gegensatz zur englischsprachigen Verwendung des Begriffs nuclear family). Die kleinste Kernfamilie ist eine Triade. Bedeutend für die Beschreibung von Familien in der Psychoanalyse, Familiendynamik, Familientherapie.

Soziologische Aspekte[Bearbeiten]

Als Kernfamilie oder Gattenfamilie gilt in der Soziologie die Lebens- und Reproduktionsgemeinschaft von Mutter, Vater und Kind(ern). Die Kernfamilie gilt heute als die kleinste soziale Zelle und Basis einer Gesellschaft, in der nicht nur die biologische Reproduktion, sondern auch ein wesentlicher Teil der Sozialisation (soziale Reproduktion) stattfindet.

Rechtliche Aspekte[Bearbeiten]

Trotz ähnlicher oder identischer Lebensverhältnisse gibt es rechtlich große Unterschiede zwischen leiblichen Kindern und Adoptiv-Kindern einerseits und Stiefkindern in Stieffamilien andererseits. [2] Eine Legaldefinition der Kernfamilie kennt die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland nicht.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Sigrun Ritzenfeldt: Kinder mit Stiefvätern. Familienbeziehungen und Familienstruktur in Stiefvaterfamilien. Juventa-Verlag, Weinheim u. a. 1998, ISBN 3-7799-1381-X, Tabelle 1, S. 17 (Zugleich: Heidelberg, Universität, Dissertation, 1997: Familienbeziehungen in Stiefvaterfamilien.).
  2. Lore Maria Peschel-Gutzeit: Stiefkinder und ihre Familien in Deutschland. Rechtlicher Status und tatsächliche Situation. In: Frühe Kindheit. 7. Jg., Nr. 5, 2004, ISSN 1435-4705.

Siehe auch[Bearbeiten]